14.07.1997

1997

20 Jahre ist das nun her, ich war 13 Jahre alt. Es sollte das Jahr werden, an dem sich mein Leben grundlegend veränderte. Wie bei vielen Jugendlichen, sagen die einen. Ja, das mag sein. Für mich änderte sich aber alles und mehr. Nicht nur, dass meine Eltern sich scheiden liessen, was wirklich an der Zeit war. Ich verlor auch meinen Glauben. Denn ich verlor einen Freund. Alex. Es sollte einer von vielen werden, wie die nachfolgenden Jahre zeigten.

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Ich gebe Hatern eine Plattform – Warum eigentlich?

 

Als ich in Deutschland war, hatte ich mit einem alten Bekannten eine kleine Diskussion bei einer kleinen Auszeit an der frischen Luft. Es ging darum, dass ich ja auch den Hatern eine Plattform biete, wohl aus dem Grund, weil es mir doch nicht so egal ist was sie sagen. Da es mich immer noch beschäftigt, würde ich gern heute darüber schreiben. Und wohl auch, um mich vor der Hausarbeit zu drücken, die heute, an meinem freien Tag ansteht.

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Es braucht viel Mut, man selbst zu sein – warum eigentlich?

Ist Frau dünn, hat sie bestimmt Magersucht oder Bulimie. Ist Frau kurvig, ist sie bestimmt faul und ernährt sich ungesund. Achtet Frau auf eine gepflegte Erscheinung gilt man als “Tussig”, bevorzugt man eher den Schlabberlook, lässt man sich gehen. Liest man gerne Bücher, hat man bestimmt kein Privatleben und hält sich wohl für besonders schlau, gibt man hingegen die Partyqueen, hat man bestimmt ein Alkohol- oder gar Drogenproblem und ist sonst eher Oberflächig.

Bekommt Frau Kinder und bleibt zu Hause, hat man bestimmt immer nur darauf gewartet und ist zu faul zum Arbeiten. Bekommt man Kinder und geht arbeiten, wird man hingestellt als Rabenmutter und oft wird die Frage laut:”Wozu hat sie denn überhaupt Kinder bekommen?

Egal was man tut, man wird immer verurteilt. Egal wie man sich verhält, irgendwem passt das nicht in den Kram. Und je weiter man sich von der Norm entfernt – desto mehr wird man zum Feindbild. Sollte das einen stören?  Nö!

Schminkt man sich, wird einem entgegen gehauen: “Wahre Schönheit kommt von innen!” Schminkt man sich nicht, wird man gefragt ob man krank ist, wird einem extremer Mut zugesagt (Exgüsi, für was genau?)  oder man wird wie gerade Alica Keys im Internet gelyncht. (Mehr von Frauen als von Männern)

Auch in meinem Facebook Freundeskreis kam mir zu dem Thema ein Posting entgegen, von einem Mann: “Liebe Frauen, nehmt euch ein Beispiel an Alicia Keys!”

Ähmmm, nope!

Da könnte man ihm ja glatt entgegen rufen: “Liebe Männer, nehmt euch ein Beispiel an Vin Diesel! Oder Brad Pitt!” (Ich finde beide nicht heiss, aber was soll`s!)

Und so als Input: Nur weil man mit Makeup umgehen kann und es benutzt, heisst das nicht dass man 24/7 mit zugekleistertem Gesicht durch die Weltgeschichte spaziert. Und nur weil man sich nicht schminkt bedeutet das auch nicht, dass man Makeup und seine Anhängerschaft verurteilt oder sogar hasst.

Ps. Ginge es nach mir könnte man die Vollbärte die gerade so In sind auch alle samt abrasieren. Sorry, aber ihr Vollbartjungs seht aus wie euer Opa. Sexy und Co.? Nope! Eher widerlich bis abstossend…Aber hey, so lange ihr euch gefallt, schmiert euch den Glitzer da rein, dekoriert ihn mit Blümchen, whatever! Not my fucking business. Und ich äussere mich nur dazu, weil es hier gerade Thema ist.

Es ist ein wenig wie mit Alkohol

Trinkt man als Frau, ist es ok bis nicht ok. Kein grosser Wind wird darum gemacht, es ist “Normal”. Trinkst du aber nicht, egal ob Männlein oder Weiblein, – fühlen sich alle eingeladen nach dem Grund zu Fragen (braucht es den wirklich immer?) oder noch schlimmer: Sie versuchen dich zu überreden, sie wollen eins spendieren etc. Anscheinend wird wenig verkraftet, wenn man nicht der Norm entspricht. Und im Club und in der Bar trinkt man halt, verdammt nochmal, gefälligst mit! Wo kämen wir denn hin, wenn alle nur noch Wasser mit Zitrone trinken?

Ausserdem finde ich es immer lustig, wie andere Menschen uns sagen wollen wie wir zu sein haben, nicht? Wenige rufen uns zu: “Sei wie du bist!” “Du bist super wie du bist!” “Wenn es für dich stimmt, why not!?”  “Yeah, Kompliment! Du bleibst du selber, komme was wolle!”

Stattdessen hört man öfter: “Nimm dir ein Beispiel an dem!” “So hast du auszusehen, damit du geliebt wirst!” “Kauf dieses und jenes um glücklich zu werden..:” “Nur wenn du so denkst wie wir liegst du richtig!” Blablablablabla!

NEIN! Ich will nicht! Nö, Nope, Nee und Nein!

Heute nicht, morgen nicht, in 100 Jahren nicht, niemals! Ich will mir auch von der Gesellschaft nicht reden lassen wie ich sein soll. Es ist mir schlicht und ergreifend Wurst bis Scheiss egal und darüber hinaus, ob ich in das Weltbild von manchen Ewiggestrigen passe oder nicht. Oder den Ansprüchen mancher Ignoranten genüge. Wer sind die Leute schon um uns zu beurteilen, zu verurteilen, mit welchem Recht stellt sich wer hin und erklärt uns wie wir zu sein haben?

Niemand hat das Recht uns zu sagen wie wir auszusehen haben, wie unser Körper sein sollte, wie wir uns zu kleiden haben. Oder wie Erfolg auszusehen hat. Es geht die Leute einfach einen feuchten Dreck an. Punkt. Die meisten sind neidisch, haben mit sich selber Probleme und Minderwertigkeitsgefühle die sie so versuchen zu kompensieren. Unglückliche, unzufriedene Leute, voller Selbstzweifel – daran verdient auch die Industrie von A bis Z.

 “Was Hans über Peter sagt, wenn Peter den Raum verlässt, sagt mehr über Hans aus, als über Peter.”

So oder so ähnlich ging ein Spruch den ich mal aufgeschnappt habe – und er ist wahr durch und durch. Wenn man sich das vor Augen führen kann, dass es meist nichts persönliches ist, verlieren die “Giftpfeile” der Hater, oder des Mobs ihre Wirkung. Tja, dumm gelaufen!

Ihr seid super (!) wie ihr seid! Und wenn ihr mit euch  nicht zufrieden seid, dann ändert das! Aber nicht um der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen und es wem Recht zu machen. Nur für euch muss es stimmen, einzig und alleine für euch!

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Und wie geht ihr damit um?

 

Schönes Weekend ihr lieben!

 

Paula

Raus aus der Komfortzone!

„Na ja, der Sex ist nicht mehr so toll, doch mit den netten Affären nebenbei kommt das schon gut. Ich liebe sie, das musst du mir glauben! Doch mit ihr reden kann ich darüber nicht.“ „Jetzt wo wir zusammen wohnen, ist das nicht so einfach sich zu trennen, so finanziell, eine eigene Wohnung ist teuer, gerade in Zürich…“ „Ich warte noch bis die Kinder aus dem gröbsten draussen sind, ich weiss nicht wie ich das sonst schaffen soll als Alleinerziehende.“ „Sport? Da geh ich nächste Woche hin, gerade bin ich zu müde und im TV läuft abends meine Lieblingssendung!“ „Ich will ja schon ewig diese Fortbildung machen, aber irgendwie weiss ich nicht wie ich das zeitlich hinbekommen soll.“ „Reisen, ja, das wäre schön, doch so ganz alleine, ist glaube ich nichts für mich.“ „Rauchen aufhören wäre toll, allerdings ist es so schwer.“ „Ich kiffe, trinke, nehme ja gar nicht so viel, der XY ist da viel schlimmer…“

STOP! Es gibt tausendundeine Ausrede Dinge nicht zu tun die uns am Herzen liegen

Entweder weil wir sie uns nicht zutrauen, den inneren Schweinehund nicht überwinden können oder Angst haben vor dem alleine sein. Doch ist es wirklich die Situation die uns ängstigt oder ist es eher die, meist grundlose, Angst die sich mehr und mehr aufbauscht als Hirngespinst in unseren Köpfen?

Ich bin nun seit einigen Jahren ohne feste monogame Beziehung und traf im Laufe dieser Jahre auf viele Männer und Frauen die in unglücklichen Beziehungen steckten. Fragte ich nach den Gründen hörte man immer wieder das gleiche heraus: Die einen wollten nicht alleine sein und nahmen dafür alles in Kauf, viele gingen heimlich fremd, weil es im Bett nicht mehr lief, oder nicht nach ihren Vorstellungen, aber niemand traute sich mit der Partnerin / Partner offen zu reden. Oder gar sie zu verlassen. Viele sahen dabei all die Jahre die sie bereits in die Beziehung investiert hatten, warum das also weg werfen?

Lieber gingen sie munter fremd

Aber beteuerten immer wieder wie sehr sie den Partner doch liebten. Entschuldigung? Meines Erachtens belügt und betrügt man Menschen nicht die man liebt, sondern sucht gemeinsam nach Lösungen. Auch finanziell abhängige Menschen sollten sich wirklich mal Gedanken machen, was das noch mit Liebe zu tun hat, wenn man sich nicht trennt, weil man dann seinen Lebensstandard so nicht halten kann. Wäre es dann nicht mal an der Zeit auf eigenen Beinen zu stehen? Unabhängig, Selbstbestimmt? Auch für verheiratete Paare mit Kindern, die ausharren wegen der Kinder habe ich nur noch ein müdes Kopfschütteln übrig. Kinder brauchen Eltern die zufrieden sind mit dem Leben, nicht Eltern die zu Hause sich keines Blickes mehr würdigen oder gar jeden Tag streiten.

Warum fällt es uns so schwer aus unserer Komfortzone auszubrechen? Lieber harren wir aus, warten auf irgendein Wunder das nie eintreffen wird, oder vertrösten uns auf morgen. Dabei lügen wir uns alle samt in die Tasche, denn meist wird es vom Abwarten nicht besser. Ganz im Gegenteil. Je länger man meist wartet, desto grösser wird die Angst, die Bedenken und der Zweifel. Bis es irgendwann zu spät ist. Klar, für gewisse Aktionen im Leben muss man den Schweinehund überwinden. Doch wenn man das Ziel vor Augen hat und es einem wirklich wichtig ist, kann man es schaffen. Sport statt TV, gesunde Ernährung statt Junkfood, Fortbildung statt Party usw.

Man muss nur wollen, wirklich wollen

Du willst ins Ausland? Do it, now! Gerade in der heutigen Zeit sind die Möglichkeiten da und warum sollte man sie nicht nutzten? Freunde und Familie werden immer noch da sein, auch wenn man ein paar Km weiter weg wohnt. Und wenn man scheitert? Dann hat es dann immer hin versucht, anstatt sich auf dem Sterbebett zu fragen: „Was wäre gewesen wenn…? Denn wer immer nur das tut was er kann, bleibt was er ist, statt sich weiterzuentwickeln. Traut euch mehr zu, überwindet euch, raus aus der Komfortzone!

 

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Ron Orp Zürich.

 

Schönes Wochenende und liebe Grüsse aus Bern

 

Paula