Ich gebe Hatern eine Plattform – Warum eigentlich?

 

Als ich in Deutschland war, hatte ich mit einem alten Bekannten eine kleine Diskussion bei einer kleinen Auszeit an der frischen Luft. Es ging darum, dass ich ja auch den Hatern eine Plattform biete, wohl aus dem Grund, weil es mir doch nicht so egal ist was sie sagen. Da es mich immer noch beschĂ€ftigt, wĂŒrde ich gern heute darĂŒber schreiben. Und wohl auch, um mich vor der Hausarbeit zu drĂŒcken, die heute, an meinem freien Tag ansteht.

Also, warum gebe ich Hatern hier eine Plattform?  Warum bitte ich sie auf die BĂŒhne?

Einerseits um sie vorzufĂŒhren ja, wer so dumme „Sachen“  wie Beleidigung, Drohungen usw.  los lĂ€sst im Netz und gerade, an mich gerichtet muss damit rechnen vorgefĂŒhrt zu werden. Sorry, da bin ich eben eine Bitch. Zwingt einen ja niemanden andere runter zu machen oder zu meinen man hĂ€tte das Recht mich dementsprechend anzuschreiben.

Andererseits um auch der Welt zu zeigen, was da so passiert hinter den Kulissen. Dass es nicht immer eitel Sonnenschein ist in meinem Einhornpalast. Und klar, möchte ich meinen Senf zu diesen „lustigen“ Kommentaren abgeben und euch daran teilhaben lassen. Um auch andere zu ermuntern, den Hass nicht so stehen zu lassen. Konter zu geben. Viele Trolle wĂŒrden evtl nicht mehr so viel Hass sĂ€hen, hĂ€tten mehr den Mut ihnen ein Wort entgegen zu stellen. Oder zwei. Jedesmal. Immer und immer wieder. Oder Konsequenzen zu ziehen.

Ist mir egal

Denn ich stehe da wirklich weit drĂŒber, nur möchte ich das nicht so stehen lassen. Ja, klar, werden die einen nun sagen. Ja, SEHR KLAR, sage ich. Wer als Kind, durchgehend fertig gemacht wurde fĂŒr alles mögliche, manchmal auch nur wegen der eigenen Existenz, von seinen eigenen Eltern, und das ĂŒberwunden hat, dem können halt so ein bisschen „böse“ Worte von anderen, fremden und frustrierten Menschen nichts anhaben. Da bin ich total abgestumpft, sorry.

Sicher Ă€rgert es mich im ersten Augenblick, doch dann schreibe ich es auf und somit ist es weg. Erledigt, ab zu den Akten oder in den MĂŒll. Ich muss nicht jedes Geschenk annehmen, dass mir die Leute bringen. So verhĂ€lt es sich auch mit den Beleidigungen. Oder ich erstatte Anzeige, wenn ich bedroht werde und all der gleichen was man durch das Gesetz belangen kann.  Sorry, for not sorry.

Meist passiert das ja auch mit X Vorwarnungen die dann noch belĂ€chelt werden a la: „Mir scheiss egal, wenn Du die Zeit hast, dann zeig mich an, mir egal!“ Ja, ich habe die Zeit und wenn nicht, nehme ich mir sie. Um sowas in  Zukunft zu verhindern. Ich stecke das locker weg, andere nicht. Und ein gebranntes Kind, der die Konsequenzen seiner Taten ausbaden musste, meidet in Zukunft das Feuer. Und lernt im besten Falle daraus. Das Internet ist keine rechtsfreie Zone.

Angst? Manchmal. FĂŒr ein paar Minuten

Man hatte mich ja auch schon anders bedroht und da meine Adresse im Netz steht, gab es ja schon mal ein paar Minuten der Angst, das gebe ich zu. Aber nie so, dass ich mich nicht mehr aus dem Haus getraut hatte. Gerade die Drohungen aus Deutschland damals, als ich mich fĂŒr FlĂŒchtlinge online und im RL stark gemacht hatte. Als ob sich diese Hartz4 EmpfĂ€nger, eine Fahrkarte in die Schweiz leisten könnten, extra nur, um mir aufs Maul zu hauen…so wie es manche angedroht hatten oder noch schlimmeres.

Ich kenne diese Internetrambos. Gross hinter dem Monitor im geschĂŒtzen Rahmen. Da sind sie stark. Aber nur da. Nobodys ohne Courage im realen Leben.  Die sind harmlos…ehrlich. Manche legen sich nĂ€mlich im Netz eine zweite Persönlichkeit zu, so habe ich das GefĂŒhl. Und meinen ich tue das auch.

Falsch gedacht!

Ich bin so wie ich schreibe. Alles was im Netz passiert und geschrieben wird, das wĂŒrde ich den Leuten auch so ins Gesicht sagen. Ich bin im Netz kein anderer Mensch, es ist nur eine „VerlĂ€ngerung“ meiner Persönlichkeit, keine Ahnung wie ich das ausdrĂŒcken soll. Auf jeden Fall schlĂŒpfe ich hier nicht in irgendeine Rolle die ich ausfĂŒllen muss. Um zu zeigen, dass ich wer bin. Oder um zu kaschieren wer ich nicht bin.

Ich bin Ich. Ich bleibe ich. Immer. Meine Instagram Bilder sind nicht gestellt, ich brauche keine zweite Stunden fĂŒr ein Bild, sie sind mitten aus dem Leben. Einmal Klick…und rein ins Netz. Kein Stundenlangen Optimierungen. Wozu? Gleiches verhĂ€lt es sich mit meinen Worten. Ich sage was ich denke. Immer. Manchmal auch etwas deplatziert. Was soll`s. Es gibt trotzdem niemanden das Recht, mich dann zu beleidigen und zu bedrohen. So wie ich niemanden beleidige oder bedrohe, mit dem was ich sage.

Ich schreibe auch hier was ich denke, ob es dann allen passt oder nicht, das ist ihr Problem. Schliesslich ist es mein Blog. Don`t like it? No Problem. Ich mag auch nicht jeden. Und nur, weil ich scharfe Worte benutze, bedeutet es nicht, man bringt mich aus der Fassung.

Ich kann einfach nur mit Worten umgehen  – passend zur Situation, auch ohne meinen Blutdruck unnötig in die Höhe schellen zu lassen. Denn – wozu? Du musst mir schon richtig was bedeuten, dass ich mich wirklich aufrege und du mich persönlich verletzten kannst.

Ich kann nicht wegsehen

„Wenn mir was nicht passt, dann scrolle ich halt weiter!“ ist auch so ein beliebtes Argument, um sich aus „Ärger“ raus zu halten. Sicher, ich reagiere auch nicht auf jeden Mist der hier so reinflattert, sonst wĂŒrde ich Tag und Nacht nur noch das tun…so ist es ja nicht. Man könnte aber jetzt weiter gehen und sagen: „Nicht mein Problem!“ wenn ich Ă€rger auf der Strasse sehe. Jugendliche die einen Obdachlosen anzĂŒnden. Oder Fremdenfeindlichkeit. Einfach weg sehen, dann löst sich das Problem schon von selbst.

Oder sonst einfach etwas, dass falsch ist. Richtig falsch. Gewalt, Androhung von Gewalt, wĂŒste Beschimpfungen, Betrug. Da muss man hinsehen. Hilfe holen. Notfalls einschreiten. Fragen. Hilfe anbieten.  Sich nicht einschĂŒchtern lassen. Das machen aber die wenigsten. Weil sie Angst haben.

Wie mir heute eine Dame ans Herz legen wollte, wie gefĂ€hrlich sie meine Reaktion halte, da ich nicht weiss mit wem ich es zu tun habe. Well, dann finde ich es eben heraus. Aber einschĂŒchtern lasse ich mich nicht durch solche „Warnungen“ oder durch solche Menschen die mich im Netz beschimpfen und bedrohen. N.O.P.E! Wenn er meint er muss vor der TĂŒre stehen…Bitteschön. Wenn er Lust hat, sich noch tiefer in den Mist zu reiten..meinetwegen.

Diese Menschen schreien dann aber am lautesten, wenn sie mal persönlich betroffen sind, zum „Opfer“ werden: „Wo bleibt die Zivilcourage?“

Ja, weiss er Teufel wo die bleibt. Immer irgendwas erwarten aber nichts fĂŒr die Welt tun,  damit sich etwas Ă€ndert, funktioniert einfach nicht. Ich bin froh, dass es mehr Menschen gibt, die genau so wenig wegsehen können. Eine Blogger Kollegin hat heute erst darĂŒber geschrieben, inspiriert von meinem Beitrag gestern.

4 Gedanken zu „Ich gebe Hatern eine Plattform – Warum eigentlich?“

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