„Nein, danke. Ich trinke nicht!“

Jeder der diesen Satz schon über die Lippen gebracht hat, weiss was ich nun schreiben werde. Alle anderen, dürfte es nicht überraschen, was sie nun gleich lesen werden.

Als Antwort auf so eine Aussage bekommt man als Frau dann eine Gegenfrage: „Bist du schwanger?“ Wenn man das auch noch verneint beginnt meist eine Odyssee und eine regelrechte Überredungsorgie, gepaart mit Plädoyers für das Trinken, die jeden Anwalt blass aussehen lassen. Manche Leute argumentieren, als würde es um Leben und Tod gehen.

„„Nein, danke. Ich trinke nicht!““ weiterlesen

GASTBEITRAG – Schwerelose Nächte im Rausch der Sinne

Im „Mensch Meier“

Unter den flackernden bunten Lichtern durchgetanzt bis zum Morgengrauen. Es hat viele, dunkle Gänge aus denen wummernde Bässe klingen. Wir rauchten Joints auf dem Sofa in der dunklen Ecke und irgendwann beugte Dobermann sich zu mir rüber und fing an mich leidenschaftlich mit seiner Zunge aufzufressen. Ich fing an seinen schönen Schwanz zu blasen, er stöhnte auf, fing an zu knurren. Ich wurde nass, zwischen meinen Beinen meine Pussy pulsierte. Wir klettern rauf zum höchsten Punkt des Floors, da gibt’s einen Zwinger mit einem grossen Sofa. Im Zwinger Liebe gemacht. Wir fickten zehnmal, wir konnten nicht aufhören. Katze und Dobermann verfliessen ineinander, spüren grenzenlose Lust füreinander. Nonstop am Fliegen und einfach nur frei und high sein.

„GASTBEITRAG – Schwerelose Nächte im Rausch der Sinne“ weiterlesen

Unterwegs im Darknet

Nach dem mein erster Beitrag über das Darknet online ging, kamen, wie erwartet auch viele Stimmen zu Wort, die mit dem nicht einverstanden waren, was ich schrieb. Das ist ok,  jeder hat seine Meinung.

Auf Fakten lege ich allerdings mehr Wert, als auf persönliche Meinungen, nichts für ungut.  Anderen war der Beitrag nicht detailliert genug, Wiederrum andere waren enttäuscht, dass ich die letzten drei Sätze im Beitrag so formulierte, Zitat: «Ich komme mir dumm vor, wenn du den Beitrag so beendest!» <—Kein Kommentar. Auch Menschen die „mehr“ erwartet hätten von dem letzten Beitrag zum Thema sei gesagt: Das Internet spuckt jede Info aus, die du haben möchtest. Jederzeit.

Aber zurück zum Thema

Otto sagte in seinem Seminar „Darknet und Gomorrha“ dass man gerade, wenn man zu den „grösseren Fischen“ Kontakt aufbauen will, Empfehlungen braucht und ein Depot hinterlegen muss. Diese Info bekam ich so auch auf dem Chaos Communications Congress, auch genannt 34c3 in Leipzig – man muss wen kennen, der wen kennt, der einen dahin empfehlen kann.

Eine Dame behauptete nämlich, es sei doch easy mit allen dort in Verbindung zu treten, wenn man die „richtige Adresse“ wüsste. Im Darknet sei sie aber noch nie gewesen. Ein anderer behauptete, dass jeder TOR User von der Regierung besonders ins Auge gefasst wird. Auch hier – kein Kommentar, das verbietet mir mein gesunder Menschenverstand.

Suchmaschinen, die uns Otto während seines Workshops vorstellte, sind neben GRAMS auch:

Torch

Not evil

Ahmia

Duck Duck Go

ACHTUNG: Diese Dienste sind nur mit einem TOR Browser erreichbar!

Auch sehr informativ: Hidden Wiki

Hidden Wiki kann man mit dem normalen Browser öffnen, aber die dargestellten Seiten sind nur mit einem TOR Browser erreichbar.

Man bezahlt im Darknet mit Bitcoin. Habt ihr gewusst, dass man Bitcoins mittlerweile an dem SBB Automaten kaufen kann in der Schweiz?  Im Café Schoffel steht sogar ein Automat. Bitte. Gerngeschehen.

TOR, sicher, dass nichts zu 1000% sicher ist

Klar, auch TOR Ist nicht zu 1000% sicher, aber einiges sicherer als die Kommunikation im „normalen“ Internet, eine absolute, garantierte Sicherheit hat man nirgends.  In Ottos Buch „Darknet“ wird der Unterschied zwischen einem „normalen Browser“ und dem TOR Browser folgendermassen beschrieben:

„Herkömmliche Browser wie Firefox, Safari oder Chrome zeichnen sämtliche Webseiten auf, die ein Internetnutzer aufruft. Auch wenn die Funktion «privates Surfen» aktiviert ist, speichert ein Internetprovider jede Bewegung. Die Daten werden nur nicht in der Browser-Chronik des Computernutzers gespeichert. Ganz anders funktioniert der TOR-Browser. Diese frei erhältliche Software ist ein offenes Netzwerk, mit dem die Verbindungsdaten des Internets durch eine technische Funktion verborgen werden.

Hinter dieser Software steht die gleichnamige Non-Profit-Organisation mit Sitz in Cambridge, USA. Finanziert wird sie durch private Spenden und Zuwendungen verschiedenster Institutionen.

Am TOR-Browser zeigt sich ein grundlegender Widerspruch: der Wunsch vieler Internetnutzer nach Freiheit und unkontrollierten Bewegungen im digitalen Raum und der Drang der staatlichen Behörden, Vorgänge und Ereignisse im Internet nachverfolgen zu können.

Zahlen zu TOR

„Aktuell benutzen weltweit täglich zwischen 1,5 und 2 Millionen Personen den Anonymisierungsbrowser. Am meisten Nutzer verzeichnet TOR in den USA, täglich 350 000 Personen (21 Prozent). An zweiter Stelle liegen Benutzer aus Russland (12 Prozent; 200 000 Besucher), Deutschland (11 Prozent; rund 180 000 Nutzer) und Frankreich mit 100 000 Besuchern (6 Prozent).

«In der Schweiz benutzen aktuell gut 15 000 User den TOR-Browser. Doch immer mal wieder kommt es zu einem Ansturm auf TOR, etwa im Februar 2016, als während mehrerer Tage jeweils um die 50 000 Personen ihren Zugriff aufs Internet mit TOR anonymisierten.»

„Die Innovation von TOR besteht darin, dass bei einem Aufruf einer Webseite die Browsersoftware bei der Weiterreichung von Datenpaketen zwischen Benutzer und Zielseite die IP-Adressen nicht mitliefert bzw. die mitgelieferte IP-Adresse über mehrere Stationen verschleiert und der ursprüngliche Benutzer nicht mehr eruierbar ist.

Das Netzwerk bildet einen privaten Pfad, indem die Software jedem Datenpaket eine mehrfach verschlüsselte Schale überstülpt. Das Datenpaket wird über drei zufällig ausgewählte TOR-Stationen (Relay genannt) zum Empfänger übermittelt.

Bei jedem Sprung zum nächsten Knoten wird die äusserste Schale der Verschlüsselung entfernt – daher das Synonym der Zwiebel. Jeder Knoten kennt nur die IP-Adresse des letzten Knotens. Kein Einzelknoten kennt den gesamten Pfad, den ein Datenpaket genommen hat.

Alle zehn Minuten wird ausserdem eine neue – wiederum zufällig ausgewählte – Verbindung gewählt. Die Relays basieren auf mehreren Tausend (ehrenamtlichen) TOR-Benutzern, die ihren Computer mit einer einfachen Installation zum Knoten umfunktionieren und ihn dem Netzwerk zur Verfügung stellen.“

Auszug aus: Hostettler, Otto. «Darknet» iBooks.

Ein Bot der Drogen bestellt

Otto bestellte ja auch in der Schweiz allerhand Zeug und wurde nicht erwischt, er liess aber auch alles dokumentieren von einem Notar.  Auch die Mediengruppe „Bitnik“ liess 2014 einen Bot random Sachen aus dem Darknet bestellen. Es gab dazu sogar eine Ausstellung. Auch hier ohne grössere Konsequenzen, selbst als der Bot Drogen bestellte. Sie waren auch mit einem Beitrag darüber u.a beim 34c3, den ihr hier ansehen könnt.  Der Beitrag ist in Englisch.

Was Otto alles bestellt hat und mit wem er alles im Gespräch war, könnt ihr in seinem Buch «Darknet: Die Schattenwelt des Internets» nachlesen.

Hier ein paar Stimmen dazu:

„Hostettlers Buch ist größtenteils wunderbar einfach und verständlich geschrieben. Der Leser hat eine realistische Chance, das Darknet und seine wirtschaftliche Grundlage, das Zahlen mit Kryptowährungen wie Bitcoin, tatsächlich zu durchdringen.“

– Deutschlandfunk

„Weil er mit den vielen, in seinem Fall eben Schweizer Beispielen die Technik und Funktionsweise des Darknets insgesamt erklärt, ist dieses auch für Laien leicht verständliche Buch die derzeit aktuellste verfügbare Einführung in das Thema – und überdies lehrreicher als alle „Tatort“-Folgen zusammen.“

– Stuttgarter Zeitung

Quelle

Ich fand diese Rezession auch ganz gut zu seinem Buch. „Die „Rezensenten“ sind ein Team von Juristen, vom Studenten, über den Referendar bis hin zum Praktiker in Wissenschaft, Justiz, Verwaltung und Anwaltschaft…“, gemäss ihrer Webseite.

Darknet zum Schutz der Privatsphäre im Internet

Das Darknet eignet sich also vor allem, wenn man anonym surfen möchte, ohne dass man ständig überall registriert und getrackt wird.  Ich erklärte bereits in meinem letzten Beitrag, dass auch ich mit meinem Blog eure Schritte auf meinem Blog komplett nachvollziehen kann. Woher ihr kommt, um wie viel Uhr ihr hier auftaucht, was ihr wie lange anschaut und welchen Weg ihr auf meiner Webseite geht.

Es ist auch ganz praktisch, wenn man Internetzensuren übergehen möchte. Die New York Times und auch Facebook (haha) haben z.B auch eine .onion Adresse, damit man auch in Ländern mit einer Zensur trotzdem auf die Seiten kommt. Whistleblower, Journalisten usw. können dort Dinge veröffentlichen ohne Gefahr laufen zu müssen entdeckt und verfolgt zu werden.

Auch als Privatperson finde ich es angenehm, dass meine Daten nicht verwendet bzw zu Geld gemacht werden.  Otto formulierte es in seinem Workshop so:

„Stellt euch vor ihr geht in einer Einkaufspassage entlang. In jedes Schaufenster, das ihr schaut, überall wo ihr einen Blick drauf werft, es wird alles aufgezeichnet.“

Will man das wirklich? Von der nervigen Werbung danach, die überall auftaucht im Netz, mal ganz zu schweigen.

Viel Spass im Darknet!

Nächstes mal erzähle ich euch, wie es auf dem Chaos Communications Congress war.

Habt ein schönes Wochenende! Und ein gesundes neues Jahr <3

 

Paula

 

 

In eigener Sache: Die Kommentarfunktion in Blogger Gruppen werden in Zukunft geschlossen sein. Wer ernsthaft diskutieren möchte, so dass beide was davon haben, über die Themen hier, darf das gerne unter den jeweiligen Beiträgen.

Besten Dank für euer Verständnis.

 

Drogenaufklärung statt Verbote!

Drogen! Sie sind gerade in aller Munde. Ob es durch das „Jenke Experiment“ von RTL, die Schliessung vom Club „Fabric“ in London oder durch den baldigen Beginn der Wiesn. Was? Drogen auf der traditionellen Wiesn? Jawohl! Man darf schliesslich nicht aus den Augen verlieren, dass Alkohol auch eine Droge ist, sowie auch Tabak.

„Durch Alkohol- und Tabakkonsum sterben in Deutschland mehr als hundertmal so viele Menschen als durch illegale Drogen. Das ist das Ergebnis des Jahrbuchs der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Etwa 74.000 Menschen sterben demnach jedes Jahr allein durch Alkohol oder den kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak. Tote durch die Folgen des Rauchens gab es zuletzt zwischen 100.000 und 120.000 jährlich. Damit bleiben laut DHS Alkohol und Tabak „die Drogen mit dem größten Schadenspotenzial“. An den Folgen illegaler Drogen starben im vergangenen Jahr 1.032 Menschen.“

Quelle:  Zeit

Anmerkung: Die neuen Zahlen sind gerade erschienen, der Bericht ist von 2015.

So, da hätten wir also auch Zahlen du dem ganzen Drama. Warum wird das nicht öfter und deutlicher Sprache gebracht? Wo sind die hässlichen Bilder der Fettleber auf den Alkoholflaschen? Die Toten? Nope! Warum ist die Drogenpolitik so Scheinheilig?

In Bayern herrscht die Null-Toeranz Politik gegenüber Drogen, im Gegensatz zur Stadt Zürich. Es  ist dort akzeptiert, dass es zum Frühstück Bier gibt, es ist akzeptiert, dass an jedem Stadt fest, das während der Sommermonaten im Wochenrhytmus in ganz Bayern, in jedem Kaff stattfindet,  14 jährige sich mit Bier zu laufen lassen. Es ist auch akzeptiert, dass man sich im Winter an dem Glühweinstand mal eben so eine Tasse holen kann, auch wenn man unter 18 Jahren ist. Die jährlichen Testkäufe beweisen jedes mal, dass es möglich ist unter 18 Jahren Alkohol zu beziehen.  Alkohol gehöre ja schliesslich zur Tradition und Traditionen sind wichtig.

Man kann euch den Führerschein entziehen, mit allen Konsequenzen, wenn ihr als Fussgänger öfter angehalten werdet von der Polizei, wenn ihr Drogen konsumiert habt. (Zürich)

Aber niemand nimmt euch den Schein weg, wenn ihr als Fussgänger alkoholisiert heim lauft. Warum? Kann ja bei beiden der Fall sein, dass sie sich nicht immer nüchtern ans Steuer setzen. Aber nur bei den Drogenkonsumenten wird hart durchgegriffen, obwohl die meisten Unfälle unter Alkoholeinfluss passieren.

Es soll hier kein Beitrag für „Pro Drogen“ werden, sondern ich möchte, dass man sich und seine Einstellung zu Drogen mal sachlich anschaut.

Und als ob man sich von irgendwas abhalten lässt nur weil, es verboten ist. Macht nicht gerade der Reiz des Verbotenen alles verbotene interessant? Es gibt nicht nur schwarz (süchtig) und weiss (clean) so, wie nicht jeder Konsum von Illegalen Drogen einen nicht gleich zum Junkie macht oder einen gleich umbringt. Es landet ja auch nicht jeder der ein Glas Wein oder Bier am Abend hat Obdachlos und als Alkoholiker in der Gosse. Deswegen finde ich das Experiment von RTL durchaus sinnvoll. Man redet darüber. Ich würde sagen: Ziel erreicht. Es nun so hinzustellen, als sei es jugendgefährdend ist einfach nur lächerlich.

Die Schliessung des Clubs „Fabric“ in London

Da sind also zwei Teenager an Drogen gestorben, so weit, so schlecht. Die Polizei drängte darauf, dass man den Betreibern die Lizenz entzieht, weil sie das Drogenproblem nicht in den Griff bekommen, worauf der Club tatsächlich schliessen musste. So mit wäre dann das Drogenproblem in London gelöst – oder?

Als erstes muss man sich mal überlegen: Wie sollen die das denn in den Griff bekommen? Drogentests am Eingang für alle und alle 30. Minuten an der Bar? Videoüberwachung in allen Winkeln der Toiletten, Flure usw? Jedem wird ein Security zur Seite gestellt? Go Pro Kamera auf die Stirn montieren?

Kaum war die Nachricht  draussen kamen die ersten Gastronomie- & Nachtleben Möchtegernexperten mit sehr hilfreichen Tipps daher: „Hart durchgreifen!“ „Mehr Securitys einstellen!“ „Dealer raus werfen, man sieht ja wer ein Dealer ist und ohne Dealer hat es keine Drogen im Club!“

Die letztere Aussage kam von einem Mann und einer Frau. Als ich sie fragte, warum sie mit ihrem Wissen und Kompetenzen nicht schon lange als verdeckte Ermittler arbeiten hiess es: Mit mir könnte man nicht sachlich diskutieren. Well, to bad. Und als ob jeder seine Drogen im Club bezieht oder nur im Club konsumiert.

Zweitens: Auch in London ist Alkohol omnipräsent. Als ich dort war vor ein paar Jahren zu Besuch war, waren die Pubs randvoll, bereits um 17 Uhr. Und niemand dort trank Mineralwasser. Später ging es dann an die Happy Hour, die auch sehr gut besucht war. Auch dort hatten alle alkoholische Getränke in der Hand. Engländer sind allgemein bekannt, (klar nicht alle) dass sie gern mal einen über den Durst trinken und sich danach total daneben benehmen. Wer schon mal in England weg war oder in Ibiza /  San Antonio feierte, weiss was ich meine.

Drittens: Wäre es denn nicht viel schlauer, wenn die Politik sich mal einen Kopf macht und eher über Aufklärung a la Eve & Rave nachdenkt statt auf Verbote zu setzen? Auf  akzeptierende Drogenarbeit und Drug-Checking ? Denn wie kann es sein, dass Alkohol erlaubt ist, an dem bewiesenermaßen so viele Leute sterben und andere Substanzen sind es nicht?

Die Londoner jedenfalls antworten auf die Schliessung des Clubs mit 172 illegalen Partys dieses Wochenende. Ob dann der Polizei auch die Lizenz entzogen wird, weil sie nicht Herr der Lage werden können?

Wie steht ihr zu dem ganzen? Sind Verbote die Lösung oder plädiert ihr auch für einen Verantwortungsvollen Umgang und Aufklärung?

 

Schönes Wochenende

 

Paula

 

Pic. Pixabay

[sgmb id=1]