Dein erster Eindruck kann mich mal!

„Sag mal Paula, zeltest du eigentlich gerne?

„Ja, total!“

„Meinst du das ironisch?“

„Nein, das ist mein ich ernst!“

„Hmm, du siehst gar nicht so aus!“

„Wie sehen denn „Zelter“ aus?“

                                                                          

Das war ein kleines GesprĂ€ch von einem der Festivals die ich dieses Jahr besucht habe. Man muss sagen, das MĂ€del war noch recht jung, doch zog sich die Sache mit dem ersten Eindruck  die letzten Wochen durch mein Leben. Und auch durch die Medien.

Anmerkung: Die „Zelter“ haben wir das Festival ĂŒber nicht gefunden. Es wurde aber zum Running Gag bei uns im Sternen Camp…

Jeder der mich nĂ€her kennt weiss, ich wĂŒrde am liebsten auf Festivals leben. Frei sein und Barfuss in der Natur, hooray! Nein, ernsthaft, ich liebe Festivals! Teilweise zĂ€hle ich die Monate und Tage bis zum nĂ€chsten und strahle dann wie ein Honigkuchenpferd Einhorn, dass in Glitzer gebadet hat, wenn es dann so weit ist. Es ist auch toll, mal endlich den ganzen Glitzer im Gesicht und auf der Haut ohne „Fancytime“ aussenstehenden erklĂ€ren zu mĂŒssen. Glitzer hat bei mir nĂ€mlich auch unter dem Jahr ein Platz auf meinem Körper! Bedarf aber einiger ErklĂ€rungen hier und da mal. Wobei ich nun aber auch sagen muss, dass immer mehr Frauen sich anstecken lassen von meinen GlitzernĂ€geln. Was hervorragend ist. Mehr Glitzer braucht die Welt!

All die Kleidchen können getragen werden inklusive diverser Kopfschmuck und ich kann ohne mich zu entschuldigen so viel Prosecco zum „FrĂŒhstĂŒck“ haben wie ich möchte 😉 Die Musik,die Menschen, das Zeitlose, die Natur, die Ausgelassenheit..hach, ihr seht schon. Ich bin ein hoffnungsloser Fall. Dieses Jahr habe ich mir sogar von der Kosmetikerin die Wimpern verlĂ€ngern lassen, um mir lĂ€stiges hantieren mit der Mascara zu ersparen. Ich bin so begeistert von meinen Klimperwimpern, dass sie nun auch weiterhin meine Augen zieren werden, evtl nur nicht mehr ganz so im „Festivalmodus“

Wenn man mich dann so sieht, fĂ€llt man schnell in die Falle mich abzustempeln. Der erste Eindruck und all der gleichen. Und das ist auch ganz normal. Aber ja, sollte man dann nicht erst mal hinter die Erscheinung blicken bevor man sich ein Bild von dem Menschen macht? Der erste Eindruck, ist nĂ€mlich nur eine Momentaufnahme. Und nur weil ich ein paar Tage rumlaufe wie eine Glitzerprinzessin, bedeutet es ja nicht, dass ich mich nur auf Kleidchen, Makeup und mein Aussehen fokussiere. Ich mag auch Seifenblasen! Und BĂŒcher und…soo soo vieles mehr!

Szenenwechsel: Olympia 2016

Christoph Harting gewann Gold. Bei der Siegerehrung, kapserte er auf dem Podest rum. An der Pressekonferenz stammelte er vor sich hin. Auch nicht so förderlich war, dass er keine Interviews geben wollte. Was war der Aufschrei der Empörten mal wieder gross. Ich erfuhr davon aus den Medien, da ich von Olympia nichts halte…

*KopfschĂŒtteln

„Das macht man nicht!“ „Man kaspert doch nicht so rum!“ „Respektloses Arschloch!“ „Kein Anstand!“  „Eingebildeter, unsympatischer ..“ und so weiter und so fort.

So so, das macht man also nicht. Man ist nicht aufgeregt , wenn einem die ganze Nation und darĂŒber hinaus zusieht, wie man da auf dem Podest steht. Man darf sich auch nicht zu seher freuen ĂŒber seinen Sieg, das nennen sie dann Respektlos! Und dann hat man keinen Anstand. Freuen, ausgelassen ist schliesslich was fĂŒr kleine Kinder. Als Erwachsener braucht man ein Resting Bitch Face…Moment mal…das fanden andere bei der Beckham und der Kirsten dann doch nicht so dolle.

Man(n) ist natĂŒrlich auch nicht aufgeregt, wenn die Nationalhymne nur fĂŒr einen gespielt wird wĂ€hrend man da oben steht. Das Adrenalin das da durch den Körper fliesst, kann man einfach abstellen, weil man ja ein Übermensch ist und jedem Anspruch der „Ich motze an allem rum Jammerlappen“ genĂŒgen muss. Und auch, dass man keine Interviews gibt kann ich verstehen, der Kerl kann eben noch nicht so gut mit den Medien. Was soll`s, eine Pressekonferenz reicht doch. „Wie erklĂ€ren sie sich ihren Sieg?“ oder so Ă€hnlich, ist auch eine beschissene Frage, mit Verlaub liebe Presseheinis.

So zum Vergleich von wegen aufgeregt sein & Co.: Wisst ihr noch als ihr verliebt wart, Schmetterlinge im Bauch hattet und eurer Liebsten / eurem Liebsten teilweise mit feuchten HĂ€nden, Herzrasen, weichen Knie entgegengetreten seid? Teilweise einen Mist von euch gegeben habt, der euch im nachhinein immer noch peinlich ist?

Das alles, war Adrenalin!

Danke auch fĂŒr die Blackouts bei PrĂŒfungen und in wichtigen Situationen, Adrenalin alter Kumpel!

(Hurra, wir haben nun einen schuldigen gefunden!)

Und nun stellt euch vor, wenn das ein einziger Mensch auslösen kann in euch…

Was macht es dann mit einem, wenn man das Siegertreppchen besteigt? Die Goldmedaille um den Hals bekommt – und die ganze Welt sieht zu?

Ich frage mich bei all dem Wind der gemacht wurde um seinen Auftritt, was seine sportlichen Leistungen in den Hintergrund rĂŒckte, woher nehmen sich solche Leute das Recht raus andere zu beurteilen anhand von ein paar Minuten, die wir ihn alle unter einer extrem Situation erleben durften? WĂ€ren die Menschen die ihn verurteilen denn glĂŒcklich wĂŒrde man von ihnen etwas erwarten um sie dann an den Pranger zu stellen, weil sie den AnsprĂŒchen des Mobs nicht genĂŒgen? Oder sie gar bewerten, als Menschen, anhand von ein paar Minuten / Stunden die wir sie erlebt haben? Anhand ihres Aussehens? Ihrer Kleidung?  Anhand des peinlichen Ausrutschers letzten Samstag im Ausgang? Ihr merkt hoffentlich auf was ich hinaus möchte… Jeder hatte Momente im Leben auf die er nicht sonderlich stolz ist, oder er ĂŒberfordert war. „Aber der / die kennt mich doch gar nicht…blablabla…mimimimimi“ höre ich sie schon wimmern, wenn man sie dann behandelt, wie sie andere behandeln.

Lasst uns doch alle dem ersten Eindruck eine zweite Chance geben. Lasst uns hinter die Kulisse schauen, lasst uns weniger verurteilen. Denn der erste Eindruck, ist manchmal ein falscher Eindruck!

Paula

 

Pic by Paula Deme

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Was man so nicht sagen darf – Kleine, freche HĂ€ppchen

Hoooray! Ferien! Ja, schon wieder….Und da den meisten von uns eh schon besonders heiss ist, möchte ich euch nicht zuviel zumuten, deswegen serviere ich euch heute kleinere HĂ€ppchen als sonst. Los gehts!

Im Restaurant

19:00 Uhr abends, ich betrete alleine ein Restaurant und warte auf den Kellner der mich zu meinem Tisch bringen soll. Freundlich begrĂŒsst er mich: „Guten Abend, Sie hĂ€tten gern ein Tisch fĂŒr zwei?“ „Oh!“ antwortete ich ĂŒberrascht, „Sie können mein Ego sehen? Dann ist Ihnen auch bestimmt nicht entgangen, dass es sehr gross ist. Wir brauchen mindestens einen Tisch fĂŒr vier!“ Wortlos drehte er sich um, ich folgte ihm unauffĂ€llig zu meinem Tisch.

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Wer weiss hier nicht was er will?

Einer der grossen Vorurteile zwischen Mann und Frau ist doch seit eh und je dieser:

Frauen wissen nicht was sie wollen!

Können sich nicht entscheiden, usw. Das mag so fĂŒr einige gelten, doch heute möchte ich euch erlĂ€utern, warum ich eher der Meinung bin: MĂ€nner haben teilweise genau so wenig einen Plan was sie wirklich wollen. Das wird nur dezent unter den Teppich gekehrt


Wo fange ich da am besten nur an?

„Sie sollte auch mal den ersten Schritt machen!“

Gesagt getan, doch viele sind dann so eingeschĂŒchtert, dass man sie glatt mit einem scheuen Reh im Wald verwechseln könnte. Und ausserdem geht ja  der Jagdinstinkt des starken Geschlechts so flöten. Tja, doof, also lieber doch nicht, die Sache mit dem ersten Schritt und der Initiative.

„Frauen sollten Selbstbewusst, selbststĂ€ndig und offen sein.“

Aber bitte nicht zu Selbstbewusst, das schĂŒchtert auch wieder ein. Der Mann möchte doch lieber der Frau beeindrucken und wo kĂ€men wir denn da hin, wenn sie so selbststĂ€ndig ist, dass sie den Mann und seine starke Schulter nicht notwendigerweise braucht. Und nicht zu offen sein, das kommt auch nicht so gut an. Sie sollte schon ein wenig weibliche ZurĂŒckhaltung ĂŒben (das hat mir einer letztens wirklich gesagt!)  Sie soll zwar wissen was sie will, aber es bitte fĂŒr sich behalten, da es auch wieder sehr einschĂŒchternd wirkt. Die meisten MĂ€nner wissen ja selber nicht so recht was sie wollen.

„Im Bett soll sie eine Rakete sein, offen, experimentierfreudig aber am besten noch nicht so viel Erfahrung haben, man möchte ja meist keine Frau die bereits mit mehreren MĂ€nnern vor ihm Geschlechtsverkehr hatte.“

Da bekommen MĂ€nner auch wieder ganz schnell Komplexe und wenn eine Frau ihre SexualitĂ€t offen auslebt, denn schliesslich geniesst sie nicht die Narrenfreiheit eines Mannes. Was sollen denn da die Kollegen von einem denken? Ganz schnell hat sie dann, gerade in der Provinz den Namen einer „Schlampe“ weg, wĂ€hrend der Mann als Held gefeiert wird. Der Mann vertrĂ€gt es selten, wenn die Frau ihm genau sagen kann was sie möchte. Oder was man im Bett anders machen könnte. Meist wird das als persönlichen Angriff gewertet und fĂŒhrt dazu, dass der kleiner Prinz erst mal beleidigt ist und nicht zum Spielen raus kommen möchte und er Tagelang einen auf beleidigte Leberwurst macht.

Gerade die MĂ€nner, meist voller Komplexe, die nicht bereit sind ĂŒber Sex offen zu kommunizieren und „auf die Frau eingehen“ irgendwie nicht ganz verstehen können/wollen, springen dann von einem Bett zum nĂ€chsten, machen dort total einen auf Egonummer, sind in fĂŒnf Minuten fertig und schieben ihr komplettes Versagen es auf den Alkoholkonsum oder weiteres, der meistens dabei eine Rolle spielt. Reife Leistung meine Herren. Nicht! Ihr wollte echte MĂ€nner sein? Nope! Echte MĂ€nner strengen sich an, arbeiten an sich und brauchen nicht von jedem Rockzipfel bestĂ€ttigung. Du kannst nicht jeden Tag brillieren, aber du kannst es versuchen!

„Eine Frau sollte keine Klette sein und am besten keine feste Beziehung wollen! Sie sollten sich nicht gleich verlieben, nur weil man ein paar Mal miteinander aus oder im Bett war.“

Will man dann als Frau wirklich keine feste Beziehung, wird man von einigen verstĂ€ndnislos angesehen, auch SĂ€tze wie diese muss man sich dann öfter anhören: „Du wirst doch auch nicht jĂŒnger! Jede Frau will doch mal eine Familie
Du findest keinen besseren als mich! Das ist alles Fassade…“ und so weiter und so fort
Auch das allseits beliebte: „Frauen verlieben sich eh immer!“ gilt nicht fĂŒr alle Frauen. Wie enttĂ€uscht waren einige MĂ€nner in der Vergangenheit, als dieses nicht eintraf. Sorry Jungs!

Findet man dann doch einen gemeinsamen Nenner und es kommt zu einer Beziehung, bekommen einige kalte FĂŒsse. „Wie, du willst nach vier Jahren Beziehung zusammenziehen? Das geht mir nun zu schnell…“ Ist auch einer der Klassiker der manche Frauen zur Weissglut treibt.

„Die Frau sollte beruflich auf eigenen Beinen stehen und ihr eigenes Geld verdienen!“

Aber bitte nicht mehr als der Partner, denn dann wird sein SelbstwertgefĂŒhl gestört und er sieht sich nicht mehr als ErnĂ€hrer. Auch erfolgreicher im Job als er darf sie bitte nicht sein.  Ich kenne so einige MĂ€nner die ernsthaft beschĂ€mt sind, wenn sie von einer Frau zum Dinner, Drinks und Co. Eingeladen werden.

„Sie sollte direkt sagen was sie denkt, meint, man ist schliesslich kein Hellseher!

Sagen Frauen dann klar und direkt was sie meinen und denken, ĂŒberfordert das auch wieder. Ich musste mir letztes Jahr mal anhören: „Meine Freunde kommen langsam auch mit deiner Art klar!“ Ja, mit welcher Art? Nicht hinten rum zu lĂ€stern, so wie in manchen Kreisen und bei pubertierenden Jugendlichen ĂŒblich ist? Oder hat er die Art gemeint, die er und seine Leute nicht kannten: Ehrlich sein?  Oder allgemein meine direkte Art die Dinge beim Namen zu nennen auch wenn es nicht so populĂ€r ist?  Nun ja, das mit der offenen, direkten Kommunikation kommt eben dann doch nicht so gut an.

„So ein Dreier mit zwei Frauen oder ein Besuch im Swinger Club wĂ€re ja schon mal geil!“

Finden sie dann endlich mal eine Frau die zu dem bereit wĂ€re, fĂŒhlen sie sich am Abend kurz vor dem Besuch im Swinger Club plötzlich „nicht so wohl“ oder fasseln irgendwas von „Ich glaube unsere „Beziehung“ ist noch nicht so weit!“ „Dude, du bist noch nicht so weit! Und nun versuchst du dich raus zu reden wie ein Feigling der vorher den Mund zu voll genommen hat!“ Denkt da jede Dame die mal in dieser Situation steckte mit leicht genervtem Augenrollen. Auch bei Dreiern ziehen die meisten buchstĂ€blich den Schwanz ein, denn im wirklichen Leben lĂ€uft es meist nicht so wie sie sich das vorher ausgemalt haben. Der grosse Macker fĂŒr den sie sich hielten verschwand plötzlich mit eintretten der Situation.

„Intelligent sollte sie sein!“

Aber nicht zu intelligent, niemand mag Klugscheisser. Und mit was soll er uns Frauen imponieren, wenn wir gebildet und nicht naiv sind?  Ausserdem sollte sie sich auf einem Gebiet behaupten können, von dem er auch wenigstens ein wenig Ahnung hat. Dennn sonst bekommt der arme Kerl doch wieder Komplexe und lĂ€uft euch davon.

Ladys: Wenn ihr einen Mann schnell los werden wollt, erzĂ€hlt ihm, dass ihr euch sehr fĂŒr Quantenphysik begeistert, glaubt mir.  😉

„Sie sollte ihr eigenes Leben haben und sich nicht ĂŒber die Partnerschaft definieren!“

Viele Frauen sind sehr selbststĂ€ndig, haben ihren Freundeskreis und mĂŒssen nicht jeden Tag mit ihrem Partner verbringen. Viele Frauen werden dann aber auch von ihren Freunden regelrecht gestalkt (SMS, Anrufe, WahtsApp), wenn sie mal ohne diese raus gehen. Und ja, viele Frauen sind deswegen sehr genervt.

„Sie sollte mich umsorgen und pflegen wenn ich krank bin!“

Sterbende, oh sry, kranke MĂ€nner sind wie sterbende SchwĂ€ne, und das fĂ€ngt schon bei einer harmlosen ErkĂ€ltung an. Und wenn man sich dann um sie kĂŒmmert, dann darf das eine gewisse Grenze nicht ĂŒberschreiten, sonst erinnert man ihn an seine Mutter und das ist nicht sexy. No, no no! Aber kochen, ja kochen soll sie am liebsten wie seine geliebte Nonna!

„Sexy, sie muss einfach sexy sein!“

„Aber nur fĂŒr mich zuhause, in den eigenen vier WĂ€nden…“ wird sich so mancher denken. Denn viele ertragen es nicht, wenn auch andere MĂ€nner seine sexy Begleiterin begutachten oder sie mit Komplimenten ĂŒberschĂŒtten, wenn er sich weg dreht.

 

Und es könnte ewig so weiter gehen


Das soll nicht heissen, dass alle MĂ€nner so sind.  Ich wollte euch nur mal vor Augen fĂŒhren, dass es auch sehr, sehr viele MĂ€nner gibt, die nicht wissen was sie wollen. Oder wenn sie es dann haben, wollen sie es dann doch nicht haben…

Also seid vorsichtig mit euren WĂŒnschen, sie könnten in ErfĂŒllung gehen!

 

Schönes Wochenende,

 

Paula

 

Dein Beruf ist mir egal! Ich möchte wissen wer du bist!

Na kennt ihr das auch? Man trifft neue Bekanntschaften macht ein bisschen Smalltalk (wie ich es hasse! Ganz ehrlich, es gibt kaum etwas UnertrĂ€glicheres als dieses belanglose blablabla um Wetter, Job, andere GĂ€ste oder Menschen bzw. die Party auf der man sich befindet. Themen mit Tiefgang sucht man oft vergebens.) und ĂŒber Kurz oder Lang stelle ich dann die Frage der Fragen: „Und was machst du sonst so?“

Komischerweise beantworten mir 99% der Menschen die Frage mit einer ausfĂŒhrlichen ErklĂ€rung, was sie so beruflich machen, gemacht haben und noch machen werden. Augenrollen meinerseits vorprogrammiert. Denn solche Menschen hören sich dann auch gern Stundenlang ĂŒber dieses Thema reden.

Berufliche Erfolge sind toll, doch sollte man sich nicht nur ĂŒber sie definieren. Ist man die Summe seiner beruflichen Erfolge? Oder bestimmt den eigenen Wert der Kontostand? Gerade MĂ€nner haben oft das GefĂŒhl sie mĂŒssten einer Frau imponieren mit ihrer beruflichen Laufbahn oder noch besser, Achtung, Klischee; den demonstrativen PorscheschlĂŒssel auf dem Theresen in der Bar. Sicher gibt es Frauen, denen das durchaus imponiert und ich finde diese, unter uns, zum kotzen. Ich lege wĂ€hren dessen Wert auf Charakter, Intelligenz und einer Prise Wahnsinn gepaart mit trockenem, schwarzem Humor.

KĂ€ufliche Liebe

Ich hatte vor Jahren mal eine „Freundin“, die sich von ihrem damaligen Partner getrennt hatte, weil er ihr keine Geschenke machte, „trotz dickem Bankkonto“ wie sie es zu nennen pflegte. Da erwartete sie also regelmĂ€ssig Geschenke, mit denen er beweisen sollte, dass er sie gern hat!
Nein, leider kein Joke, kommt auch öfter vor, als man im ersten Augenblick vermutet. Weil er nicht alleine sein wollte und sie bestimmt auch irgendwo gern hatte, ging er also los und stellte ihr eine Goody Bag zurecht in Wert von mehreren hundert Franken.

NatĂŒrlich ging sie zu ihm zurĂŒck und erzĂ€hlte mir grinsend ĂŒber beide Ohren beim Skype Chat von seiner grosszĂŒgigen Geste, wĂ€hrend sie mir die Sachen vor die Kamera hielt. In einer gewissen anderen Branche mag sowas ja ĂŒblich sein, Geld gegen Sexuelle GefĂ€lligkeiten und Zuneigung, aber sich in diese Kategorie einzureihen kommt ja fĂŒr solche Damen gar nicht in Frage, unerhört also mein Gedankengang, oder?

Sie trennten sich endgĂŒltig kurze Zeit spĂ€ter, wohl auch wegen ihren weiteren Forderungen. Und auch ich zeigte der besagten Madame bald nur noch die kalte Schulter. Sorry, aber sowas geht gar nicht. Geschenke sind toll, doch sie auf einer wöchentlichen Basis zu erwarten, finde ich persönlich daneben.

MÀnner, rennt vor solchen Frauen soweit ihr könnt. Sie lieben die Kohle auf eurem Bankkonto, nicht euch, ehrlich!

Aber zurĂŒck zum Smalltalk

Ich wĂ€re ja nicht ich, wĂŒrde ich nicht weiter nachhaken. „Und sonst so, was macht dich aus?“ Viele verstehen diese Frage nicht. Formuliere ich sie dann anders: „Was macht dich besonders?“ Wissen die meisten immer noch nicht wirklich was mit anzufangen. Ihr seid nicht eurer Job. Die meisten sind angestellt, haben einen nine to five Job, gehen nach der Arbeit evtl. noch zum Sport, einige in die Kneipe zum Feierabendbier, am Wochenende wird ausgegangen bis die Leberwerte bedenklich werden oder gefaulenzt. Hier und da noch ein Ausflug, Shoppen, eine Wanderung, gemeinsames Kochen mit unseren lieben. Man arbeitet von Wochenende zu Wochenende und man zĂ€hlt die Tage bis zu den nĂ€chsten Ferien. Eltern wurden hier mit Absicht weggelassen, Eltern…da dreht sich meist (leider) alles nur noch um das Kind und ist ein anderes Thema, dass eher auf den anderen Blog gehört.

Und das soll schon alles sein? Keine Hobbies, Leidenschaften? Ist das, das Leben, dass ihr euch vorgestellt habt als Kinder als Jugendliche? Arbeiten bis zur Rente, eine tolle grosse Wohnung, oder gar ein Eigenheim, einen grossen Kleiderschrank mit teurem Inhalt, teure Handtaschen, ein paar Reisen oder einen Porsche in der Garage? Lebenszeit die einem niemand mehr zurĂŒck gibt, gegen Geld fĂŒr unnĂŒtze LuxusgĂŒter um anderen zu imponieren? Irgendwann wacht man dann auf und bemerkt, man hat sein Leben verpennt und zu spĂ€t die Dinge erkannt die wirklich zĂ€hlen…

ZĂ€hlt im Leben als erstes was man macht, wieviel verdient? Oder eher wer man ist, bzw. wie man ist? Und warum wissen die wenigsten wer sie ĂŒberhaupt sind? Ich wĂŒrde mal behaupten, weil sie sich nicht mit sich selber auseinandersetzen. Lieber immer umgeben von Menschen, immer unterwegs auf Achse, man könnte ja langweile bekommen. Oh je, Langeweile ist doch so Ă€tzend, oder? Doch ist nicht gerade Langeweile die Geburtsstunde von KreativitĂ€t?

Haben Menschen die nur ĂŒber ihren Job reden und sich darĂŒber definieren, den Anschluss an ihr Privat Leben und ihre Interessen verpasst und keinen andern Inhalt im Leben? Lebt man dann also um zu arbeiten und Steuern zu zahlen? Um anderen zu zeigen was man hat? WĂŒrde zumindest die vielen Burnouts unserer Zeit erklĂ€ren. Versteht mich nicht falsch, ich arbeite auch gern und viel. Aber ich sehe meine Arbeit auch nicht wirklich als Arbeit als meine Leidenschaft, mit der ich Geld verdiene. Wie viele können das schon von sich behaupten? Trotzdem habe ich x andere Themen und Interessengebiete, ausserhalb meines Berufsfeldes. Und ich brauche keine teuren Designer Taschen, Schuhe oder Kleidung um mich als wertvollen Menschen zu sehen. Denn da glaube ich liegt das Problem.

Man versucht sein fehlendes SelbstwertgefĂŒhl aufzupimpen

In dem man sich in teure Designerklamotten wirft, als Frau die neuste Gucci Tasche in der Armbeuge spazieren fĂŒhrt, als Mann einen teuren Wagen fĂ€hrt und eine noch protzigere Uhr besitzt Inc. Möbel von Hugo Peters in einer ĂŒberteuerten Wohnung mit Seeblick. Und wozu das alles? Um bewundert zu werden, um Anerkennung zu erhaschen um jeden Preis. „Schaut her was ich habe, ich bin was wert!“ rufen solche Leute ganz leise, innerlich, in die Welt hinaus. Ihr seid wer, nicht nur euer Job, also hört auf andere beeindrucken zu wollen damit und zeigt euch, wie ihr seid. Einzigartig ob mit oder ohne gut bezahltem Job oder steiler Karriere. Ich möchte wissen wofĂŒr ihr brennt, was eure grosse Leidenschaft ist, welche TrĂ€ume und WĂŒnsche ihr habt, welche Ängste euch plagen und nicht das neuste von eurem ganz erfolgreichen 2. Millionen Projekt hören aus eurem nine to five Job in dem ihr eigentlich unglĂŒcklich seid.

 

Schönes Wochenende

 

Paula

Dieser Beitrag erscheint auch bei Huffington Post Deutschland, Ron Orp ZĂŒrich und City Channel 1 und in der Neon.de Community.

 

Ab wann genau ist man erwachsen?

„Also deine neuen goldenen Sneakers sind ja toll, aber fĂŒr mich wĂ€re das nichts, dafĂŒr bin ich schon zu alt!“ Ich staunte nicht schlecht, als ich auf Facebook diesen Kommentar zu meinen neuen Schuhen bekam. Zu alt? FĂŒr Schuhe? Ich weiss nicht. Gibt es ein Alter fĂŒr goldene Schuhe? Oder fĂŒr Birkenstockschuhe? FĂŒr High Heels, evtl. ein bestimmtes Mindestalter der Fuss Gesundheit zuliebe, das lasse ich mir ja noch eingehen.

Kann man fĂŒr etwas zu alt sein?

„Werde doch endlich mal erwachsen!“ diesen Satz kenne nicht nur ich, sondern auch einige von euch. Doch was genau bedeutet erwachsen sein? Ist man mit ErfĂŒllung der VolljĂ€hrigkeit erwachsen? Oder hĂ€ngt das von anderen Faktoren ab? Und warum ist erwachsen sein immer noch so negativ behaftet? Gibt es denn was schöneres, endlich das tun zu können was man will? Freiheit bringt immer Verantwortung mit sich, doch ist das nicht ein kleiner Preis den man dafĂŒr zahlt? Man wollte doch immer seine eigenen Entscheidungen treffen, ohne Bevormundung, oder etwa nicht?

Ich weiss ja nicht wie es euch geht, aber ich habe mich mit achtzehn super erwachsen gefĂŒhlt. Erste eigene Wohnung, erste eigen getroffene Entscheidungen. Irgendwie erwachsener als jetzt mit Anfang dreissig. Denn immer öfter muss ich mir anhören, dass ich mich altersentsprechend benehmen sollte. Ja, aber wie denn? Was heisst hier altersentsprechend?

Erwachsen bedeutet fĂŒr mich: Auf eigenen Beinen stehen, beruflich und privat, Verantwortung fĂŒr mein Handeln zu ĂŒbernehmen und in einem gewissen Mass zur Selbstreflexion fĂ€hig zu sein. Mich selber kennen, mich annehmen und akzeptieren mit allem Drum und Dran. Dinge beim Namen nennen die mich stören. Konflikt- und KritikfĂ€hig sein. Das bin ich, mal mehr Mal weniger. Nobody is perfect, right?

Also, nach meiner Auslegung zu dem Thema, sind so ca. 80% der Menschen ĂŒber dreissig Jahren noch nicht erwachsen. Viele sind abhĂ€ngig vom Partner, Eltern oder ĂŒbernehmen keine Verantwortung fĂŒr ihre Taten (die anderen tragen immer die Schuld) oder ihnen fehlt gĂ€nzlich die Gabe der Reflektion. Manche stehen auch noch mit ihren Beinen bei Mutti in der Wohnung statt in ihren eigenen vier WĂ€nden. Ja WG zĂ€hlt auch als SelbststĂ€ndigkeit meine lieben. KritikfĂ€hig sind manche mit fĂŒnfzig noch nicht und KonfliktbewĂ€ltigungskompetenzen vermisse ich bei den meisten bis ins hohe Alter. Denn meist wird nach schuldigen gesucht, statt nach Lösungen.

Als ich mal Besuch hatte vor ein paar Tagen musste ich mir anhören: „Dein Zimmer sieht aus, wie das Zimmer von einem pubertierendem MĂ€dchen.“ Man muss dazu sagen, in meinem Zimmer hĂ€ngen viele bunte Bilderrahmen mit unterschiedlichen Bildern. Ein paar selbst gemalte, ein paar Collagen, ich habe ausserdem ein Einhorn- und ein glitzerndes Zitronen KostĂŒm an meiner Kleiderstange hĂ€ngen. Die Möbel, die BettwĂ€sche und die WĂ€nde sind weiss, doch der Rest ist einfach bunt mit System. Der grosse Spiegel mit Sternen Leds dekoriert. Macht mich also all die Farbe zu einem Pubertierenden MĂ€dchen? Habe ich als ĂŒber dreißigjĂ€hrige mein Recht auf Farbe und KreativitĂ€t in meinem Leben verspielt? FĂ€ngt ab dreissig Jahren die Zeit der gedeckten Farben an? Und wieso zum Teufel hat mir das noch keiner gesagt?

Was bedeutet also erwachsen sein?

Eigenheim, Hund, Mann? Eine steile Karriere? Ein Bausparvertrag? Braucht man gar ein Kind um zu zeigen, dass man erwachsen ist und Verantwortung ĂŒbernehmen kann? Oder ein Auto? Einen dicken Gehaltscheck? Den grĂŒnen Daumen? 80% Fremdwörter im Vokabular?

Warum interessiert es uns auch, was andere von uns denken?

„Also Blumen im Haar finde ich Klasse, an Dir oder meiner Tochter, ich wĂŒrde mich das nicht trauen!“ Ähhmmm, warum? Weil irgendwer Dich fĂŒr komisch halten könnte? Weil Du Dich von der Masse abheben könntest? Weil Du herausstechen könntest aus dem ganzen Grau? Weil es Dich wirklich juckt was andere von Dir denken? Wer sind die anderen, dass sie sich ein Urteil ĂŒber Dich bilden können?

Vor ein paar Jahren an der Street Parade, Sonntagmorgens: „Sag mal Paula, findest Du nicht langsam Du bist zu alt fĂŒr all das? Möchtest Du nicht langsam an eine Beziehung denken? Du wirst ja auch nicht jĂŒnger!“ So so, die Partyzeit scheint auch vorbei zu sein, wenn man also auf die dreissig zugeht, wenn es nach einigen von euch geht. WĂŒrdet ihr euch das auch trauen, Komet Bernhard oder GĂŒnther Krabbenhöft an den Kopf zu werfen? Und ist man ab dreissig Jahren schwerer vermittelbar nur weil der Busen und der Po nicht mehr so straff ist wie einst? Will jede Frau unbedingt auf Teufel komm raus einen Partner? Und muss ich als Frau diesen AnsprĂŒchen der Gesellschaft entsprechen um als Erwachsene zu gelten?

Ihr liebt Blumen? Tragt sie im Haar, als Print, wo auch immer. Ihr liebt Party und seid ĂŒber dreissig? Ihr liebt Farben? Geniesst es, das Leben ist kurz. Geniesst euch und eure Vorlieben, egal wie alt ihr seid. Nirgendswo steht geschrieben, was zu welchem Alter gehört. Oder was sich nicht gehört. Wir leben nicht mehr das Leben wie sie unsere Vorfahren gelebt haben. MĂŒssen wir auch nicht. Niemand hat das Recht ĂŒber euch zu urteilen, nur weil ihr nicht in ihr Weltbild passt. Es sind wir Menschen die diese Grenzen erschaffen in unserem Köpfen, wie Dinge zu sein haben. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, jeder sollte so leben und sich ausdrĂŒcken dĂŒrfen wie es ihm beliebt ohne Angst vor Verurteilung.

Dieser Beitrag erscheint auch auf Ron Orp ZĂŒrich, Huffington Post Deutschland und City Channel 1.

Erlaubt euch mal nicht erreichbar zu sein!

Kennt ihr das? Ihr geht mit euren Freunden weg, lernt jemanden kennen, man tauscht Nummern aus und dann geht man seiner Wege bis zum nÀchsten Wiedersehen. Wie lange man wartet bevor man sich meldet, ist bei jedem individuell wie ich aus meinem Freundeskreis und aus gewissen Foren im Nachhinein erfahren sollte.

„Erlaubt euch mal nicht erreichbar zu sein!“ weiterlesen

Ja, darf man das?

Was wÀre, wenn:

Die besten Freunde lĂŒgen wĂŒrden wie gedruckt?
Man sich nicht auf sie verlassen könnte?
Man immer Schuld ist an jeder Misere trÀgt, nur nicht sie selber?
Man jeden Tag zu hören bekommen wĂŒrde, wie unerwĂŒnscht man ist?
Man keine UnterstĂŒtzung von ihnen erfahren wĂŒrde, sondern nur Kritik?

Und ich meine nicht die Art und Weise von Kritik, die einen vorwÀrtsbringt.

WĂŒrde man sich solchen Menschen aussetzen, freiwillig?

WĂŒrde man Wert legen auf solch eine «Freundschaft»?  Ich glaube wir alle können diese Frage mit einem klaren: «Nein!» beantworten.

Wenn Eltern den Kontakt zu ihren Kindern abbrechen

Ist das immer so eine Sache. Meist muss schon etwas «schlimmes» passiert sein, dass Eltern diesen letzten verzweifelten Schritt gehen. Aber dieser Schritt, wird meist gesellschaftlich akzeptiert und verstanden. Die verstossenen Kinder werden dann gern «Schwarze Schafe» genannt und damit ist das Thema meist vom Tisch.

Gerade zu dieser Zeit, so kurz vor Weihnachten, werde ich oft mit der Frage konfrontiert: «Und, geht’s zur Familie ĂŒber Weihnachten?» «Ja, zu meiner Wahlfamilie!» antworte ich dann oft. Dies löst natĂŒrlich eine Flut an Fragen und besonderem UnverstĂ€ndnis aus. Denn ich gehöre zu den Menschen, die ihren Eltern «gekĂŒndigt» haben. «Ja, darf man das denn?» höre ich einige von euch schon fragen.

Wenn Kinder den Kontakt abbrechen

Werden sie als undankbar bezeichnet und vieles mehr. Man zeigt kein VerstĂ€ndnis, bezichtigt uns des Egoismus und auch sehr oft als herzlos. Und wehe Sie sind Tochter, dann erst recht! Gerade ich, in meinem Beruf (ich arbeite mit Kindern und Erwachsenen) ernte ich meist krĂ€ftiges, abschĂ€tziges KopfschĂŒtteln. Wie oft musste ich mir anhören: «Komm, ruf sie an, es sind deine Eltern, sei nicht so stur
Eines Tages werden sie nicht mehr da sein und dann wirst du es bereuen…Blablabla» und all der gleichen.  Nein, werde ich sicher nicht, ganz ehrlich!

Menschen sind gegen Gewalt an Kindern

Jeglicher Missbrauch ist ihnen zuwider und jeden der ein Kind quĂ€lt, auf welche Art und Weise auch immer, wĂŒrden sie am liebsten auf Lebenszeit einsperren oder gar schlimmeres, da sind wir uns auch alle einig, hmm? Einem wehrlosen, schutzbedĂŒrftigen Kind, dass auf seine Eltern angewiesen ist, keine Liebe oder Geborgenheit und Sicherheit zu geben, es nur bis auf das nötigste zu versorgen und es nur beachten wenn es etwas zum Kritisieren gibt, um es dann körperlich zu zĂŒchtigen, es bricht den meisten schon das Herz wenn sie nur davon lesen, stimmt`s?

Menschen sind auch gegen jegliche bevormundung wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, wie die VolljÀhrigkeit, nicht wahr?

Viele von euch nehmen solche Eltern in Schutz

Denn wenn Kinder, Eltern jeglichen Kontakt verweigern, ist meist wirklich etwas dahinter. In meinem Fall, all das von oben beschriebene. Also warum drĂŒckt man mir und vielen anderen, die sich aus Scham nicht trauen darĂŒber zu sprechen den Stempel der Undankbarkeit gegenĂŒber den Eltern auf? FĂŒr was sollten wir in unserem Fall Dankbar sein?

Warum schĂŒttelt man den Kopf, und zieht die Augenbrauen hoch, wenn wir uns nur schĂŒtzen wollen, nun, da wir selber Erwachsene sind und eine Wahl haben? Denn als Kind hat man keine Wahl, man ist angewiesen auf die Eltern.

Und man kommt auch nicht so einfach aus der Familie raus, im schlimmsten Fall, muss erst etwas passieren, dass die Behörden hellhörig werden. Oder es braucht einen mutigen der das meldet. Doch die meisten sind nicht mutig und sehen weg, auch wenn das UnglĂŒck vor ihren Augen passiert. Wie viele Kinder sind schon in Wohnungen verendet und angeblich hat niemand etwas mitbekommen? Wie viele Kinder werden in der Öffentlichkeit geohrfeigt und niemand schreitet ein?

Man sieht weg, es ist ja nicht das eigene Kind, nicht das eigene Problem, warum sich also mit sowas unnötig belasten?

Aber wenn man dann als erwachsene Frau / Mann sagt: «Ich habe den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen!» Da fĂŒhlen sich plötzlich alle eingeladen ihren abschĂ€tzigen Senf dazu zugeben, vor allem zu verurteilen, sich einzumischen, obwohl sie niemand darum gebeten hat. Denn nicht jeder mag dann ausfĂŒhrlich erzĂ€hlen warum wieso und weshalb es so weit kam.

Viele sagen auch aus den besagten GrĂŒnden einfach, dass ihre Eltern verstorben sind. Denn glaubt mir, diese Entscheidung trifft man nicht von heute auf morgen. Es ist ein langjĂ€hriger Prozess in der Hoffnung, dass eines Tages, die Eltern ihre Fehler erkennen, das Kind als solches erkennen, mit seinen BedĂŒrfnissen, WĂŒnschen, Ängsten.

Mit dem vergangenen abschliessen

Dass sie eines Tages anfangen Liebe zu zeigen, anstatt ihren Frust an ihren Kindern auszulassen. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr stirbt die Hoffnung und man stellt fest, dass man sich das nicht antun braucht. Warum auch? Warum sollte sich jemand freiwillig niedermachen lassen wollen? Also trennt man sich und hat seine Ruhe. Die meisten brauchen eine Therapie, um sich von dem Traumata der Kindheit zu erholen, an ihrem Selbstbewusstsein zu arbeiten und um mit der Vergangenheit abzuschliessen.

Es war ein langer Weg auch fĂŒr mich, all das was passiert ist hinter mir zu lassen. Doch ich wollte es immer anders machen, als meine Eltern. Und Menschen, die mich verurteilen, mich als schlechte Tochter hinstellen, die kann ich mittlerweile nur noch belĂ€cheln. Denn wenn sie meine Eltern so bemitleiden, kann ich ihnen gern die Adresse geben, damit sie ihnen einen Besuch abstatten können.

Wenn man sie dann konfrontiert mit der bitteren Wahrheit und dem Grund des Kontaktabbruchs, werden sie meist still und schauen bedrĂŒckt zu Boden. Es ist halt immer einfacher zu urteilen, statt zu hinterfragen.

Warum ich euch das heute erzÀhle?

Weil ich den vielen Menschen, denen es genauso geht Mut machen möchte. Ihr seid keine schlechten Menschen, nur weil ihr euch schĂŒtzt! Denn jeder hat das Recht glĂŒcklich zu sein. Ich möchte auch kein Mitleid, ich möchte einfach nur, weniger verurteilende Worte, weniger Vorurteile, mehr Hinterfragen. Denn glaubt mir, viele von uns hĂ€tten gern ein liebevolles Elternhaus und eine tolle Kindheit gehabt und vor allem: Einen guten Draht, auch als Erwachsene zu den eigenen Eltern!

Wie wĂ€r`s mal mit GemĂŒtlichkeit?

Jedes Jahr um diese Zeit das gleiche Bild. Menschen, gehetzte Menschen ĂŒberall in der Stadt, in den Einkaufszentren, in der Arbeit. Alle befinden sich in einem Modus, in der niemand eigentlich sein will. Bei jedem das gleiche Szenario: „Weihnachtszeit ist die mĂŒhsamste Zeit im Jahr!“ Dabei handelte es sich mal irgendwann um die „besinnliche Zeit des Jahres.“ Nur wo zum Teufel ist diese Besinnung hin? Nicht einer der um diese Zeit nicht kurz vor dem Nervenzusammenbruch steht, selten treffe ich auf Menschen, die es ruhig angehen (können) so kurz vor den Feiertagen. 

Samstag ist eigentlich mein freier Tag, an dem ausser Sport und etwas Erholung meist nichts auf dem Programm steht. Doch seitdem die bunten Lichter in der Stadt leuchten, ist auch bei mir der Stress eingezogen. Noch mal schnell Geschenke kaufen, den Nanny Anny Blog Weihnachtlich ausstatten, Umfrage im Familien Forum starten, Promotour, Interviewanfragen verschicken, noch mal ein paar Freunde treffen, weil man spĂ€ter im Laufe des Monats nicht mehr dazu kommt, Ferien organisieren und buchen, ein paar VortrĂ€ge besuchen, lange rede kurzer Sinn: 

Mein Terminkalender platzt aus allen NĂ€hten

Und wie gestresst ich eigentlich bin, merkte ich an folgender Situation: 07:38 Uhr, ich öffnete die Augen, sah dass ich, erschrocken, dass der Bus, den ich normalerweise nehme, um 07:36 Uhr lĂ€ngst abgefahren war. Und dann ging es los, Herzrasen, Panik, mit einem Sprung aus dem Bett, um dann zwei Sekunden spĂ€ter festzustellen: Ähmm, ja. Es ist Samstag, verdammt! Ich habe F.R.E.I.! nichtsdestotrotz, musste ich mein Ämtliplan in der WG abarbeiten, die WĂ€sche machen und was man halt so macht, wenn man frei hat. Alles aufarbeiten, was sich an den restlichen Tagen so ansammelt. Dann war Sport geplant, anschliessend Lunch mit einem lieben Freund, gefolgt von einem Vortrag und abends wollte ich noch einen Beitrag schreiben. Strukturierter Tag von morgens bis abends
 

Um im Endeffekt nur mit dem guten Kollegen zum Lunch zu gehen und anschliessend ins HĂŒrlimann ĂŒber den DĂ€chern von ZĂŒrich zu entspannen. Keinen Beitrag geschrieben, sondern mir bei einer guten Tasse Tee und bisschen Musik ein gutes Buch gegönnt, um anschliessend ins Lala Land zu reisen. Warum? Weil mir klar wurde, dass ich genauso wie alle anderen um diese Zeit, gehetzt von A nach B sprintete. Mir gefiel das ganz und gar nicht, warum tat ich mir das dann eigentlich an? Und ich muss euch gestehen, ich bereue es keine einzige Minute, wir hatten einen schönen, sehr entspannten Tag. Warum fĂ€llt es uns so schwer mal abzuschalten? Entschleunigung, entspannen, sich Zeit nehmen, um sich auf die wichtigen Sachen im Leben zu besinnen, Zeit zum nichts tun finden? Obwohl wir es dann alle schĂ€tzen, wenn wir mal einen Tag „nichts“ tun. 

Vielleicht hilft es uns es mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen      

In einer Zeit von stĂ€ndiger Erreichbarkeit, rund um die Uhr online sein, ist Entschleunigung, Offline gehen, ein bisschen Luxus, denn man sich aber durchaus hier und da gönnen sollte ohne die Stimme des schlechten Gewissens. Wenn man sich entspannt, tut man etwas fĂŒr sich, seine Gesundheit, ich persönlich sehe es als eine Art Investition. In mich selber. Und ja, entspannen ist produktiv, denn ich bin erst dann funktionsfĂ€hig, wenn ich nicht ĂŒberreizt, gestresst sondern erholt bin, wie die meisten von uns. Und was macht mehr Sinn an meinem freien Tag, als meinem Körper und meiner Psyche Erholung zu gönnen gerade in der besinnlichen Zeit, kurz vor Weihnachten? Ab und an mal zur Massage, ins Wellness, mal zu Hause bleiben Samstagabend, Badewasser einlassen und relaxen zu einem guten Buch, gemĂŒtlich mit den Freunden kochen, richtig lange ausschlafen und alles ohne schlechtes Gewissen, es gibt 1001 Möglichkeiten mal ein paar GĂ€nge runterzuschalten, es lohnt sich!  

Dieser Beitrag erschien gestern auch auf Ron Orp.

Missionierende Mamis – so lĂ€stig wie die Zeugen Jehovas

Liebe Mamis 

Wir mĂŒssen reden. Und ich hoffe ihr seid nicht sauer ĂŒber die klaren Worte, die ich fĂŒr einige von euch heute hier finde. Doch es gibt Frauen unter euch, die haben nicht nur die neue Rolle als Mutter eingenommen, sondern gleichzeitig die Rolle der Missionarin. TagtĂ€glich liest man es in der Zeitung, im Internet, hört es an SpielplĂ€tzen, Krippen, Bushaltestellen, im Zug, in der Tram, einfach ĂŒberall. Ihr wollt mal wissen wie sowas aussieht? Seid ihr denn bereit fĂŒr die missionierenden Muttis? There we go: 

https://editionf.com/Bekommt-endlich-Kinder

Hört.Auf.Damit.Bitte! 

Niemand wĂŒrde schliesslich auf die Idee kommen, MĂ€nner so unter Druck zu setzen nur weil sie keine Kinder wollen! Woher nehmen sich solche Frauen das Recht zu beurteilen, ob es fĂŒr Hilde, Petra, Sandra und Nancy oder mich persönlich das grosse GlĂŒck sein wird, so wie sie es fĂŒr sich empfinden? Ich zum Beispiel bin auch immer öfter mit der Frage konfrontiert: „Und, wann ist es bei dir soweit?“ Hmm, lass mal ĂŒberlegen. Ich arbeite seit 2000 mit Kindern, sie sind mein Leben, meine Aufgabe, meine Berufung. Doch in meiner Freizeit, mag ich es gern Kinderfrei. 

Ich mag mich an ein kurzes ChatgesprĂ€ch zu dem Thema „Warum wir keine Kinder wollen“  mit einer Bekannten entsinnen; Ich erzĂ€hlte ihr, wie gern ich Kinder habe, bis 18 Uhr, danach hab ich gern wieder meine Ruhe um Kraft zu tanken, und mich mir selber zuzuwenden und meinen Projekten. Sie erwiderte:“ Ich mag die erst ab 18 Jahren!“ Ich fand das ziemlich lustig, denn es soll tatsĂ€chlich Frauen geben, bei denen schlicht und ergreifend nicht der Mutterinstinkt geweckt wird, wenn sie kleine sĂŒsse, rosige Babys sehen. 

Keine Kinder? Nicht geeignet fĂŒr einen sozialen Beruf mit Kindern  

Viele mögen das nicht verstehen, einige sprachen mir meine Eignung fĂŒr den Beruf ab, wiederrum andere sagten mir: „Warte nur, bis der Richtige kommt!“ Dabei wollte ich nie Kinder. Schon mit 13 Jahren stand das fĂŒr mich fest. Damals hiess es lapidar: „Ach, du bist noch jung, was weisst du schon!“ Ja, anscheinend wusste ich schon in jungen Jahren was ich definitiv nicht wollte. Wenn ich an meine Zukunft dachte, sah ich mich eher in Highheels, Cocktailkleid in einem chicen Restaurant oder im Urlaub, sah ich mich schreiben, reisen, mich verwirklichen, einen grossen Kleiderschrank mit vielen tollen Kleidern drin, glĂŒcklich umgeben von vielen BĂŒchern und ein paar Freunden, doch  nirgendswo waren – ihr habt es erraten- Kinder.  

Liebe Mamis, die ihr von klein auf Mama werden wolltet ab einem bestimmten Zeitpunkt eures Lebens, bitte schĂ€umt jetzt nicht vor Wut und nennt mich Egoistisch. Ich werfe euch dann auch nicht vor, dass einige von euch keine grösseren TrĂ€ume hatten, als Mutter zu werden und eine Familie zu grĂŒnden. 

Auch nun mit 31 Jahren, höre ich diese Uhr, von der alle reden nicht mal im Ansatz ticken. Ja, auch wenn ich mit Kindern arbeite und diese absolut sĂŒssen Geschöpfe vergöttere, wirklich nicht. Und nein, ich bin weder verbittert wegen der MĂ€nnerwelt, obwohl ich das eine Zeitlang durch aus war. Wer kann es mir auch verĂŒbeln, bei den Katastrophen, die ich mir anlachte. Doch, man lebt und man lernt schliesslich immer dazu. Ich habe das andere Geschlecht nicht aufgegeben.  

Nur brauche ich keine „bessere“ HĂ€lfte, weil ich schon ganz bin. Mir fehlt auch nichts zu meinem GlĂŒck, denn ich bin gesund, habe eine tolle WG, tolle Freunde und lebe das Leben, dass ich mir als 13 jĂ€hrige vorgestellt habe. Wer kann das schon von sich behaupten? Nur meine Dates, da lege ich nun einen anderen Fokus, als noch vor einem Jahr, man wird eben doch etwas Erwachsener mit der drei (und einer eins nach der drei) vorne dran und der Typ „Peter Pan“ &  „Bad Boy“ oder „Hip Hopper“  auf den man einst so stand erscheint einem heute nur noch lĂ€cherlich und voller Komplexe. Wenn ich nun jemanden treffe, der mir zusagt und ich mein Herz erneut verliere- gut, wenn nicht – auch gut. 

Ich gönne es euch, euer kleines GlĂŒck, euer kleines Baby, eure Familie. Aber das ist euer Traum vom GlĂŒck, nicht unserer, die wir gewollt Kinderlos bleiben. Warum dieses Missionieren? Wir sind weder egoistisch, noch neurotisch oder narzistisch veranlagt. Wir haben nur andere BedĂŒrfnisse als ihr. Wir akzeptieren euch ja auch, wenn ihr stĂ€ndig nur ĂŒber eure Kinder redet, euch ĂŒber sie definiert und sie zu eurem gesamten Lebensinhalt macht. Whatever! Solange ihr uns nicht belĂ€stigt mit eurem fĂŒr euch perfekten Leben, dass man „nur mit Kindern haben kann“ Geplapper, wie die Zeugen Jehovas, Samstagmorgen um 7 Uhr, Sturm klingelnd an der TĂŒr, als wĂŒrde Jesus, der heilige Geist und Gott persönlich nun genau JETZT emporsteigen. Danke!

Wir brauchen auch euer Mitleid nicht, ehrlich nicht. Wir wollen das bewusst so. Wirklich, wirklich! Grosses Indianerehrenwort! Die Zeit setzte sich mit dem Thema auch auseinander letztes Jahr: 

„Wer Ă€ußert, sich einfach kein Kind zu wĂŒnschen, wird gerne fĂŒr neurotisch erklĂ€rt – meistens als vergnĂŒgungssĂŒchtige Narzisstin. WĂ€hrend Eltern durchaus damit durchkommen, wenn sie ihre Kinder als verlĂ€ngertes Ego betrachten, indem sie stĂ€ndig danach fahnden, welche Talente und FĂ€higkeiten vom Nachwuchs noch gefördert werden sollen. Oder Kinderlose werden umgehend mit Mitleid ĂŒberschĂŒttet, als hĂ€tte es nicht auch mal Zeiten gegeben, in denen sich Menschen noch andere Lebens- und Gemeinschaftsformen als die berĂŒhmte Kleinfamilie mit möglichst hohem Zaun drum herum vorstellen konnten.“ 

Quelle und ganzer Bericht: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-12/kinderlose-toleranz 

GlĂŒck ist vielfĂ€ltig  

Mein Persönliches GlĂŒck besteht aus der UnabhĂ€ngigkeit das tun und lassen zu können was ich möchte. Ich will Kinder um mich herum? Dann arbeite ich mit ihnen. Ich möchte ausschlafen am Wochenende? Dann tue ich das. Ich möchte noch etwas nebenberuflich studieren, ja dann los, niemand der mich aufhĂ€lt! Ich kann in den Urlaub gehen wohin ich will, kann dort tun was ich möchte. Muss mich nach niemanden richten, kann int Theater, in die Oper, ins Kino oder ins Museum, auf Partys und vor allem in Ruhe einkaufen im Supermarkt.  

Kann Symposien besuchen, wann und so viele ich möchte, mich unter meinen BĂŒchern vergraben den ganzen Sonntag und so weiter und so fort. Und wenn ich so richtig, richtig glĂŒcklich sein möchte? Dann bin ich das. GlĂŒcklich sein ist eine Entscheidung die man innerlich trifft. Niemand von aussen sollte dafĂŒr verantwortlich gemacht werden.  

Wenn ich alt bin  

„Und wer kĂŒmmert sich um dich, wenn du alt bist?“ Ist auch immer eine sehr beliebte Frage der missionierenden Muttis. Liebe Mamis, wer kĂŒmmert sich denn um all die Ă€lteren Mitmenschen, die ins Altersheim geschoben werden von ihren eigenen Kindern? Fein, so hĂ€tten wir die Frage, die ihnen so fest unter den NĂ€geln brannte, nun beantwortet. Kinder sind keine Garantie, dass am Lebensabend jemand da ist, der einem die Hand hĂ€lt meine lieben. 

Wie wĂ€re es nun, wenn jeder akzeptiert, dass wir alle verschieden sind?! Und, dass es auch gut so ist. Jeder definiert GlĂŒck anderes und wir hören auf, andere zu verurteilen und den mahnenden Zeigefinger zu heben, nur weil sie nicht so leben, wie wir es gerne hĂ€tten. Oder weil sie so leben, dass es nicht mit unserem Bild von „RealitĂ€t“ ĂŒbereinstimmt. Klingt gut? Ist es auch!