Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern – Let`s break the silence!

Ich habe letztes Jahr einen Beitrag geschrieben ĂŒber den Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern. Dieser fand so viele RĂŒckmeldungen, auch heute noch, dass ich mich entschloss erneut darĂŒber zu schreiben. Es ist wieder Weihnachten und ich bin alleine in Polen. Es ist bezaubernd hier, zusĂ€tzlich konnte ich noch einen Abstecher nach Riga machen an Heiligabend. Einfach traumhaft und unverhofft (kommt gerade oft!) Nun ja, viele haben mich dann gefragt, ob es nicht doof sei so ohne Familie. Nein, ganz und gar nicht, ich bin sehr glĂŒcklich, ausgeglichen…nun ja, all das wozu manche eben andere Leute brauchen.

Sie kennen meine Familie nicht, sonst hĂ€tten sie sich die Frage erspart. Mein Vater ist (?) schwerer Alkoholiker, meine Mutter eine „Ewigunzufriedene“ der nichts nur annĂ€hernd gut genug ist. Doch ich habe eine Entscheidung getroffen mit dem Kontaktabbruch zu beiden. Eine Entscheidung fĂŒr mein Leben, fĂŒr ein glĂŒckliches Leben. Ohne das Drama der Vergangenheit. Ohne mich in der Opferhaltung zu suhlen. Ich habe das ĂŒberstanden was mir zugefĂŒgt wurde, ich habe verziehen. Heute bin ich glĂŒcklicher als ich es jemals war. Und habe nie SchuldgefĂŒhle, warum auch? Weil ich mich selber achte und respektiere. Und ich niemanden dulde in meiner NĂ€he der das nicht tut. Dieser zweite Artikel soll anderen helfen fĂŒr sich einen Weg zu finden, soll Mut machen und mit dem Vorurteil aufrĂ€umen, dass es da draussen Kinder gibt die eines morgens aufwachen und aus dem nichts beschliessen den Kontakt zu ihren Eltern abzubrechen.

Ich bin nicht alleine

Ich habe seit letztem Jahr viele Zusendungen erhalten, was den letzten Artikel betrifft. „Wir“ sind leider viele. Die meisten fragten ob ich einen Rat habe, ihnen irgendwie den Schritt erleichtern könnte und wie meine Erfahrungen waren. Viele, auch heute wieder, waren erleichtert zu lesen, dass sie nicht alleine sind mit diesem „Problem“ ĂŒber was man so selten spricht. Ich werde heute versuchen zu erklĂ€ren was es mir so „einfach“ gemacht hat diesen endgĂŒltigen Schritt zu gehen.

Auch angeregt wurde dieser Artikel von einem anderen Artikel ĂŒber eine Mutter, die sich einfach nicht erklĂ€ren kann wie ihr Kind einfach so mal den Kontakt abgebrochen hatte. Einfach so von heute auf morgen…schon alleine, wenn ich das lese könnte ich vor Wut durch die Decke gehen. Die Dame hat nun sogar einen Verein gegrĂŒndet und ein Buch darĂŒber geschrieben. (Es grĂŒsst herzlich: Die Opferhaltung!) Denn „einfach so“ passiert das nie. Man probiert Jahrelang gesehen zu werden, ernstgenommen zu werden, verstanden zu werden, faule Kompromisse werden geschlossen, nur um es den Eltern „recht zu machen:“ Einigen ist aber nichts rechtens genug. Statt sich mit anderen Eltern zusammen zu tun denen es genau so ging, sollten sie lieber alle gemeinsam in eine Gruppentherapie – „Richtig reflektieren und Wahrnehmungstraining“ oder „Meine Fehler in der Erziehung und ihre Konsequenzen.“

Keine Geduld, keine Kraft und keine Nerven mehr!

FĂŒr mich war es ausschlaggebend, dass ich einfach keine Geduld und keine Kraft mehr hatte mich mit meiner Mutter im Kreise zu drehen. Zu meinem Vater kappte der Kontakt schon als ich 17 / 18 Jahre alt war, da er sich fĂŒr den Alkohol entschied und ich das respektierte. Aber ich konnte mir das nicht mehr lĂ€nger mit ansehen und mich runter ziehen lassen. Aber zurĂŒck zu meiner Mutter. Wir gingen 2. Schritte vor…20. zurĂŒck, so ging das nach meinem Auszug ungefĂ€hr 13. Jahre. Bis ich vor 3. Jahren mich endgĂŒltig verabschiedete. Selbst meine Therapeutin riet mir dazu. Denn es zog mich jedes mal mehr und mehr runter. Und ich war es leid mich nach jedem Besuch bei ihr Tagelang zu Hause einzusperren oder angeschlagen durchs Leben zu laufen. Wozu?

Irgendwann sah ich keinen Grund mehr den Kontakt aufrecht zu erhalten

Warum auch? Es gab keinen logischen Grund. Nur weil sie meine Mutter war? Nun ja, jemand der sein Kind körperlich und seelisch misshandelt…fĂŒr mich war das keine „Mutter“ im klassischen Sinn. FĂŒr mich war sie eine Art Monster, deren Stimmungsschwankungen so unberechenbar waren wie das Wetter im April. Ich hatte jahrelang noch AlptrĂ€ume von den „Szenen“ die sie mir machte, wie sie mir ein Radio hinterher warf im Affekt, weil ich 2.Minuten zu spĂ€t war, oder mich anschrie vor all meinen Freunden, mitten in der Stadt. Glaub die Krönung war, als sie dachte ich wĂŒrde ihr denn Mann ausspannen wollen, weil wir uns gut verstanden. Weil wir eine Gemeinsamkeit hatten – das Schreiben. HĂ€tte sie ihre Tochter gekannt, wĂŒrde sie wissen, dass ihre Tochter  nicht so auf Ă€ltere MĂ€nner abfĂ€hrt, so ganz und gar nicht. Ausserdem war dieser Mann mir mehr Vater, als mein leiblicher Vater.  Die Geschichten liessen sich hier zu einem Buch, dicker als die „Herr der Ringe“ Trilogie fortfĂŒhren. Ich zog dann endlich aus mit 17 Jahren. (Nach 2. Jahren erfolglosen Vermittlungsversuchen vom Jugendamt mit einer SozialpĂ€dagogin die jede Woche zu uns nach Hause kam, nach unzĂ€hligen Besuchen der Polizei bei uns zu Hause, denn die musste nach den AusbrĂŒchen meiner Mutter öfter antanzen als ihr lieb war. Ich lief auch ein paar mal von zu Hause weg, wenn es wieder ganz schlimm wurde.)

Und ich probierte es weiter mit ihr. Trotz allem. Immer und immer und immer und immer wieder. Nur gebracht hat es nichts. Es war Zeitverschwendung. Ich hĂ€tte mir den Kopf lieber gegen die Wand schlagen sollen…hĂ€tte genau so viel Sinn gemacht. NĂ€mlich keinen. Null. Nada.

Knapp zwei Wochen wie gelÀhmt im Bett

Glaub seinen Höhepunkt erreicht das ganze Leiden der ganzen Jahre in den Sommerferien, als ich sie an ihrem Geburtstag besuchte, und nur 2. Tage spĂ€ter zurĂŒck kam um dann 1.5. Wochen in meinem abgedunkelten Zimmer im Bett zu liegen. Sie machte mich fertig wegen 2. Eiern die in einen Teig rein sollten. Sie las vor, ich fĂŒhrte aus, wir wollten mal backen. Wie normale Leute. Ich fragte noch: „Sollen die Eier getrennt werden oder kommen die ganz rein?“ „Ganz rein!“ Gesagt getan…nur um mir dann ein paar Sekunden spĂ€ter anzuhören: „Die sollten doch getrennt werden, nie kannst du was richtig machen!“ Ich versuchte die Situation zu entschĂ€rfen, es sei doch nur ein Teig, wir machen einen neuen, alles easy. Aber es ging nicht, sie kam voll in Fahrt, VorwĂŒrfe und Mist der letzten Jahrzehnte flogen mir nur so förmlich um die Ohren. Geschichten die ich lĂ€ngst vergessen hatte wurden ausgepackt, ich sei ja immer schon zu nichts zu gebrauchen gewesen und ĂŒberhaupt. Wie ein kochender Dampfkochtopf der kurz vor dem explodieren steht, stand sie vor mir und schrie mich an. Ich schrie irgendwann zurĂŒck, packte meine Sachen unglĂ€ubig, dass sie wegen 2. Eiern so eskaliert, und ging. Das war so typisch. Sie flippte aus…ich versuchte sie zu beruhigen, was nie gelang, dann flippte ich irgendwann aus und fuhr wieder heim. So ging das Jahr ein, Jahr aus. Knapp 13 Jahre lang. Bis vor 3. Jahren.

Ich war halt einfach ein schlimmes Kind – so entschuldigt man den Missbrauch

Danach besuchte ich sie nur noch einmal, schlief aber in einem Hotel, was sie sehr erschĂŒtterte. Ich meine wirklich? Nach all den letzten Jahren wunderte man sich wirklich? Hallo „Opferhaltung!“ Klar war mir der Titel „Schlechteste Tochter des Jahres“ wieder sicher. Dass es GrĂŒnde wie diesen und andere gab dafĂŒr, wollte man nicht sehen: Sie kam das letze mal auch einfach so ins Bad geplatzt als ich dort lĂ€nger verweilte, beim abschminken. „Was machst du da so lange?“ fauchte sie mich an. Ich stand vor dem Spiegel und schminkte mich ab, dabei hörte ich Musik aus meinem iPhone, wie so oft…Wie dumm ich drein geschaut habe, konnte ich im Spiegel sehen…“Ich feiere hier eine wilde Drogenorgie Mutter, mit vielen MĂ€nnern. Willst du nicht mitmachen? fragte ich sie schnippisch und verliess das Badezimmer. Ich sprach kein Wort mit ihr an dem Abend. Was sollte das denn bitte? DafĂŒr schwieg sie mich am nĂ€chsten Tag an, ich fuhr wieder ab.

Ab und an versuchte ich mit ihr die Vergangenheit zu bewĂ€ltigen. Das war das was ich immer hörte: „Du warst ein schlimmes Kind, warte ab bis du Mal Kinder hast, ich wĂŒnsche dir, dass deine Kinder werden so wie du!“ Klar, wie immer sind die anderen Schuld, vor allem ich. War ich doch auch das einzige Kind weltweit, dass sich selber auf die Welt gebracht hat. Meine Eltern wurden nĂ€mlich nie mĂŒde mir zu sagen, dass es ihnen ohne mich besser ergangen wĂ€re im Leben. Ich hatte eh immer Schuld an allem. Und ich war ein schlimmes Kind. Noch Fragen?

 

„Sie mĂŒssen sich selber die Mutter sein, die sie nie hatten. Sie mĂŒssen sich selber trösten, sich lieben, auf sich achten und respektieren!“

Das sagte meine Therapeutin damals zu mir. Und es half. Denn ich musste einfach einsehen: Wenn ich meinen Seelenfrieden wollte, musste ich den Kontakt kappen. Und ihr verzeihen. Nicht um ihretwillen. Sondern fĂŒr meinen Seelenfrieden. Ich wollte ihr absolut keine Macht mehr ĂŒber mich geben. Ich wollte  nur noch abschliessen und ein glĂŒckliches Leben haben.

Und ĂŒberhaupt: Nichts wird gut genug sein, nichts wird so sein wie ich es als Tochter gerne hĂ€tte, ich jagte einer Illusion hinterher. Auch, weil es die Gesellschaft von mir forderte. Und auch, weil ich meinen Freunden und Bekannten nie, wirklich nie erzĂ€hlte was man zu Hause mit mir machte oder gemacht hat. „Es geht niemanden was an, was in unserer Familie passiert!“ brannte sich tief ein in meine Seele. Ich brauchte ganz lange um mich davon zu lösen. Doch teilweise schĂ€me ich mich heute immer noch fĂŒr das was ich durchleben musste. Völlig zu unrecht.

Und ich stellte fest mit dem ersten Beitrag

Ich bin nicht alleine. Da draussen gibt es ganz viele erwachsene MĂ€nner und Frauen denen es genauso geht. Die auch die Hölle auf Erden durch lebt haben, an einem Ort der einem Sicherheit, Liebe und Geborgenheit geben sollte. Erwachsene die nicht den Mut finden ihren Eltern ihre Grenzen aufzuzeigen. Die sich nicht trauen der Gesellschaft und ihren AnsprĂŒchen einen dicken Mittelfinger zu zeigen. Die SchuldgefĂŒhle haben, die sich verantwortlich fĂŒhlen fĂŒr das GlĂŒck ihrer Eltern.

Ich habe eine klare Botschaft fĂŒr euch: Fangt an, euch als wertvolle Menschen zu sehen! Ihr seid liebenswert, besonders und vor allem: Ihr seid stark!
Ihr seid nicht verantwortlich fĂŒr das GlĂŒck eurer Eltern, ihr schuldet ihnen nichts. Ihr schuldet euch selber aber Respekt, Liebe und euren Seelenfrieden.
Ihr schuldet niemanden eine ErklĂ€rung fĂŒr eure Entscheidung. Lasst euch professionell begleiten, wenn ihr es nicht alleine schafft, es ist keine Schande sich Hilfe zu holen.
Es ist euer Leben. Ihr seid dafĂŒr verantwortlich! Und manchmal muss man sich schĂŒtzen um nicht daran zu Grunde zu gehen. Fangt an euch selber zu lieben und setzt euch niemanden aus, der euch fertig macht, euch nicht respektiert oder euch gequĂ€lt hat.
Man rÀt ja auch niemanden sich seinem Peiniger zu stellen, und ihn gern zu haben, nach dem man ihm entkommen ist, oder?

An die Gesellschaft

Hört auf die armen, so armen Eltern solcher Kinder zu bemitleiden und die Kinder zu verurteilen. Die Eltern wollen es nicht zugeben was sie falsch gemacht haben. Oder sehen nicht wo das Problem lag. Und da lag sicher ein Problem vor, niemand der eine liebevolle, „normale“  Kindheit hatte verhĂ€lt sich so. Nach knapp ĂŒber 15. Jahren mit Kindern und Erwachsenen im Beruf und auch privat habe ich noch kein Elternteil erlebt, dass zugegeben hat das Kind misshandelt zu haben. Sei es emotional oder körperlich. Aber sich dann als das Opfer hinstellen, wo das Kind „einfach so von heute auf morgen,“ den Kontakt verweigert. Ehrlich? Jeder der sich ein wenig mit Kindern und Bezugspersonen auseinander setzt weiss: Kinder wĂŒrden alles tun um von ihren Eltern geliebt zu werden. Kinder akzeptieren auch vieles von ihren Eltern um geliebt zu werden…FĂŒr die Kinder sind die Eltern das ein und alles, egal was die Eltern anstellen. Sich dann von diesen zu trennen, aus welchen GrĂŒnden auch immer erfordert extrem viel Mut, Zeit und Kraft. Niemand „kĂŒndigt“ einfach mal so ĂŒber Nacht seinen Eltern aus einer Laune heraus. Die Eltern die das behaupten wĂŒrde ich dringend zu einer Therapie raten, damit sie lernen sich und ihr Verhalten zu reflektieren.

 

Zum Titelbild: Das ist das letzte Bild, dass meine Mutter von mir schoss. Ich hatte ihr einen Schneemann im Garten gebaut um sie aufzumuntern. Das Bild trĂŒgt, auch wenn ich lache,  denn sie machte zwar das Bild auf meinen Wunsch hin, schnauzte mich aber im selben Augenblick an wegen des Topfes, den ich ohne ihre Erlaubnis fĂŒr den Schneemann aus dem Schrank nahm.

Danach, packte ich meine Sachen erneut und fuhr zurĂŒck in die Schweiz. Zur Info…meine Mama wohnt 4. Stunden Zugfahrt von mir weiter weg…

Ja, darf man das?

Was wÀre, wenn:

Die besten Freunde lĂŒgen wĂŒrden wie gedruckt?
Man sich nicht auf sie verlassen könnte?
Man immer Schuld ist an jeder Misere trÀgt, nur nicht sie selber?
Man jeden Tag zu hören bekommen wĂŒrde, wie unerwĂŒnscht man ist?
Man keine UnterstĂŒtzung von ihnen erfahren wĂŒrde, sondern nur Kritik?

Und ich meine nicht die Art und Weise von Kritik, die einen vorwÀrtsbringt.

WĂŒrde man sich solchen Menschen aussetzen, freiwillig?

WĂŒrde man Wert legen auf solch eine «Freundschaft»?  Ich glaube wir alle können diese Frage mit einem klaren: «Nein!» beantworten.

Wenn Eltern den Kontakt zu ihren Kindern abbrechen

Ist das immer so eine Sache. Meist muss schon etwas «schlimmes» passiert sein, dass Eltern diesen letzten verzweifelten Schritt gehen. Aber dieser Schritt, wird meist gesellschaftlich akzeptiert und verstanden. Die verstossenen Kinder werden dann gern «Schwarze Schafe» genannt und damit ist das Thema meist vom Tisch.

Gerade zu dieser Zeit, so kurz vor Weihnachten, werde ich oft mit der Frage konfrontiert: «Und, geht’s zur Familie ĂŒber Weihnachten?» «Ja, zu meiner Wahlfamilie!» antworte ich dann oft. Dies löst natĂŒrlich eine Flut an Fragen und besonderem UnverstĂ€ndnis aus. Denn ich gehöre zu den Menschen, die ihren Eltern «gekĂŒndigt» haben. «Ja, darf man das denn?» höre ich einige von euch schon fragen.

Wenn Kinder den Kontakt abbrechen

Werden sie als undankbar bezeichnet und vieles mehr. Man zeigt kein VerstĂ€ndnis, bezichtigt uns des Egoismus und auch sehr oft als herzlos. Und wehe Sie sind Tochter, dann erst recht! Gerade ich, in meinem Beruf (ich arbeite mit Kindern und Erwachsenen) ernte ich meist krĂ€ftiges, abschĂ€tziges KopfschĂŒtteln. Wie oft musste ich mir anhören: «Komm, ruf sie an, es sind deine Eltern, sei nicht so stur
Eines Tages werden sie nicht mehr da sein und dann wirst du es bereuen…Blablabla» und all der gleichen.  Nein, werde ich sicher nicht, ganz ehrlich!

Menschen sind gegen Gewalt an Kindern

Jeglicher Missbrauch ist ihnen zuwider und jeden der ein Kind quĂ€lt, auf welche Art und Weise auch immer, wĂŒrden sie am liebsten auf Lebenszeit einsperren oder gar schlimmeres, da sind wir uns auch alle einig, hmm? Einem wehrlosen, schutzbedĂŒrftigen Kind, dass auf seine Eltern angewiesen ist, keine Liebe oder Geborgenheit und Sicherheit zu geben, es nur bis auf das nötigste zu versorgen und es nur beachten wenn es etwas zum Kritisieren gibt, um es dann körperlich zu zĂŒchtigen, es bricht den meisten schon das Herz wenn sie nur davon lesen, stimmt`s?

Menschen sind auch gegen jegliche bevormundung wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, wie die VolljÀhrigkeit, nicht wahr?

Viele von euch nehmen solche Eltern in Schutz

Denn wenn Kinder, Eltern jeglichen Kontakt verweigern, ist meist wirklich etwas dahinter. In meinem Fall, all das von oben beschriebene. Also warum drĂŒckt man mir und vielen anderen, die sich aus Scham nicht trauen darĂŒber zu sprechen den Stempel der Undankbarkeit gegenĂŒber den Eltern auf? FĂŒr was sollten wir in unserem Fall Dankbar sein?

Warum schĂŒttelt man den Kopf, und zieht die Augenbrauen hoch, wenn wir uns nur schĂŒtzen wollen, nun, da wir selber Erwachsene sind und eine Wahl haben? Denn als Kind hat man keine Wahl, man ist angewiesen auf die Eltern.

Und man kommt auch nicht so einfach aus der Familie raus, im schlimmsten Fall, muss erst etwas passieren, dass die Behörden hellhörig werden. Oder es braucht einen mutigen der das meldet. Doch die meisten sind nicht mutig und sehen weg, auch wenn das UnglĂŒck vor ihren Augen passiert. Wie viele Kinder sind schon in Wohnungen verendet und angeblich hat niemand etwas mitbekommen? Wie viele Kinder werden in der Öffentlichkeit geohrfeigt und niemand schreitet ein?

Man sieht weg, es ist ja nicht das eigene Kind, nicht das eigene Problem, warum sich also mit sowas unnötig belasten?

Aber wenn man dann als erwachsene Frau / Mann sagt: «Ich habe den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen!» Da fĂŒhlen sich plötzlich alle eingeladen ihren abschĂ€tzigen Senf dazu zugeben, vor allem zu verurteilen, sich einzumischen, obwohl sie niemand darum gebeten hat. Denn nicht jeder mag dann ausfĂŒhrlich erzĂ€hlen warum wieso und weshalb es so weit kam.

Viele sagen auch aus den besagten GrĂŒnden einfach, dass ihre Eltern verstorben sind. Denn glaubt mir, diese Entscheidung trifft man nicht von heute auf morgen. Es ist ein langjĂ€hriger Prozess in der Hoffnung, dass eines Tages, die Eltern ihre Fehler erkennen, das Kind als solches erkennen, mit seinen BedĂŒrfnissen, WĂŒnschen, Ängsten.

Mit dem vergangenen abschliessen

Dass sie eines Tages anfangen Liebe zu zeigen, anstatt ihren Frust an ihren Kindern auszulassen. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr stirbt die Hoffnung und man stellt fest, dass man sich das nicht antun braucht. Warum auch? Warum sollte sich jemand freiwillig niedermachen lassen wollen? Also trennt man sich und hat seine Ruhe. Die meisten brauchen eine Therapie, um sich von dem Traumata der Kindheit zu erholen, an ihrem Selbstbewusstsein zu arbeiten und um mit der Vergangenheit abzuschliessen.

Es war ein langer Weg auch fĂŒr mich, all das was passiert ist hinter mir zu lassen. Doch ich wollte es immer anders machen, als meine Eltern. Und Menschen, die mich verurteilen, mich als schlechte Tochter hinstellen, die kann ich mittlerweile nur noch belĂ€cheln. Denn wenn sie meine Eltern so bemitleiden, kann ich ihnen gern die Adresse geben, damit sie ihnen einen Besuch abstatten können.

Wenn man sie dann konfrontiert mit der bitteren Wahrheit und dem Grund des Kontaktabbruchs, werden sie meist still und schauen bedrĂŒckt zu Boden. Es ist halt immer einfacher zu urteilen, statt zu hinterfragen.

Warum ich euch das heute erzÀhle?

Weil ich den vielen Menschen, denen es genauso geht Mut machen möchte. Ihr seid keine schlechten Menschen, nur weil ihr euch schĂŒtzt! Denn jeder hat das Recht glĂŒcklich zu sein. Ich möchte auch kein Mitleid, ich möchte einfach nur, weniger verurteilende Worte, weniger Vorurteile, mehr Hinterfragen. Denn glaubt mir, viele von uns hĂ€tten gern ein liebevolles Elternhaus und eine tolle Kindheit gehabt und vor allem: Einen guten Draht, auch als Erwachsene zu den eigenen Eltern!

Missionierende Mamis – so lĂ€stig wie die Zeugen Jehovas

Liebe Mamis 

Wir mĂŒssen reden. Und ich hoffe ihr seid nicht sauer ĂŒber die klaren Worte, die ich fĂŒr einige von euch heute hier finde. Doch es gibt Frauen unter euch, die haben nicht nur die neue Rolle als Mutter eingenommen, sondern gleichzeitig die Rolle der Missionarin. TagtĂ€glich liest man es in der Zeitung, im Internet, hört es an SpielplĂ€tzen, Krippen, Bushaltestellen, im Zug, in der Tram, einfach ĂŒberall. Ihr wollt mal wissen wie sowas aussieht? Seid ihr denn bereit fĂŒr die missionierenden Muttis? There we go: 

https://editionf.com/Bekommt-endlich-Kinder

Hört.Auf.Damit.Bitte! 

Niemand wĂŒrde schliesslich auf die Idee kommen, MĂ€nner so unter Druck zu setzen nur weil sie keine Kinder wollen! Woher nehmen sich solche Frauen das Recht zu beurteilen, ob es fĂŒr Hilde, Petra, Sandra und Nancy oder mich persönlich das grosse GlĂŒck sein wird, so wie sie es fĂŒr sich empfinden? Ich zum Beispiel bin auch immer öfter mit der Frage konfrontiert: „Und, wann ist es bei dir soweit?“ Hmm, lass mal ĂŒberlegen. Ich arbeite seit 2000 mit Kindern, sie sind mein Leben, meine Aufgabe, meine Berufung. Doch in meiner Freizeit, mag ich es gern Kinderfrei. 

Ich mag mich an ein kurzes ChatgesprĂ€ch zu dem Thema „Warum wir keine Kinder wollen“  mit einer Bekannten entsinnen; Ich erzĂ€hlte ihr, wie gern ich Kinder habe, bis 18 Uhr, danach hab ich gern wieder meine Ruhe um Kraft zu tanken, und mich mir selber zuzuwenden und meinen Projekten. Sie erwiderte:“ Ich mag die erst ab 18 Jahren!“ Ich fand das ziemlich lustig, denn es soll tatsĂ€chlich Frauen geben, bei denen schlicht und ergreifend nicht der Mutterinstinkt geweckt wird, wenn sie kleine sĂŒsse, rosige Babys sehen. 

Keine Kinder? Nicht geeignet fĂŒr einen sozialen Beruf mit Kindern  

Viele mögen das nicht verstehen, einige sprachen mir meine Eignung fĂŒr den Beruf ab, wiederrum andere sagten mir: „Warte nur, bis der Richtige kommt!“ Dabei wollte ich nie Kinder. Schon mit 13 Jahren stand das fĂŒr mich fest. Damals hiess es lapidar: „Ach, du bist noch jung, was weisst du schon!“ Ja, anscheinend wusste ich schon in jungen Jahren was ich definitiv nicht wollte. Wenn ich an meine Zukunft dachte, sah ich mich eher in Highheels, Cocktailkleid in einem chicen Restaurant oder im Urlaub, sah ich mich schreiben, reisen, mich verwirklichen, einen grossen Kleiderschrank mit vielen tollen Kleidern drin, glĂŒcklich umgeben von vielen BĂŒchern und ein paar Freunden, doch  nirgendswo waren – ihr habt es erraten- Kinder.  

Liebe Mamis, die ihr von klein auf Mama werden wolltet ab einem bestimmten Zeitpunkt eures Lebens, bitte schĂ€umt jetzt nicht vor Wut und nennt mich Egoistisch. Ich werfe euch dann auch nicht vor, dass einige von euch keine grösseren TrĂ€ume hatten, als Mutter zu werden und eine Familie zu grĂŒnden. 

Auch nun mit 31 Jahren, höre ich diese Uhr, von der alle reden nicht mal im Ansatz ticken. Ja, auch wenn ich mit Kindern arbeite und diese absolut sĂŒssen Geschöpfe vergöttere, wirklich nicht. Und nein, ich bin weder verbittert wegen der MĂ€nnerwelt, obwohl ich das eine Zeitlang durch aus war. Wer kann es mir auch verĂŒbeln, bei den Katastrophen, die ich mir anlachte. Doch, man lebt und man lernt schliesslich immer dazu. Ich habe das andere Geschlecht nicht aufgegeben.  

Nur brauche ich keine „bessere“ HĂ€lfte, weil ich schon ganz bin. Mir fehlt auch nichts zu meinem GlĂŒck, denn ich bin gesund, habe eine tolle WG, tolle Freunde und lebe das Leben, dass ich mir als 13 jĂ€hrige vorgestellt habe. Wer kann das schon von sich behaupten? Nur meine Dates, da lege ich nun einen anderen Fokus, als noch vor einem Jahr, man wird eben doch etwas Erwachsener mit der drei (und einer eins nach der drei) vorne dran und der Typ „Peter Pan“ &  „Bad Boy“ oder „Hip Hopper“  auf den man einst so stand erscheint einem heute nur noch lĂ€cherlich und voller Komplexe. Wenn ich nun jemanden treffe, der mir zusagt und ich mein Herz erneut verliere- gut, wenn nicht – auch gut. 

Ich gönne es euch, euer kleines GlĂŒck, euer kleines Baby, eure Familie. Aber das ist euer Traum vom GlĂŒck, nicht unserer, die wir gewollt Kinderlos bleiben. Warum dieses Missionieren? Wir sind weder egoistisch, noch neurotisch oder narzistisch veranlagt. Wir haben nur andere BedĂŒrfnisse als ihr. Wir akzeptieren euch ja auch, wenn ihr stĂ€ndig nur ĂŒber eure Kinder redet, euch ĂŒber sie definiert und sie zu eurem gesamten Lebensinhalt macht. Whatever! Solange ihr uns nicht belĂ€stigt mit eurem fĂŒr euch perfekten Leben, dass man „nur mit Kindern haben kann“ Geplapper, wie die Zeugen Jehovas, Samstagmorgen um 7 Uhr, Sturm klingelnd an der TĂŒr, als wĂŒrde Jesus, der heilige Geist und Gott persönlich nun genau JETZT emporsteigen. Danke!

Wir brauchen auch euer Mitleid nicht, ehrlich nicht. Wir wollen das bewusst so. Wirklich, wirklich! Grosses Indianerehrenwort! Die Zeit setzte sich mit dem Thema auch auseinander letztes Jahr: 

„Wer Ă€ußert, sich einfach kein Kind zu wĂŒnschen, wird gerne fĂŒr neurotisch erklĂ€rt – meistens als vergnĂŒgungssĂŒchtige Narzisstin. WĂ€hrend Eltern durchaus damit durchkommen, wenn sie ihre Kinder als verlĂ€ngertes Ego betrachten, indem sie stĂ€ndig danach fahnden, welche Talente und FĂ€higkeiten vom Nachwuchs noch gefördert werden sollen. Oder Kinderlose werden umgehend mit Mitleid ĂŒberschĂŒttet, als hĂ€tte es nicht auch mal Zeiten gegeben, in denen sich Menschen noch andere Lebens- und Gemeinschaftsformen als die berĂŒhmte Kleinfamilie mit möglichst hohem Zaun drum herum vorstellen konnten.“ 

Quelle und ganzer Bericht: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-12/kinderlose-toleranz 

GlĂŒck ist vielfĂ€ltig  

Mein Persönliches GlĂŒck besteht aus der UnabhĂ€ngigkeit das tun und lassen zu können was ich möchte. Ich will Kinder um mich herum? Dann arbeite ich mit ihnen. Ich möchte ausschlafen am Wochenende? Dann tue ich das. Ich möchte noch etwas nebenberuflich studieren, ja dann los, niemand der mich aufhĂ€lt! Ich kann in den Urlaub gehen wohin ich will, kann dort tun was ich möchte. Muss mich nach niemanden richten, kann int Theater, in die Oper, ins Kino oder ins Museum, auf Partys und vor allem in Ruhe einkaufen im Supermarkt.  

Kann Symposien besuchen, wann und so viele ich möchte, mich unter meinen BĂŒchern vergraben den ganzen Sonntag und so weiter und so fort. Und wenn ich so richtig, richtig glĂŒcklich sein möchte? Dann bin ich das. GlĂŒcklich sein ist eine Entscheidung die man innerlich trifft. Niemand von aussen sollte dafĂŒr verantwortlich gemacht werden.  

Wenn ich alt bin  

„Und wer kĂŒmmert sich um dich, wenn du alt bist?“ Ist auch immer eine sehr beliebte Frage der missionierenden Muttis. Liebe Mamis, wer kĂŒmmert sich denn um all die Ă€lteren Mitmenschen, die ins Altersheim geschoben werden von ihren eigenen Kindern? Fein, so hĂ€tten wir die Frage, die ihnen so fest unter den NĂ€geln brannte, nun beantwortet. Kinder sind keine Garantie, dass am Lebensabend jemand da ist, der einem die Hand hĂ€lt meine lieben. 

Wie wĂ€re es nun, wenn jeder akzeptiert, dass wir alle verschieden sind?! Und, dass es auch gut so ist. Jeder definiert GlĂŒck anderes und wir hören auf, andere zu verurteilen und den mahnenden Zeigefinger zu heben, nur weil sie nicht so leben, wie wir es gerne hĂ€tten. Oder weil sie so leben, dass es nicht mit unserem Bild von „RealitĂ€t“ ĂŒbereinstimmt. Klingt gut? Ist es auch! 

Kinder kennen keine Vorurteile

Als ich im TV die letzten Wochen öfter MĂŒtter mit Kindern, teilweise noch im Kinderwagen sah, auf Pegida Demos musste ich an eine Aussage denken, dass mal ein Kind geĂ€ussert hatte.

„Stimmt`s, Paula, alle Moslems sind böse!“ Dabei hĂ€tte ich mich fast an meinem Kaffee verschluckt. „Wie kommst du denn darauf?“ „Na ja, in den Nachrichten sah ich dass sie AnschlĂ€ge verĂŒbt haben.“

„Kinder kennen keine Vorurteile“ weiterlesen

Kinder nicht erwĂŒnscht im Wellnesshotel – Diskriminierung?

«Es geht hier gar nicht um Erziehung, sondern um die Anmaßung des Hoteliers, nĂ€mlich eine Menschengruppe zu diskriminieren. Mit Kindern ist ein ungestörter und niveauvoller Aufenthalt also nicht möglich, das wird pauschal so in den Raum gestellt. Aber wo kommen wir hin, wenn wir alle so pauschal denken und handeln wĂŒrden? Bleiben wir beim Hotel: dann lasse ich auch keine Frauen ab GrĂ¶ĂŸe 42 mehr rein, weil die fĂŒr mein Empfinden, zu dick sind und meine Ă€sthetische Wahrnehmung stören. Genauso geistig Behinderte. Ich lasse auch keine tĂ€towierten und gepiercten Menschen rein, weil ich das anstĂ¶ĂŸig finde, weil ich derartige Verzierungen selber nicht habe. Alte kommen auch nicht rein, die könnten sabbern und stinken und inkontinent sein. Intellektuelle lasse ich auch nicht rein, die diskutieren und argumentieren und das stört. Menschen mit anderem Glauben oder sexueller Orientierung…um Gottes Willen, bloß nicht…Da werden meine ethischen GrundsĂ€tze womöglich in Frage gestellt.» 

«Es geht hier nicht Äußerlichkeiten, sondern um Kinder die, wie Kinder es nun mal tun, toben, schreien, springen, spielen usw. Und da dies kein Robinson Club mit angeschlossener HĂŒpfburg, sondern ein Wellness-Hotel ist, ist es nicht nur konsequent, es wurde von den GĂ€sten sogar gewĂŒnscht (laut Umfrage vom Hotel) das in Zukunft keine Kinder unter 16 erlaubt sind. Wenn sich dicke tĂ€towierte MĂ€nner oder dĂŒnne Rentner dort entspannen wollen, wird sie keiner aufhalten. Und warum nicht? Weil sie nicht toben, schreien, spielen und keine Arschbomben ins Becken machen. Bei Zimmerpreisen um die 300€ erwarte ich in einem Wellness-Hotel Ruhe zu finden. Die GĂ€ste haben mit Sicherheit auch alle mal Kinder aufgezogen. Aber jetzt wollen sie Ruhe und Entspannung, ohne Kinder» 

«An alle Eltern mal ganz ehrlich wĂŒrdet ihr mit euren Kindern in ein Wellnesshotel fahren? Wo Ruhe und Erholung auf dem Programm steht. Erstens ihr könnt nicht entspannen und es droht Ärger mit denjenigen die Ruhe wollen. Was bei dem Preis pro Tag verstĂ€ndlich ist. Es gibt auch Menschen, die tagtĂ€glich mit Kindern arbeiten und mal Abstand brauchen. Die meisten Hotels sind fĂŒr Familien und viel speziell auf Kinder ausgerichtet. Da Diskriminierung vorzuwerfen finde ich albern» 

Das waren ein paar Kommentare, die man so unter dem *Bericht lesen kann…

*Da der Beitrag schon etwas lĂ€nger her ist, wurde der Link entfernt, weil mittlerweile er ins nichts fĂŒhrte.

Ja, bei dem Verbot scheiden sich die Geister. Es gibt entweder diejenigen die es befĂŒrworten (Ich) oder die, die Diskriminierung schreien wĂ€hrend andere MĂŒde lĂ€cheln ĂŒber diese sinnlose Diskussion. Wobei ich nicht so genau sehe, wo da die Diskriminierung stattfinden soll. Doch ich mag mich erinnern auf Facebook bei so einem StreitgesprĂ€ch mitgemischt zu haben. Ich gab offen zu, dass ich eine Erzieherin bin und es sehr schĂ€tze, mich am Wochenende vom KinderlĂ€rm erholen zu wollen. 

Shitstorm und Beleidigungen  

Der Shitstorm, dem ich mich damit aussetzte, krönte echt alles was ich mir bis jetzt von Eltern anhören musste. Nicht nur, dass man mir meine pÀdagogische Eignung absprach, nein! Man beleidigte mich persönlich, ja manche hÀtten mich gern auf dem Scheiterhaufen brennen gesehen. Die wenigsten schienen zu verstehen, wie wertvoll motivierte Kinderbetreuerinnen sind, die erholt und voller Vorfreude Montag bis Freitag ihre Kinder unterrichten, eben weil sie sich am Wochenende oder im Urlaub von diesen erholen konnten.

Ob diese Menschen auch zu Bauarbeitern gehen und sie aufs derbste beleidigen, weil sie ihre Freizeit oder ihren Urlaub nicht auf der Baustelle verbringen? Wohl kaum. Aber wir PĂ€dagogen, mĂŒssen uns 24/7 mit Kindern umgeben, weil das unser Job ist? Richtig, falsch! Selbst Eltern befĂŒrworten eine Kinderfrei Zone, um sich auch mal entspannen zu können. 

Es gibt ja auch Familienhotels

Schliesslich gibt es genug Familienhotels, mit passendem Programm fĂŒr Kinder. Denn unter uns: Was will so ein Kind in einem Wellnesshotel, wo es um Ruhe, Entspannung und Erholung geht? Die BedĂŒrfnisse eines Kindes liegen definitiv wo anders und das wird niemand leugnen können.

Wellness Hotel so ungeeignet fĂŒr Kinder, wie eine Bar, oder ein Nachtclub

Ich möchte nun aber zurĂŒckkehren zu dem Begriff Diskriminierung. Warum meinen einige, Kinder werden mit diesem Verbot diskriminiert? Beschweren sich die gleichen Menschen, dass Kinder nicht in Nachtclubs oder Bars dĂŒrfen? Nein! Und warum? Weil Kinder dort nichts zu suchen haben. Genauso wenig wie Kinder in ein 4 Sterne Hotel gehören fĂŒr 360 Euro das Wochenende. Nicht weil man Kinder nicht gernhat, sondern weil weder die Bar, noch der Nachtclub noch das Wellnesshotel fĂŒr die Kinder geeignet sind!

Ich geh ja auch nicht als Erwachsene Person auf den Kinderspielplatz und beschwere mich, dass ich nicht in die Babyschaukel passe. Obwohl? Die Gesichter der Eltern wĂŒrde ich zu gern sehen, wenn ich mich dann auf den Boden werfe und einen Tobsuchtsanfall habe wĂ€hrend ich: «DISKRIMINIERUNG!» schreie…

Knigge Kurse fĂŒr Kinder?

Vor ein paar Monaten las ich einen Bericht in der Zeitung, der mich echt sauer machte. Da forderten also Leser und Eltern wirklich das Fach „Benehmen“ in der Schule. Das Fach also, dass ausbĂŒgeln sollte in ein paar Schulstunden was Eltern systematisch verpasst haben. Im Ernst jetzt? Ich meine nicht, dass es nicht nötig wĂ€re, wenn ich mich so umsehe. Aber die Schule? Wieder eine Institution und nicht die Eltern? Ich bin immer noch entsetzt. 

Wie viele Kinder habe auch ich erlebt, die weder grĂŒssen, noch Bitte und Danke sagen konnten. Aber warum sollt es wieder jemand anders, als die Eltern richten? Warum werden nicht die Eltern angehalten ihren Kindern Benehmen bei zu bringen bzw. es vorzuleben? Was kostet es denn, wenn Eltern Bitte und Danke sagen, auch zu ihren Kindern? Was erfordert es am Tisch richtig zu sitzen, das Besteck richtig zu benutzen und den Kids beizubringen das man seine KörpergerĂ€usche kontrolliert oder sich entschuldigt? Nichts. 

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Kranke Kinder? Gehören nicht in Einrichtungen!

Warum Kranke Kinder nicht in eine Einrichtung gehören. Aus der Sicht einer PÀdagogin.

Jeder der Kinder hat oder Kinder betreut, weiss: Kranke Kinder sind mĂŒhsam. Aber es gehört nun mal dazu, gerade am Anfang, dass Kinder krank werden mĂŒssen. Ansonsten kann das Immunsystem nicht gestĂ€rkt werden. Und meistens ist das fĂŒr uns Erwachsene schlimmer, als fĂŒr das betroffene Kind. Nun gut sagen einige von euch nun. Aber ich muss doch arbeiten! Klar, das ist auch verstĂ€ndlich. Aber wenn man das kranke Kind in die Kita oder Schule schickt, verlĂ€ngert es meistens den Krankheitsverlauf, bis sogar ein Antibiotikum von Nöten wird. 

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Der AufklÀrungskoffer

 

Bevor ich heute beginne, möchte ich, dass ihr euch einen Zeitungsartikel durchlest, da ich denke, dass nur wenige wissen was es mit dem AufklÀrungskoffer auf sich hat. Hier der Artikel 

Ich glaube das war der letzte Stand um den Koffer, wenn jemand was Aktuelles weiss, bitte melden, damit ich es aktualisieren kann. So, nun haben sich also zwei Fronten gebildet. Wobei ich beim besten Willen nicht verstehen kann warum. Wir haben nicht nur in der Schweiz so viele verschiedene Kulturen, dass es nicht einzig und allein Eltern Sache sei das Kind aufzuklÀren, Altersgerecht versteht sich.

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Liebe Helikopter-Eltern!

Helikopter-Eltern und ihre Folgen

Denn das Gegenteil von gut, ist gut gemeint!

Nur schnell im Vorfeld, eine BegriffserklÀrung:

Unter Helikopter-Eltern, auch Hubschrauber-Eltern oder als Fremdwort Helicopter Parents (engl. helicopter parents oder paranoid parents), versteht man populĂ€rsprachlich ĂŒberfĂŒrsorgliche Eltern, die sich (wie ein Beobachtungs-Hubschrauber) stĂ€ndig in der NĂ€he ihrer Kinder aufhalten, um diese zu ĂŒberwachen und zu behĂŒten. Ihr Erziehungsstil ist geprĂ€gt von (zum Teil zwanghafter oder paranoider) ÜberbehĂŒtung und exzessiver Einmischung in die Angelegenheiten des Kindes oder des Heranwachsenden.

(Quelle; Wikipedia)

Maxi ist drei Jahre alt, ein schĂŒchterner, zurĂŒckhaltender und eher ein ruhiger Junge. Im Sandkasten blĂŒht er etwas auf, auch wenn er meist fĂŒr sich spielt. Das es da ab und an zu kleineren Konflikten kommt, wenn er mit seiner Mama auf dem Spielplatz ist, bleibt unter Kindern nicht aus. Meistens regelt seine Mutter das fĂŒr ihn, wenn ihm mal wieder die Schaufel weggenommen wird oder Ă€hnliches. Sie möchte ja nur das Beste fĂŒr ihren Jungen und ihm weiteren Kummer ersparen. Und er ist ja allgemein sehr Ă€ngstlich und kann sich so schlecht durchsetzen. Sie meint es ja nur gut. 

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