Lockdown – Von mutigen Kinderbetreuerinnen

Ich bin extrem mĂĽde in den letzten Tagen. Es kostet viel Kraft den Kindern die heile Welt erhalten zu wollen. Es kostet sehr viel Kraft mitanzusehen, wie man uns wieder vergisst.

«Ihr seid so mutig, wie ihr den Laden am Laufen haltet. Andere gehen ja vor lauter Angst nicht mehr in die Arbeit, toll wie ihr das macht, danke!»

Was sicher gut gemeint war, war doch eher ein Schuss in den Ofen. Denn mutig, mutig sind wir gar nicht, weil wir in die Arbeit müssen. Denn wir sind nun offiziell «systemrelevant» und dürfen die Krippen gar nicht schliessen, während Kindergarten und Schule schon lange ihre Tore geschlossen haben und klare Anweisungen vom Bund erhalten haben. Bei uns hingegen werden Empfehlungen ausgesprochen und die Gemeinden sind zuständig. Vereinzelt haben städtische Horte offen, um eine Notbetreuung zu garantieren. Während bei uns auch nicht relevante Berufsgruppen ihre Kinder noch in die Krippe bringen dürfen, da Herr Golta es nicht für nötig hält da ein Verbot auszusprechen.

«Funktionieren zum Wohle aller» Aha.

«Es ist wichtig, dass die Kitas jetzt noch funktionieren, zum Wohle aller.» sagte er gegenĂĽber dem Tagesanzeiger, dabei vergisst Herr Golta, dass Kitas so wie sie waren und nun sind nur bedingt «funktioniert» haben, zum Wohle aller! Vergessen sind schlechte Löhne, unmögliche Anforderungen an das Betreuungspersonal von allen Seiten und der unzureichende PersonalschlĂĽssel, von regelmässigen unangekĂĽndigten Kontrollen – zum Wohle aller- ganz zu schweigen! Und nun halten wir den Kopf hin, unsere Gesundheit und die unseres Umfeldes, jonglieren flexibel mit Anforderungen und Organisation, zum Wohle aller, während wir Angst um unsere Arbeitsplätze haben und unsere Existenzen, zum Wohle aller – nur nicht zu unserem eigenen. Wie immer: Danke fĂĽr nix.

Wir müssen offenlassen, denn ohne uns bricht das System (welch eine Überraschung, eine absolut brandneue Erkenntnis! Ironie off.) offensichtlich zusammen. Wir könnten in die Kurzarbeit, könnten die Öffnungszeiten verändern, aber ohne, dass sich irgendwer benachteiligt fühlt wird es nicht gehen.

Massnahmen des Bundes kaum umsetzbar

Mit Mut hat das also wenig zu tun, wenn wir uns jeden Tag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Arbeit begeben. Über 2 Meter Abstand, können wir nur lachen, denn habt ihr schon mal probiert Kinder zu betreuen UND 2 Meter Abstand zu halten? Der Bund gibt was Kinderkrippen anbetrifft lediglich «Empfehlungen» an die Eltern. Was das bedeutet wissen wir alle. Und dann kommen noch die diversen Ansprüche einzelner Personen hinzu, die den Ernst der Lage allen Anscheins noch nicht ganz begriffen haben.

Kinderbetreuerinnen und Kinderbetreuer sind keine unbesiegbaren Wesen

Ich habe seit heute Kopf- und Gliederschmerzen, Halsweh. Ob das vom Stress kommt, von der Anspannung, oder ob ich krank werde weiss ich nicht. Ich male mir aber aus, wie das wäre, würde ich mir den Virus eingefangen haben. Was das für alle bedeuten würde, von Kindern, Eltern, Mitarbeitern, mein und ihr Umfeld. Wie viele ich bereits angesteckt hätte, bis es zum Ausbruch kommt. Wenn es überhaupt zum Ausbruch kommt. Mutig? Mutig sind die Leute, die glauben wir Kinderbetreuerinnen wären ausserirdische Wesen die immun sind gegen Viren & Co.

Aber was bleibt uns übrig? Wie das ganze finanziert werden soll, falls wir schliessen müssen, weiss ich persönlich nicht. Ich weiss aber, dass viele nun Überstunden abbauen, damit man irgendwie über die Runden kommt und die finanziellen Einbussen nicht zu deftig werden. Denn Kitas schwimmen nicht im Geld, die Rücklagen werden nicht überall für ein paar Monate reichen. Ganz im Gegenteil.  Was Kinderbetreuerinnen und Kinderbetreuer der Trotzphase anonym erzählen ist haarsträubend und hier nachzulesen auf Facebook oder auf Instagram.

Ich bin extrem müde in den letzten Tagen. Es kostet viel Kraft den Kindern die heile Welt erhalten zu wollen. Es kostet sehr viel Kraft mitanzusehen, wie man uns wieder vergisst, wenn man für Menschen aus dem Gesundheitswesen, Lebensmittelbereich usw. Respekt und Dankbarkeit klatscht. Denn ohne uns, könnten die wenigsten ihrem «systemrelevanten» Beruf nachgehen und anderen helfen. Unsere Arbeit ist nämlich unsichtbar, wir produzieren nichts, wir generieren keinen Umsatz.

 

«Wir betreuen nur Kinder.»

 

Ihr braucht nicht für mich klatschen, denn von dem klatschen bezahle ich meine x Arztrechnungen nicht, weil ich ständig beim Arzt sitze, wie letztes Jahr. Weil Eltern ihre kranken Kinder in die Kita brachten und uns Geschichten erzählten wie «Das ist nichts ansteckendes!» «Es hatte heute morgen kein Fieber!» «Der andauernde Durchfall kommt von der Lebensmittelunverträglichkeit!»

Die Frauen und Männer in diesem Beruf könnten ganze Enzyklopädien füllen, mit solchen Geschichten. Von klatschen kann weder ich noch sonst wer seine Miete zahlen, oder seine Lebensmittel. Mir wäre lieber, ihr alle unterstützt uns bei unseren Forderungen von besseren Arbeitsbedingungen und besserer Bezahlung. Mehr Anerkennung und Wertschätzung. Finanzierungen von Kitas, und Unterstützung von Eltern, nicht nur durch bezahlen von Subventionen, besonders in dieser Situation.

Denn für die Wirtschaft hat man schnell mal ein paar Milliarden Franken locker gemacht. Die Eltern zahlen gerade für Plätze, die sie nicht nutzen, warum wird da nicht finanziell unter die Arme gegriffen? Wo bleibt da die Hilfe? Finanzielle Hilfe wurde zwar vom Bund versprochen für die Kitas, doch so wie ich es verstanden habe sind es Kredite, die vergeben werden. Doch wer nimmt nun einen Kredit auf, wenn er nicht weiss wie es weitergeht, wie lange das noch alles geht und Angst haben muss, dass die ersten Eltern ihre Verträge kündigen, um sich nach privaten Lösungen umzusehen?

 

Erkrankungen: 8836 Personen
Verstorben:
86 Personen

Quelle: BAG

Lockdown – Zeit

Manchmal denke ich mir, dass alles nur ein schlechter Traum ist, aus dem ich bald erwache, doch das dachte ich bei Trump auch.

«Geht es noch lange?» «Wie lange noch?» «Siiiiiinnnd wir schon daaaaa?» Das sind nicht einfach Fragen die Kinder stellen, während man mit ihnen unterwegs ist, nein. Das sind Fragen, die auch gerade sehr aktuell sind. Experten sprechen davon, dass diese Pandemie bis zu zwei Jahre andauern kann. Zwei. Ganze. Jahre!

«Das Robert Koch-Institut stuft die Risikoeinschätzung fĂĽr Menschen als „hoch“ ein, nach Einschätzung seiner Experten könnte die Pandemie bis zu zwei Jahre dauern. Virologen gehen davon aus, dass binnen zwei Monaten elf Millionen Deutsche infiziert sein könnten.»

Quelle: Zeit

Manchmal denke ich mir, dass alles nur ein schlechter Traum ist, aus dem ich bald erwache, doch das dachte ich bei Trump auch. Also ja, was tun? Schritt für Schritt gewöhnen wir uns an die neue Realität. Wie gestern bereits geschrieben, hatte ich ein schlechtes Gewissen, bei dem Gedanken daran einen Spaziergang alleine zu machen. Ich denke, jetzt wo das Wetter noch grauenhaft ist stört es mich wenig. Doch der Frühling steht vor der Türe, der Sommer ist zum greifen nah.

 

Zwei Jahre

An den Gedanken muss ich mich erstmal gewöhnen. Mir ist bewusst, dass andere Menschen wirklich schlimmere Probleme diesbezüglich haben und mein Denken um evtl. zwei Sommer, die nicht nach meinem Gusto laufen werden sehr egoistisch ist, aber ich schreibe hier nur über mich, meine Empfindungen, nicht im Namen aller. Natürlich habe ich auch Hoffnung, dass es schneller vorbei ist, doch stelle ich mich lieber mental auf ein Worst-Case-Szenario ein, um mich positiv überraschen zu lassen, wenn das Gegenteil eintritt.

Protipp: Keine LektĂĽre zur letzten Pandemie lesen, wenn ihr ruhig schlafen wollt.

Ob wir uns auch an geschlossene Grenzen gewöhnen müssen? Daran, dass wir am Wochenende zuhause bleiben müssen, statt unsere Freunde zu treffen? Kein Kino, kein Restaurantbesuch- unser soziales Leben wird sich online abspielen. Für einige ändert sich also kaum was, die Introvertierten werden kaum Mühe haben zuhause zu bleiben.

Und auch ich bin dem ganzen nicht abgeneigt, denn extrovertiert bin ich nur im Sommer – aber 2 Jahre? Auf der anderen Seite hätte ich genügend Zeit die Bücher, die ich angefangen habe zu schreiben. All die Projekte in meinem Kopf auf Papier zu bringen. Nicht nur, dass wir unser Freizeitverhalten umstellen müssen, auch unsere Arbeit wird in nächster Zeit eine andere sein. Selbst wir in der Kita stellen nun so einiges um, um den Kontakt zu den Kindern, die zuhause sind, nicht zu verlieren. Alle Pläne der letzten Wochen für die kommenden Wochen, vielleicht Monate müssen über Bord geworfen werden. Neue Strategien entwickelt werden.

Oh, the irony here

Und ist es nicht Ironie des Schicksals, dass ich in einer Diktatur geboren wurde, mit geschlossenen Grenzen und leeren Regalen und das gleiche im Jahr 2020 im reichsten Land der Erde erlebe? Ja, was letztes Jahr noch geklungen hätte wie ein schlechter Witz, ist nun Realität. Und doch möchte ich das Beste daraus machen, denn wir alle wissen wie sehr Zeit sich zieht, wenn wir auf etwas warten. Ob es nun 2 Minuten sind, oder zwei ganze lange Jahre, im schlimmsten Fall.

Während ich und andere in den Genuss aller möglichen Entertainment Möglichkeiten zuhause kommen, sterben an den Grenzen zu Europa Menschen.

«Es ist untergegangen, wie auch nicht, in all den Nachrichten dieser Tage: Sehr viel weist darauf hin, dass griechische Polizisten in den letzten Wochen mehrere Menschen an der Grenze zur Türkei getötet haben. Es ist nur eine Facette einer flächendeckenden Entrechtung von Flüchtlingen in Griechenland in diesen Wochen.

Und die EU? Sie müsste ihr eigenes Recht durchzusetzen, das die Flüchtlinge schützen soll. Doch ein Verfahren gegen Griechenland wird es nicht geben. Man sei sich „der schwierigen Situation“ auf den Inseln bewusst und versuche sie zu bessern, hieß es dazu nur am Donnerstag aus Brüssel. Denn wir haben jetzt eigene Sorgen.»

Quelle: TAZ

 

Schutzlos dem ganzen ausgeliefert, nicht nur im Ausland

Selbst in der schönen Schweiz wird in den Asylzentren wohl wenig «Social Distancing» möglich sein, oder in Frauenhäusern. Weiter sind Menschen in Gefahr, für die das Zuhause kein sicherer Zufluchtsort ist, ich kenne das nur all zu gut.

Die Stadt hat immerhin die Notschlafstellen auf 24 Stunden Betrieb umgestellt, doch wie wird die Gesundheit der Menschen vor Ort geschützt, die Menschen, die dort leben und arbeiten müssen? Auch die Kitas haben solange offen, bis wir andere Weisungen bekommen. Wird es bald Tests geben, für uns Menschen, die an der Front stehen? Denn das wird oft vergessen: Was bringt der beste Schutz, und die Quarantäne der anderen, wenn wir Träger sind, die täglich im Kontakt zu anderen stehen?

Zeit

Ob ich in Kurzarbeit gehe oder nicht, ist mir gleich, wenn ich mich anstecke, dann ist das so. Ich bin gesund und habe eine Chance zu genesen. Ich werde mein Bestes tun um die Menschen um mich herum zu unterstützen. Ich mache mir einfach Sorgen, wenn das wirklich so lange anhalten wird, wie es für uns alle weitergeht, wie die Ressourcen in den Krankenhäusern aufgeteilt werden, was aus den ganzen Existenzen wird, wie man das alles finanziert bekommt.

Nur die Zeit wird es zeigen. Zeit die fĂĽr uns und auch gegen uns arbeitet. Bis ein Impfstoff gefunden wird können im schlimmsten Fall Jahre vergehen, die WHO spricht von 18 Monaten, im besten Falle. Doch dann muss das ja alles noch getestet werden. Es ist eine belastende Situation fĂĽr alle, doch vor allem fĂĽr die Menschen, die kein warmes zuhause haben und all die Vorteile eines Systems haben wie wir in Europa. Ich fĂĽhle mich machtlos, gerade läuft im Radio Always Look on the Bright Side of Life“

Das erinnert mich an ein Zitat von Fred Rogers:

“When I was a boy and I would see scary things in the news, my mother would say to me, „Look for the helpers. You will always find people who are helping.”

Nur bin ich in diesem Fall dieser Mensch, der hilft, was gibt mir Hoffnung?

 

Positiv getestete Erkrankungsfälle: 8060 Personen

Verstorben: 66 Personen

 

Quelle: BAG

Lockdown – Familiengedöns

«Ach, nicht mal einen Mann hat das Mädel, eine Frau kann einen Mann nie ersetzten!» kam daraufhin von ihr. Zack- alles versaut in nicht mal 2 Minuten.

Meine Mutter hat sich gestern gemeldet, um sich nach meinem Wohlbefinden zu erkunden. Auch ich habe in letzter Zeit an sie gedacht, sie ist Mitte fünfzig und durch ihre Nikotinabhängigkeit zählt sie zu der Risikogruppe. Und auch, weil sie in der Altenpflege tätig ist.  Wie es mir gehe, wollte sie wissen. Und gab mir gleich den guten Ratschlag mir doch die Hände zu waschen und in der Wohnung zu putzen. Ich meine, hey, das letzte Mal das wir uns gehört haben war als mein Vater verstarb und nun kommt sie um die Ecke um mir zu sagen, dass ich mir die Hände waschen soll. Ok, man will ja nicht so sein. Ich habe ihr dann nach langem hin und her überlegen geantwortet. Dass es uns gut gehe, alles in Ordnung ist und das ich hoffe das es ihr auch gut geht.

 

Nein, ich habe immer noch kein Kind!

Natürlich erkundigte sich meine Mutter gleich, wen ich mit «wir» meinte. Ich schätze mal, sie dachte ich hätte nun ein Kind, ich kenne doch meine Mutter und die Art und Weise wie sie denkt.  «Die Frau mit der ich seit zwei Jahren zusammenwohne, meine Mitbewohnerin!»

«Ach, nicht mal einen Mann hat das Mädel, eine Frau kann einen Mann nie ersetzten!» kam daraufhin von ihr. Zack- alles versaut in nicht mal 2 Minuten. Meine Mutter kann nämlich bis heute nicht das Konzept einer WG verstehen, oder sie will es nicht. Ich schrieb ihr kurz und bündig, dass ich sicher keinen Mann brauche und es schätze, wenn sie sich um sich selber kümmert und ich mich um mich. Enkel oder einen Schwiegersohn wird sie von mir niemals bekommen. Ihre Nummer habe ich anschliessend gesperrt.

 

Schwer genervt!

Wobei ich mich schon frage, was mir ein Mann bieten kann, dass eine Frau nicht kann, bis auf einen Penis? Dieses Denken, Männer seien unersetzbar stösst mir einfach total sauer auf, denn das zeugt davon, dass sie sich von ihrem traditionellen Bild von Mann / Frau nie gelöst hat. Und selbst wenn ich mit meiner Mitbewohnerin zusammen wäre, so what? Anstatt sich zu freuen, dass es mir gut geht, ich gesund bin, kommt sie mit ihren Belehrungen um die Ecke. WTF!? Ich sagte ihr mit bereits 14 Jahren, dass ich Bisexuell sei, sie tat so, als wäre das nur eine Phase und nahm das nicht ernst. Wie alle Kinder möchte ich einfach so akzeptiert werden wie ich bin, nicht belehrt, nicht runtergemacht, einfach so wie ich bin – ansonsten kann ich auf den Kontakt verzichten, ja es geht mir sogar besser ohne.

Und ja, sie tut mir leid, weil sie niemanden hat im Falle eines Falles, aber so ein Theater, darauf habe ich keine Lust. FĂĽr einige mag das herzlos klingen, aber ich habe schon vor langer Zeit mit dem Kapitel abgeschlossen. Auch jetzt bereue ich es, ihr ĂĽberhaupt geantwortet zu haben, doch ich zog eben auch in Erwägung, dass sie es evtl. nicht schafft durch die Pandemie – nun waren meine letzten Worte, die ihr gewidmet waren, keine freundlichen. Mir ist bewusst, dass sie sich sorgt, und auch ich sorge mich, trotz allem um sie, doch kann ich nicht. Ich kann einfach nicht. Ich war gestern Abend bereits so wĂĽtend, auf das was sie geschrieben hat, dass es die Situation nur noch verschlimmern wĂĽrde. FĂĽr beide Seiten.

Ich vertraue einfach drauf, dass die Hilfsnetzwerke in dem Ort wo sie wohnt genauso dicht sind wie hier in der Schweiz. Dass sie trotz ihrer selbstgewählten Isolation jemanden hat, der ein Auge auf sie hat und ihr im Notfall helfen kann.

Wie es wohl anderen geht, die eine gute Beziehung zu ihren Eltern und Verwandten pflegen, die sie nicht mehr besuchen können? Menschen, die im Krankenhaus liegen und nicht besucht werden können? Ich kann mir das schwer vorstellen, irgendwie. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich froh, dass ich solche Situationen nie erleben werde in meiner Familie. Meine ganzen direkten Verwandten sind schon tot, Oma, Opa usw. Die Zahl der infizierten stieg in der Schweiz nämlich rasant an und der Schweiz, doch auch Weltweit. Die Sorge um mein direktes Umfeld ist schon belastend genug.

Ausgangssperre und ihre Folgen

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich es nützlich finden würde, den Leuten einen kompletten Lockdown zu verordnen. Allerdings hatte ich nicht bedacht, was das für einige, die in prekären Zuständen lebenden Menschen bedeutet. Frauen,  in toxischen oder gewalttätigen Partnerschaften, z.B., nicht nur hier in der Schweiz. Was ich auch erstaunlich finde, dass man die Asylsuchenden völlig ausser Acht lässt, die auf engstem Raum zusammenleben müssen. In einigen Kantonen ist ja dieses krasse Instrument schon im Einsatz, Personen über 65 Jahre dürfen dort ihre Wohnung nicht mehr verlassen. Man könnte hier in den Städten die Strukturen ausbauen für Menschen in Not schaffen, für Obdachlose, z.B, Frauen und Kinder, und auch für die Asylsuchenden. Ich hoffe sehr, dass sich dort noch etwas tun wird, denn je länger das ganze geht, desto schlimmer wird es für sie.

 

 

 

 

Anzahl positiv getesteter Erkrankungsfälle
6113 Personen

Verstorben
56 Personen

 

Quelle: BAG 

Lockdown – Ăśber Veränderungen & Stillstand

Wie wird sich die Welt nach Corona verändern? Bleibt die Hilfsbereitschaft bestehen, der Zusammenhalt? Oder werden wir in ein paar Monaten alles vergessen haben und zu unserem vorherigen Alltag zurückkehren?

Bisher war Wandel in meinem Leben immer was Gutes. Das wurde mir heute erneut vor Augen gefĂĽhrt, als ich auf meinen „Bully“ aus der Schulzeit, einer nun fast vierzig jährigen, alleinerziehender Mutter online traf. Was nämlich passiert, wenn man immer dort bleibt wo man ist, umgeben von den Menschen, die man schon immer kannte, nun ja, es ist Stillstand. Und Stillstand frustriert, auch wenn das nicht immer gleich so offensichtlich ist. Und umso frustrierender ist es dann zu sehen, dass andere im Leben vielleicht an einem Punkt stehen, wo man selbst gern stehen wĂĽrde.

Hätte man nur bessere Entscheidungen getroffen. Wobei Frust und Wut entsteht, auf einen selbst und die Situation in der man sich hineinmanövriert hat, die man aussen ablässt. Denn es ist einfacher, andere als Blitzableiter zu benutzen und Verantwortung abzugeben, als sich selber mal an die Nase zu fassen. Und auch mit fast vierzig funktioniert diese Frau noch so. Ich war erstaunt. 20 Jahre Stillstand. Herzlichen Glückwunsch!

Tradition = Stillstand

Stillstand ist das was die Menschen dort in meinen Augen prägt. Sie nennen es natürlich Tradition, und leben diese zum Teil auch unbewusst, geprägt durch ihre Sozialisation, gehen nicht weg aus der Heimat, auch nicht für eine kurze Zeit. Man ist verwurzelt in und mit allem. Ich bin ich kein Fan von starren Strukturen, vermutlich, weil ich sie auch nie kannte. Alles ist im Wandel und Menschen, die den Wandel lieben haben es schwer in einer Gesellschaft, die sich daran verkrampft festhält, dass alles so bleibt wie es ist.

Aus Angst, Bequemlichkeit, die Gründe sind verschieden. Was dann noch erschwert hinzukommt, wenn man seiner Zeit voraus ist, sind die ganzen Anfeindungen und Unterstellungen der Mitmenschen, diese infantilen Versuche den anderen zu denunzieren, koste es was es wolle. Notfalls zieht man soweit unter die Gürtellinie, dass man glaubt den anderen damit zu treffen. Aber davon wird man eben auch nicht grösser, oder das eigene Leben besser. Und war nicht der Hass auf andere, eine Projektion des eigenen inneren Zustandes? Sie tut mir einfach nur noch leid. Aber natürlich war ich die Böse in dem Ganzen. Weil ich mich damals geweigert habe nach ihren Regeln und Normen zu spielen.

Chancen durch Veränderungen

Ich bin heute dankbar, dass ich vieles von dem was ich eigentlich wollte nicht bekommen habe. Ich bin froh, um jede Entscheidung, die ich traf, denn sie führten mich an den Punkt wo ich heute stehe. Wenn mich Menschen fragen, ob ich etwas bereue, fällt mir beim besten Willen nichts ein. Ich liebe Veränderungen. Denn sie bringen Chancen. Doch zu dieser Einstellung war es ein langer Weg. Ein Weg der geprägt war von Unsicherheit, nicht so kluger Entscheidungen und vielen Tränen. Doch Veränderung tut nicht weh. Erst wenn man anfängt, an dem alten zu klammern und sich gegen die neue Situation streubt, wird es schwierig.

Doch wird diese Veränderung sich auch zum Guten wenden?

Wie wird sich die Welt nach Corona verändern? Bleibt die Hilfsbereitschaft bestehen, der Zusammenhalt? Oder werden wir in ein paar Monaten alles vergessen haben und zu unserem vorherigen Alltag zurückkehren? Wird es noch die totale Ausgangssperre geben? Immer noch viele Fragen die offen bleiben.

Hier eine kurze Zusammenfassung aus dem Tagesanzeiger, was heute vom Bund beschlossen wurde:

  • Der Bundesrat hat ein Hilfspaket von 32 Milliarden Franken geschnĂĽrt.
  • Es enthält schnelle Liquiditätshilfen fĂĽr die Wirtschaft.
  • Zudem gibt es einen Zahlungsaufschub fĂĽr Sozialversicherungsbeiträge.
  • Die Kontaktregeln werden verschärft. Gruppen ĂĽber fĂĽnf Personen drohen Ordnungsbussen.

 

Quelle: Tagesanzeiger

Der Bund setzt zwar weiter auf die Eigenverantwortung der Menschen, nur eben, klappt das eher suboptimal. Das dürfte sich in den nächsten Tagen wieder regeln, denn dann soll es regnen. Die ganzen polizeilichen Massnahmen heisse ich zwar gut, habe aber auch Bedenken, ob wir nach den ganzen Einschnitten in unser Leben wieder von Jetzt auf Gleich zurück in die Normalität kehren können.

Hier entdeckte ich eine Flumap online, die bestättigten Coronafälle in der Stadt dokumentiert. Man kann also sehen, wie nah das Virus bereits ist. Und ich wünschte mir, ich hätte einfach nicht nachgesehen. Das solltet ihr auch nicht, wenn ihr keine starken Nerven habt.

 

Anzahl Erkrankungsfälle
Positiv getestet: 4840 Personen
Davon bestätigt: 4176 Personen

Verstorben: 43 Personen

 

Quelle:BAG

 

 

Lockdown- Zwischen Ruhe, Beunruhigung und sehr viel Schoggi

Wie weit wird das alles noch gehen? Ich habe heute vor lauter Stress eine ganze Packung Duplo gegessen, zwei Dosen Cola getrunken und noch eine gesamte Packung Pralinen in mich hineingestopft.

Es gibt nicht nur „schlechte“ Nachrichten: Die Kindergruppe, die ich betreuen darf, beträgt nun max. 5 Kinder. Wir mĂĽssen den Alltag nun in der Kita so organisieren, dass nie mehr als 5 Kinder zusammen sind. Kein gemeinsames Mittagessen, kein gemeinsames Schlafen in einem Raum. Ich warte eigentlich nur darauf, dass es heisst, dass nur noch Eltern, die dringend darauf angewiesen sind ihre Kinder bringen dĂĽrfen. FĂĽr mich und meine Kolleginnen eine Herausforderung, doch so lange das Wetter mitspielt, können wir unser Leben nach draussen in den Garten verlagern.

Zuhause fragten wir uns heute morgen, wie lange es dauern würde jemanden bestimmtes Toilettenpapier für jemanden zu besorgen, bei dem Wahnsinn, der gerade herrscht. Denn es gibt in der Tat Menschen, die nur eine bestimmte Sorte vertragen. Ja, so hab ich auch geschaut! Mir wurde auch zugetragen, dass der IS nun seine Anhänger warnt, nicht mehr nach Europa zu reisen. Hey, es ist nicht alles schlecht! Die Hilfsnetze werden auch immer dichter, was sehr erfreulich ist. Der gesamte öffentliche Verkehr wird nun eingeschränkt funktionieren, was die Umwelt entlastet. Aus Venedig berichten Anwohner sogar, dass die Natur sich erholt, das Wasser sei so klar wie nie. Wir könnten alle einen Gang runter schalten vertragen.

Stadtpolizei setzt nun Massnahmen den Bundes um

Aktuell wird die Stadtpolizei durchsetzen, dass sich nicht mehr als 15 Menschen an einem Ort aufhalten. Wer sich weigert sich zu zerstreuen, muss mit einer Anzeige rechnen. Mehr Infos dazu hier.

Ich habe den Virus vor 2-3 Wochen noch belächelt. «Jährlich sterben so viel mehr an der Grippe, versteh den ganzen Trubel nicht» waren da noch meine Worte. Wie sehr sollte ich mich täuschen, oder nicht? Hat mich einfach nur die allgemeine Hysterie ergriffen? Ich weiss nicht, die Neuinfizierten sprechen eine klare Sprache. Doch sterben nicht jährlich auch sehr viel Menschen an der Grippe? Jaja, ich weiss es ist keine schlimmere Grippe! Es ist ein seltsames Gefühl, dass mich wellenartig erfasst. Mal Gelassenheit, Ruhe mal wieder Beunruhigung und leichter Panik. Wie weit wird das alles noch gehen? Ich habe heute vor lauter Stress eine ganze Packung Duplo gegessen, zwei Dosen Cola getrunken und noch eine gesamte Packung Pralinen in mich hineingestopft. Ja, ich würde schon meinen ich sei gestresst, vor allem weil ich den Zuckerkonsum extrem runtergefahren habe im letzten Jahr.

Polizei die gewisse Massnahmen durchsetzen soll, Armee, die positioniert wird. Mich erinnert das an Situationen in Rumänien unter Ceausesu. Das alles wirkt auf mich bedrohlich und beängstigend. Denn wenn wir als Gesellschaft nun zeigen, dass wir nicht eigenverantwortlich agieren können, sondern in Panik und Wahnsinn verfallen, wie weit wird man gehen, um uns vor uns selber zu schützen? Und wie weit lassen sich gewisse Massnahmen wieder rückgängig machen, wenn die Pandemie vorbei ist? Werden wir uns an all das langsam gewöhnen? Wie viele Tote wird es geben? War der Hype wirklich nötig? Ist vielleicht alles halb so wild? Fragen über Fragen..

Meine persönliche Prognose: Lockdown für alle wird sicher bald kommen

Auch das «social distancing» wird von einigen immer noch nicht für bare Münze genommen. Also bei denen, wo es auch möglich ist. Denn bei mir und anderen, die mit Menschen arbeiten gestaltet sich das äusserst schwer. Arbeitet mal mit Kindern und haltet immer 2 Meter Abstand, das ist unmöglich. Ich habe kein Auto, also muss ich täglich den öffentlichen Verkehr nutzen. 2 Meter Abstand halten die wenigsten ein. Aber nicht nur ich beobachte, dass sich Menschen noch treffen, als hätten wir alle Zwangsferien- nun stellt sich die Frage. Handeln diese Menschen vernünftig und der Rest hyperventiliert? Und nein, ich finde meine Reaktion nicht hysterisch, oder doch? Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Heute Mittag war in der Gegend, in der ich arbeite, weniger los also sonst, was ein sehr gutes Zeichen ist. Trotzdem beschleicht mich das Gefühl, dass wir alle Hausarrest bekommen werden, wegen den Menschen, die sich noch bewegen, als wäre nichts los.

Wäre diese Massnahme nötig? Ist das alles nötig? Meine Meinung schwankt von Minute zu Minute. Es sind mehr Autos auf den Strassen am Abend, der Bus fast leer. Die Zeit wird zeigen, wohin unsere gemeinsame Reise geht. Ich mache mir am meisten Sorgen um die Menschen die nun kein Einkommen mehr haben. Wie wird ihnen geholfen? Was wird das mit ihnen und mit uns als Gesellschaft machen?

Ein Bekannter spielte mir vorhin diesen Beitrag von Matthias Horx, einem Trend-und Zukunftsforscher zu, dort wagt der Autor einen Corona-Rückwärts-Prognose:

«Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre führten viele von sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kam. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen. Das hat schon mancher erlebt, der zum Beispiel Intervallfasten probierte – und dem plötzlich das Essen wieder schmeckte. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde, sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst.»

 

Auf mich hat der Beitrag beruhigend gewirkt, danke, Marcel!  Nur wie lange wird diese Ruhe anhalten?

 

  1. März 2020, 15 Uhr:

Anzahl Erkrankungsfälle
Positiv getestet: 3028 Personen
Davon bestätigt: 2772 Personen

Verstorben: 21 Personen

Quelle: BAG 

Lockdown – Day one

Jahrelange Bemühungen, all die Kämpfe für mehr Anerkennung und Wertschätzung erledigt nun der Virus für uns. Holt uns wieder runter auf den Boden der Tatsachen. Die Party ist vorbei.

Ich wache auf, checke meine E-Mails. Meine anstehenden Prüfungen wurden abgesagt. Es wären nur noch die mündlichen Prüfungen, man könnte das mit der heutigen Technik lösen, geht es mir durch den Kopf. Nun ja, scheint nicht nur in Deutschland Neuland zu sein. Der erste Blick, weg von meinem Handy, fällt auf meinen offenen Kleiderschrank. Die Festivals im Sommer, ungewiss. Osterferien, ungewiss. Ich tapse ins Bad, treffe danach auf meine Mitbewohnerin, sie ist selbstständig. Darf ihre Praxis nicht mehr öffnen. Ich muss mich beeilen, muss in die Arbeit.

Wir sprechen uns ab mit dem Einkauf, ich würde gern mal wieder Gemüse essen, oder Obst. Beides habe ich seit Freitag nicht mehr in den Läden bekommen. Die Leute hamstern wie verrückt, allen voran Toilettenpapier. Was zum Teufel machen alle mit so viel Toilettenpapier? Dass die Grundversorgung nicht unterbrochen wird, hatte der Bund ja nicht nur einmal erwähnt. Wenn ich mir aber so die Läden ansehe, bin ich mir nicht so sicher.

Plötzlich Wertschätzung – Danke, Corona!

Ich habe nun einen systemrelevanten Beruf. Ich bin für die Gesellschaft von äusserster Wichtigkeit. Denn wer betreut all die Kinder, deren Eltern in anderen systemrelevanten Job täglich ihren Dienst antreten müssen? Plötzlich erinnert sich die Gesellschaft daran, auf wessen Rücken alles funktioniert, am Leben erhalten wird. Die Stadt Zürich hat hier ein Infoblatt für Eltern und Einrichtungen herausgegeben, hier zu finden.

„Und Polizisten erhalten als «systemrelevante Gruppe» nun besondere Unterstützung bei der Kinderbetreuung, um weiterhin im Dienst bleiben zu können.“

Quelle: Tagesanzeiger

Ist doch toll, dass alle auf die Kinderbetreuung angewiesen sind. Wo ist nur Ruhm & Ehre, besseres Gehalt?

Jahrelange Bemühungen, all die Kämpfe für mehr Anerkennung und Wertschätzung erledigt nun der Virus für uns. Holt uns wieder runter auf den Boden der Tatsachen. Die Party ist vorbei. Wie lange das so bleibt wird sich zeigen. Ich bin mir sicher, dass es mit einem Monat nicht getan ist. Denn so lange soll der Lockdown in der Schweiz gehen.

Der Tagesanzeiger hat für uns zusammengefasst, was noch möglich ist, wer schliessen muss

«Geöffnet bleiben dürfen nur noch Lebensmittelläden, Bäckereien, Metzgereien und Apotheken. Alle anderen Geschäfte bleiben ­geschlossen – vom Kleiderladen bis zum Geschäft für Accessoires. Auch sämtliche Gemüse- und Früchtemärkte fallen aus. Unklarer ist die Regelung bei 24h-Shops, wie dem Take Express an der Langstrasse.»

«Erlaubt ist nur noch, was nicht in einem Lokal stattfindet – Lieferservices, Pizzakuriere. Alle Restaurants, Bars, Clubs, Cafés bleiben zu. Bei den Lieferservices der Stadt herrscht einige Stunden nach der Medienkonferenz des Bundes noch Unklarheit.»

Quelle: Tagesanzeiger

Was das fĂĽr mich bedeutet

Was das für mich persönlich bedeutet: Ich muss weiterarbeiten. Ich muss weiter pendeln. Ich kann nicht zum Friseur, oder zum Fitnessstudio. Ich kann ich nicht mehr frei bewegen, weder reisen noch mich mit Freunden treffen. Mein bester Freund ist nämlich in der Risikogruppe. Ich muss zuhause aufpassen, und mich von den Nachbarn fern halten. Evtl. fällt der Festivalsommer ins Wasser. Friseur ist in den nächsten Wochen auch nicht drin.

Alles in allem halb so wild. Eigentlich. Denn ich und andere kennen diesen Verzicht so nicht. Ich erinnere mich zwar noch dunkel an die Zeit in Rumänien, an leere Regale, ungenügende Versorgung der Bevölkerung (was hier wirklich nur durch die Hamsterkäufe entsteht) und geschlossene Grenzen. Nur ist das eben auch schon 30 Jahre her. Mir machen eher die Menschen sorgen, die nun ihre Existenzen verlieren könnten. Die Selbstständigen, die Menschen in der Gastronomie, die Kunstschaffenden usw. Mir machen die Alten Sorgen, die das Ganze noch auf die leichte Schulter nehmen. Denn egal wohin man sieht in den letzten Tagen, überall Greise Ü70.

Bleibt endlich zuhause, verdammt nochmal!!

Ob beim Einkaufen, am Sonntag in Rapperswil an der Seepromenade, oder auf Bänken in der Sonne. Es bringt nämlich genau 0, alle nachhause zu schicken, wenn die Risikogruppe munter in der Menge flaniert. Und es gibt Hilfe, Hilfe für jeden einzelnen. Im Netz und auch offline hat sich eine Armada in Position gebracht, um allen unter die Arme greifen zu können, egal um was es geht.

Ob telefonieren gegen die Einsamkeit, Einkaufen, Besorgungen, Gassi gehen mit dem Hund, Babysitter Angebote usw. Auch an Bushaltestellen hängen Blätter mit Hilfsangeboten und Telefonnummern, um auch wirklich jeden zu erreichen, aber vor allem die, die kein Internet haben, oder sich nicht in den sozialen Medien aufhalten.

Leider sah ich auch ein paar Angebote, die versuchen Profit aus dem ganzen zu schlagen. Eine Anfrage diesbezüglich wurde schon versendet. Es bleibt spannend. Es ist eine Zeit der Verunsicherung, aber auch eine Chance als Gesellschaft zusammenzuwachsen und Dinge grundlegend zu verändern.

Zahl der Infizierten: 2269

Zahl der toten: 19

Warum du das Recht hast dich selbst zu lieben – auch wenn du mollig bist

GASTBEITRAG

„Du musst nicht akzeptieren was dein innerer Kritiker dir sagt, um dir ein schlechtes Gewissen zu machen. Du kannst ihm auch ganz einfach gedanklich sagen: Das ist die Meinung der Gesellschaft, nicht meine. Er wird leiser, versprochen.“

#Wasmansonichtsagendarf #Blog

GASTBEITRAG

Wenn es um Zufriedenheit und GlĂĽck im Leben geht, dreht sich das Thema häufig wie eine Spirale um die Selbstliebe. Nur wenn du weiĂźt wer du bist und was du brauchst bist du zufrieden. Klingt einfach. Aber im Leben sieht es dann so aus das dir irgendwelche Bestseller-Autoren aus ihrem Ferienhaus in Hawaii und „Insta-Beautys“ in einer bilderbuchhaften Beziehung dir sagen wie wichtig Selbstliebe ist und wie sehr sich ihr Leben dadurch geändert hat. Ja schon klar. Denen fällt es ja auch sicher leicht sich so anzunehmen. 

„Warum du das Recht hast dich selbst zu lieben – auch wenn du mollig bist“ weiterlesen

Jein?!

FĂĽhre ich diesen Blog weiter, oder nicht? FĂĽhre ich den Podcast weiter, oder nicht? Bleibe ich in der Kita, die mir nicht zusagt, oder nicht? Fange ich endlich das Studium an, oder nicht? Bleibe ich weiterhin ohne Social Media (Facebook, Instagram, WhatsApp, Snapchat, YouTube) oder breche ich ein unter dem Druck meiner Umwelt ein? Fliege ich nach Amerika, oder nicht? FĂĽhre ich Freundschaften aus der Vergangenheit weiter, obwohl sie mir nicht zusagen, oder nicht?

Das und viele weitere Fragen haben mich in diesem Jahr gelähmt. Ja, ernsthaft. Denn wer sich nicht entscheidet, der lähmt sich selber.

 

Soll ich’s wirklich machen, oder lass` ich’s lieber sein?

Allen ĂĽber 30 werden diese Zeilen nur allzu bekannt vorkommen!

Ich entdeckte das Lied 1998, zwei Jahre nachdem es 1996 veröffentlicht wurde. Und als wäre es erst gestern gewesen, sehe ich mich in dem Partykeller meiner damaligen besten Freundin. Ich war 15 Jahre alt und hatte eigentlich einen Freund. 

Allerdings gab es da jemanden der mir sehr gut gefiel, dummerweise war er, der Cousin von meinem Ex-Freund, und ein guter Bekannter meines aktuellen Freundes gewesen. 

Lange Rede kurzer Sinn: Der Song lief, tiefe Blicke flogen durch den Raum, es lag wortwörtlich etwas in der Luft. Und dass mein Freund frĂĽher gehen musste kam mir nur gelegen. So ging ich mit dem Jungen meiner Begierde von der Party, da wir beide in die gleiche Richtung heimmussten. Und ich weiss wie das nun klingt, aber ich verspreche euch hoch und heilig, dass es sich genau so zugetragen hat. 

Es fing an zu regnen, wir stellten uns unter und fingen an rumzuknutschen. Glaub das ging eine Stunde lang so und es war so ein schönes, intensives Erlebnis, dass ich mich sogar heute, 20 Jahre später an dieses GefĂĽhl erinnere. Ehrlich wahr, ich habe es nie bereut mich fĂĽr das Entschieden zu haben. 

Ich hatte mich sogar sehr schnell entschieden. 

Bitte keine Diskussion wie scheisse fremdgehen ist, ich habe eine sehr lockere Beziehung zu Monogamie. Das weiss nun jeder, der mich kennenlernt.  

Etwas, das mir dieses Jahr irgendwie abhandengekommen ist, dieser Wille mich zu entscheiden. Dabei hatte ich nie Angst vor Entscheidungen. Manche waren sogar richtig, richtig dumm. Trotzdem nie etwas bereut. Doch wie es scheint bin ich dieses Jahr bequem geworden. Ja, das ist es. Bequemlichkeit lähmte mich. 

Die liebe Unentschlossenheit 

FĂĽhre ich diesen Blog weiter, oder nicht? FĂĽhre ich den Podcast weiter, oder nicht? Bleibe ich in der Kita, die mir nicht zusagt, oder nicht? Fange ich endlich das Studium an, oder nicht? Bleibe ich weiterhin ohne Social Media (Facebook, Instagram, WhatsApp, Snapchat, YouTube) oder breche ich ein unter dem Druck meiner Umwelt ein? Fliege ich nach Amerika, oder nicht? FĂĽhre ich Freundschaften aus der Vergangenheit weiter, obwohl sie mir nicht zusagen, oder nicht? 

Das und viele weitere Fragen haben mich in diesem Jahr gelähmt. Ja, ernsthaft. Denn wer sich nicht entscheidet, der schiebt etwas auf die lange Bank, schiebt Verantwortung von sich weg und verharrt in einer Starre. Dabei bin ich ein grosser Fan von Entscheidungen treffen. (Gibt es das Wort „Fan“ auch in weiblicher Form?)  Ich glaube jedoch, wenn man zu viele Entscheidungen auf einmal treffen muss, dass es dann trotz der ganzen Liebe fĂĽr vorwärts machen einfach nicht vorwärtskommt. Und gerade, weil ich gewartet habe und gar keine Entscheidung getroffen habe, haben sich diese x Fragen gesammelt, die Entscheidungen wurden immer mehr, was immer mehr zum Stillstand fĂĽhrte. Aber keineswegs zur Zufriedenheit. Ganz im Gegenteil.

Wer sich vor Entscheidungen drĂĽckt wird unzufrieden. Und unzufrieden sein, das mag ich ĂĽberhaupt nicht. Ein Teufelskreis entstand. Ich hatte morgens schon das GefĂĽhl alles und jeden zu hassen. Dabei hasste ich mich. FĂĽr meine Unfähigkeit. Und ja, auch ein wenig meine Mitmenschen, fĂĽr dich ich tagtäglich mitdenken und mitplanen musste, aber das ist eine ganz andere Geschichte, die nun zum GlĂĽck bald vorbei ist.  

Und auch jetzt verspĂĽre ich eine gewisse Abscheu euch nur ĂĽberhaupt von meinen ganzen Beklemmungen zu berichten. Ich hatte es ja schon frĂĽher angedeutet, dass die Phase, mich im Internet „nackt zu machen“ was mein Innerstes anbetrifft oder mein Privatleben, ja irgendwie vorbei ist. Andererseits habe ich so viele tolle Menschen kennengelernt ĂĽber diesen Blog und an so vielen tollen Projekten mitarbeiten dĂĽrfen, und so viel positives Feedback erhalten, dass mir das Herz blutet, wenn ich daran denke, diesen Blog nicht mehr weiterzufĂĽhren.

Allerdings stört mich dieses ganze „Influencer“ Ding sehr, ob das mit den Blogs ist, oder auf Instagram. Ich möchte nicht in dieser Kiste mit allen landen, da ich mich nie als Influencerin gesehen habe. Ich habe in allererster Linie fĂĽr mich geschrieben, wenn es anderen gefallen hat war das toll, wenn nicht, hat sich meine Welt auch weitergedreht. 

GrĂĽsse in die Runde! Ihr seid die besten! <3  

Was ist also in den letzen Monaten geschehen? 

Ausser, dass ich unentschlossen war. 

Ich war auf meinen Lieblingsfestivals und habe tolle, interessante und intensive Begegnungen gehabt. Ich habe viel, sehr viel gelesen. Gerade im Bereich Neuroplastizität und Bewusstsein. War auf diversen Vorträgen und habe unter anderem den wunderbaren Lutz Jäncke wieder gehört. Ein paar seiner BĂĽcher schmĂĽcken nun meine eBook Sammlung, da die Fachbegriffe sich so einfacher nachschlagen lassen. Ja, die eBooks, gegen ich mich so lange gewehrt habe ziehen nun auch bei mir ein. Gerade im medizinischen Bereich, aber auch in der IT kann man Fachwörter schneller nachschlagen, wenn man am iPad oder iPhone liest.

Und ja, mein BĂĽcherregal quillt langsam aber sicher ĂĽber, das war auch ein Punkt mich fĂĽr die Platzsparende Version des Buches zu entscheiden. Positiv muss ich mich auch zu Constantin Gillies und seiner vierteiligen Romanserie „Extraleben“ äussern. Tolle BĂĽcher, viel retro Technickschnickschnack, nicht nur fĂĽr Nerds und IT Freaks die ich alle in einer Woche verschlungen habe. Des Weiteren einige weitere BĂĽcher im Bereich Datensicherheit, Algorithmen, und Psychologie. Alfred Adler fasziniert mich gerade sehr. Er und Frankls Existensanylyse.  

Neues ausprobieren  

Mit einem meiner Lieblingsblogger ging es dieses Wochenende ins Tonstudio, zu einem alten Bekannten. Also, wir kannten uns nicht wirklich, wir arbeiteten nur fĂĽr den gleichen Sender. Er hat seine Sendung immer noch dort, ich bin vor zwei Jahren vom Sender und vom TV weg. Wer neugierig ist auf seine Musik, hier lang. Wir haben also in seinem Tonstudio in Sankt Gallen das Hörbuch „Das Leben und Ben“ aufgenommen. 

Chris und ich habe nun das dritte Mal zusammen was gemacht.  Er war zu Gast bei mir im Podcast zum Thema „Dreier“ und ich habe einen Beitrag fĂĽr sein Onlinemagazin „Subversum“ beigesteuert, dass ihr bei iBooks kostenlos runterladen könnt. Wer auf Hip Hop steht kann auch mal beim Chefrockerflybbsen reinhören, der auch am Start war. 

Ein Traum wurde wahr 

Dieses Jahr durfte ich ein teil von Marina Abramovićs neuem Projekt „Musik anders hören“ sein. Dazu bin ich im FrĂĽhjahr in Frankfurt / Main in der alten Oper gewesen. Sie ist fĂĽr mich eine riesige Inspiration, diese Kompromisslosigkeit mit der sie sich und ihre Projekte vorantreibt haben mich schon immer sehr beeindruckt.

Hier ein kurzer Einblick in das Buch, mit meinen Zitaten. Das gesamte Interview könnt ihr dort nachlesen, es erstreckt sich ĂĽber ein paar Seiten, in deutsch und englisch. Mit mir kommen noch ein paar andere Menschen zu Wort, viele aus der Musikbranche oder aus dem kĂĽnstlerischen Bereich. 

Und nun?

Der Podcast bekommt eine neue Richtung. In welche genau es geht, muss ich in den nächsten Wochen entscheiden. Lust hab ich ja schon wieder, gerade nach dem Weekend im Tonstudio. Nur braucht das mehr Struktur, mehr Inhalt und Gäste. Ich kann und mag mich nicht mehr allein vor dem Mic setzen.

Meinen Job in der Kita habe ich diese Woche nach einer Hiobsbotschaft ( ein Kind aus der Kita hat akute Leukämie) in der Kita gekündigt. Mir ist klar geworden, dass das Leben zu kurz ist, um unzufrieden irgendwo auszuharren. Es gibt keine Garantie auf das Morgen.

Ich bin aus meiner Lähmung erwacht. Entscheidungen treffen befreit ungemein. Ich fühle mich wie Phönix, der aus der Asche steigt. Mal wieder. Ladys und Gentleman, ich bin zurück!

Warum das Fusion Festival keine Polizeipatroullien braucht

GASTBEITRAG –Marco Lehmbeck 

Die Polizei erscheint im Rückspiegel. Ich nehme die zweite Hand an das Lenkrad und drossele die Geschwindigkeit auf 45 km/h. Nicht, dass ich vorher zu schnell gewesen wäre, aber sicher ist sicher. Die Polizei fährt dicht hinter mir. Deutlich kann ich die Gesichtszüge der Beamten erkennen, in ihnen aber nichts lesen. Geht ein Rücklicht nicht? Habe ich vergessen, den Blinker zu setzen? Ein Stop-Schild überfahren? Ist mein TÜV aktuell? Bin ich angeschnallt? Ja, der Gurt sitzt fest. Die gelbe Ampel eben, war die überhaupt noch gelb? Hatte ich in den letzten Minuten das Smartphone in der Hand? Es ist wie es ist: Sobald die Polizei hinter, vor oder neben mir fährt, werde ich zu einem gehemmten Verkehrsteilnehmer. Nervös wie ein Fahranfänger. Eingeschüchtert allein durch die Autorität, die dem Amt eines Polizisten inne wohnt. Dass Polizeipräsenz sich also negativ auf die Stimmungslage auswirken kann, obwohl man „nichts zu verbergen chat“, ist mir und vermutlich den meisten Privatpersonen durchaus geläufig, auch wenn Neubrandenburgs Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbusch die Kreativität für diese Annahme fehlt.

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Lebenszeichen

Für alle die sich gewundert haben, was ich in letzter Zeit so getrieben habe und warum es hier so still ist: Das Leben hat mich voll im Griff! Ja, es geht rasant voran und ich liebe es! 

Frankfurt 

Ich war in der Zwischenzeit in Frankfurt auf einem Workshop von Marina Abramović und werde auch ein Teil ihres Buches darüber sein. Das Interview und mein chices Portrait werde ich euch nicht vorenthalten. Ich weiss aber noch nicht genau, wann das Buch im Handel erhältlich sein wird. Für mich wurde ein riesiger Traum damit wahr, ihr und ihren Methoden zu begegnen, bzw  und nun ein Teil ihres Projektes zu sein, es ist einfach verrückt. 

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