Kinder? Nein Danke. Der argumentative Kampf aus Sicht eines Mannes.

GASTBEITRAG

Wenn es um die Frage “Kinder – Ja oder Nein” geht liest man überwiegend nur von Frauen und Ihrem gegenseitigen Kampf. Und das ist auch okay so, schließlich sind es Frauen, welche dieses Thema am meisten betrifft – Physisch und Psychisch.

Doch auch als Mann mit Anfang 30 geht mir diese Diskussion, mit welcher auch ich ständig konfrontiert werde, ziemlich auf die Nerven.

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Neophobie & Neophilie

Wann hattet ihr das letzte mal Angst? Und wie seid ihr damit umgegangen? Habt ihr euch verkrochen, wie man sich früher unter der Bettdecke versteckte, vor den vermeintlichen Monstern unter dem Bett? Seid ihr eher der vermeidende Typ, der dann die Flucht antritt? Werdet ihr aggressiv und geht in ein Angriffsverhalten über?  Habt ihr eure Angst mal genauer angesehen, um herauszufinden, woher sie überhaupt kommt? Angst wird geschürt, gelernt, anerzogen.

Haben Männer und Frauen gleichermassen Angst? Dürfen beide diese Angst gleichermassen zeigen, oder ihre Furchtlosigkeit? Wie wird Furchtlosigkeit von der Gesellschaft gewertet? Frauen sorgen sich doch so viel, haben Angst vor Neuem, brauchen Beständigkeit und Sicherheit und trauen sich weniger zu als Männer, nicht? Während Männer automatisch furchtlose Helden sind, muss mit mutigen, furchtlosen Frauen ja grundsätzlich etwas nicht stimmen.

Denn letzteres darf nicht sein. Frauen, die sich mutig verhalten, offen und Abenteuerlustig, sind ein Mythos. Werden wir doch dazu erzogen, auch heutzutage, leise, still und gefügig zu sein.

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Die Anspruchshaltung, schraubt sie runter!

Na, kennt ihr auch so Menschen, mit einer Anspruchshaltung, die ihresgleichen sucht? Ja, ich auch, sie begegnen mir leider fast jeden Tag. Und zu dieser Anspruchshaltung gesellt sich dann auch eine gewisse Hilflosigkeit. „Erwachsene die nichts können, sind Kinder die nichts durften“ habe ich mal irgendwo gelesen. Für mich macht das Sinn.

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Der fremde Vater

Du mochtest Bruce Lee Filme, Western, Filme mit Bud Spencer und Terrence Hill, oder mit Louis de Funes. Du hattest oft Bonnie Tyler und David Bowie, gehört, hast viel getrunken und viel geraucht.  Du hattest gern Schnitzel mit Pommes, Bohnen und Pilze.

Im Wald warst du gern, auch oft mit mir, Pilze sammeln. Im Freibad warst du auch oft, bist gern Fahrrad gefahren und hast viel geschlafen. Du hast sogar mal im Hochbett meines Bruders geschlafen, als es damals ganz neu war. Wie ein grosses Kind hast du ausgesehen und in diesem Augenblick begriff ich, dass du  innerlich ein kleiner Junge warst. Gefangen in dem Körper eines erwachsenen Mannes. Ich war ungefähr 12 Jahre alt.

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“Normal is an illusion. What is normal for the spider is chaos for the fly.” ― Charles Addams

Wann habt ihr etwas zum ersten Mal getan? Ich erst vor zwei Tagen. Da habe ich das erste Mal in meinem ersten, eigenen Ohrensessel platz genommen und ein Buch gelesen.

Ein eBook über Sex. Vorher sass ich das erste Mal in der Universität Zürich  und hab mir einen Vortrag über den Mythos der Monogamie angehört. Auch zum ersten Mal. Sonst gehe ich nur auf öffentliche Vorträge und Symposien zu Astrophysik in die Uni, aber das mal war es anders. Das Publikum war sehr viel jünger und das Thema war prickelnder.

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Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern – Warum rede ich darüber?

Einige von euch werden sich sicher mal gewundert haben, warum ich die letzten zwei Wochen beim WDR und beim SRF mit dem Thema zu Gast war. Vielleicht fragt man sich, warum ich mit dem Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern, so in die Öffentlichkeit stürme und was ich damit bezwecken möchte. Als erstes: Nein, ich bekam dafür kein Geld. Zweitens: Ich möchte auch kein Mitleid, oder als Opfer gesehen werden. Oder sonst irgendeine spezielle Behandlung. Ich bin immer noch der Mensch der ich war, bevor ich mein Schweigen brach und möchte auch so behandelt werden.

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Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern – Let`s break the silence!

Ich habe letztes Jahr einen Beitrag geschrieben über den Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern. Dieser fand so viele Rückmeldungen, auch heute noch, dass ich mich entschloss erneut darüber zu schreiben. Es ist wieder Weihnachten und ich bin alleine in Polen. Es ist bezaubernd hier, zusätzlich konnte ich noch einen Abstecher nach Riga machen an Heiligabend. Einfach traumhaft und unverhofft (kommt gerade oft!) Nun ja, viele haben mich dann gefragt, ob es nicht doof sei so ohne Familie. Nein, ganz und gar nicht, ich bin sehr glücklich, ausgeglichen…nun ja, all das wozu manche eben andere Leute brauchen.

Sie kennen meine Familie nicht, sonst hätten sie sich die Frage erspart. Mein Vater ist (?) schwerer Alkoholiker, meine Mutter eine „Ewigunzufriedene“ der nichts nur annähernd gut genug ist. Doch ich habe eine Entscheidung getroffen mit dem Kontaktabbruch zu beiden. Eine Entscheidung für mein Leben, für ein glückliches Leben. Ohne das Drama der Vergangenheit. Ohne mich in der Opferhaltung zu suhlen. Ich habe das überstanden was mir zugefügt wurde, ich habe verziehen. Heute bin ich glücklicher als ich es jemals war. Und habe nie Schuldgefühle, warum auch? Weil ich mich selber achte und respektiere. Und ich niemanden dulde in meiner Nähe der das nicht tut. Dieser zweite Artikel soll anderen helfen für sich einen Weg zu finden, soll Mut machen und mit dem Vorurteil aufräumen, dass es da draussen Kinder gibt die eines morgens aufwachen und aus dem nichts beschliessen den Kontakt zu ihren Eltern abzubrechen.

Ich bin nicht alleine

Ich habe seit letztem Jahr viele Zusendungen erhalten, was den letzten Artikel betrifft. „Wir“ sind leider viele. Die meisten fragten ob ich einen Rat habe, ihnen irgendwie den Schritt erleichtern könnte und wie meine Erfahrungen waren. Viele, auch heute wieder, waren erleichtert zu lesen, dass sie nicht alleine sind mit diesem „Problem“ über was man so selten spricht. Ich werde heute versuchen zu erklären was es mir so „einfach“ gemacht hat diesen endgültigen Schritt zu gehen.

Auch angeregt wurde dieser Artikel von einem anderen Artikel über eine Mutter, die sich einfach nicht erklären kann wie ihr Kind einfach so mal den Kontakt abgebrochen hatte. Einfach so von heute auf morgen…schon alleine, wenn ich das lese könnte ich vor Wut durch die Decke gehen. Die Dame hat nun sogar einen Verein gegründet und ein Buch darüber geschrieben. (Es grüsst herzlich: Die Opferhaltung!) Denn „einfach so“ passiert das nie. Man probiert Jahrelang gesehen zu werden, ernstgenommen zu werden, verstanden zu werden, faule Kompromisse werden geschlossen, nur um es den Eltern „recht zu machen:“ Einigen ist aber nichts rechtens genug. Statt sich mit anderen Eltern zusammen zu tun denen es genau so ging, sollten sie lieber alle gemeinsam in eine Gruppentherapie – „Richtig reflektieren und Wahrnehmungstraining“ oder „Meine Fehler in der Erziehung und ihre Konsequenzen.“

Keine Geduld, keine Kraft und keine Nerven mehr!

Für mich war es ausschlaggebend, dass ich einfach keine Geduld und keine Kraft mehr hatte mich mit meiner Mutter im Kreise zu drehen. Zu meinem Vater kappte der Kontakt schon als ich 17 / 18 Jahre alt war, da er sich für den Alkohol entschied und ich das respektierte. Aber ich konnte mir das nicht mehr länger mit ansehen und mich runter ziehen lassen. Aber zurück zu meiner Mutter. Wir gingen 2. Schritte vor…20. zurück, so ging das nach meinem Auszug ungefähr 13. Jahre. Bis ich vor 3. Jahren mich endgültig verabschiedete. Selbst meine Therapeutin riet mir dazu. Denn es zog mich jedes mal mehr und mehr runter. Und ich war es leid mich nach jedem Besuch bei ihr Tagelang zu Hause einzusperren oder angeschlagen durchs Leben zu laufen. Wozu?

Irgendwann sah ich keinen Grund mehr den Kontakt aufrecht zu erhalten

Warum auch? Es gab keinen logischen Grund. Nur weil sie meine Mutter war? Nun ja, jemand der sein Kind körperlich und seelisch misshandelt…für mich war das keine „Mutter“ im klassischen Sinn. Für mich war sie eine Art Monster, deren Stimmungsschwankungen so unberechenbar waren wie das Wetter im April. Ich hatte jahrelang noch Alpträume von den „Szenen“ die sie mir machte, wie sie mir ein Radio hinterher warf im Affekt, weil ich 2.Minuten zu spät war, oder mich anschrie vor all meinen Freunden, mitten in der Stadt. Glaub die Krönung war, als sie dachte ich würde ihr denn Mann ausspannen wollen, weil wir uns gut verstanden. Weil wir eine Gemeinsamkeit hatten – das Schreiben. Hätte sie ihre Tochter gekannt, würde sie wissen, dass ihre Tochter  nicht so auf ältere Männer abfährt, so ganz und gar nicht. Ausserdem war dieser Mann mir mehr Vater, als mein leiblicher Vater.  Die Geschichten liessen sich hier zu einem Buch, dicker als die „Herr der Ringe“ Trilogie fortführen. Ich zog dann endlich aus mit 17 Jahren. (Nach 2. Jahren erfolglosen Vermittlungsversuchen vom Jugendamt mit einer Sozialpädagogin die jede Woche zu uns nach Hause kam, nach unzähligen Besuchen der Polizei bei uns zu Hause, denn die musste nach den Ausbrüchen meiner Mutter öfter antanzen als ihr lieb war. Ich lief auch ein paar mal von zu Hause weg, wenn es wieder ganz schlimm wurde.)

Und ich probierte es weiter mit ihr. Trotz allem. Immer und immer und immer und immer wieder. Nur gebracht hat es nichts. Es war Zeitverschwendung. Ich hätte mir den Kopf lieber gegen die Wand schlagen sollen…hätte genau so viel Sinn gemacht. Nämlich keinen. Null. Nada.

Knapp zwei Wochen wie gelähmt im Bett

Glaub seinen Höhepunkt erreicht das ganze Leiden der ganzen Jahre in den Sommerferien, als ich sie an ihrem Geburtstag besuchte, und nur 2. Tage später zurück kam um dann 1.5. Wochen in meinem abgedunkelten Zimmer im Bett zu liegen. Sie machte mich fertig wegen 2. Eiern die in einen Teig rein sollten. Sie las vor, ich führte aus, wir wollten mal backen. Wie normale Leute. Ich fragte noch: „Sollen die Eier getrennt werden oder kommen die ganz rein?“ „Ganz rein!“ Gesagt getan…nur um mir dann ein paar Sekunden später anzuhören: „Die sollten doch getrennt werden, nie kannst du was richtig machen!“ Ich versuchte die Situation zu entschärfen, es sei doch nur ein Teig, wir machen einen neuen, alles easy. Aber es ging nicht, sie kam voll in Fahrt, Vorwürfe und Mist der letzten Jahrzehnte flogen mir nur so förmlich um die Ohren. Geschichten die ich längst vergessen hatte wurden ausgepackt, ich sei ja immer schon zu nichts zu gebrauchen gewesen und überhaupt. Wie ein kochender Dampfkochtopf der kurz vor dem explodieren steht, stand sie vor mir und schrie mich an. Ich schrie irgendwann zurück, packte meine Sachen ungläubig, dass sie wegen 2. Eiern so eskaliert, und ging. Das war so typisch. Sie flippte aus…ich versuchte sie zu beruhigen, was nie gelang, dann flippte ich irgendwann aus und fuhr wieder heim. So ging das Jahr ein, Jahr aus. Knapp 13 Jahre lang. Bis vor 3. Jahren.

Ich war halt einfach ein schlimmes Kind – so entschuldigt man den Missbrauch

Danach besuchte ich sie nur noch einmal, schlief aber in einem Hotel, was sie sehr erschütterte. Ich meine wirklich? Nach all den letzten Jahren wunderte man sich wirklich? Hallo „Opferhaltung!“ Klar war mir der Titel „Schlechteste Tochter des Jahres“ wieder sicher. Dass es Gründe wie diesen und andere gab dafür, wollte man nicht sehen: Sie kam das letze mal auch einfach so ins Bad geplatzt als ich dort länger verweilte, beim abschminken. „Was machst du da so lange?“ fauchte sie mich an. Ich stand vor dem Spiegel und schminkte mich ab, dabei hörte ich Musik aus meinem iPhone, wie so oft…Wie dumm ich drein geschaut habe, konnte ich im Spiegel sehen…“Ich feiere hier eine wilde Drogenorgie Mutter, mit vielen Männern. Willst du nicht mitmachen? fragte ich sie schnippisch und verliess das Badezimmer. Ich sprach kein Wort mit ihr an dem Abend. Was sollte das denn bitte? Dafür schwieg sie mich am nächsten Tag an, ich fuhr wieder ab.

Ab und an versuchte ich mit ihr die Vergangenheit zu bewältigen. Das war das was ich immer hörte: „Du warst ein schlimmes Kind, warte ab bis du Mal Kinder hast, ich wünsche dir, dass deine Kinder werden so wie du!“ Klar, wie immer sind die anderen Schuld, vor allem ich. War ich doch auch das einzige Kind weltweit, dass sich selber auf die Welt gebracht hat. Meine Eltern wurden nämlich nie müde mir zu sagen, dass es ihnen ohne mich besser ergangen wäre im Leben. Ich hatte eh immer Schuld an allem. Und ich war ein schlimmes Kind. Noch Fragen?

 

„Sie müssen sich selber die Mutter sein, die sie nie hatten. Sie müssen sich selber trösten, sich lieben, auf sich achten und respektieren!“

Das sagte meine Therapeutin damals zu mir. Und es half. Denn ich musste einfach einsehen: Wenn ich meinen Seelenfrieden wollte, musste ich den Kontakt kappen. Und ihr verzeihen. Nicht um ihretwillen. Sondern für meinen Seelenfrieden. Ich wollte ihr absolut keine Macht mehr über mich geben. Ich wollte  nur noch abschliessen und ein glückliches Leben haben.

Und überhaupt: Nichts wird gut genug sein, nichts wird so sein wie ich es als Tochter gerne hätte, ich jagte einer Illusion hinterher. Auch, weil es die Gesellschaft von mir forderte. Und auch, weil ich meinen Freunden und Bekannten nie, wirklich nie erzählte was man zu Hause mit mir machte oder gemacht hat. „Es geht niemanden was an, was in unserer Familie passiert!“ brannte sich tief ein in meine Seele. Ich brauchte ganz lange um mich davon zu lösen. Doch teilweise schäme ich mich heute immer noch für das was ich durchleben musste. Völlig zu unrecht.

Und ich stellte fest mit dem ersten Beitrag

Ich bin nicht alleine. Da draussen gibt es ganz viele erwachsene Männer und Frauen denen es genauso geht. Die auch die Hölle auf Erden durch lebt haben, an einem Ort der einem Sicherheit, Liebe und Geborgenheit geben sollte. Erwachsene die nicht den Mut finden ihren Eltern ihre Grenzen aufzuzeigen. Die sich nicht trauen der Gesellschaft und ihren Ansprüchen einen dicken Mittelfinger zu zeigen. Die Schuldgefühle haben, die sich verantwortlich fühlen für das Glück ihrer Eltern.

Ich habe eine klare Botschaft für euch: Fangt an, euch als vollwertige Menschen zu sehen! Ihr seid liebenswert, besonders und vor allem: Ihr seid stark!

Ihr seid nicht verantwortlich für das Glück eurer Eltern. Ihr schuldet euch selber aber Respekt, Liebe und euren Seelenfrieden.

Ihr schuldet niemanden eine Erklärung für eure Entscheidung. Lasst euch professionell begleiten, wenn ihr es nicht alleine schafft, es ist keine Schande sich Hilfe zu holen.

Es ist euer Leben. Ihr seid dafür verantwortlich! Und manchmal muss man sich schützen um nicht daran zu Grunde zu gehen. Fangt an euch selber zu lieben und setzt euch niemanden aus, der euch fertig macht, euch nicht respektiert oder euch gequält hat.

Man rät ja auch niemanden sich seinem Peiniger zu stellen, und ihn gern zu haben, nach dem man ihm entkommen ist, oder?

 

An die Gesellschaft

Hört auf die armen, so armen Eltern solcher Kinder zu bemitleiden und die Kinder zu verurteilen. Die Eltern wollen es nicht zugeben was sie falsch gemacht haben. Oder sehen nicht wo das Problem lag. Und da lag sicher ein Problem vor, niemand der eine liebevolle, „normale“  Kindheit hatte verhält sich so. Nach knapp über 15. Jahren mit Kindern und Erwachsenen im Beruf und auch privat habe ich noch kein Elternteil erlebt, dass zugegeben hat das Kind misshandelt zu haben. Sei es emotional oder körperlich. Aber sich dann als das Opfer hinstellen, wo das Kind „einfach so von heute auf morgen,“ den Kontakt verweigert. Ehrlich? Jeder der sich ein wenig mit Kindern und Bezugspersonen auseinander setzt weiss: Kinder würden alles tun um von ihren Eltern geliebt zu werden. Kinder akzeptieren auch vieles von ihren Eltern um geliebt zu werden…Für die Kinder sind die Eltern das ein und alles, egal was die Eltern anstellen. Sich dann von diesen zu trennen, aus welchen Gründen auch immer erfordert extrem viel Mut, Zeit und Kraft. Niemand „kündigt“ einfach mal so über Nacht seinen Eltern aus einer Laune heraus. Die Eltern die das behaupten würde ich dringend zu einer Therapie raten, damit sie lernen sich und ihr Verhalten zu reflektieren.

 

Zum Titelbild: Das ist das letzte Bild, dass meine Mutter von mir schoss. Ich hatte ihr einen Schneemann im Garten gebaut um sie aufzumuntern. Das Bild trügt, auch wenn ich lache,  denn sie machte zwar das Bild auf meinen Wunsch hin, schnauzte mich aber im selben Augenblick an wegen des Topfes, den ich ohne ihre Erlaubnis für den Schneemann aus dem Schrank nahm.

Danach, packte ich meine Sachen erneut und fuhr zurück in die Schweiz. Zur Info…meine Mama wohnt 4. Stunden Zugfahrt von mir weiter weg…

16. Dezember – Was bedeutet Weihnachten für dich?

 

Ja, was genau bedeutet mir Weihnachten? Das wollte nämlich Franka wissen. Da ich nicht gläubig bin, keinen Kontakt zu meiner Familie habe, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, was glaubt ihr denn? Bin ich total traurig und schiebe eine mittelschwere Depression vor mich hin oder mache ich das Beste draus? Wie ergeht es dir denn so lieber Leser? Ist Weihnachten die Zeit in der du dich besinnst, das Jahr Revue passieren lässt, oder nerven dich die Weihnachtslieder und der damit verbundene Trubel? Ich muss zugeben, die Klassiker an Weihnachtsliedern trällere ich noch gerne mit 😉 Aber der Stresst den sich einige geben, von wegen Weihnachtsgeschenke, Koch- und Backorgien, dem allem habe in den letzten Jahren immer weiter abgeschworen. Ja, selbst dem Backen dieses Jahr. Ich werde mit den Mädels die Tage mal einen Nachmittag backen in der Arbeit, aber das war es dann schon. Irgendwie finde ich es so entspannter, backen hängt nämlich nicht von der Jahreszeit ab, zumindest nicht für mich. Und Einhornplätzchen gehen immer!

 

Ich war letztes Jahr in Franken, bzw. die letzten Jahre, bei der Familie meiner langjährigen Freundin aus der Schulzeit. Aber irgendwie, na ja, habe ich dieses Jahr den Drang gehabt mal was für mich zu tun. Die gute Frau hat nun 2. Kinder und für mich ist das alles andere als entspannt sie über mehrere Tage zu besuchen. Ja, man wird ein wenig zum Ego, wenn man schon mit Kindern arbeitet, braucht man die lieben kleinen nicht noch in seiner Freizeit 24/7, zumindest geht es mir so. Die Leben die man führt sind anders und dementsprechend auch die verschiedenen Bedürfnisse. Und es tut sicher gut, mal nicht von einem zum anderen zu springen, weil mich das die letzen Jahre schon extrem auf die Palme gebracht hat. Man machte ab, es war ein ständiges hin und her und absolut stressig. Nein, Danke. Macht ihr mal. Was bedeutet Weihnachten für euch? Lästige Kür oder mal ein paar Tage durchschnaufen ohne schlechtes Gewissen?

 

PS. Ich meinte natürlich meine erste, eigene Lesung am 10.02..ihr seht schon..ich brauche Ferien! Aber ja…meine erste Vorlesung steht auch bald an 😉

 

 

 

 

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Von Illusionen, Erziehung & der Realität

„Alles ist möglich!“ „Du kannst alles schaffen!“ „Die Welt steht dir offen!“ „Und prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was besseres findet!“ „Du bist was besonderes und Verdienst nur das beste!“

Wer kennt sie nicht, diese Aussagen, die uns einreden sollen:

Die Welt hat nur auf uns gewartet, denn wir sind besonders „besonders“  und es gibt nichts, das nicht geht!

Für jeden Pups gibt es Lobgesang und Lorbeeren und mindestens eine heilige Messe in den Elterlichen Hallen. Sie reden ihren Kinder Hochbegabung ein, die einige auch mitbringen, aber die in der Schule mit allen Mitteln unterbunden wird, und fördern den Abbau der kindlichen Neugierde mit einem Überangebot an Frühförderung, die Gesellschaft tut den Rest. Aber ja, man will ja nur das beste für den kleinen Königsspross. Und er soll es ja mal besser haben. Das man genau das Gegenteil damit erreicht, scheint der Mehrheit immer noch nicht bewusst zu sein. Viel hilft viel!

Heutzutage ist alles möglich!

Doch du musst nichts tun, was du nicht wirklich möchtest. So zumindest die Illusion und mancher Erziehungsleisatz. Viele Kinder werden spätestens in der Pubertät bitter enttäuscht. (Man wundert sich dann über ihr aggressives Verhalten) Die Welt hat nicht auf sie gewartet. Die Prinzessin wird nicht gerettet von einem Prinzen, sie muss selber ihren Hintern hoch bekommen. Und der Prinz, ja der Prinz entpuppt sich als Narr. Man muss sich anstrengen, pünktlich sein, Leistung liefern. Aber wie? Niemand kommt, ausser man gehört zur königlichen Familie und ist Thronfolger, und setzt einem eine goldene Krone auf! Die Planlosigkeit und Orientierungsloigkeit die man dann so an den Tag legt wird natürlich von der älteren Generation mit Adleraugen haarscharf beobachtet und verurteilt. Und es liegt nicht fern, dass alle in den gleichen Topf geschmissen werden. Doch ich frage mich: Wer erzieht denn die nächste Generation? Ist es nicht ein versagen der Generation vor uns, wenn manche von uns weder Disziplin noch Anstrengung kennengelernt haben oder die Gabe der Reflexion? Sind wir nicht etwa das Produkt unserer Erziehung? Prägen uns nicht die Eltern und das Umfeld?

Ist das schon alles?

Und dann nach ewigem Abwägen entscheiden wir uns für, sagen wir mal eine Berufliche Laufbahn, ein Studium. Und obwohl es das ist, was wir wollten, nagt er Selbstzweifel an uns . Ist das schon alles? Geht da nicht noch mehr? Höher, schneller, weiter! Doch wie weit kommt man, wenn einem immer der Zweifel plagt, ob das genau nun DAS Richtige für einen ist? Ob man nicht bessere, tollere Möglichkeiten verpasst? Wird man jemals zufrieden sein mit seiner Wahl?

Nicht nur im Job / Studium zieht sich das durch mancher Leben, auch in Partnerschaften. „Generation Beziehungsunfähig“ werden wir auch betitelt. Was ich davon halte, konntet ihr ja bereits letzte Woche hier erfahren. Teilweise mag es ja stimmen und wer kann es uns verübeln? Wir müssen immer flexibel sein, x Praktika machen, manchmal auch in verschiedenen Ländern über mehrere Jahre. Partnerschaft? Wie? Als Fernbeziehung? Meist zu kompliziert und zum scheitern verurteilt. Ausserdem: Die meisten unserer Eltern sind geschieden, neu verheiratet, verbittert oder erneut geschieden worden. Uns wurde kaum beigebracht, dass es auch mal schlechte Zeiten geben kann, die man miteinander durchsteht. Nein. Eher das Gegenteil. Die Wegwerfgesellschaft zieht sich durch alle Bereiche des Lebens. Und klar, sicher blieben viele früher auch aus Abhängigkeitsgründen zusammen. Aber ich glaube sehr, dass viele Partnerschaften daran zerbrechen, weil man nicht Konfliktfähig ist und sich wenig reflektiert, frei nach dem Motto: „Ach nö, viel zu anstrengend und Anstrengung ist scheisse! Und der andere hat eh immer Schuld. Ich hab doch nichts gemacht!“

Überhaupt: Auch wenn man einen Partner hat, mahnt die leise Stimme im Hinterkopf; „Naaaa, wer weiss, ob die / der XY vielleicht doch nicht die bessere Wahl wäre?“ „Als Single wäre ich viel glücklicher!“ „Der / die kann mich einfach nicht glücklich machen..weil…“

Ja, manche von uns  haben Angst, Angst vor Nähe, vor Bindung, vor zuviel Exklusivität. Es könnte ja das nächste, aufregendere Abenteuer ums Eck warten. Schliesslich hat man uns in der Kindheit eingetrichtert etwas ganz besonderes zu sein und zwar so besonders, dass wir unrealistische Erwartungen an unser gegenüber stellen. Es steht uns zu, verdammt nochmal…oder?  Andere wiederum haben genau das was sie wollen und nennen es „Idealpartnerschaft“ und glauben immer noch das wäre zu toppen. Schliesslich ist das Motto: Höher, schneller, weiter!

Um zum Schluss verbittert festzustellen: Man hat die Nachtigall aus der Hand gegeben für die Taube auf dem Dach!

Wer wir sind und wohin wir wollen

Um in der Hülle und Fülle des Überangebots nicht zu ertrinken, müsste man sich erforschen. Herausfinden wer man ist, was man will. Und zwar kritisch. Das Motto: „Du kannst alles schaffen!“gilt eben nicht für alle Bereiche des Lebens. Und ja, jeder Mensch ist was besonderes, das steht nicht zur Debatte. Jeder ist einzigartig und das ist auch gut so, nur sollte man nicht narzisstisch ans Werk gehen mit dem Glauben, die Welt hätte nur auf einen gewartet. Die Welt wartet auf niemanden…

 

 

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Wer weiss hier nicht was er will?

Einer der grossen Vorurteile zwischen Mann und Frau ist doch seit eh und je dieser:

Frauen wissen nicht was sie wollen!

Können sich nicht entscheiden, usw. Das mag so für einige gelten, doch heute möchte ich euch erläutern, warum ich eher der Meinung bin: Männer haben teilweise genau so wenig einen Plan was sie wirklich wollen. Das wird nur dezent unter den Teppich gekehrt…

Wo fange ich da am besten nur an?

„Sie sollte auch mal den ersten Schritt machen!“

Gesagt getan, doch viele sind dann so eingeschüchtert, dass man sie glatt mit einem scheuen Reh im Wald verwechseln könnte. Und ausserdem geht ja  der Jagdinstinkt des starken Geschlechts so flöten. Tja, doof, also lieber doch nicht, die Sache mit dem ersten Schritt und der Initiative.

„Frauen sollten Selbstbewusst, selbstständig und offen sein.“

Aber bitte nicht zu Selbstbewusst, das schüchtert auch wieder ein. Der Mann möchte doch lieber der Frau beeindrucken und wo kämen wir denn da hin, wenn sie so selbstständig ist, dass sie den Mann und seine starke Schulter nicht notwendigerweise braucht. Und nicht zu offen sein, das kommt auch nicht so gut an. Sie sollte schon ein wenig weibliche Zurückhaltung üben (das hat mir einer letztens wirklich gesagt!)  Sie soll zwar wissen was sie will, aber es bitte für sich behalten, da es auch wieder sehr einschüchternd wirkt. Die meisten Männer wissen ja selber nicht so recht was sie wollen.

„Im Bett soll sie eine Rakete sein, offen, experimentierfreudig aber am besten noch nicht so viel Erfahrung haben, man möchte ja meist keine Frau die bereits mit mehreren Männern vor ihm Geschlechtsverkehr hatte.“

Da bekommen Männer auch wieder ganz schnell Komplexe und wenn eine Frau ihre Sexualität offen auslebt, denn schliesslich geniesst sie nicht die Narrenfreiheit eines Mannes. Was sollen denn da die Kollegen von einem denken? Ganz schnell hat sie dann, gerade in der Provinz den Namen einer „Schlampe“ weg, während der Mann als Held gefeiert wird. Der Mann verträgt es selten, wenn die Frau ihm genau sagen kann was sie möchte. Oder was man im Bett anders machen könnte. Meist wird das als persönlichen Angriff gewertet und führt dazu, dass der kleiner Prinz erst mal beleidigt ist und nicht zum Spielen raus kommen möchte und er Tagelang einen auf beleidigte Leberwurst macht.

Gerade die Männer, meist voller Komplexe, die nicht bereit sind über Sex offen zu kommunizieren und „auf die Frau eingehen“ irgendwie nicht ganz verstehen können/wollen, springen dann von einem Bett zum nächsten, machen dort total einen auf Egonummer, sind in fünf Minuten fertig und schieben ihr komplettes Versagen es auf den Alkoholkonsum oder weiteres, der meistens dabei eine Rolle spielt. Reife Leistung meine Herren. Nicht! Ihr wollte echte Männer sein? Nope! Echte Männer strengen sich an, arbeiten an sich und brauchen nicht von jedem Rockzipfel bestättigung. Du kannst nicht jeden Tag brillieren, aber du kannst es versuchen!

„Eine Frau sollte keine Klette sein und am besten keine feste Beziehung wollen! Sie sollten sich nicht gleich verlieben, nur weil man ein paar Mal miteinander aus oder im Bett war.“

Will man dann als Frau wirklich keine feste Beziehung, wird man von einigen verständnislos angesehen, auch Sätze wie diese muss man sich dann öfter anhören: „Du wirst doch auch nicht jünger! Jede Frau will doch mal eine Familie…Du findest keinen besseren als mich! Das ist alles Fassade…“ und so weiter und so fort…Auch das allseits beliebte: „Frauen verlieben sich eh immer!“ gilt nicht für alle Frauen. Wie enttäuscht waren einige Männer in der Vergangenheit, als dieses nicht eintraf. Sorry Jungs!

Findet man dann doch einen gemeinsamen Nenner und es kommt zu einer Beziehung, bekommen einige kalte Füsse. „Wie, du willst nach vier Jahren Beziehung zusammenziehen? Das geht mir nun zu schnell…“ Ist auch einer der Klassiker der manche Frauen zur Weissglut treibt.

„Die Frau sollte beruflich auf eigenen Beinen stehen und ihr eigenes Geld verdienen!“

Aber bitte nicht mehr als der Partner, denn dann wird sein Selbstwertgefühl gestört und er sieht sich nicht mehr als Ernährer. Auch erfolgreicher im Job als er darf sie bitte nicht sein.  Ich kenne so einige Männer die ernsthaft beschämt sind, wenn sie von einer Frau zum Dinner, Drinks und Co. Eingeladen werden.

„Sie sollte direkt sagen was sie denkt, meint, man ist schliesslich kein Hellseher!

Sagen Frauen dann klar und direkt was sie meinen und denken, überfordert das auch wieder. Ich musste mir letztes Jahr mal anhören: „Meine Freunde kommen langsam auch mit deiner Art klar!“ Ja, mit welcher Art? Nicht hinten rum zu lästern, so wie in manchen Kreisen und bei pubertierenden Jugendlichen üblich ist? Oder hat er die Art gemeint, die er und seine Leute nicht kannten: Ehrlich sein?  Oder allgemein meine direkte Art die Dinge beim Namen zu nennen auch wenn es nicht so populär ist?  Nun ja, das mit der offenen, direkten Kommunikation kommt eben dann doch nicht so gut an.

„So ein Dreier mit zwei Frauen oder ein Besuch im Swinger Club wäre ja schon mal geil!“

Finden sie dann endlich mal eine Frau die zu dem bereit wäre, fühlen sie sich am Abend kurz vor dem Besuch im Swinger Club plötzlich „nicht so wohl“ oder fasseln irgendwas von „Ich glaube unsere „Beziehung“ ist noch nicht so weit!“ „Dude, du bist noch nicht so weit! Und nun versuchst du dich raus zu reden wie ein Feigling der vorher den Mund zu voll genommen hat!“ Denkt da jede Dame die mal in dieser Situation steckte mit leicht genervtem Augenrollen. Auch bei Dreiern ziehen die meisten buchstäblich den Schwanz ein, denn im wirklichen Leben läuft es meist nicht so wie sie sich das vorher ausgemalt haben. Der grosse Macker für den sie sich hielten verschwand plötzlich mit eintretten der Situation.

„Intelligent sollte sie sein!“

Aber nicht zu intelligent, niemand mag Klugscheisser. Und mit was soll er uns Frauen imponieren, wenn wir gebildet und nicht naiv sind?  Ausserdem sollte sie sich auf einem Gebiet behaupten können, von dem er auch wenigstens ein wenig Ahnung hat. Dennn sonst bekommt der arme Kerl doch wieder Komplexe und läuft euch davon.

Ladys: Wenn ihr einen Mann schnell los werden wollt, erzählt ihm, dass ihr euch sehr für Quantenphysik begeistert, glaubt mir.  😉

„Sie sollte ihr eigenes Leben haben und sich nicht über die Partnerschaft definieren!“

Viele Frauen sind sehr selbstständig, haben ihren Freundeskreis und müssen nicht jeden Tag mit ihrem Partner verbringen. Viele Frauen werden dann aber auch von ihren Freunden regelrecht gestalkt (SMS, Anrufe, WahtsApp), wenn sie mal ohne diese raus gehen. Und ja, viele Frauen sind deswegen sehr genervt.

„Sie sollte mich umsorgen und pflegen wenn ich krank bin!“

Sterbende, oh sry, kranke Männer sind wie sterbende Schwäne, und das fängt schon bei einer harmlosen Erkältung an. Und wenn man sich dann um sie kümmert, dann darf das eine gewisse Grenze nicht überschreiten, sonst erinnert man ihn an seine Mutter und das ist nicht sexy. No, no no! Aber kochen, ja kochen soll sie am liebsten wie seine geliebte Nonna!

„Sexy, sie muss einfach sexy sein!“

„Aber nur für mich zuhause, in den eigenen vier Wänden…“ wird sich so mancher denken. Denn viele ertragen es nicht, wenn auch andere Männer seine sexy Begleiterin begutachten oder sie mit Komplimenten überschütten, wenn er sich weg dreht.

 

Und es könnte ewig so weiter gehen…

Das soll nicht heissen, dass alle Männer so sind.  Ich wollte euch nur mal vor Augen führen, dass es auch sehr, sehr viele Männer gibt, die nicht wissen was sie wollen. Oder wenn sie es dann haben, wollen sie es dann doch nicht haben…

Also seid vorsichtig mit euren Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen!

 

Schönes Wochenende,

 

Paula