Nicht immer nur bei anderen – Trennung nach 20 Jahren

Es ist wie in einem schlechten Film. Das, was eigentlich immer nur woanders passiert, kommt auch in meinem Leben vor. Nach ĂŒber 20 Jahren Ehe und vier Kindern erzĂ€hlt mir der Mann, dass er sich in eine andere verliebt hat und sie nun zu seinem Leben gehören soll. Aussortiert, aufs Abstellgleis gesetzt, im Schockzustand! Es braucht Tage und Wochen bis man dieses: „Es ist aus!“ ĂŒberhaupt realisieren kann.

Gastbeitrag von Michaela Braun, Psychologin, Autorin und Mama von vier Kindern

Es ist wie in einem schlechten Film. Das, was eigentlich immer nur woanders passiert, kommt auch in meinem Leben vor. Nach ĂŒber 20 Jahren Ehe und vier Kindern erzĂ€hlt mir der Mann, dass er sich in eine andere verliebt hat und sie nun zu seinem Leben gehören soll. Aussortiert, aufs Abstellgleis gesetzt, im Schockzustand! Es braucht Tage und Wochen bis man dieses: „Es ist aus!“ ĂŒberhaupt realisieren kann. Tage und Wochen, die noch zu frĂŒh sind fĂŒr gute RatschlĂ€ge, zu frĂŒh fĂŒr Traurigkeit, zu frĂŒh fĂŒr irgendeinen Silberstreif am Horizont.In der ersten Zeit stehe ich neben mir. Ich schlafe nicht mehr, habe kaum Appetit. Trotzdem halte ich mich irgendwie aufrecht, um fĂŒr die Kinder da zu sein.

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Valentinstag und das BedĂŒrfnis zu Heiraten

«Schatz findet dieses und jenes auch bescheuert» und wenn ich sie fragte ob sie schon etwas vorhat am Wochenende, dann war die Standartantwort «Wir wissen noch nicht was wir am Wochenende machen!» Tja.

Da ist er ja wieder, der Tag, an dem sich manche Singles grĂ€men, dass sie keinen Partner haben, vermeintlich verliebte PĂ€rchen, die sich in ĂŒberteuerte Restaurants setzen und dabei aussehen, wie Chinesen an einer Massenhochzeit. Nichts gegen Chinesen, aber Massenhochzeiten sind einfach fĂŒr mich befremdlich. Sich mit x anderen PĂ€rchen an einem bestimmten Datum in ein Restaurant setzen ebenso. Singles, die sich vor dem Tag fĂŒrchten, weil die Gesellschaft uns als Mangelware erachtet. Einsame Menschen, die niemanden abbekommen haben.

Die Symbiose – Verlust der eigenen IdentitĂ€t

Doch ist dem wirklich so? Ist es nicht eher umgekehrt, dass viele in Beziehungen von der Aussenwelt abgeschnitten sind, weil sie in einer Symbiose leben mit ihrem Partner, in einem Liebescocoon verharren, und es kein Ich oder Du, sondern nur noch ein Wir gibt? Ich hatte mal eine liebe Kollegin, deren Partner ich besser kannte, als sie selbst. Wenn wir ĂŒber etwas sprachen, egal was es war, kam ihr Partner ins Spiel. «Schatz mag da auch und dieses und jenes» «Schatz findet dieses und jenes auch bescheuert» und wenn ich sie fragte ob sie schon etwas vorhat am Wochenende, dann war die Standartantwort «Wir wissen noch nicht was wir am Wochenende machen!» Tja. Beziehung heisst wohl manchmal fĂŒr manche Menschen, sich und ihre IndividualitĂ€t aufzugeben, um mit einem anderen Menschen zu verschmelzen.

Nach der Heirat plötzlich Frau Doktor, völlig ohne jemals studiert zu haben

Die Menschen, die schon verheiratet sind, kennen das Dilemma. Wessen Nachname nimmt man an? Ändert sich ĂŒberhaupt etwas am eigenen Namen? Die Frau nahm den Familiennamen des Mannes an, das war frĂŒher Standart. Da wurdest du als Frau schon mal „Frau Name und Nachname des Mannes“ einfĂŒgen angesprochen. Nicht umsonst lachte sich die Frau von Welt frĂŒher einen Doktor an, denn mit der Hochzeit war sie auch ohne jahrelanges Studium plötzlich Frau Doktor.

MĂ€nner, die den Nachnamen ihrer Frau annehmen nach der Hochzeit sind immer noch Ă€usserst selten. Auch heutzutage gibt es leider noch genug Frauen und MĂ€nner, die sich nur ĂŒber ihren Partner und ihre Beziehung definieren. Oder einen Partner mit Status anlachen, um sich ĂŒber ihn zu definieren. Ohne Partner, fĂŒhlen sie sich unvollstĂ€ndig. Wertlos. (Deswegen denken viele, es gehen anderen wie ihnen.) Oft wird auch von «der besseren HĂ€lfte» gesprochen. Doch wenn dein Partner die bessere HĂ€lfte ist, welche HĂ€lfte bist dann du? Jup. Die Schlechtere. Als ich bevorzuge dann die grandiose vollstĂ€ndige Paula zu sein.

Plötzlich AuslÀnderin im eigenen Land

«Mehr als 85 000 Schweizerinnen waren zwischen 1885 und 1952 von einem solchen NationalitĂ€tenwechsel betroffen. Bis in die 1920er-Jahre war diese Heiratsregel in Europa weit verbreitet: Die Niederlassung und der Aufenthalt von Ehefrauen waren an die Staatsangehörigkeit ihrer MĂ€nner geknĂŒpft. Doch wĂ€hrend Staaten wie Belgien, Frankreich oder die skandinavischen LĂ€nder in den 1920er-Jahren den BrĂ€uten zugestand, ihre Staatsangehörigkeit in die Ehe zu bringen, verschĂ€rfte die Schweiz 1941 die Heiratsregel. Per Notrecht, im Zuge der nationalen Abwehr im Zweiten Weltkrieg.»

Quelle: Tagblatt

Wifey Material und trotzdem keinen Bock auf Heirat

Und ĂŒberhaupt: brauchen Frauen heute noch MĂ€nner, um ein erfĂŒlltes Leben zu fĂŒhren? Ich und viele andere Frauen sind (fast) totales Wifey Material.

Definition laut Urban Dictionary:

“A loyal female , who hasn’t slept around , cleans /cooks , funny , smart , intelligent , and loving … 
She is also a person you could imagine carrying you children or as a loving wife”

Was ich damit meine? Wir können gut kochen und backen, fĂŒhren unseren Haushalt tadellos, können bĂŒgeln, können gut mit Kindern, sind smart, lustig, intelligent und liebevoll- somit stĂŒnde einer Familie mit Mann, Kind und Haus nichts im Wege. Nun ja, ausser wir haben unsere SexualitĂ€t zu frei ausgelebt und uns nicht (am besten) fĂŒr ihn aufgespart.

Aber: Wir haben eine eigene Meinung, verdienen unser eigenes Geld und wissen, um unseren Wert. Wir möchten uns nicht versklaven lassen, denn wer mal genauer hinhört wie gewisse MĂ€nner ihre Traumfrau beschreiben, der wird hören, dass sich sich eine Haussklavin wĂŒnschen, die ihm gehorcht, kocht, die Wohnung putzt, sich um ihn und die Kinder kĂŒmmert, nicht zu intelligent ist, und jederzeit seinen WĂŒnschen und Vorstellungen entspricht. Sie selber sind dann der Herr im Haus, das Oberhaupt. Ihr meint ich ĂŒbertreibe? Wie viele MĂ€nner kennt ihr, die damit zurechtkommen Hausmann zu sein, wĂ€hrend die Frau sehr gutes Geld verdient? Wie viele Frauen kennt ihr, die immer noch glauben ihr Mann „helfe“ mit im Haushalt? 

Wer möchte die Freiheit aufgeben fĂŒr einen, der sich dann von vorne nach hinten bedienen lĂ€sst, uns die Erziehung ĂŒberlĂ€sst und sich irgendwann beschwert, dass wir nicht rund um die Uhr sexy und begehrenswert uns fĂŒr ihn zurecht machen? Denn ja, auch in emanzipierten Haushalten ist nun mal die Rollenverteilung nicht selten traditionell, ĂŒber kurz oder lang. Wenn er nicht gerade mit einer jĂŒngeren durchbrennt oder uns als Narzisst terrorisiert.

Ja, #notallmen

Und sicher sind nicht alle MĂ€nner so, das ist auch klar, die von mir geschilderten Situationen sind extrem.  Doch sollten wir uns heutzutage ĂŒberlegen was es uns wert ist, uns selber aufzugeben. Wollen wir wirklich einen Partner um jeden Preis, um den Vorstellungen und AnsprĂŒchen unseres Umfeldes zu genĂŒgen? Oder bleiben wir stark und alleine, bis jemand unseren Weg kreuzt, der uns auf Augenhöhe begegnet? Bei dem wir denken: «Ja, der Mensch ist eine Bereicherung fĂŒr mein Leben!» Viele Beziehungen sind nur deswegen von Erfolg und Dauer geprĂ€gt, weil einer immer einknickt und dem anderen recht gibt. Man findet Kompromisse. Doch Kompromisse bedeuten auch, dass keiner von beiden das wirklich bekommt was er möchte.

Single sein ist grandios

Du kannst machen was du willst, mit wem du willst, jederzeit. Du kannst selbstbestimmt leben, ohne Kompromisse, kannst dich auf dich, deine Hobbys, Freunde und Familie konzentrieren und deine Leidenschaft ausleben. Wir brauchen niemanden der uns bestĂ€tigt, denn die BestĂ€tigung von aussen ist flĂŒchtig. legst du dein GlĂŒck in die Hand eines anderen, gibst du ihm die Kraft dir dein vermeintliches GlĂŒck jederzeit wegnehmen zu können. Lasst euch von niemanden einreden ihr braucht eine andere HĂ€lfte, um euch Ganz zu fĂŒhlen. 

 

Ps. Hat eine von euch schon mal ĂŒberlegt was es ĂŒberhaupt bedeutet, wenn die Heirat der schönste Tag eures Lebens ist.Was das fĂŒr den Rest eures Lebens bedeutet? 

 

Wenn das Liebe ist…

Er hat mich belogen, ich glaubte ihm dennoch weiterhin alles. Er stand nie zu mir, ich war immer an seiner Seite, wenn er mich brauchte. Er redete schlecht ĂŒber mich bei seinen Freunden, ich schwĂ€rmte von ihm in den höchsten Tönen. Er war mal lieb zu mir, um mich dann wieder zu verletzen. Er war grausam ich dafĂŒr umso mehr bemĂŒht, mir seine Liebe zu verdienen.

Hab mich verbogen, verleumdet, es ertragen. Ich sei zu dick,  ich sei nicht hĂŒbsch genug. Ich sei nicht gut genug. Er brach unsere Abmachungen, ich verzieh ihm und: Ich blieb, trotz allem, bis zum bitteren Ende. Weil ich mich nicht schĂŒtzen konnte. Weil ich das fĂŒr Liebe hielt.

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14.07.1997

1997

20 Jahre ist das nun her, ich war 13 Jahre alt. Es sollte das Jahr werden, an dem sich mein Leben grundlegend verĂ€nderte. Wie bei vielen Jugendlichen, sagen die einen. Ja, das mag sein. FĂŒr mich Ă€nderte sich aber alles und mehr. Nicht nur, dass meine Eltern sich scheiden liessen, was wirklich an der Zeit war. Ich verlor auch meinen Glauben. Denn ich verlor einen Freund. Alex. Es sollte einer von vielen werden, wie die nachfolgenden Jahre zeigten.

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Ich, bin vieles – vor allem verbittert. Nicht.

„So erfahr ich Sachen ĂŒber mich, die ich selbst nicht gewusst habe“
Samy Deluxe

Ich habe Borderline und andere psychische Leiden, bin verbittert, suhle mich in der Opferrolle, bin unglĂŒcklich, neidisch auf die Beziehungen und Ehen von anderen und ĂŒberhaupt sehr aggressiv. Gehe Leute auf den Sack. Komisch, dabei dachte ich gestern, ich wĂ€re in ZĂŒrich und nicht auf dem Sack von irgendwem. Auch empfinde ich in meinem Leben einen Makel, weil ich noch niemanden gefunden habe der aus meinem verbitterten „Ich“ ein „Wir“ machen möchte. Ich arme, ich heule mich deswegen immer vor lauter Selbstmitleid in den Schlaf. Schon seltsam, dass einige mir als Makel auslegen, dass ich mich bereits vollstĂ€ndig fĂŒhle, mit mir selber, und von niemanden ergĂ€nzt werden muss. *KopfschĂŒtteln

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FĂŒr immer und ewig treu?! Mein persönlicher Kommentar

Keine Einladung zur Kontrolle

Dieser Beitrag soll nun keine Einladung sein jedem zu misstrauen und den Partner nie mehr allein vor die TĂŒr zu lassen. Er soll einladen zum Nachdenken, zum offenen Dialog ĂŒber die verschiedenste BedĂŒrfnisse die nicht in Partnerschaften erfĂŒllt werden, (können) aus Mangel an Kommunikation. Denn ein offenes GesprĂ€ch oder eine offene Beziehung ist genau das: Ein Austausch, beim Versuch einen Weg zu finden der fĂŒr beide passt, ohne den anderen belĂŒgen und hintergehen zu mĂŒssen. Nur so, finde ich, kann eine Beziehung wirklich von Dauer sein. In dem man sich als Ziel setzt glĂŒcklich miteinander zu sein und gemeinsam einen Weg findet, der fĂŒr beide stimmt.

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„Grosse Kinder weinen nicht!“

Vor ein paar Jahren an einem Festival war ich so ĂŒberwĂ€ltigt von allem was ich da sah, hörte und spĂŒrte,  dass ich das erste mal in meinem Leben FreudentrĂ€nen vergossen habe. So richtig, richtig heftig. Und sie liefen unaufhaltsam und ergossen sich wie ein Wasserfall ĂŒber mein Gesicht. Ich konnte gar nichts dagegen tun und je mehr Leute sich nach meinem Befinden erkundigten, was sehr schön war, versteht mich nicht falsch, desto mehr gerĂŒhrt war ich und dementsprechend konnte ich mich nicht in den Griff bekommen. Aber musste ich das? Mich in den Griff bekommen, mich zusammenreissen?

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Verliebt, verlobt, verheiratet?

Verliebt sein, wir kennen alle das GefĂŒhl! Ich persönlich habe ein zwiespĂ€ltiges VerhĂ€ltnis zu dem heftigen Hormoncocktail. Denn einerseits geniesse ich die Schmetterlinge im Bauch sehr (Adrenalin) andererseits ist es auch mein Kryptonit.

Ich werde unzurechnungsfĂ€hig, kann mich schlecht konzentrieren (wurde mal fast von einer Tram angefahren deswegen)  und meine Gedanken kreisen manisch um die betroffene Person. Verliebt sein ist wie ein heftiger Sturm im Gehirn und es werden die gleichen Gehirnareale aktiviert, die auch bei einem richtig heftigen Drogenrausch aktiv sind. Nur, dass der Drogenrausch nicht ĂŒber Wochen, Monate oder gar Jahre anhĂ€lt. Der Mensch ist also wortwörtlich nicht er selbst. Man schmachtet, wie ein Zombie, nach frischem Gehirn. Aber…ich schreibe auch herrliche, kitschige Gedichte, wenn ich verliebt bin und höre schnulzige Lieder. Nun ja, ihr kennt das sicher.

Liebe macht eben nicht blind!

Man sagt Liebe machen blind. NÀÀÀÀÀÀ! Liebe lĂ€sst uns Dinge sehen, die nicht da sind oder nicht in dem Mass, wie wir uns das zusammen phantasieren. Wir idealisieren den von uns geliebten Menschen, bis zur Unkenntlichkeit und dann, wenn der ganze Sturm des Verliebtseins nachlĂ€sst sind wir enttĂ€uscht, dass der Mensch den wir so heiss und innig „vergöttert“ haben, nicht der zu sein scheint, fĂŒr den wir ihn hielten.

Verliebt, verlobt, verheiratet?

Gerade wir Frauen neigen dazu, wenn es mal zu ein paar Dates kommt und wir dem anderen schon nĂ€her gekommen sind, im Kopf schon die nĂ€chsten Szenarien auszumalen. Wenn er es denn ĂŒberhaupt in die Dating Area geschafft hat. Denn fĂŒr viele ist der Beruf, das gesellschaftliche Ansehen inklusive dem Vermögen noch ein wichtiger Faktor. Hast du als Mann nichts davon zu bieten, bist du schon draussen und landest, wenn du GlĂŒck hast in der „Friendszone“, fĂŒr immer.

Also, wenn es dann zum Dating kommt, man sich nĂ€her gekommen ist, flĂŒchten manche Frauen schon mit ihren Gedanken und Hoffnungen in die Zukunft, statt die Gegenwart zu geniessen. Nicht selten, haut das die MĂ€nner in die Flucht. Weil sie die BedĂŒrftigkeit spĂŒren und wohl auch, weil die Erwartungshaltung manche Zeitgenossinnen sehr hoch ist, von Anfang an, statt den Zauber des Anfangs zu geniessen und entspannt zu sehen wohin das fĂŒhrt. Und muss verliebt sein immer wohin fĂŒhren? Ist dieses unglaubliche GefĂŒhl, voller Rauheit, UnbĂ€ndigkeit mit ihrer unvorhersehbarkeit nicht schon Geschenk genug?

MĂ€nner sind kein bisschen besser

Aber auch MÀnner neigen zu so einem Verhalten. Ich hatte auch mal eine Bekanntschaft, die nach 3. Dates bereits Kind, Heirat und weiteres diskutieren wollte. Obwohl er meine Einstellung kannte zu alle dem. Ich muss nicht erwÀhnen, dass wir uns danach nicht mehr sahen. 9 oder 10 Monate spÀter wurde er aber Vater. Es war also ziemlich egal, welche Frau sich auf ihn einliess, er wollte einfach Vater werden, um jeden Preis.

Klar, sag niemals nie, aber du musst schon ein sehr eigenstĂ€ndiger, selbstbewusster, freiheitsliebender und starker Mensch mit Charakter sein, damit ich mir mal eine „Zukunft“ mit dir vorstellen kann. Und diese Art von Mensch scheint irgendwie Mangelware zu sein. Alle wollen den andern besitzen, ihn einengen, Versprechen und TreueschwĂŒre, auf „immer und ewig“ hören, Versprechen und SchwĂŒre, die niemand wirklich einlösen kann.

Kein „GlĂŒck“ mit MĂ€nnern

An meinem Geburtstag, zu spĂ€terer Stunde sagte ein guter Bekannter zu mir: „Ja, Annie, du hast halt nie GlĂŒck gehabt bei MĂ€nnern!“  (Info: Meine Freunde nennen mich Annie, von Andrea.) So, also, ich hatte nie GlĂŒck gehabt bei MĂ€nnern. Sehe ich anders. Denn ich definiere GlĂŒck nicht so wie die Gesellschaft es anscheinend erwartet. GlĂŒck beim anderen Geschlecht, wĂŒrde, laut gesellschaftlicher Definition, bedeuten: Eine lange Beziehung die in der Ehe mĂŒndet, mit Haus, Kind, Hund und Kegel.

Das alles war aber nie mein Ziel. Auch hat man mir mal gesagt: „So wie du bist, wird dich keiner heiraten und du wirst nie Kinder haben!“ Als wĂ€re ein selbst bestimmtes, unabhĂ€ngiges Leben eine Strafe. Lach! Ich war verlobt. Auch hielt man bereits zwei weitere mal um meine Hand an. Wie wir nun wissen, bin ich heute immer noch nicht verheiratet oder habe Kinder.

WEIL ICH DAS SO WILL!

Ja ja, ausserdem bin ich ja so gestraft mit meinem freien Leben ohne Kind und Ehe, ehrlich, das ganze Reisen und ausschlafen und tun was auch immer ich will, jederzeit, Sorgenfrei…Ich weiss gar nicht wohin mit mir so „unglĂŒcklich“ wie ich bin. Menschen assoziieren das Singledasein mit Langweile und Leere und Einsamkeit. Dabei sind so viele Menschen gerade in Ehen und Beziehungen einsam und gelangweilt. Nur, wer wĂŒrde das schon offen zugeben?

 

Ich war glĂŒcklich – zu der Zeit

Ich habe im Augenblick gelebt. Ich habe MĂ€nner geliebt, die jĂŒnger waren, Ă€lter, anders. MĂ€nner die im ersten Augenblick nichts mit mir gemeinsam hatten, die mich aber zu dem Augenblick sehr glĂŒcklich gemacht haben. Da waren, wenn ich sie gebraucht hatte, in einem gewissen Rahmen. Mit mir Schritt hielten eine Zeit lang. MĂ€nner die mir Ă€hnlich waren, oder es vorgaben zu sein.

Ich hatte, bis auf einmal (die Zeit in der ich verlobt war)  auch nie wirklich ZukunftsplĂ€ne wie zusammenziehen und all der gleichen. Das habe ich auch immer klar und deutlich kommuniziert. Ja, Frauen wissen sehr wohl was sie wollen. Ich weiss vor allem, was ich nicht will. Man hatte mir nicht immer geglaubt. Wie gross war dann die EnttĂ€uschung, als es nicht „weiter“ ging.

Frauen wollen doch immer BestĂ€ndigkeit, eine sichere Beziehung, etwas aufbauen, oder? Ich persönlich finde, es gibt keine Sicherheit, keine Garantie, auch wenn man zusammen eine Zukunft plant oder sich gemeinsam etwas aufbauen will. Man kann auch glĂŒcklich sein, ohne zusammen zu leben oder ein Kind in die Welt zu setzen. Doch muss ja jeder fĂŒr sich entscheiden was ihn glĂŒcklich macht. Mich macht es glĂŒcklich, jedes GefĂŒhl auszuleben, ob es dann eine Zukunft hat, oder was daraus wird, spielt eine untergeordnete Rolle. Das GefĂŒhl, diese Emotionen die es freisetzt, die Verbundenheit die man spĂŒrt, das ist mir Geschenk genug. Das ich gedenke, auch in Zukunft das GefĂŒhl voll auskosten, ohne mich bereits mit dem Geliebten in die Zukunft zu phantasieren um so die Gegenwart zu verpassen. Viele rieten mir auch, die Hoffnung nicht verlieren. Moment mal, die Hoffnung?

 

Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.

Vaclav Havel

 

Und ist nicht der Sinn des Lebens glĂŒcklich zu sein?

 

Selbstbewusstsein, jetzt!

„Selbstverliebte mag niemand!“ „Es ist gut sich selber toll zu finden, jeder ist toll. Aber es ist total daneben, wenn man sich besser findet als alle anderen!“ „So etwas ist abstossend!“ Das ist arrogant!“ „Selbstlob stinkt!“

Das sind nur einige verbale Attacken von Frauen und MÀnnern auf meine Aussage, dass ich mich persönlich toll finde. Selbstbewusstsein, scheint bei einigen Tourette auszulösen. Jetzt kann man argumentieren wie die Damen und Herren und mir Narzissmus und alles andere um die Ohren hauen. Oder man schaut hinter die Kulissen dieser Aussagen und analysiert sie

Und nein, ich finde mich nicht persönlich besser als andere, wer sich fĂŒr was Besseres hĂ€lt, sollte zum Psychiater. 

Darf man sich nur toll finden, wenn andere einen bestÀtigen?

Brauche ich denn eine Erlaubnis, eine BestĂ€tigung von aussen, damit es nicht arrogant wirkt? Oder schwingt da viel Neid mit? Einerseits von den Frauen, die selber voller Selbstzweifel sind, andererseits von den MĂ€nnern, die mit so viel Selbstbewusstsein bei Frauen nichts anfangen können. Das schĂŒchtert ein. Frauen, die BestĂ€tigung von aussen erwarten, sind irgendwie pflegeleichter, oder? Man kann sie mit ein paar Komplimenten um den Finger wickeln und verunsichern mit ein paar spitzen Kommentaren. Ihr Selbstbewusstsein hĂ€ngt von den Ă€usseren UmstĂ€nden ab. Manche MĂ€nner glauben doch tatsĂ€chlich, dass es ihnen erlaubt ist, Frauen zu beurteilen oder ihnen Arroganz anzuhĂ€ngen, weil sie eben nichts und niemanden um Erlaubnis fragen, ob sie sich nun schön, toll oder besonders fĂŒhlen dĂŒrfen. Sie tun es einfach.

Klar, verstehe ich die Selbstzweifel

In der heutigen Zeit ist es auch sehr schwer fĂŒr Frauen, keine Komplexe zu haben. Hochglanzmagazine trichtern uns von klein auf ein wie wir zu sein haben: SchĂŒchtern, tollpatschig, dumm und zurĂŒckhaltend. „Wie arbeite ich an meinem Selbstbewusstsein?“ sucht man vergeblich.

Die MĂ€nner lieben es ja. Unsichere Frauen. Sie lieben es uns die Welt zu erklĂ€ren, ob wir nun danach fragen oder nicht. Wie neulich, als mir MĂ€nner erklĂ€ren wollten, wie das Leben als Frau ist, mit und ohne BH und vielem mehr. Klar, ich kann nicht alle MĂ€nner in einen Topf werfen, heute geht es um die negativen Beispiele. Wie geht man damit um, wenn die Frau nun nicht dumm ist? Und einem Mann auch klip und klar ins Gesicht sagen kann was sie will und was sie nicht will. Selbstbewusste Frauen gelten ein wenig als Gefahr, schliesslich haben sie erkannt, sie mĂŒssen nicht von jedem gemocht und geliebt werden.

Wie wird man also selbstbewusst und unabhÀngig innerlich von der Bewunderung von aussen?

Selbstliebe & Akzeptanz!

Dass die MĂ€dels in den Magazinen mit Bildbearbeitungsprogrammen manipuliert sind, braucht man nicht ausfĂŒhrlich besprechen. Auch im Film haben viele Körperdoubles usw. HĂŒbsche Schauspielerinnen strotzten auch nicht vor Selbstbewusstsein, wenn es um ihren eignen Körper geht.

Man muss anfangen sich vom Perfektionismus zu verabschieden. Sich annehmen, wie man ist, denn man hat eben was man hat. Ich verstehe nicht, wie Frauen denken, sie wĂ€ren glĂŒcklicher mit 10 kg weniger, einer anderen Haarpracht, einem anderen Busen. Wenn man sich nicht akzeptieren kann wie man ist, innerlich und Ă€usserlich, wird man nie glĂŒcklich. Und das eigene Selbstbewusstsein wĂ€chst einfach nicht, wenn man anderen Frauen, die Selbstbewusst sind, Arroganz und Überheblichkeit vorwirft.

MÀnner mag es verunsichern, wenn Frauen nicht abhÀngig sind von Komplimenten oder Zuneigung von aussen. Denn jeder sucht doch seine bessere HÀlfte, oder? (Habt ihr euch schon Mal Gedanken gemacht was ihr seid, wenn eurer Partner eure bessere HÀlfte ist?)

Was stimmt nur nicht mit den Menschen, die schon vollstĂ€ndig sind? Die nicht verzweifeln, weil sie keinen Partner haben, die Single glĂŒcklich und erfĂŒllt sind und vor allem selbstbewusst?! Ohne, dass von aussen stĂ€ndig jemand Applaus klatscht? Ohne, dass sie es jedem stĂ€ndig Recht machen wollen?

Niemand ist perfekt, das ist es ja gerade, das Schöne

Doch viele ĂŒbersehen ihre eigene Schönheit, innerlich und Ă€usserlich, ihre StĂ€rken, weil sie stĂ€ndig auf den Nachbarn schielen und seine Attribute. Weil der Rasen auf der anderen Seite immer grĂŒner ist als der eigene. (Ich verrate euch was: Des Nachbarn Wiese kann auch ein Kunstrasen sein!) Wenn jeder sich mehr auf sich und seine StĂ€rken konzentrieren wĂŒrde, den Fokus darauflegen wĂŒrde, was er gut kann, was er bist jetzt alles geschafft hat, dann wĂŒrde das ich klappen mit dem Selbstbewusstsein. Stattdessen ist man nie zufrieden, vergleicht sich stĂ€ndig unnötig und hasst alles und jeden, der ĂŒber seine Selbstzweifel gesiegt hat. Klar, auch selbstbewusste Menschen zweifeln manchmal, doch lassen sie sich nicht davon aufhalten oder gar von den Komplexen auffressen.

Ich kann leicht reden, was?

Ja, kann ich, weil ich auch mal ein schĂŒchternes, Ă€ngstliches MĂ€dchen war voller Selbstzweifel, voller Ängste und Komplexe. Und ohne Selbstbewusstsein. Weil meine Eltern mich so erzogen hatten und die Gesellschaft lieber „brave“ MĂ€dchen gernhat, die sich leicht verunsichern und manipulieren lassen. Bis es reichte. Bis Ich, Ich sein wollte, und ich anfing mich einen Dreck dafĂŒr zu interessieren, was andere von mir dachten. Das war ihr Problem, nicht meins.

Selbstbewusstsein ist eine Entscheidung, man muss daran arbeiten, man erleidet Niederlagen, steht wieder auf und kĂ€mpft weiter. Man glaubt an sich und seine FĂ€higkeiten. Und man gibt einen grossen Fu… drauf was andere von einem und dem was man tut halten. Schliesslich muss man selber glĂŒcklich sein und nicht andere permanent glĂŒcklich machen.

Mit jedem Sieg, mit jedem Vorhaben, das gelingt, wĂ€chst das Selbstbewusstsein und der Glaube an die eigenen FĂ€higkeiten. Wenn Mann und Frau mal lĂ€nger Single ist, statt von einer Beziehung ins die nĂ€chste zu hĂŒpfen, lernt man mit sich zu Recht zu kommen, jede Ecke seines Daseins zu erforschen und zu lieben und anzunehmen. Hey, mein innerer „Klaus Kinski“ ist auch etwas ruhiger geworden seitdem ich ihn liebhabe.

Man lernt sich zu lieben, ohne stĂ€ndig nach Aufmerksamkeit und Komplimenten von aussen zu fischen. Man ist der Leuchtturm, der in der Brandung steht, und LeuchttĂŒrme rennen nicht rum und zeigen allen wie hell sie leuchten. Sie leuchten einfach.

Diese Liebe, diese BestĂ€tigung kommt von einem selbst. Das ist weder arrogant noch ĂŒberheblich. Aber ich verstehe, dass es fĂŒr manche bedrohlich ist. Denn ich werde niemanden brauchen um mich besser, schön (er) oder geliebt zu fĂŒhlen. Ich kann immer sagen was ich denke, denn ob mich andere mögen oder nicht, ist mir egal. Ich bleibe in jeder Situation Ich. (Beruflich, evtl. etwas moderater und 40% diplomatischer)

Und wo kĂ€men wir denn hin, wenn sich jeder selber lieben wĂŒrde?

Bild: Pexels

Paris mon Amour 2.0

Nachdem ich es zwei Tage ruhiger nehmen musste in Paris, stand Montagabend endlich die Bartour an, ich wollte ja meine Reise nicht im Bett verbringen. Ich buchte die Tour ĂŒber AirnbnB Experience (nur auf dem Handy sichtbar) …bei Anto.  Wir trafen uns im 10. Arrondissement, die meisten, die dabei waren kamen aus der USA, waren aber easy drauf, eine Dame kam aus Afrika. So weit so gut, wir starteten im Baron Rouge, die eine unglaubliche Auswahl an Wein hatten. Man konnte sogar Wein aus FĂ€ssern trinken, sehr sehr fein. Anto beriet uns ganz gut und hatte sogar einen Freund mitgebracht, Leo.

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