Religion und Beruf

Mir ist es egal, was andere fĂŒr religiöse Überzeugungen haben, so lange sie mich nicht mit ihnen behelligen. Ich bin nicht Religionsfeindlich eingestellt sondern bin Fan vom rationalen Denken.  Nun lese ich aber in kĂŒrzester Zeit von zwei FĂ€llen, die mir die Geduldsschnur zum reissen bringen.

Ein Arzt möchte in seiner Klinik keine Abtreibungen mehr durchfĂŒhren, aufgrund seiner Religion (Christ) ich hatte das als Thema die Tage in meiner Sendung und eine muslimische Frau, die in der Pflege tĂ€tig ist, klagte, weil sie wegen ihrer Religion keine mĂ€nnlichen Patienten pflegen wollte. Es entbrannte eine heisse Diskussion auf allen KanĂ€len und fast alle waren sich einig:

Religion gehört nicht in den Berufsalltag. Dieser Meinung bin ich auch.

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NatĂŒrlich weisst du, als Mann, was fĂŒr mich das Beste ist!

Danke, dass du dir auch noch die Zeit nimmst mich mit deinen guten RatschlÀgen voll zu texten:

„Du verbringst zu viel Zeit online!“ „Du wĂ€rst so eine gute Mutter!“ “ Da du gerne kochst und backst, wĂ€rst Du in einer Beziehung gut aufgehoben!“ „Ich an deiner Stelle wĂŒrde mir das gut nochmal gut ĂŒberlegen!“ „Das Beste fĂŒr dich wĂ€re…!“ „Du solltest da unbedingt hingehen!“ „Das redest Du Dir nur schön!“ „Warte mal ab bis Du Ă€lter wirst!“ „Vertragt euch doch wieder!“ „Du bist gar nicht so glĂŒcklich wie Du immer tust!“ „WĂ€rst Du nur anders, könntest Du andere von deiner Meinung ĂŒberzeugen!“ „Du solltest viel mehr unter Leute!“ „Wenn Du nur 10kg abnehmen wĂŒrdest, wĂ€rst Du wieder attraktiv wie auf diesem einen Bild!“ „DAS willst Du anziehen? Da schauen deine BrĂŒste raus!“  „Kannst du dich nicht normal anziehen wie jede andere auch?“ „Zu viel Make-up, zu wenig Make-up!“

Na liebe Frauen, kommt euch das bekannt vor? Das sind einige der Aussagen, die ich mir von MĂ€nnern anhören musste. Was haben diese Aussagen gemeinsam? Alle scheinen besser als ich zu wissen, was fĂŒr mich das beste ist. Sie versuchen mir zu suggerieren, dass ich als Frau, nicht weiss was mich glĂŒcklich macht und was fĂŒr mich das Beste ist. Weil diese MĂ€nner mich ja besser kennen als ich mich selbst, und sie natĂŒrlich infolge dessen meinen zu wissen, was mich glĂŒcklich machen wĂŒrde.

Rock ist zu kurz, Rock ist zu lang

Auch in punkto Kleidergeschmack hat man mich schon ausfĂŒhrlich beraten, ob ich wollte oder nicht. Dem einen war der Rock zu kurz, dem anderen zu lang. Der andere bemĂ€ngelte meinen Ausschnitt, der andere das Fehlen des Ausschnittes. Wiederum ein anderer meckerte an meinen, damals recht kurzen Haaren, dem anderen waren sie nicht kurz oder nicht lockig genug. Auch wie ich meine Freizeit gestalte oder wie ich sie verbringe, auch hier wird mit guten RatschlĂ€gen um sich geworfen: „Du bist zu viel im Social Media unterwegs!“ „Du solltest mal wieder unter Leute!“ „Bist du nicht zu alt fĂŒr solche Partys?“ „Du bist zu viel unterwegs!“ „Du mutest dir aber auch immer zu viel zu!“  „Fehlt dir nicht etwas, so als Single?“ „Was willst du 9. Tage alleine in den Ferien?“

Wem wurde denn bitte erzĂ€hlt, dass ich ihm irgendwas schulde? Letztens „beschwerte“ sich ein Bekannter darĂŒber, dass ich ein paar dumme Fragen eines dahergelaufenen Larrys nicht beantwortet habe. Ich meine ehrlich? Schulde ich irgendwem eine Auskunft zu meiner Person? Oder in dem Falle zu meiner Herkunft? Seh ich eben anders. Und wer mich abschĂ€tzig fragt ob ich deutsche bin, dem schulde ich höchstens ein mĂŒdes lĂ€cheln. Ich schulde denen und anderen keine ErklĂ€rung – weder zu meinem Leben, meinem Aussehen, oder zu dem was ich tue oder nicht tue. Mit welchem Recht werde ich und andere dann belehrt, beraten und niedergemacht, wenn es nicht so ist wie Mann es gern hĂ€tte?

Pardon?

Es ist ja immer wieder erstaunlich, wenn Menschen ihr Gesicht zeigen. Ich finde das herrlich, ehrlich. Auch, wenn sie am besten zu wissen scheinen, was fĂŒr einen das Beste ist und einen kostenlos beraten, wie man sein Leben zu fĂŒhren hat damit es dem MĂ€nnlein in seine kleine Welt passt. Oder was man posten darf, damit man seine GefĂŒhle nicht verletzt. Oder worĂŒber man lachen darf, und was absolut gar nicht geht ohne, dass man gleich einen Schaden angedichtet bekommt.

Psst….komm mal ganz nah…nĂ€her

Ich verrate euch nun ein Geheimnis meine kleinen „FĂŒhrer“ und „Komplexhaufen“. Gleichberechtigung ist nicht nur ein Wort, sondern wird hier so weit es geht gelebt. Wenn du als Mann dich in deiner Ehre oder in deinem SelbstwertgefĂŒhl gekrĂ€nkt fĂŒhlst, weil manche Frauen ihr Leben nicht nach deinem Fasson leben, solltest du einen Psychiater sehen, statt die Frauen zu „beraten“ oder ihnen deine Meinung aufzudrĂ€ngen. Because nobody gives a shit what you want.

Jeder sollte das Recht haben zu sein wie er ist, so lange er die Freiheiten des anderen nicht einschrĂ€nkt. Allgemein beschleicht mich das GefĂŒhl, seit dem gewisse Herrschaften in der Weltpolitik sich so negativ und abschĂ€tzig ĂŒber Frauen Ă€ussern, traut sich nun auch jeder noch so kleine Hanswurst seine latente Frauenfeindlichkeit offen zu zeigen. Der Ton ist schĂ€rfer geworden und MĂ€nner nehmen sich das Recht raus Frauen frei nach Schnauze zu beleidigen und Respektlos anzusprechen, aber erwarten auf der anderen Seite weiter respektiert zu werden. Nööööö, ich sehe das nicht ein. Respekt muss man sich verdienen. Und wir sind alle alt genug um unsere Wörter kontrollieren zu können..gerade im Internet, oder?

Andere versuchen runter zu machen, zeigt lediglich nur, die eigene Unzufriedenheit und den Versuch grösser auszusehen als man tatsÀchlich ist. <3

Randnotiz an alle Möchtegern: Nur, weil Du als Bauer eine Krone trÀgst, bist du noch lange nicht König!

Pic-Pixabay

Kinder kennen keine Vorurteile

Als ich im TV die letzten Wochen öfter MĂŒtter mit Kindern, teilweise noch im Kinderwagen sah, auf Pegida Demos musste ich an eine Aussage denken, dass mal ein Kind geĂ€ussert hatte.

„Stimmt`s, Paula, alle Moslems sind böse!“ Dabei hĂ€tte ich mich fast an meinem Kaffee verschluckt. „Wie kommst du denn darauf?“ „Na ja, in den Nachrichten sah ich dass sie AnschlĂ€ge verĂŒbt haben.“

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Knigge Kurse fĂŒr Kinder?

Vor ein paar Monaten las ich einen Bericht in der Zeitung, der mich echt sauer machte. Da forderten also Leser und Eltern wirklich das Fach „Benehmen“ in der Schule. Das Fach also, dass ausbĂŒgeln sollte in ein paar Schulstunden was Eltern systematisch verpasst haben. Im Ernst jetzt? Ich meine nicht, dass es nicht nötig wĂ€re, wenn ich mich so umsehe. Aber die Schule? Wieder eine Institution und nicht die Eltern? Ich bin immer noch entsetzt. 

Wie viele Kinder habe auch ich erlebt, die weder grĂŒssen, noch Bitte und Danke sagen konnten. Aber warum sollt es wieder jemand anders, als die Eltern richten? Warum werden nicht die Eltern angehalten ihren Kindern Benehmen bei zu bringen bzw. es vorzuleben? Was kostet es denn, wenn Eltern Bitte und Danke sagen, auch zu ihren Kindern? Was erfordert es am Tisch richtig zu sitzen, das Besteck richtig zu benutzen und den Kids beizubringen das man seine KörpergerĂ€usche kontrolliert oder sich entschuldigt? Nichts. 

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