Über Schwangerschaftsabbruch in der Öffentlichkeit reden

Die Ärztin Kristina Hänel wurde gestern wegen „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche verurteilt zu einer Strafe von 6000 Euro. Denn Paragraf 219a von 1933 besagt unter anderem:

(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise

1. eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder

2. Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind, unter Hinweis auf diese Eignung

anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekanntgibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Quelle

Die Begründung des Gerichtes ist, nun ja, sagen wir mal etwas..ich weiss nicht. Ich finde einfach gerade nicht die passenden Worte dafür. Rückständig, ja, wobei das Wort noch zu positiv ist für die Argumentation der Richterin:

„Der Gesetzgeber wolle nicht, dass über den Schwangerschaftsabbruch in der Öffentlichkeit diskutiert wird, als sei es eine normale Sache.“

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Die Mütterpolizei

 

Auch ich wurde schon zur Zielscheibe der Mütterpolizei als ich mit Kindern unterwegs war. Meistens fängt es ganz harmlos an, auf dem Spielplatz, am Sandkasten zum Beispiel. Mit einem netten Gespräch, wie alt die Kinder seien bla bla. Und dann nach einer gefühlten Ewigkeit des Smalltalks, kommen die guten Ratschläge. Ich sehe halt auch einfach jung aus und wenn ich dann mit einem Kind gesehen wurde, ca. 4-6 Jahre, meinten die Damen sie müssten mir jungen Mutter gut gemeinte Ratschläge erteilen. Nach dem ich den meisten zu verstehen gegeben habe, dass ich schon seit über einem Jahrzehnt mit Kindern arbeite und es Gründe hat, warum das jetzt so ist und nicht anders, gingen sie kleinlaut davon.

Auch im Netz sehe ich immer wieder scharfe Kommentare, Verurteilungen, Anschuldigungen und schlimmeres unter Müttern. Woher kommt all der Hass? Woher nehmen sich diese Frauen das Recht heraus anderen Müttern zu sagen wie sie ihre Kinder zu erziehen hätten, was richtig und was falsch ist? Ok, bei Gewalt gegen Kinder springe auch ich dazwischen. Auf der einen Seite, möchte jede Mutter, dass jeder sich um seinen eigenen Kram schert, da die meisten mit sich und den Kindern genug zu tun haben. Auf der anderen Seite zerreissen sie sich das Maul über andere, als würde ihr Leben davon abhängen. Und ja, das Wort Maul gehört hier wirklich hin, falls sich manche von euch fragen.

In den guten alten USA geht es schliesslich soweit, dass Mütter die auf dem natürlichen Weg gebären, Mütter mit Kaiserschnitt beschimpfen, dass die Fetzen fliegen. Man sei nur eine echte Mutter, wenn man auf dem natürlichen Wege gebäre. Hmm, da bleibt selbst mir die Spucke weg. Woher kommt das? Und wer setzt den solchen Frauen diesen Floh ins Ohr? Mir wird das jedenfalls unbegreiflich bleiben, egal wie lange ich darüber sinniere.

Hier in Europa gehen Stillende Muttis auf die Fläschen Mamas los, die Hausfrauen greifen die arbeitenden Mütter an, Buggy Moms gegen Tragetuch Liebhaberinen. Im Ernst jetzt ? Wieso muss man seinen doofen Senf dazu geben, wenn man gar nicht darum gebeten wurde? Nur weil es für die eine Familie funktioniert, bedeutet es noch lange nicht, dass es für die andere genau so gehen würde.Wenn sich dann mal eine Pädagogin einmischt, heisst es dann gleich: “Sie haben keine Kinder, Sie haben keine Ahnung, warten Sie mal bis Sie Kinder haben!” Werde ich dann eine verurteilende gelangweilte Kuh die nichts besseres zu tun hat als auf andern rumzuhacken um von meinen unzulänglichkeiten abzulenken? Nein, nein und nochmals NEIN! Ihr sprecht doch einem Arzt auch nicht seine Fähigkeit ab eine Situation zu beurteilen, nur weil er selber nie in einer solcher war, oder?

Liebe Mütter, die ihr meint ach so perfekt zu sein und andere gern belehrt, böse guckt, ich weiss wir ihr seid. Als Nanny konnte ich oft hinter die Kulissen blicken und gerade die, die am meisten motzten über andere, gerade die, taten es um von sich selber abzulenken. Also mal lieber 2.mal vor der eigenen Türe kehren, bevor man auf andere mit dem Finger zeigt. Wäre es nicht eine bessere Welt, wenn jeder auf sich und seine Angelegenheiten schauen würde? Man sich gegenseitig unter die Arme greift, statt von hinten erdolcht? Niemand hat das Recht jemand anderen zu verurteilen nur weil es nicht den eigenen Vorstellungen entspricht! Behandelt doch jeden Menschen so, wie ihr selber behandelt werden möchtet, das kann doch nicht so schwierig sein!?

Wobei, eine Mütterpolizei hab ich entdeckt, die sorgt für andere heisse Ohren, aber seht selbst

Sehr gefallen hat mir auch TOLLABEAS Beitrag

Bis zum nächsten mal

Paula

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