Lockdown – Corona als Chance

Am 11 Mai sollen die Schulen nun langsam wieder ihre Tore öffnen, viele Eltern atmen nun erleichtert auf. Denn so einfach Kind, Beruf, Familie, Haushalt und das eigene restliche (gerade gegen 0 existente) privat Leben auf die Reihe zu bekommen erwies sich als fast unlösbare Aufgabe. Doch haben die Eltern auch was daraus gelernt? Hat die Politik daraus gelernt und wie wird sie handeln?

 

Wie es vorher lief

Ich erinnere mich an Lehrerinnen, die von Eltern zur Schnecke gemacht wurden, weil ihre Kinder schlechte Noten nachhause brachten. Die schuldigen waren natĂŒrlich die Lehrerinnen. Ich erlebe auch oft als Erzieherin, dass die Eltern uns die Schuld geben, wenn das Kind nicht die von den Eltern gewĂŒnschte „Leistung“ erbringt.

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KindheitstrĂ€ume – Mein Leben ohne Kindheit

Die Termine mit dem WDR  und dem SRF rĂŒcken immer nĂ€her und ich habe mir die letzten Tage viele Gedanken gemacht ĂŒber meine Kindheit. Viele Bilder und Emotionen wurden wieder sehr lebendig. Gute und weniger gute Erinnerungen kamen wieder ans Licht, Sachen die lange vergessen schienen. Darauf hin entdeckte ich einen ganz tollen Blog, der sich mit KindheitstrĂ€umen beschĂ€ftigt. Und so fing ich an, ĂŒber meine TrĂ€ume als Kind zu sinnieren. Heute, möchte ich sie mit euch teilen, denn jeder Kindheitstraum ist anders. Ähneln sich KindheitstrĂ€ume? Was hattet ihr fĂŒr TrĂ€ume? Und sind sie in ErfĂŒllung gegangen? Was fĂŒr TrĂ€ume haben Kinder aus schwierigen FamilienverhĂ€ltnissen?

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FĂŒr eure Komplexe kann ich nichts!

Ich hatte am Wochenende eine ziemlich interessante Unterhaltung die mich bis heute nicht los lĂ€sst. Wir waren in einem Club und redeten bisschen ĂŒber die Leute, ĂŒber den Blog und auch ĂŒber meinen Internetauftritt. Dass den nicht jeder dufte findet, ist ok, ich mag auch nicht jeden. Doch es liess mich nicht los, was er es gesagte und wie. „Wenn du nur anders sein wĂŒrdest, könntest du die Leute auch von deiner Meinung ĂŒberzeugen!“ Ich? Andere von meiner Meinung ĂŒberzeugen?

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Was man so nicht sagen darf – Kleine, freche HĂ€ppchen

Hoooray! Ferien! Ja, schon wieder….Und da den meisten von uns eh schon besonders heiss ist, möchte ich euch nicht zuviel zumuten, deswegen serviere ich euch heute kleinere HĂ€ppchen als sonst. Los gehts!

Im Restaurant

19:00 Uhr abends, ich betrete alleine ein Restaurant und warte auf den Kellner der mich zu meinem Tisch bringen soll. Freundlich begrĂŒsst er mich: „Guten Abend, Sie hĂ€tten gern ein Tisch fĂŒr zwei?“ „Oh!“ antwortete ich ĂŒberrascht, „Sie können mein Ego sehen? Dann ist Ihnen auch bestimmt nicht entgangen, dass es sehr gross ist. Wir brauchen mindestens einen Tisch fĂŒr vier!“ Wortlos drehte er sich um, ich folgte ihm unauffĂ€llig zu meinem Tisch.

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Ab wann genau ist man erwachsen?

„Also deine neuen goldenen Sneakers sind ja toll, aber fĂŒr mich wĂ€re das nichts, dafĂŒr bin ich schon zu alt!“ Ich staunte nicht schlecht, als ich auf Facebook diesen Kommentar zu meinen neuen Schuhen bekam. Zu alt? FĂŒr Schuhe? Ich weiss nicht. Gibt es ein Alter fĂŒr goldene Schuhe? Oder fĂŒr Birkenstockschuhe? FĂŒr High Heels, evtl. ein bestimmtes Mindestalter der Fuss Gesundheit zuliebe, das lasse ich mir ja noch eingehen.

Kann man fĂŒr etwas zu alt sein?

„Werde doch endlich mal erwachsen!“ diesen Satz kenne nicht nur ich, sondern auch einige von euch. Doch was genau bedeutet erwachsen sein? Ist man mit ErfĂŒllung der VolljĂ€hrigkeit erwachsen? Oder hĂ€ngt das von anderen Faktoren ab? Und warum ist erwachsen sein immer noch so negativ behaftet? Gibt es denn was schöneres, endlich das tun zu können was man will? Freiheit bringt immer Verantwortung mit sich, doch ist das nicht ein kleiner Preis den man dafĂŒr zahlt? Man wollte doch immer seine eigenen Entscheidungen treffen, ohne Bevormundung, oder etwa nicht?

Ich weiss ja nicht wie es euch geht, aber ich habe mich mit achtzehn super erwachsen gefĂŒhlt. Erste eigene Wohnung, erste eigen getroffene Entscheidungen. Irgendwie erwachsener als jetzt mit Anfang dreissig. Denn immer öfter muss ich mir anhören, dass ich mich altersentsprechend benehmen sollte. Ja, aber wie denn? Was heisst hier altersentsprechend?

Erwachsen bedeutet fĂŒr mich: Auf eigenen Beinen stehen, beruflich und privat, Verantwortung fĂŒr mein Handeln zu ĂŒbernehmen und in einem gewissen Mass zur Selbstreflexion fĂ€hig zu sein. Mich selber kennen, mich annehmen und akzeptieren mit allem Drum und Dran. Dinge beim Namen nennen die mich stören. Konflikt- und KritikfĂ€hig sein. Das bin ich, mal mehr Mal weniger. Nobody is perfect, right?

Also, nach meiner Auslegung zu dem Thema, sind so ca. 80% der Menschen ĂŒber dreissig Jahren noch nicht erwachsen. Viele sind abhĂ€ngig vom Partner, Eltern oder ĂŒbernehmen keine Verantwortung fĂŒr ihre Taten (die anderen tragen immer die Schuld) oder ihnen fehlt gĂ€nzlich die Gabe der Reflektion. Manche stehen auch noch mit ihren Beinen bei Mutti in der Wohnung statt in ihren eigenen vier WĂ€nden. Ja WG zĂ€hlt auch als SelbststĂ€ndigkeit meine lieben. KritikfĂ€hig sind manche mit fĂŒnfzig noch nicht und KonfliktbewĂ€ltigungskompetenzen vermisse ich bei den meisten bis ins hohe Alter. Denn meist wird nach schuldigen gesucht, statt nach Lösungen.

Als ich mal Besuch hatte vor ein paar Tagen musste ich mir anhören: „Dein Zimmer sieht aus, wie das Zimmer von einem pubertierendem MĂ€dchen.“ Man muss dazu sagen, in meinem Zimmer hĂ€ngen viele bunte Bilderrahmen mit unterschiedlichen Bildern. Ein paar selbst gemalte, ein paar Collagen, ich habe ausserdem ein Einhorn- und ein glitzerndes Zitronen KostĂŒm an meiner Kleiderstange hĂ€ngen. Die Möbel, die BettwĂ€sche und die WĂ€nde sind weiss, doch der Rest ist einfach bunt mit System. Der grosse Spiegel mit Sternen Leds dekoriert. Macht mich also all die Farbe zu einem Pubertierenden MĂ€dchen? Habe ich als ĂŒber dreißigjĂ€hrige mein Recht auf Farbe und KreativitĂ€t in meinem Leben verspielt? FĂ€ngt ab dreissig Jahren die Zeit der gedeckten Farben an? Und wieso zum Teufel hat mir das noch keiner gesagt?

Was bedeutet also erwachsen sein?

Eigenheim, Hund, Mann? Eine steile Karriere? Ein Bausparvertrag? Braucht man gar ein Kind um zu zeigen, dass man erwachsen ist und Verantwortung ĂŒbernehmen kann? Oder ein Auto? Einen dicken Gehaltscheck? Den grĂŒnen Daumen? 80% Fremdwörter im Vokabular?

Warum interessiert es uns auch, was andere von uns denken?

„Also Blumen im Haar finde ich Klasse, an Dir oder meiner Tochter, ich wĂŒrde mich das nicht trauen!“ Ähhmmm, warum? Weil irgendwer Dich fĂŒr komisch halten könnte? Weil Du Dich von der Masse abheben könntest? Weil Du herausstechen könntest aus dem ganzen Grau? Weil es Dich wirklich juckt was andere von Dir denken? Wer sind die anderen, dass sie sich ein Urteil ĂŒber Dich bilden können?

Vor ein paar Jahren an der Street Parade, Sonntagmorgens: „Sag mal Paula, findest Du nicht langsam Du bist zu alt fĂŒr all das? Möchtest Du nicht langsam an eine Beziehung denken? Du wirst ja auch nicht jĂŒnger!“ So so, die Partyzeit scheint auch vorbei zu sein, wenn man also auf die dreissig zugeht, wenn es nach einigen von euch geht. WĂŒrdet ihr euch das auch trauen, Komet Bernhard oder GĂŒnther Krabbenhöft an den Kopf zu werfen? Und ist man ab dreissig Jahren schwerer vermittelbar nur weil der Busen und der Po nicht mehr so straff ist wie einst? Will jede Frau unbedingt auf Teufel komm raus einen Partner? Und muss ich als Frau diesen AnsprĂŒchen der Gesellschaft entsprechen um als Erwachsene zu gelten?

Ihr liebt Blumen? Tragt sie im Haar, als Print, wo auch immer. Ihr liebt Party und seid ĂŒber dreissig? Ihr liebt Farben? Geniesst es, das Leben ist kurz. Geniesst euch und eure Vorlieben, egal wie alt ihr seid. Nirgendswo steht geschrieben, was zu welchem Alter gehört. Oder was sich nicht gehört. Wir leben nicht mehr das Leben wie sie unsere Vorfahren gelebt haben. MĂŒssen wir auch nicht. Niemand hat das Recht ĂŒber euch zu urteilen, nur weil ihr nicht in ihr Weltbild passt. Es sind wir Menschen die diese Grenzen erschaffen in unserem Köpfen, wie Dinge zu sein haben. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, jeder sollte so leben und sich ausdrĂŒcken dĂŒrfen wie es ihm beliebt ohne Angst vor Verurteilung.

Dieser Beitrag erscheint auch auf Ron Orp ZĂŒrich, Huffington Post Deutschland und City Channel 1.