Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern – Let`s break the silence!

Ich habe letztes Jahr einen Beitrag geschrieben ĂŒber den Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern. Dieser fand so viele RĂŒckmeldungen, auch heute noch, dass ich mich entschloss erneut darĂŒber zu schreiben. Es ist wieder Weihnachten und ich bin alleine in Polen. Es ist bezaubernd hier, zusĂ€tzlich konnte ich noch einen Abstecher nach Riga machen an Heiligabend. Einfach traumhaft und unverhofft (kommt gerade oft!) Nun ja, viele haben mich dann gefragt, ob es nicht doof sei so ohne Familie. Nein, ganz und gar nicht, ich bin sehr glĂŒcklich, ausgeglichen…nun ja, all das wozu manche eben andere Leute brauchen.

Sie kennen meine Familie nicht, sonst hĂ€tten sie sich die Frage erspart. Mein Vater ist (?) schwerer Alkoholiker, meine Mutter eine „Ewigunzufriedene“ der nichts nur annĂ€hernd gut genug ist. Doch ich habe eine Entscheidung getroffen mit dem Kontaktabbruch zu beiden. Eine Entscheidung fĂŒr mein Leben, fĂŒr ein glĂŒckliches Leben. Ohne das Drama der Vergangenheit. Ohne mich in der Opferhaltung zu suhlen. Ich habe das ĂŒberstanden was mir zugefĂŒgt wurde, ich habe verziehen. Heute bin ich glĂŒcklicher als ich es jemals war. Und habe nie SchuldgefĂŒhle, warum auch? Weil ich mich selber achte und respektiere. Und ich niemanden dulde in meiner NĂ€he der das nicht tut. Dieser zweite Artikel soll anderen helfen fĂŒr sich einen Weg zu finden, soll Mut machen und mit dem Vorurteil aufrĂ€umen, dass es da draussen Kinder gibt die eines morgens aufwachen und aus dem nichts beschliessen den Kontakt zu ihren Eltern abzubrechen.

Ich bin nicht alleine

Ich habe seit letztem Jahr viele Zusendungen erhalten, was den letzten Artikel betrifft. „Wir“ sind leider viele. Die meisten fragten ob ich einen Rat habe, ihnen irgendwie den Schritt erleichtern könnte und wie meine Erfahrungen waren. Viele, auch heute wieder, waren erleichtert zu lesen, dass sie nicht alleine sind mit diesem „Problem“ ĂŒber was man so selten spricht. Ich werde heute versuchen zu erklĂ€ren was es mir so „einfach“ gemacht hat diesen endgĂŒltigen Schritt zu gehen.

Auch angeregt wurde dieser Artikel von einem anderen Artikel ĂŒber eine Mutter, die sich einfach nicht erklĂ€ren kann wie ihr Kind einfach so mal den Kontakt abgebrochen hatte. Einfach so von heute auf morgen…schon alleine, wenn ich das lese könnte ich vor Wut durch die Decke gehen. Die Dame hat nun sogar einen Verein gegrĂŒndet und ein Buch darĂŒber geschrieben. (Es grĂŒsst herzlich: Die Opferhaltung!) Denn „einfach so“ passiert das nie. Man probiert Jahrelang gesehen zu werden, ernstgenommen zu werden, verstanden zu werden, faule Kompromisse werden geschlossen, nur um es den Eltern „recht zu machen:“ Einigen ist aber nichts rechtens genug. Statt sich mit anderen Eltern zusammen zu tun denen es genau so ging, sollten sie lieber alle gemeinsam in eine Gruppentherapie – „Richtig reflektieren und Wahrnehmungstraining“ oder „Meine Fehler in der Erziehung und ihre Konsequenzen.“

Keine Geduld, keine Kraft und keine Nerven mehr!

FĂŒr mich war es ausschlaggebend, dass ich einfach keine Geduld und keine Kraft mehr hatte mich mit meiner Mutter im Kreise zu drehen. Zu meinem Vater kappte der Kontakt schon als ich 17 / 18 Jahre alt war, da er sich fĂŒr den Alkohol entschied und ich das respektierte. Aber ich konnte mir das nicht mehr lĂ€nger mit ansehen und mich runter ziehen lassen. Aber zurĂŒck zu meiner Mutter. Wir gingen 2. Schritte vor…20. zurĂŒck, so ging das nach meinem Auszug ungefĂ€hr 13. Jahre. Bis ich vor 3. Jahren mich endgĂŒltig verabschiedete. Selbst meine Therapeutin riet mir dazu. Denn es zog mich jedes mal mehr und mehr runter. Und ich war es leid mich nach jedem Besuch bei ihr Tagelang zu Hause einzusperren oder angeschlagen durchs Leben zu laufen. Wozu?

Irgendwann sah ich keinen Grund mehr den Kontakt aufrecht zu erhalten

Warum auch? Es gab keinen logischen Grund. Nur weil sie meine Mutter war? Nun ja, jemand der sein Kind körperlich und seelisch misshandelt…fĂŒr mich war das keine „Mutter“ im klassischen Sinn. FĂŒr mich war sie eine Art Monster, deren Stimmungsschwankungen so unberechenbar waren wie das Wetter im April. Ich hatte jahrelang noch AlptrĂ€ume von den „Szenen“ die sie mir machte, wie sie mir ein Radio hinterher warf im Affekt, weil ich 2.Minuten zu spĂ€t war, oder mich anschrie vor all meinen Freunden, mitten in der Stadt. Glaub die Krönung war, als sie dachte ich wĂŒrde ihr denn Mann ausspannen wollen, weil wir uns gut verstanden. Weil wir eine Gemeinsamkeit hatten – das Schreiben. HĂ€tte sie ihre Tochter gekannt, wĂŒrde sie wissen, dass ihre Tochter  nicht so auf Ă€ltere MĂ€nner abfĂ€hrt, so ganz und gar nicht. Ausserdem war dieser Mann mir mehr Vater, als mein leiblicher Vater.  Die Geschichten liessen sich hier zu einem Buch, dicker als die „Herr der Ringe“ Trilogie fortfĂŒhren. Ich zog dann endlich aus mit 17 Jahren. (Nach 2. Jahren erfolglosen Vermittlungsversuchen vom Jugendamt mit einer SozialpĂ€dagogin die jede Woche zu uns nach Hause kam, nach unzĂ€hligen Besuchen der Polizei bei uns zu Hause, denn die musste nach den AusbrĂŒchen meiner Mutter öfter antanzen als ihr lieb war. Ich lief auch ein paar mal von zu Hause weg, wenn es wieder ganz schlimm wurde.)

Und ich probierte es weiter mit ihr. Trotz allem. Immer und immer und immer und immer wieder. Nur gebracht hat es nichts. Es war Zeitverschwendung. Ich hĂ€tte mir den Kopf lieber gegen die Wand schlagen sollen…hĂ€tte genau so viel Sinn gemacht. NĂ€mlich keinen. Null. Nada.

Knapp zwei Wochen wie gelÀhmt im Bett

Glaub seinen Höhepunkt erreicht das ganze Leiden der ganzen Jahre in den Sommerferien, als ich sie an ihrem Geburtstag besuchte, und nur 2. Tage spĂ€ter zurĂŒck kam um dann 1.5. Wochen in meinem abgedunkelten Zimmer im Bett zu liegen. Sie machte mich fertig wegen 2. Eiern die in einen Teig rein sollten. Sie las vor, ich fĂŒhrte aus, wir wollten mal backen. Wie normale Leute. Ich fragte noch: „Sollen die Eier getrennt werden oder kommen die ganz rein?“ „Ganz rein!“ Gesagt getan…nur um mir dann ein paar Sekunden spĂ€ter anzuhören: „Die sollten doch getrennt werden, nie kannst du was richtig machen!“ Ich versuchte die Situation zu entschĂ€rfen, es sei doch nur ein Teig, wir machen einen neuen, alles easy. Aber es ging nicht, sie kam voll in Fahrt, VorwĂŒrfe und Mist der letzten Jahrzehnte flogen mir nur so förmlich um die Ohren. Geschichten die ich lĂ€ngst vergessen hatte wurden ausgepackt, ich sei ja immer schon zu nichts zu gebrauchen gewesen und ĂŒberhaupt. Wie ein kochender Dampfkochtopf der kurz vor dem explodieren steht, stand sie vor mir und schrie mich an. Ich schrie irgendwann zurĂŒck, packte meine Sachen unglĂ€ubig, dass sie wegen 2. Eiern so eskaliert, und ging. Das war so typisch. Sie flippte aus…ich versuchte sie zu beruhigen, was nie gelang, dann flippte ich irgendwann aus und fuhr wieder heim. So ging das Jahr ein, Jahr aus. Knapp 13 Jahre lang. Bis vor 3. Jahren.

Ich war halt einfach ein schlimmes Kind – so entschuldigt man den Missbrauch

Danach besuchte ich sie nur noch einmal, schlief aber in einem Hotel, was sie sehr erschĂŒtterte. Ich meine wirklich? Nach all den letzten Jahren wunderte man sich wirklich? Hallo „Opferhaltung!“ Klar war mir der Titel „Schlechteste Tochter des Jahres“ wieder sicher. Dass es GrĂŒnde wie diesen und andere gab dafĂŒr, wollte man nicht sehen: Sie kam das letze mal auch einfach so ins Bad geplatzt als ich dort lĂ€nger verweilte, beim abschminken. „Was machst du da so lange?“ fauchte sie mich an. Ich stand vor dem Spiegel und schminkte mich ab, dabei hörte ich Musik aus meinem iPhone, wie so oft…Wie dumm ich drein geschaut habe, konnte ich im Spiegel sehen…“Ich feiere hier eine wilde Drogenorgie Mutter, mit vielen MĂ€nnern. Willst du nicht mitmachen? fragte ich sie schnippisch und verliess das Badezimmer. Ich sprach kein Wort mit ihr an dem Abend. Was sollte das denn bitte? DafĂŒr schwieg sie mich am nĂ€chsten Tag an, ich fuhr wieder ab.

Ab und an versuchte ich mit ihr die Vergangenheit zu bewĂ€ltigen. Das war das was ich immer hörte: „Du warst ein schlimmes Kind, warte ab bis du Mal Kinder hast, ich wĂŒnsche dir, dass deine Kinder werden so wie du!“ Klar, wie immer sind die anderen Schuld, vor allem ich. War ich doch auch das einzige Kind weltweit, dass sich selber auf die Welt gebracht hat. Meine Eltern wurden nĂ€mlich nie mĂŒde mir zu sagen, dass es ihnen ohne mich besser ergangen wĂ€re im Leben. Ich hatte eh immer Schuld an allem. Und ich war ein schlimmes Kind. Noch Fragen?

 

„Sie mĂŒssen sich selber die Mutter sein, die sie nie hatten. Sie mĂŒssen sich selber trösten, sich lieben, auf sich achten und respektieren!“

Das sagte meine Therapeutin damals zu mir. Und es half. Denn ich musste einfach einsehen: Wenn ich meinen Seelenfrieden wollte, musste ich den Kontakt kappen. Und ihr verzeihen. Nicht um ihretwillen. Sondern fĂŒr meinen Seelenfrieden. Ich wollte ihr absolut keine Macht mehr ĂŒber mich geben. Ich wollte  nur noch abschliessen und ein glĂŒckliches Leben haben.

Und ĂŒberhaupt: Nichts wird gut genug sein, nichts wird so sein wie ich es als Tochter gerne hĂ€tte, ich jagte einer Illusion hinterher. Auch, weil es die Gesellschaft von mir forderte. Und auch, weil ich meinen Freunden und Bekannten nie, wirklich nie erzĂ€hlte was man zu Hause mit mir machte oder gemacht hat. „Es geht niemanden was an, was in unserer Familie passiert!“ brannte sich tief ein in meine Seele. Ich brauchte ganz lange um mich davon zu lösen. Doch teilweise schĂ€me ich mich heute immer noch fĂŒr das was ich durchleben musste. Völlig zu unrecht.

Und ich stellte fest mit dem ersten Beitrag

Ich bin nicht alleine. Da draussen gibt es ganz viele erwachsene MĂ€nner und Frauen denen es genauso geht. Die auch die Hölle auf Erden durch lebt haben, an einem Ort der einem Sicherheit, Liebe und Geborgenheit geben sollte. Erwachsene die nicht den Mut finden ihren Eltern ihre Grenzen aufzuzeigen. Die sich nicht trauen der Gesellschaft und ihren AnsprĂŒchen einen dicken Mittelfinger zu zeigen. Die SchuldgefĂŒhle haben, die sich verantwortlich fĂŒhlen fĂŒr das GlĂŒck ihrer Eltern.

Ich habe eine klare Botschaft fĂŒr euch: Fangt an, euch als wertvolle Menschen zu sehen! Ihr seid liebenswert, besonders und vor allem: Ihr seid stark!
Ihr seid nicht verantwortlich fĂŒr das GlĂŒck eurer Eltern, ihr schuldet ihnen nichts. Ihr schuldet euch selber aber Respekt, Liebe und euren Seelenfrieden.
Ihr schuldet niemanden eine ErklĂ€rung fĂŒr eure Entscheidung. Lasst euch professionell begleiten, wenn ihr es nicht alleine schafft, es ist keine Schande sich Hilfe zu holen.
Es ist euer Leben. Ihr seid dafĂŒr verantwortlich! Und manchmal muss man sich schĂŒtzen um nicht daran zu Grunde zu gehen. Fangt an euch selber zu lieben und setzt euch niemanden aus, der euch fertig macht, euch nicht respektiert oder euch gequĂ€lt hat.
Man rÀt ja auch niemanden sich seinem Peiniger zu stellen, und ihn gern zu haben, nach dem man ihm entkommen ist, oder?

An die Gesellschaft

Hört auf die armen, so armen Eltern solcher Kinder zu bemitleiden und die Kinder zu verurteilen. Die Eltern wollen es nicht zugeben was sie falsch gemacht haben. Oder sehen nicht wo das Problem lag. Und da lag sicher ein Problem vor, niemand der eine liebevolle, „normale“  Kindheit hatte verhĂ€lt sich so. Nach knapp ĂŒber 15. Jahren mit Kindern und Erwachsenen im Beruf und auch privat habe ich noch kein Elternteil erlebt, dass zugegeben hat das Kind misshandelt zu haben. Sei es emotional oder körperlich. Aber sich dann als das Opfer hinstellen, wo das Kind „einfach so von heute auf morgen,“ den Kontakt verweigert. Ehrlich? Jeder der sich ein wenig mit Kindern und Bezugspersonen auseinander setzt weiss: Kinder wĂŒrden alles tun um von ihren Eltern geliebt zu werden. Kinder akzeptieren auch vieles von ihren Eltern um geliebt zu werden…FĂŒr die Kinder sind die Eltern das ein und alles, egal was die Eltern anstellen. Sich dann von diesen zu trennen, aus welchen GrĂŒnden auch immer erfordert extrem viel Mut, Zeit und Kraft. Niemand „kĂŒndigt“ einfach mal so ĂŒber Nacht seinen Eltern aus einer Laune heraus. Die Eltern die das behaupten wĂŒrde ich dringend zu einer Therapie raten, damit sie lernen sich und ihr Verhalten zu reflektieren.

 

Zum Titelbild: Das ist das letzte Bild, dass meine Mutter von mir schoss. Ich hatte ihr einen Schneemann im Garten gebaut um sie aufzumuntern. Das Bild trĂŒgt, auch wenn ich lache,  denn sie machte zwar das Bild auf meinen Wunsch hin, schnauzte mich aber im selben Augenblick an wegen des Topfes, den ich ohne ihre Erlaubnis fĂŒr den Schneemann aus dem Schrank nahm.

Danach, packte ich meine Sachen erneut und fuhr zurĂŒck in die Schweiz. Zur Info…meine Mama wohnt 4. Stunden Zugfahrt von mir weiter weg…

Ja, ich bin alleine hier!

Da war sie wieder, diese leidige Frage, Freitagabend beim Apero einen Tag vor meinen Ferien: „Machst Du das denn öfters? So alleine weg fahren? Ist das nicht langweilig? Oder gefĂ€hrlich?“

„Nein! Langweilig ist nur immer wieder diese Frage zu hören! Ja ich mache das öfters – Weil es GENIAL ist und ich abenteuerlustig bin! Und NEIN! Es ist nicht gefĂ€hrlich!“  dachte ich so fĂŒr mich, aber stattdessen erklĂ€rte ich der Dame kurz und bĂŒndig mit einem breiten lĂ€cheln im Gesicht: „Nein, das ist ganz und gar nicht langweilig, wenn man es mit sich selber aushĂ€lt!“ drehte mich um und spazierte mit meinem Weinglas in der Hand davon. 

Als junger Mensch wollte ich nie alleine sein

Wenn junge Menschen mir diese Frage stellen, kann ich das noch einigermassen nach voll ziehen. Wenn man jĂŒnger ist, zumindest war das so bei mir vor 10. Jahren, möchte man umgeben sein von liebsten und am besten gar nichts alleine machen. Kam niemand mit ins Kino, dann ging man nicht ins Kino, sondern schaute sich absolut gelangweilt etwas im TV an. Was fĂŒr eine Panik das war, wenn am Weekend niemand mit raus wollte, ich schmollte wie eine beleidigte Leberwurst vor mich hin.

Aber wenn erwachsene Menschen die gleiche Frage stellen, kann ich mich persönlich nur wundern. Wie viele sich immer noch abhĂ€ngig machen von andern, wie viele von ihnen sich und ihre eigene Gesellschaft nicht ertragen. Und Langweile haben…dabei ist die Welt, das Universum und alles drin und drumherum so spannend und aufregend und es gibt so viel zu sehen, zu entdecken, zum lernen – Wie kann man da von langweile sprechen? Nun ja..

Zum GlĂŒck sind diese Zeiten vorbei

Wenn ich Lust habe auf eine Party zu gehen, mache ich mich parat und gehe, wenn niemand mit will- will niemand mit. Die Weekends in denen ich alleine weg war, waren meistens auch die besten. Man lernt neue Leute kennen, wenn man offen ist, ansonsten hat man seine Ruhe und kann tanzen, chillen oder sonst was machen…so lange man will! Gerade dieses Jahr auf der Fusion habe ich gemerkt, wie happy ich war ungebunden mich ĂŒber das GelĂ€nde und auf dem Dancefloor bewegen zu können. Alleine oder gar Einsam war ich aber zu keinem Zeitpunkt. Auch wenn es mich ins Museum zieht, in dem ich gern Stundenlang verweile, dann mache ist das. Und noch so vieles mehr – ungebunden! Und ohne schlechtes Gewissen…

Die Crowd macht es aber auch aus!

Es kommt natĂŒrlich auch immer auf die Crowd darauf an, denn auf dem zweiten Festival waren wir viele..und es war trotzdem grandios! (Vermisse euch es bizzeli und freue mich auf die Wiedersehen in den nĂ€chsten Wochen u.a in Frankfurt und Hamburg <3 )Aber es waren auch Menschen die nicht gleich einen Nervenzusammenbruch erlitten, weil man nicht rund um die Uhr zusammen war. Danke, ihr wart super!

Die Gesellschaft suggeriert uns – Single = Einsam oder alleine

In etlichen Zeitschriften und Artikeln fĂ€llt mir immer wieder auf: Wer allein fĂŒr sich steht, wird als bemitleidenswert, einsam und als alleine abgestempelt. Der braucht dann Freunde um sich herum die ihn aufbauen oder am besten einen Partner um sich ganz zu fĂŒhlen.  Warum eigentlich? Wir werden alleine geboren, wir sterben alleine, auch wenn uns jemand dann die Hand hĂ€lt, in unserem innersten, auf die letzte Reise machen wir uns alleine. Warum sollten wir uns also alleine mit uns nicht wohl fĂŒhlen dĂŒrfen? Sicher sind Freunde was tolles, auch ich habe welche, stellt euch vor! Aber doch geniesse ich die Zeit in der ich alleine bin sehr.

Gerade bin ich in Bukarest

Seit Samstag bin ich alleine in Bukarest, ich habe mir hier ein kleines Apartment gemietet, habe die Stadt unsicher gemacht und das Nachtleben gerockt. Aber alleine war ich kaum…ganz im Gegenteil. Die Leute hier sind unglaublich offen und locker! Deswegen geniesse ich diesen ruhigen Tag heute umso mehr.Denn ich habe auch endlich Zeit gefunden einen neuen Artikel zu schreiben. Und da es draussen so scheusslich ist, bleibe ich den ganzen Tag, bis zum Umzug ins Hotel, im Bett. Denn fĂŒr mich bedeutet Urlaub auch: Erholung und mal nix tun.

WĂ€re ich mit einer Freundin hier..ich weiss nicht ob sie das mitmachen wĂŒrde. Oft habe ich es bereits erlebt, dass Menschen immer eine gewisse Anspruchshaltung entwickeln wenn man zusammen verreist. Und nicht nur bei mir persönlich, auch bei PĂ€rchen. Sie will am Strand liegen – aber bitte nicht alleine. Er möchte durch die Stadt ziehen- aber bitte auch nicht alleine. Konflikte vorprogrammiert.  Ich kenne so einige Menschen die als Paar in den Urlaub sind und als Single zurĂŒck kamen. Und warum? Weil keiner bereit war mal einen Tag alleine los zu ziehen oder Kompromisse einzugehen. Aber ja, auch ich bekomme heute Abend Gesellschaft und freue mich darauf, evtl. auch, weil es nur ein paar Tage sind und ich danach wieder alleine hier bin 😉

Kompromisse & Ich? Wir sind keine Freunde

Und weil mir das sehr deutlich bewusst ist, und weil ich auch weiss, dass man Kompromisse eingehen muss, wenn man unter Menschen ist, entscheide ich mich meist fĂŒr mich und gegen andere. Nicht weil ich die anderen nicht mag, sondern weil ich eben mein Ding durchziehen möchte.Und ich nicht darauf warte, dass sich jemand meiner erbarmt und mitkommt oder mir das HĂ€ndchen hĂ€lt. Wahrscheinlich tendiere ich auch eher zur EinzelgĂ€ngerin und mein sturer Kopf unterstĂŒtzt das natĂŒrlich umso mehr!

Deswegen verstehe ich die andere Seite nicht

Vor was hat man denn Angst, wenn man alleine los zieht? Ich kenne einige, die waren z.B. noch nie alleine im Kino! Ich meine, was quatscht man auch so zu zweit, wĂ€hrend man sich einen Film ansieht? Eben…

Warum mal nicht alleine mit sich in den Urlaub fahren und schauen was passiert? Seinem eigenen Rhythmus folgen, lesen, shoppen oder mal gar nichts machen ohne schlechtes Gewissen? Alleine im Restaurant sitzen findet ihr doof?  Glaubt mir, ich war schon ein paar mal alleine abends im Restaurant und in den GesprĂ€chen von einigen Damen, Herren oder PĂ€rchen wĂ€re niemand von uns gern verwickelt worden. Gepriesen sei die Ruhe beim Essen, wenn man allein speist! Und ausserdem: Warum verwöhnt man sich nicht so, wie man einen Partner verwöhnen wĂŒrde?

Liebe fÀngt mit Selbstliebe an!

Sich ins Spa einladen zu einer Massage, davor ein Glas Champagner, anschliessend fein essen und nach Hause gehen zu einem Schlafzimmer voller Kerzen? Klingt verlockend? Warum warten dann einige auf einen  Menschen oder Partner um das in die RealitĂ€t umzusetzen? Verwöhnt euch selbst! Gönnt euch all das, was ihr von einem anderen Menschen erwarten wĂŒrdet, dass er fĂŒr euch tut. Übernehmt Verantwortung fĂŒr euch selbst, erfĂŒllt euch selber eure WĂŒnsche statt auf einen Menschen zu warten der mitgeht oder euch jeden Wunsch von den Augen abliest. Seid selbst dieser Mensch, der euch glĂŒcklich macht – no matter what. Denn wenn ihr das nicht könnt, wie soll euch dann ein anderer glĂŒcklich machen? Und sicher, am Anfang ist es ein wenig beĂ€ngstigend, sich mit sich selber auseinander zu setzen, sich kennenzulernen ohne Ablenkung von aussen durch andere, aber es lohnt sich!

Eine Gute Zeit & bis bald,

 

Paula

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Ich bin Bisexuell, na und?

Nein, das soll kein Outing werden, denn wer mich lange genug und gut kennt, weiss das nicht erst seit gestern. Warum es also Thema ist? Weil ich es mir endlich von der Seele schreiben muss. Weil viele immer noch nicht verstehen wollen was das heisst und es anscheinend AufklÀrungsbedarf gibt. Und weil mich Menschen die einen als Versuchskaninchen missbrauchen auf die Palme treiben!

„Ja, kannst du dich denn nicht entscheiden?“ „SchlĂ€fst du dann auch mit Frauen?“ „Hattest du denn auch Beziehungen mit Frauen?“ „Reichen dir MĂ€nner nicht?“ „Was ist besser?“ „Was stimmt nicht mit dir?“ Andere fragen ganz direkt nach Dreier. (Nein, nicht jede bisexuelle Frau hat Dreier oder will welche, ehrlich!)

Das wĂ€ren dann die Standartfragen die mir da so entgegen kommen und sicherlich nicht nur mir. Also, was hat es denn nun auf sich mit der BisexualitĂ€t? Man mag beides! Und nicht weil man sich nicht entscheiden kann, sondern weil eben beides gut ist. Man weiss ja, bei SexualitĂ€t und den Vorlieben hat man kein Mitspracherecht. Es ist wie es ist. Und nichts von beidem ist „besser“. Es ist einfach nur anders.

Was bedeutet es nun genau – Bisexuell zu sein?

Bisexuelle sind Menschen, die sich zu beiden Geschlechtern hingezogen fĂŒhlen. 

Das sind Frauen und MĂ€nner, die sich sowohl in Frauen, als auch in MĂ€nner verlieben könnten und/oder sich sexuelle Kontakte mit beiden Geschlechtern wĂŒnschen.
BisexualitÀt ist also sozusagen die Zwischenform zwischen HomosexualitÀt (Gleichgeschlechtliche Liebe) und HeterosexualitÀt (Liebe zum anderen Geschlecht) und kann verschiedene Formen annehmen.

  • Einige verlieben sich gleichzeitig in Frauen und MĂ€nner
  • Einige ziehen je nach Phase mal Frauen, mal MĂ€nner vor
  • Einige lieben nur Menschen des anderen Geschlechts, fĂŒhlen sich sexuell aber besonders zum eigenen Geschlecht hingezogen

Viele Menschen bezeichnen sich ausserdem zwar als heterosexuell, können aber auch gewisse bisexuelle Neigungen nicht verneinen.

Quelle

BisexualitÀt bei Frauen & MÀnnern

Bei Frauen, so mein GefĂŒhl, wird es noch eher hingenommen wie bei MĂ€nnern. Zwei Frauen die rum machen sind schliesslich heisser als zwei MĂ€nner…so zumindest die Idee in den Köpfen von einigen Zeitgenossen. Irgendwie ist die Homophobie bei MĂ€nnern ausgeprĂ€gter – oder ich kenne nur coole Frauen die es nicht stört. Und nur weil ich auch Frauen gern habe, werde ich nicht jede Frau in meinem Umfeld als potenzielle Partnerin, Gespielin oder sonst was sehen.

Die, die nur mal probieren wollen

Trotzdem stört mich seit Jahren etwas. Viele Hetero Frauen die gern einen auf Wanna bisexuell tun. Wie das aussieht? Man lernt eine Frau kennen, man unterhĂ€lt sich gut, irgendwann kommt man sich nĂ€her um im Anschluss zu erfahren wenn man nach der Nummer fragt: „So Bi bin ich dann doch nicht!“ Schlimmer sind nur die, die man nach Hause nimmt und sie einem diesen Satz am nĂ€chsten Morgen entgegen hauen.  Danke & Ade! Ein offener Dialog hilft meist mehr, als im Nachhinein mit der Sprache rauszurĂŒcken.

Versuchskaninchen

Es ist schön und gut, wenn ihr eure Grenzen testen wollt oder Erfahrungen sammeln wollt in diese Richtung. Aber teilt uns doch bitte vorher mit und nicht erst im nachhinein. Wenn euch ein Mann gefĂ€llt und er euch dann am nĂ€chsten Morgen sagen wĂŒrde: „Danke sĂŒsse, aber ich glaube ich bevorzuge doch weiterhin MĂ€nner!“ Wie wĂŒrde es euch gehen? Tolles GefĂŒhl, oder? Es ist nicht fair Menschen als Versuchskaninchen zu benutzen. Fairplay bitte. Auch fĂŒhrt euer Verhalten dazu, dass Bisexuelle von der Gesellschaft nicht ernst genommen werden. „Ach, das ist sicher nur eine Phase!“ „Das geht vorbei!“ So etwas nervt und zwar gewaltig. Meine Phase hĂ€lt nun ĂŒber 20 Jahre an, whoo whoo! Und bis jetzt hatte ich bis auf wenige Male nie das GefĂŒhl diskriminiert zu werden.

WĂŒnsche an die Zukunft

Ich wĂŒrde mir mehr Toleranz wĂŒnschen, eine bessere, offene Kommunikation, weniger Vorurteile. Eine bessere AufklĂ€rung – leider auch immer noch mangelhaft obwohl wir im Jahre 2016 leben…Niemand muss deinen oder meinen Vorstellungen genĂŒgen oder sich so benehmen wie wir es fĂŒr richtig halten. Leben und leben lassen, immer! Es sollte keinen Mut erfordern sich so zu zeigen wie man ist!

Treffs & Forum & Arbeitsgruppen

Ich bin im Netz auf eine wunderbare Seite gestossen, mit Forum, Treffs uvm. in der Schweiz:

www.Bi-net.ch

Das Leben ist halt einfach nicht schwarz – weiss. Es ist bunt! <3

Schönes Wochenende ihr lieben!

Paula

Pic – Unsplash

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Es braucht viel Mut, man selbst zu sein – warum eigentlich?

Ist Frau dĂŒnn, hat sie bestimmt Magersucht oder Bulimie. Ist Frau kurvig, ist sie bestimmt faul und ernĂ€hrt sich ungesund. Achtet Frau auf eine gepflegte Erscheinung gilt man als „Tussig“, bevorzugt man eher den Schlabberlook, lĂ€sst man sich gehen. Liest man gerne BĂŒcher, hat man bestimmt kein Privatleben und hĂ€lt sich wohl fĂŒr besonders schlau, gibt man hingegen die Partyqueen, hat man bestimmt ein Alkohol- oder gar Drogenproblem und ist sonst eher OberflĂ€chig. 

„Es braucht viel Mut, man selbst zu sein – warum eigentlich?“ weiterlesen

Ja, darf man das?

Was wÀre, wenn:

Die besten Freunde lĂŒgen wĂŒrden wie gedruckt?
Man sich nicht auf sie verlassen könnte?
Man immer Schuld ist an jeder Misere trÀgt, nur nicht sie selber?
Man jeden Tag zu hören bekommen wĂŒrde, wie unerwĂŒnscht man ist?
Man keine UnterstĂŒtzung von ihnen erfahren wĂŒrde, sondern nur Kritik?

Und ich meine nicht die Art und Weise von Kritik, die einen vorwÀrtsbringt.

WĂŒrde man sich solchen Menschen aussetzen, freiwillig?

WĂŒrde man Wert legen auf solch eine «Freundschaft»?  Ich glaube wir alle können diese Frage mit einem klaren: «Nein!» beantworten.

Wenn Eltern den Kontakt zu ihren Kindern abbrechen

Ist das immer so eine Sache. Meist muss schon etwas «schlimmes» passiert sein, dass Eltern diesen letzten verzweifelten Schritt gehen. Aber dieser Schritt, wird meist gesellschaftlich akzeptiert und verstanden. Die verstossenen Kinder werden dann gern «Schwarze Schafe» genannt und damit ist das Thema meist vom Tisch.

Gerade zu dieser Zeit, so kurz vor Weihnachten, werde ich oft mit der Frage konfrontiert: «Und, geht’s zur Familie ĂŒber Weihnachten?» «Ja, zu meiner Wahlfamilie!» antworte ich dann oft. Dies löst natĂŒrlich eine Flut an Fragen und besonderem UnverstĂ€ndnis aus. Denn ich gehöre zu den Menschen, die ihren Eltern «gekĂŒndigt» haben. «Ja, darf man das denn?» höre ich einige von euch schon fragen.

Wenn Kinder den Kontakt abbrechen

Werden sie als undankbar bezeichnet und vieles mehr. Man zeigt kein VerstĂ€ndnis, bezichtigt uns des Egoismus und auch sehr oft als herzlos. Und wehe Sie sind Tochter, dann erst recht! Gerade ich, in meinem Beruf (ich arbeite mit Kindern und Erwachsenen) ernte ich meist krĂ€ftiges, abschĂ€tziges KopfschĂŒtteln. Wie oft musste ich mir anhören: «Komm, ruf sie an, es sind deine Eltern, sei nicht so stur
Eines Tages werden sie nicht mehr da sein und dann wirst du es bereuen…Blablabla» und all der gleichen.  Nein, werde ich sicher nicht, ganz ehrlich!

Menschen sind gegen Gewalt an Kindern

Jeglicher Missbrauch ist ihnen zuwider und jeden der ein Kind quĂ€lt, auf welche Art und Weise auch immer, wĂŒrden sie am liebsten auf Lebenszeit einsperren oder gar schlimmeres, da sind wir uns auch alle einig, hmm? Einem wehrlosen, schutzbedĂŒrftigen Kind, dass auf seine Eltern angewiesen ist, keine Liebe oder Geborgenheit und Sicherheit zu geben, es nur bis auf das nötigste zu versorgen und es nur beachten wenn es etwas zum Kritisieren gibt, um es dann körperlich zu zĂŒchtigen, es bricht den meisten schon das Herz wenn sie nur davon lesen, stimmt`s?

Menschen sind auch gegen jegliche bevormundung wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, wie die VolljÀhrigkeit, nicht wahr?

Viele von euch nehmen solche Eltern in Schutz

Denn wenn Kinder, Eltern jeglichen Kontakt verweigern, ist meist wirklich etwas dahinter. In meinem Fall, all das von oben beschriebene. Also warum drĂŒckt man mir und vielen anderen, die sich aus Scham nicht trauen darĂŒber zu sprechen den Stempel der Undankbarkeit gegenĂŒber den Eltern auf? FĂŒr was sollten wir in unserem Fall Dankbar sein?

Warum schĂŒttelt man den Kopf, und zieht die Augenbrauen hoch, wenn wir uns nur schĂŒtzen wollen, nun, da wir selber Erwachsene sind und eine Wahl haben? Denn als Kind hat man keine Wahl, man ist angewiesen auf die Eltern.

Und man kommt auch nicht so einfach aus der Familie raus, im schlimmsten Fall, muss erst etwas passieren, dass die Behörden hellhörig werden. Oder es braucht einen mutigen der das meldet. Doch die meisten sind nicht mutig und sehen weg, auch wenn das UnglĂŒck vor ihren Augen passiert. Wie viele Kinder sind schon in Wohnungen verendet und angeblich hat niemand etwas mitbekommen? Wie viele Kinder werden in der Öffentlichkeit geohrfeigt und niemand schreitet ein?

Man sieht weg, es ist ja nicht das eigene Kind, nicht das eigene Problem, warum sich also mit sowas unnötig belasten?

Aber wenn man dann als erwachsene Frau / Mann sagt: «Ich habe den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen!» Da fĂŒhlen sich plötzlich alle eingeladen ihren abschĂ€tzigen Senf dazu zugeben, vor allem zu verurteilen, sich einzumischen, obwohl sie niemand darum gebeten hat. Denn nicht jeder mag dann ausfĂŒhrlich erzĂ€hlen warum wieso und weshalb es so weit kam.

Viele sagen auch aus den besagten GrĂŒnden einfach, dass ihre Eltern verstorben sind. Denn glaubt mir, diese Entscheidung trifft man nicht von heute auf morgen. Es ist ein langjĂ€hriger Prozess in der Hoffnung, dass eines Tages, die Eltern ihre Fehler erkennen, das Kind als solches erkennen, mit seinen BedĂŒrfnissen, WĂŒnschen, Ängsten.

Mit dem vergangenen abschliessen

Dass sie eines Tages anfangen Liebe zu zeigen, anstatt ihren Frust an ihren Kindern auszulassen. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr stirbt die Hoffnung und man stellt fest, dass man sich das nicht antun braucht. Warum auch? Warum sollte sich jemand freiwillig niedermachen lassen wollen? Also trennt man sich und hat seine Ruhe. Die meisten brauchen eine Therapie, um sich von dem Traumata der Kindheit zu erholen, an ihrem Selbstbewusstsein zu arbeiten und um mit der Vergangenheit abzuschliessen.

Es war ein langer Weg auch fĂŒr mich, all das was passiert ist hinter mir zu lassen. Doch ich wollte es immer anders machen, als meine Eltern. Und Menschen, die mich verurteilen, mich als schlechte Tochter hinstellen, die kann ich mittlerweile nur noch belĂ€cheln. Denn wenn sie meine Eltern so bemitleiden, kann ich ihnen gern die Adresse geben, damit sie ihnen einen Besuch abstatten können.

Wenn man sie dann konfrontiert mit der bitteren Wahrheit und dem Grund des Kontaktabbruchs, werden sie meist still und schauen bedrĂŒckt zu Boden. Es ist halt immer einfacher zu urteilen, statt zu hinterfragen.

Warum ich euch das heute erzÀhle?

Weil ich den vielen Menschen, denen es genauso geht Mut machen möchte. Ihr seid keine schlechten Menschen, nur weil ihr euch schĂŒtzt! Denn jeder hat das Recht glĂŒcklich zu sein. Ich möchte auch kein Mitleid, ich möchte einfach nur, weniger verurteilende Worte, weniger Vorurteile, mehr Hinterfragen. Denn glaubt mir, viele von uns hĂ€tten gern ein liebevolles Elternhaus und eine tolle Kindheit gehabt und vor allem: Einen guten Draht, auch als Erwachsene zu den eigenen Eltern!