Lockdown- Zwischen Ruhe, Beunruhigung und sehr viel Schoggi

Wie weit wird das alles noch gehen? Ich habe heute vor lauter Stress eine ganze Packung Duplo gegessen, zwei Dosen Cola getrunken und noch eine gesamte Packung Pralinen in mich hineingestopft.

Es gibt nicht nur „schlechte“ Nachrichten: Die Kindergruppe, die ich betreuen darf, betr√§gt nun max. 5 Kinder. Wir m√ľssen den Alltag nun in der Kita so organisieren, dass nie mehr als 5 Kinder zusammen sind. Kein gemeinsames Mittagessen, kein gemeinsames Schlafen in einem Raum. Ich warte eigentlich nur darauf, dass es heisst, dass nur noch Eltern, die dringend darauf angewiesen sind ihre Kinder bringen d√ľrfen. F√ľr mich und meine Kolleginnen eine Herausforderung, doch so lange das Wetter mitspielt, k√∂nnen wir unser Leben nach draussen in den Garten verlagern.

Zuhause fragten wir uns heute morgen, wie lange es dauern w√ľrde jemanden bestimmtes Toilettenpapier f√ľr jemanden zu besorgen, bei dem Wahnsinn, der gerade herrscht. Denn es gibt in der Tat Menschen, die nur eine bestimmte Sorte vertragen. Ja, so hab ich auch geschaut! Mir wurde auch zugetragen, dass der IS nun seine Anh√§nger warnt, nicht mehr nach Europa zu reisen. Hey, es ist nicht alles schlecht! Die Hilfsnetze werden auch immer dichter, was sehr erfreulich ist. Der gesamte √∂ffentliche Verkehr wird nun eingeschr√§nkt funktionieren, was die Umwelt entlastet. Aus Venedig berichten Anwohner sogar, dass die Natur sich erholt, das Wasser sei so klar wie nie. Wir k√∂nnten alle einen Gang runter schalten vertragen.

Stadtpolizei setzt nun Massnahmen den Bundes um

Aktuell wird die Stadtpolizei durchsetzen, dass sich nicht mehr als 15 Menschen an einem Ort aufhalten. Wer sich weigert sich zu zerstreuen, muss mit einer Anzeige rechnen. Mehr Infos dazu hier.

Ich habe den Virus vor 2-3 Wochen noch bel√§chelt. ¬ęJ√§hrlich sterben so viel mehr an der Grippe, versteh den ganzen Trubel nicht¬Ľ waren da noch meine Worte. Wie sehr sollte ich mich t√§uschen, oder nicht? Hat mich einfach nur die allgemeine Hysterie ergriffen? Ich weiss nicht, die Neuinfizierten sprechen eine klare Sprache. Doch sterben nicht j√§hrlich auch sehr viel Menschen an der Grippe? Jaja, ich weiss es ist keine schlimmere Grippe! Es ist ein seltsames Gef√ľhl, dass mich wellenartig erfasst. Mal Gelassenheit, Ruhe mal wieder Beunruhigung und leichter Panik. Wie weit wird das alles noch gehen? Ich habe heute vor lauter Stress eine ganze Packung Duplo gegessen, zwei Dosen Cola getrunken und noch eine gesamte Packung Pralinen in mich hineingestopft. Ja, ich w√ľrde schon meinen ich sei gestresst, vor allem weil ich den Zuckerkonsum extrem runtergefahren habe im letzten Jahr.

Polizei die gewisse Massnahmen durchsetzen soll, Armee, die positioniert wird. Mich erinnert das an Situationen in Rum√§nien unter Ceausesu. Das alles wirkt auf mich bedrohlich und be√§ngstigend. Denn wenn wir als Gesellschaft nun zeigen, dass wir nicht eigenverantwortlich agieren k√∂nnen, sondern in Panik und Wahnsinn verfallen, wie weit wird man gehen, um uns vor uns selber zu sch√ľtzen? Und wie weit lassen sich gewisse Massnahmen wieder r√ľckg√§ngig machen, wenn die Pandemie vorbei ist? Werden wir uns an all das langsam gew√∂hnen? Wie viele Tote wird es geben? War der Hype wirklich n√∂tig? Ist vielleicht alles halb so wild? Fragen √ľber Fragen..

Meine pers√∂nliche Prognose: Lockdown f√ľr alle wird sicher bald kommen

Auch das ¬ęsocial distancing¬Ľ wird von einigen immer noch nicht f√ľr bare M√ľnze genommen. Also bei denen, wo es auch m√∂glich ist. Denn bei mir und anderen, die mit Menschen arbeiten gestaltet sich das √§usserst schwer. Arbeitet mal mit Kindern und haltet immer 2 Meter Abstand, das ist unm√∂glich. Ich habe kein Auto, also muss ich t√§glich den √∂ffentlichen Verkehr nutzen. 2 Meter Abstand halten die wenigsten ein. Aber nicht nur ich beobachte, dass sich Menschen noch treffen, als h√§tten wir alle Zwangsferien- nun stellt sich die Frage. Handeln diese Menschen vern√ľnftig und der Rest hyperventiliert? Und nein, ich finde meine Reaktion nicht hysterisch, oder doch? Es ist ein Wechselbad der Gef√ľhle. Heute Mittag war in der Gegend, in der ich arbeite, weniger los also sonst, was ein sehr gutes Zeichen ist. Trotzdem beschleicht mich das Gef√ľhl, dass wir alle Hausarrest bekommen werden, wegen den Menschen, die sich noch bewegen, als w√§re nichts los.

Wäre diese Massnahme nötig? Ist das alles nötig? Meine Meinung schwankt von Minute zu Minute. Es sind mehr Autos auf den Strassen am Abend, der Bus fast leer. Die Zeit wird zeigen, wohin unsere gemeinsame Reise geht. Ich mache mir am meisten Sorgen um die Menschen die nun kein Einkommen mehr haben. Wie wird ihnen geholfen? Was wird das mit ihnen und mit uns als Gesellschaft machen?

Ein Bekannter spielte mir vorhin diesen Beitrag von Matthias Horx, einem Trend-und Zukunftsforscher zu, dort wagt der Autor einen Corona-R√ľckw√§rts-Prognose:

¬ęWir werden uns wundern,¬†dass die sozialen¬†Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung f√ľhrten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre f√ľhrten viele von sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikan√§len pl√∂tzlich zu einem Halt kam. Verzichte m√ľssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern k√∂nnen sogar neue M√∂glichkeitsr√§ume er√∂ffnen. Das hat schon mancher erlebt, der zum Beispiel Intervallfasten probierte ‚Äď und dem pl√∂tzlich das Essen wieder schmeckte. Paradoxerweise erzeugte die k√∂rperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue N√§he. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt h√§tten. Wir haben alte Freunde wieder h√§ufiger kontaktiert, Bindungen verst√§rkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde, sind n√§her ger√ľckt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gel√∂st.¬Ľ

 

Auf mich hat der Beitrag beruhigend gewirkt, danke, Marcel!  Nur wie lange wird diese Ruhe anhalten?

 

  1. März 2020, 15 Uhr:

Anzahl Erkrankungsfälle
Positiv getestet: 3028 Personen
Davon bestätigt: 2772 Personen

Verstorben: 21 Personen

Quelle: BAG