Kinder? Nein Danke. Der argumentative Kampf aus Sicht eines Mannes.

GASTBEITRAG

Wenn es um die Frage “Kinder – Ja oder Nein” geht liest man ĂŒberwiegend nur von Frauen und Ihrem gegenseitigen Kampf. Und das ist auch okay so, schließlich sind es Frauen, welche dieses Thema am meisten betrifft – Physisch und Psychisch.

Doch auch als Mann mit Anfang 30 geht mir diese Diskussion, mit welcher auch ich stÀndig konfrontiert werde, ziemlich auf die Nerven.

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“Normal is an illusion. What is normal for the spider is chaos for the fly.” ― Charles Addams

Wann habt ihr etwas zum ersten Mal getan? Ich erst vor zwei Tagen. Da habe ich das erste Mal in meinem ersten, eigenen Ohrensessel platz genommen und ein Buch gelesen.

Ein eBook ĂŒber Sex. Vorher sass ich das erste Mal in der UniversitĂ€t ZĂŒrich und hab mir einen Vortrag ĂŒber den Mythos der Monogamie angehört. Auch zum ersten Mal. Sonst gehe ich nur auf öffentliche VortrĂ€ge und Symposien zu Astrophysik in die Uni, aber das mal war es anders. Das Publikum war sehr viel jĂŒnger und das Thema war prickelnder.

„Dieses Buch stellt so ziemlich alles infrage, was wir bislang ĂŒber Partnerschaft, Ehe und Gesellschaft geglaubt haben. Die beiden Autoren untersuchen die prĂ€historischen Wurzeln der menschlichen SexualitĂ€t und hinterfragen, welches Sexual- und Paarungsverhalten das natĂŒrliche ist. Die Veranlagung zur Monogamie, die Darwin und nach ihm viele Evolutionsbiologen konstatierten, ist eine krasse Fehlinterpretation. Die Autoren greifen die Wurzeln unseres VerstĂ€ndnisses von Ehe, Partnerschaft und Gesellschaft an und argumentieren damit gegen eine ganze Zunft, die Monogamie als genetische anthropologische Konstante betrachtet.

StĂŒtzt sich auf Forschungsergebnisse aus der Anthropologie, Primatologie, Physiologie und Vorgeschichte

Quelle& Buch

Alleine, unterwegs in Marokko

In neun Tagen breche ich ausserdem auf, in mein erstes Abenteuer auf einem anderen Kontinent.  Es geht ĂŒber einen kurzen Aufenthalt in Barcelona nach Marrakesch fĂŒr ein paar Tage,  von da weiter das Umland bestaunen, auf dem RĂŒcken eines Kamels in die WĂŒste, wo ich auch nĂ€chtigen werde, (endlich 1000&1 Sterne sehen und die Milchstrasse!) und meine kleinen FĂŒsse in den heissen Sand der Sahara tauchen werde.

Dann, nach einer kurzen Erholungsphase in Marakesch, weiter in die blaue Stadt, Chefchaouen, in der NÀhe des Rifgebriges. Und von da einmal quer durch das Land, auf eigene Faust, bis Mirleft, ein vertrÀumtes Dorf, wo ich ein Zimmer direkt am Strand, ein paar Meter weit vom Atlantik, gebucht habe.

Dort ist dann surfen angesagt, lesen, schreiben, die Seele baumeln lassen, bis es dann ĂŒber einen kurzen 24 Stunden Stopp in Agadir und BrĂŒssel zurĂŒck nach ZĂŒrich geht. Ich habe mir vorgenommen in der Zeit ein Tagebuch zu schreiben, denn der Mac bleibt zuhause. Internet Detox. Schliesslich gibt es in Marokko genug zum Entdecken und der Mac wĂŒrde mich nur unnötig belasten. Zwei Tage spĂ€ter sehe ich ein spannendes TheaterstĂŒck von Serdar Somuncu in Konstanz. das vorher schon heiss diskutiert wird.

Genau eine Woche danach erfĂŒllt sich ein weiterer riesiger Traum. Ich sehe / höre dann zum ersten Mal meinen LieblingskĂŒnstler Olafur Arnalds in einer meiner LieblingsstĂ€dte, Paris! Also ja, ganz ganz gaaaanz viele Dinge, die zum ersten Mal passieren und ich habe eine RIESIGE, UNGLAUBLICHE Vorfreude.

 

“Normal is an illusion. What is normal for the spider is chaos for the fly.”

Charles Addams

 

Was fĂŒr den einen oder anderen nach purem Stress klingt, ist fĂŒr mich das Leben, das ich mir immer ertrĂ€umt und erhofft hatte. Reisen, fremde Kulturen erleben, das Leben geniessen, gutes Essen, Abenteuer, neue Bekanntschaften und neue EindrĂŒcke, sich durch Zeit und Raum treiben lassen. Ich kann mein GlĂŒck gar nicht in Worte fassen.

Ich bin nicht ruhelos, denn das denken die meisten, wenn ich ihnen von meinem bewegten Leben erzÀhle, noch bin ich auf der Suche. Ich ruhe in mir selber, ich habe mich schon lang gefunden. Aber ich bin hungrig, hungrig nach dem Leben. Nach allem was es zu bieten hat.

Ich sollte mal ein „normales“ Leben fĂŒhren, hat man mir immer wieder gesagt. Sesshaft werden, eine Beziehung anfangen, denn „so“ wie ich nun lebe, das kann doch auf Dauer nicht glĂŒcklich machen. Ich weiss, ich muss mich nicht erklĂ€ren. Doch ich bin glĂŒcklich, denn das Leben, das ich nun fĂŒhre, ist fĂŒr mich normal.

Das Leben ist schliesslich keine Einkaufsliste, die man abhacken muss;

  • Studium
  • Eigenheim
  • Kind
  • Mann
  • Erfolgreich sein im Job
  • Auto

sondern eine Individuelle Reise. FĂŒr mich steht glĂŒcklich sein an oberster Stelle. Sorry, I am not sorry at all.

Erfolg sieht fĂŒr jeden Menschen anders aus

 

Ich bin in meinen Augen erfolgreich.

  • Ich bin gesund
  • Ich lebe authentisch und glĂŒcklich
  • Ich habe eine hohe Resilienz entwickelt
  • Ich habe die Möglichkeit mir meine TrĂ€ume zu erfĂŒllen &
  • viele Dinge zum ersten Mal zu erleben
  • Ich helfe ein paar Menschen mit meinen Texten und allem dem was ich mache um mir Ausdruck zu verliehen, mit meiner Entfaltung
  • Meine Arbeit ist sinnvoll
  • Ich habe Frieden geschlossen mit mir selber
  • Ich habe mit meiner schrecklichen Vergangenheit abgeschlossen
  • Ich habe einen sehr guten Schlaf, der in ein paar Sekunden eintritt, wenn ich mich abends hinlege
  • Ich habe flexible, vielseitige PlĂ€ne fĂŒr mein Leben
  • Ich habe Zeit, um meine Interessen zu verfolgen
  • Ich kann im Moment leben
  • Ich hasse niemanden, hege keinen Groll gegen irgendwen
  • Ich habe tolle Freunde, und Bekanntschaften, weltweit
  • Ich habe tolle Leser, die mir Halt geben
  • Und vor allem, lebe ich mein Leben fĂŒr mich, nicht fĂŒr andere

 

Wenn das mal nicht ErfĂŒllung ist und ein glĂŒckliches Leben, dann weiss ich auch nicht.

Trau dich, trau dich das Leben leben, das DU willst, nicht eins, das die anderen von dir erwarten. Am Ende des Tages, wenn das Licht ausgeht, dein Lebenslicht erlischt, möchtest du nicht da liegen und dir denken: «Ach, ich hÀtte gern dieses und jenes noch gemacht, aber wegen diesem und jenem habe ich mich nicht getraut!» oder?

FĂŒr die einen sind Kinder die ErfĂŒllung, fĂŒr die anderen nicht. Andere fĂŒhlen sich in Beziehungen wohl, andere nicht. FĂŒr die einen ist Zeit wichtig, fĂŒr die anderen Geld. GlĂŒck hat viele Gesichter. Wer hat ausserdem irgendwann mal bestimmt, was es braucht fĂŒr alle, um ein glĂŒckliches, erfĂŒlltes Leben zu haben? Eben. Lasst uns doch einfach mal aufhören das Leben von anderen abzuwerten, oder ihnen unsere Vorstellung von einem erfĂŒllten Leben aufdrĂŒcken zu wollen. Es gibt nicht nur einen, „richtigen“ Weg, um glĂŒcklich zu sein. Sondern viele, sehr sehr viele.

Ich hoffe ihr habt auch ein entspanntes Wochenende!

 

❤ Paula

Diesen Beitrag möchte ich meiner langjĂ€hrigen, guten Freundin widmen, Alexandra. ❤ Freundschaft ist, sich jahrelang nicht sehen, aber wenn man sich wieder hört, ist es so, als hĂ€tte man sich erst gestern verabschiedet.

P.s: Ja, mir geht es wieder viel besser. Die Macht, sie kehrte zu mir zurĂŒck!