„Früher waren die Ehen lang und glücklich“ – Eine decodierte Message

Heute begegnete mir dieser Text in meiner Timeline auf Facebook. Darauf hingewiesen, dass nicht alle langen Ehen früher auch Glück oder von Liebe erfüllt waren, löschte man aber meine Kommentare mit der Begründung, man möchte keine Negativität auf der Pinnwand haben, ich pauschalisiere zu sehr.

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1. Woche im Bett und seine Folgen

Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letze mal eine Woche im Bett verbringen musste, aber letzte Woche war es so weit. Die ersten drei Tage eine fiese Erkältung mit Stimmenverlust, die restlichen 4. Tage nach einem kleinen Kiefer-chirurgischen Eingriff, aufgrund der starken Schmerzmittel. Natürlich gefiel mir das Anfangs überhaupt nicht, doch die inneren Prozesse die da abliefen erstaunten mich sehr.

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Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern – Let`s break the silence!

Ich habe letztes Jahr einen Beitrag geschrieben über den Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern. Dieser fand so viele Rückmeldungen, auch heute noch, dass ich mich entschloss erneut darüber zu schreiben. Es ist wieder Weihnachten und ich bin alleine in Polen. Es ist bezaubernd hier, zusätzlich konnte ich noch einen Abstecher nach Riga machen an Heiligabend. Einfach traumhaft und unverhofft (kommt gerade oft!) Nun ja, viele haben mich dann gefragt, ob es nicht doof sei so ohne Familie. Nein, ganz und gar nicht, ich bin sehr glücklich, ausgeglichen…nun ja, all das wozu manche eben andere Leute brauchen.

Sie kennen meine Familie nicht, sonst hätten sie sich die Frage erspart. Mein Vater ist (?) schwerer Alkoholiker, meine Mutter eine „Ewigunzufriedene“ der nichts nur annähernd gut genug ist. Doch ich habe eine Entscheidung getroffen mit dem Kontaktabbruch zu beiden. Eine Entscheidung für mein Leben, für ein glückliches Leben. Ohne das Drama der Vergangenheit. Ohne mich in der Opferhaltung zu suhlen. Ich habe das überstanden was mir zugefügt wurde, ich habe verziehen. Heute bin ich glücklicher als ich es jemals war. Und habe nie Schuldgefühle, warum auch? Weil ich mich selber achte und respektiere. Und ich niemanden dulde in meiner Nähe der das nicht tut. Dieser zweite Artikel soll anderen helfen für sich einen Weg zu finden, soll Mut machen und mit dem Vorurteil aufräumen, dass es da draussen Kinder gibt die eines morgens aufwachen und aus dem nichts beschliessen den Kontakt zu ihren Eltern abzubrechen.

Ich bin nicht alleine

Ich habe seit letztem Jahr viele Zusendungen erhalten, was den letzten Artikel betrifft. „Wir“ sind leider viele. Die meisten fragten ob ich einen Rat habe, ihnen irgendwie den Schritt erleichtern könnte und wie meine Erfahrungen waren. Viele, auch heute wieder, waren erleichtert zu lesen, dass sie nicht alleine sind mit diesem „Problem“ über was man so selten spricht. Ich werde heute versuchen zu erklären was es mir so „einfach“ gemacht hat diesen endgültigen Schritt zu gehen.

Auch angeregt wurde dieser Artikel von einem anderen Artikel über eine Mutter, die sich einfach nicht erklären kann wie ihr Kind einfach so mal den Kontakt abgebrochen hatte. Einfach so von heute auf morgen…schon alleine, wenn ich das lese könnte ich vor Wut durch die Decke gehen. Die Dame hat nun sogar einen Verein gegründet und ein Buch darüber geschrieben. (Es grüsst herzlich: Die Opferhaltung!) Denn „einfach so“ passiert das nie. Man probiert Jahrelang gesehen zu werden, ernstgenommen zu werden, verstanden zu werden, faule Kompromisse werden geschlossen, nur um es den Eltern „recht zu machen:“ Einigen ist aber nichts rechtens genug. Statt sich mit anderen Eltern zusammen zu tun denen es genau so ging, sollten sie lieber alle gemeinsam in eine Gruppentherapie – „Richtig reflektieren und Wahrnehmungstraining“ oder „Meine Fehler in der Erziehung und ihre Konsequenzen.“

Keine Geduld, keine Kraft und keine Nerven mehr!

Für mich war es ausschlaggebend, dass ich einfach keine Geduld und keine Kraft mehr hatte mich mit meiner Mutter im Kreise zu drehen. Zu meinem Vater kappte der Kontakt schon als ich 17 / 18 Jahre alt war, da er sich für den Alkohol entschied und ich das respektierte. Aber ich konnte mir das nicht mehr länger mit ansehen und mich runter ziehen lassen. Aber zurück zu meiner Mutter. Wir gingen 2. Schritte vor…20. zurück, so ging das nach meinem Auszug ungefähr 13. Jahre. Bis ich vor 3. Jahren mich endgültig verabschiedete. Selbst meine Therapeutin riet mir dazu. Denn es zog mich jedes mal mehr und mehr runter. Und ich war es leid mich nach jedem Besuch bei ihr Tagelang zu Hause einzusperren oder angeschlagen durchs Leben zu laufen. Wozu?

Irgendwann sah ich keinen Grund mehr den Kontakt aufrecht zu erhalten

Warum auch? Es gab keinen logischen Grund. Nur weil sie meine Mutter war? Nun ja, jemand der sein Kind körperlich und seelisch misshandelt…für mich war das keine „Mutter“ im klassischen Sinn. Für mich war sie eine Art Monster, deren Stimmungsschwankungen so unberechenbar waren wie das Wetter im April. Ich hatte jahrelang noch Alpträume von den „Szenen“ die sie mir machte, wie sie mir ein Radio hinterher warf im Affekt, weil ich 2.Minuten zu spät war, oder mich anschrie vor all meinen Freunden, mitten in der Stadt. Glaub die Krönung war, als sie dachte ich würde ihr denn Mann ausspannen wollen, weil wir uns gut verstanden. Weil wir eine Gemeinsamkeit hatten – das Schreiben. Hätte sie ihre Tochter gekannt, würde sie wissen, dass ihre Tochter  nicht so auf ältere Männer abfährt, so ganz und gar nicht. Ausserdem war dieser Mann mir mehr Vater, als mein leiblicher Vater.  Die Geschichten liessen sich hier zu einem Buch, dicker als die „Herr der Ringe“ Trilogie fortführen. Ich zog dann endlich aus mit 17 Jahren. (Nach 2. Jahren erfolglosen Vermittlungsversuchen vom Jugendamt mit einer Sozialpädagogin die jede Woche zu uns nach Hause kam, nach unzähligen Besuchen der Polizei bei uns zu Hause, denn die musste nach den Ausbrüchen meiner Mutter öfter antanzen als ihr lieb war. Ich lief auch ein paar mal von zu Hause weg, wenn es wieder ganz schlimm wurde.)

Und ich probierte es weiter mit ihr. Trotz allem. Immer und immer und immer und immer wieder. Nur gebracht hat es nichts. Es war Zeitverschwendung. Ich hätte mir den Kopf lieber gegen die Wand schlagen sollen…hätte genau so viel Sinn gemacht. Nämlich keinen. Null. Nada.

Knapp zwei Wochen wie gelähmt im Bett

Glaub seinen Höhepunkt erreicht das ganze Leiden der ganzen Jahre in den Sommerferien, als ich sie an ihrem Geburtstag besuchte, und nur 2. Tage später zurück kam um dann 1.5. Wochen in meinem abgedunkelten Zimmer im Bett zu liegen. Sie machte mich fertig wegen 2. Eiern die in einen Teig rein sollten. Sie las vor, ich führte aus, wir wollten mal backen. Wie normale Leute. Ich fragte noch: „Sollen die Eier getrennt werden oder kommen die ganz rein?“ „Ganz rein!“ Gesagt getan…nur um mir dann ein paar Sekunden später anzuhören: „Die sollten doch getrennt werden, nie kannst du was richtig machen!“ Ich versuchte die Situation zu entschärfen, es sei doch nur ein Teig, wir machen einen neuen, alles easy. Aber es ging nicht, sie kam voll in Fahrt, Vorwürfe und Mist der letzten Jahrzehnte flogen mir nur so förmlich um die Ohren. Geschichten die ich längst vergessen hatte wurden ausgepackt, ich sei ja immer schon zu nichts zu gebrauchen gewesen und überhaupt. Wie ein kochender Dampfkochtopf der kurz vor dem explodieren steht, stand sie vor mir und schrie mich an. Ich schrie irgendwann zurück, packte meine Sachen ungläubig, dass sie wegen 2. Eiern so eskaliert, und ging. Das war so typisch. Sie flippte aus…ich versuchte sie zu beruhigen, was nie gelang, dann flippte ich irgendwann aus und fuhr wieder heim. So ging das Jahr ein, Jahr aus. Knapp 13 Jahre lang. Bis vor 3. Jahren.

Ich war halt einfach ein schlimmes Kind – so entschuldigt man den Missbrauch

Danach besuchte ich sie nur noch einmal, schlief aber in einem Hotel, was sie sehr erschütterte. Ich meine wirklich? Nach all den letzten Jahren wunderte man sich wirklich? Hallo „Opferhaltung!“ Klar war mir der Titel „Schlechteste Tochter des Jahres“ wieder sicher. Dass es Gründe wie diesen und andere gab dafür, wollte man nicht sehen: Sie kam das letze mal auch einfach so ins Bad geplatzt als ich dort länger verweilte, beim abschminken. „Was machst du da so lange?“ fauchte sie mich an. Ich stand vor dem Spiegel und schminkte mich ab, dabei hörte ich Musik aus meinem iPhone, wie so oft…Wie dumm ich drein geschaut habe, konnte ich im Spiegel sehen…“Ich feiere hier eine wilde Drogenorgie Mutter, mit vielen Männern. Willst du nicht mitmachen? fragte ich sie schnippisch und verliess das Badezimmer. Ich sprach kein Wort mit ihr an dem Abend. Was sollte das denn bitte? Dafür schwieg sie mich am nächsten Tag an, ich fuhr wieder ab.

Ab und an versuchte ich mit ihr die Vergangenheit zu bewältigen. Das war das was ich immer hörte: „Du warst ein schlimmes Kind, warte ab bis du Mal Kinder hast, ich wünsche dir, dass deine Kinder werden so wie du!“ Klar, wie immer sind die anderen Schuld, vor allem ich. War ich doch auch das einzige Kind weltweit, dass sich selber auf die Welt gebracht hat. Meine Eltern wurden nämlich nie müde mir zu sagen, dass es ihnen ohne mich besser ergangen wäre im Leben. Ich hatte eh immer Schuld an allem. Und ich war ein schlimmes Kind. Noch Fragen?

 

„Sie müssen sich selber die Mutter sein, die sie nie hatten. Sie müssen sich selber trösten, sich lieben, auf sich achten und respektieren!“

Das sagte meine Therapeutin damals zu mir. Und es half. Denn ich musste einfach einsehen: Wenn ich meinen Seelenfrieden wollte, musste ich den Kontakt kappen. Und ihr verzeihen. Nicht um ihretwillen. Sondern für meinen Seelenfrieden. Ich wollte ihr absolut keine Macht mehr über mich geben. Ich wollte  nur noch abschliessen und ein glückliches Leben haben.

Und überhaupt: Nichts wird gut genug sein, nichts wird so sein wie ich es als Tochter gerne hätte, ich jagte einer Illusion hinterher. Auch, weil es die Gesellschaft von mir forderte. Und auch, weil ich meinen Freunden und Bekannten nie, wirklich nie erzählte was man zu Hause mit mir machte oder gemacht hat. „Es geht niemanden was an, was in unserer Familie passiert!“ brannte sich tief ein in meine Seele. Ich brauchte ganz lange um mich davon zu lösen. Doch teilweise schäme ich mich heute immer noch für das was ich durchleben musste. Völlig zu unrecht.

Und ich stellte fest mit dem ersten Beitrag

Ich bin nicht alleine. Da draussen gibt es ganz viele erwachsene Männer und Frauen denen es genauso geht. Die auch die Hölle auf Erden durch lebt haben, an einem Ort der einem Sicherheit, Liebe und Geborgenheit geben sollte. Erwachsene die nicht den Mut finden ihren Eltern ihre Grenzen aufzuzeigen. Die sich nicht trauen der Gesellschaft und ihren Ansprüchen einen dicken Mittelfinger zu zeigen. Die Schuldgefühle haben, die sich verantwortlich fühlen für das Glück ihrer Eltern.

Ich habe eine klare Botschaft für euch: Fangt an, euch als vollwertige Menschen zu sehen! Ihr seid liebenswert, besonders und vor allem: Ihr seid stark!

Ihr seid nicht verantwortlich für das Glück eurer Eltern. Ihr schuldet euch selber aber Respekt, Liebe und euren Seelenfrieden.

Ihr schuldet niemanden eine Erklärung für eure Entscheidung. Lasst euch professionell begleiten, wenn ihr es nicht alleine schafft, es ist keine Schande sich Hilfe zu holen.

Es ist euer Leben. Ihr seid dafür verantwortlich! Und manchmal muss man sich schützen um nicht daran zu Grunde zu gehen. Fangt an euch selber zu lieben und setzt euch niemanden aus, der euch fertig macht, euch nicht respektiert oder euch gequält hat.

Man rät ja auch niemanden sich seinem Peiniger zu stellen, und ihn gern zu haben, nach dem man ihm entkommen ist, oder?

 

An die Gesellschaft

Hört auf die armen, so armen Eltern solcher Kinder zu bemitleiden und die Kinder zu verurteilen. Die Eltern wollen es nicht zugeben was sie falsch gemacht haben. Oder sehen nicht wo das Problem lag. Und da lag sicher ein Problem vor, niemand der eine liebevolle, „normale“  Kindheit hatte verhält sich so. Nach knapp über 15. Jahren mit Kindern und Erwachsenen im Beruf und auch privat habe ich noch kein Elternteil erlebt, dass zugegeben hat das Kind misshandelt zu haben. Sei es emotional oder körperlich. Aber sich dann als das Opfer hinstellen, wo das Kind „einfach so von heute auf morgen,“ den Kontakt verweigert. Ehrlich? Jeder der sich ein wenig mit Kindern und Bezugspersonen auseinander setzt weiss: Kinder würden alles tun um von ihren Eltern geliebt zu werden. Kinder akzeptieren auch vieles von ihren Eltern um geliebt zu werden…Für die Kinder sind die Eltern das ein und alles, egal was die Eltern anstellen. Sich dann von diesen zu trennen, aus welchen Gründen auch immer erfordert extrem viel Mut, Zeit und Kraft. Niemand „kündigt“ einfach mal so über Nacht seinen Eltern aus einer Laune heraus. Die Eltern die das behaupten würde ich dringend zu einer Therapie raten, damit sie lernen sich und ihr Verhalten zu reflektieren.

 

Zum Titelbild: Das ist das letzte Bild, dass meine Mutter von mir schoss. Ich hatte ihr einen Schneemann im Garten gebaut um sie aufzumuntern. Das Bild trügt, auch wenn ich lache,  denn sie machte zwar das Bild auf meinen Wunsch hin, schnauzte mich aber im selben Augenblick an wegen des Topfes, den ich ohne ihre Erlaubnis für den Schneemann aus dem Schrank nahm.

Danach, packte ich meine Sachen erneut und fuhr zurück in die Schweiz. Zur Info…meine Mama wohnt 4. Stunden Zugfahrt von mir weiter weg…

18. Dezember – Ist Montag der A…unter den Wochentagen?

Wunderschönen 4. Advent meine lieben! Andy wollte heute von mir wissen: Welcher Tag ist mein absoluter „Hasstag“  Kann man das so pauschal sagen? Hassen alle den Montag? Die Damen und Herren die eure Haare schneiden sind da bestimmt anderer Meinung…

Für mich ist jeder Tag super, ausser ich bin müde und selbst dann…ich weiss ja warum ich müde bin. Alles hat seinen Preis, hmm?! Ich glaub der schlimmste Tag von allen ist der Tag nach dem Urlaub!

 

Doch wenn man seinen Job mag, ist auch der halb so schlimm. Ich werde nie Menschen verstehen, die jung sind, qualifiziert und dann in einem Job ausharren der ihnen keinen Spass macht. Das Leben ist zu kurz für so etwas Leute! Aber ja, im Endeffekt, wie mit allem anderen, muss das jeder für sich selber entscheiden. Doch hört auf zu motzen!

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, für mich geht es nun bald nach Hause <3

 

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17. Dezember – Wie man die Hosen an hat, ohne sie anzuhaben

Und wie soll das gehen? In dem man Kleider trägt, so wie ich 😉 Man kann es schon unschwer erkennen, Graf Dracula wird immer grösser und ich immer bleicher! Nichtsdestotrotz – the show must go on! Waldi, der mir persönlich bekannt ist, wollte wissen: Warum ich meistens Kleider trage. Und er ist nicht der einzige, der diese durchaus berechtigte Frage stellt.

Ich brauche eben keine Hosen anhaben um den Leuten zu zeigen wer die Hosen an hat! Von praktischen bis ästhetischen Gründen ist alles dabei. Video ansehen – schlauer sein! Ich fasse mich heute extrem kurz, denn für mich heisst es nun bereits packen! Nein! Ich gehe noch nicht in die Ferien, ich fahre vorher schon 3. Gänge runter. Ich habe nämlich festgestellt, dass ich einfach zu lange in den Ferien brauche bis ich runterfahren kann und ergreife Massnahmen. Schliesslich möchte ich nicht die hälfte meiner freien Tage mit dem Kopf bei der Arbeit verbringen. Geht es euch genauso, oder bin ich da die einzige?

 

Dieses Weekend fahre ich an die Lenzerheide, in den Zauberwald, der gestern begonnen hat. Dort werde ich mich im Kurhaus  verwöhnen lassen und Sonntags entspannt Wellnessen, dabei fällt mir ein, ich darf mein neustes Buch nicht vergessen. Darauf freue ich mich seit Wochen, war aber immer zu müde es abends anzufangen.

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Wie ist es bei euch? Hosen oder eher Kleider? Oder doch lieber Leggings? Leggings an Männern?

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16. Dezember – Was bedeutet Weihnachten für dich?

 

Ja, was genau bedeutet mir Weihnachten? Das wollte nämlich Franka wissen. Da ich nicht gläubig bin, keinen Kontakt zu meiner Familie habe, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, was glaubt ihr denn? Bin ich total traurig und schiebe eine mittelschwere Depression vor mich hin oder mache ich das Beste draus? Wie ergeht es dir denn so lieber Leser? Ist Weihnachten die Zeit in der du dich besinnst, das Jahr Revue passieren lässt, oder nerven dich die Weihnachtslieder und der damit verbundene Trubel? Ich muss zugeben, die Klassiker an Weihnachtsliedern trällere ich noch gerne mit 😉 Aber der Stresst den sich einige geben, von wegen Weihnachtsgeschenke, Koch- und Backorgien, dem allem habe in den letzten Jahren immer weiter abgeschworen. Ja, selbst dem Backen dieses Jahr. Ich werde mit den Mädels die Tage mal einen Nachmittag backen in der Arbeit, aber das war es dann schon. Irgendwie finde ich es so entspannter, backen hängt nämlich nicht von der Jahreszeit ab, zumindest nicht für mich. Und Einhornplätzchen gehen immer!

 

Ich war letztes Jahr in Franken, bzw. die letzten Jahre, bei der Familie meiner langjährigen Freundin aus der Schulzeit. Aber irgendwie, na ja, habe ich dieses Jahr den Drang gehabt mal was für mich zu tun. Die gute Frau hat nun 2. Kinder und für mich ist das alles andere als entspannt sie über mehrere Tage zu besuchen. Ja, man wird ein wenig zum Ego, wenn man schon mit Kindern arbeitet, braucht man die lieben kleinen nicht noch in seiner Freizeit 24/7, zumindest geht es mir so. Die Leben die man führt sind anders und dementsprechend auch die verschiedenen Bedürfnisse. Und es tut sicher gut, mal nicht von einem zum anderen zu springen, weil mich das die letzen Jahre schon extrem auf die Palme gebracht hat. Man machte ab, es war ein ständiges hin und her und absolut stressig. Nein, Danke. Macht ihr mal. Was bedeutet Weihnachten für euch? Lästige Kür oder mal ein paar Tage durchschnaufen ohne schlechtes Gewissen?

 

PS. Ich meinte natürlich meine erste, eigene Lesung am 10.02..ihr seht schon..ich brauche Ferien! Aber ja…meine erste Vorlesung steht auch bald an 😉

 

 

 

 

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Für eure Komplexe kann ich nichts!

Ich hatte am Wochenende eine ziemlich interessante Unterhaltung die mich bis heute nicht los lässt. Wir waren in einem Club und redeten bisschen über die Leute, über den Blog und auch über meinen Internetauftritt. Dass den nicht jeder dufte findet, ist ok, ich mag auch nicht jeden. Doch es liess mich nicht los, was er es gesagte und wie. „Wenn du nur anders sein würdest, könntest du die Leute auch von deiner Meinung überzeugen!“ Ich? Andere von meiner Meinung überzeugen? Sehe ich aus wie jemand von den Zeugen Jehovas der andere vom Glauben überzeugen muss? NOPE! Ich möchte nicht, dass die Leute denken was ich denke. Ich möchte, dass sie für sich denken. Sich und ihre Meinung zu den diversen Themen reflektieren. Denn wer bin ich schon, dass ich meine die Wahrheit mit Löffeln gefressen zu haben? Es ist meine subjektive Meinung, meine Erfahrung und all das.

Intelligent? Oder vielleicht einfach nur sehr sehr Neugierig…

Auch, wie ich meine „Intelligenz“ präsentiere stiess etwas auf. Nun ja, man darf also als Frau einen tiefen Ausschnitt tragen, man darf sich hübsch machen, und all das äusserlich zur Schau tragen, aber wenn man dann was im Kopf hat. Jesus, Maria und Christus! Zeig das ja nicht, andere könnten sich dumm vorkommen? Sorry. Nope. Ich halte mich nicht für was besseres oder für besonders intelligent. Ich bin einfach nur neugierig und habe viele Fragen die ich mir beantworte. Um genau zu sein, hatte ich mein halbes Leben lang extrem Minderwertigkeitskomplexe, ausgelöst durch meine Eltern und deren (nicht) Erziehung. Ich weiss vielleicht nur bisschen mehr als mein Umfeld bzw. in einem anderen Themenbereich, weil ich mich auch für extrem viel interessiere.

Das Wissen ist heutzutage 24/7 erreichbar – Im Internet

Denn während ihr Freunde hattet in eurer Kindheit und in eurer Jugend, musste ich oft zu Hause sitzen, durch die vielen Umzüge ohne Anschluss, und vergrub mich in meine Bücher. Hatte alles vor – und Nachteile. Und ja, ich habe ein grosses Selbstbewusstsein, wenn du dich nicht magst oder mit dir nicht zu Recht kommst, solltest du an dir arbeiten, statt anderen vorzuhalten sie wären eingebildet, arrogant oder überheblich. Ich kann nichts für deine Komplexe. Auch werde ich mich nicht zurückhalten mit meinen Lobpreisungen, dem erreichten, oder was ich weiss. Im heutigen Zeitalter des Internets braucht es keine teuren Kurse und Schulen um an Wissen zu gelangen. Die Infos sind jedem zugänglich 24/7 im Internet. Ja, es ist auch noch für andere Sachen gut, ausser Social Media. Wer sie nicht nutzt, darf sich nicht beschweren oder andere für arrogant halten, wenn sie nun mal mehr Antworten auf gewisse Fragen haben als man selbst. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Jeder sein Fachgebiet. Ist auch nicht schwer das zu akzeptieren oder? Ich mag die Person sehr, die mir das sagte. Und ich bin dankbar, dass wir uns darüber unterhalten haben. Denn auch wenn man befreundet ist, bedeutet das nicht, dass man immer gleicher Meinung sein muss. Jeder lebt, aufgrund seiner Erfahrungen in seiner eigenen Realität, hat seine eigene Wahrnehmung. Und das ist ok.

Von wegen aus „gutem Hause“

Würden die Leute wissen, was ich für einen  direkten Familiären Rückhalt  geniesse, nämlich keinen (bis auf meine Tante, ihre Tochter und einen Onkel), oder dass mein halbes Leben geprägt war von Gewalt und anderen Katastrophen. Ich weiss nicht wie sie sich dann noch äussern würden. Die wenigsten wissen etwas von meiner Vergangenheit, weil ich auf das Mitleid verzichten kann. Ich habe mir das alles was ich weiss, was ich kann, wer ich bin alleine erarbeitet. Unterstützung? Nope. Ich war immer auf mich alleine gestellt. Manche, die so wirken wie ich, wurden zu Hause verwöhnt, ihnen wurde gesagt wie toll sie sind, ihr Selbstbewusstsein wurde von klein auf gefördert. Sie als Menschen wurden unterstützt in ihrem Wachstum. Ich wurde von A nach B geschubst, geschlagen, von meinen Eltern missachtet für mein Dasein, für meine Geburt. Im Streit fiel mindestens einmal der Satz: „Wärst du nicht, würde es uns viel besser gehen. Dann würden wir uns hier nicht streiten!“ Jaja…ich bin das einzige Kind weltweit, dass sich selber produziert hat, nur um meine armen Erzeuger zu schaden und um sie zu ärgern. Ich bin immer noch schwer enttäuscht, dass sie mich in kein Versuchslabor abgegeben haben, ehrlich .

Bei meinen Geschwistern war das anders, man hat mir auch früh genug gezeigt, dass ein Junge mehr wert ist als ein Mädchen. Schliesslich war man schwer enttäuscht, dass das Erstgeborene eine Vagina hatte. Dumm gelaufen. Nun ja, zurück zum Thema Erziehung. Während andere aufgebaut wurden, wurde ich niedergemacht. Egal was ich machte, es war nie gut genug, nie perfekt genug. Wäre ich Königin der Welt, würde meine Mutter fragen, warum ich nicht das Universum beherrsche. Nicht gemotzt ist halb gelobt war das Credo bei uns zu  Hause. Dass aus mir überhaupt jemand geworden ist, unter diesen Umständen. Ich weiss nicht. Ich bin extrem stolz auf mich. Ich habe 17 Jahre in einer Hölle gelebt, die Menschen die sich um mich kümmern sollten, waren eine extreme Gefahr für Leib und Leben. Wenn man so aufwächst, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man wird das Opfer seine Erziehung und glaubt was man zu hören bekommt. Oder man löst sich von alle dem…und macht sein Ding. Und ich bin sehr gut drauf, wenn man so andere anschaut, mit Verlaub. Und man muss sich selber extrem lieb haben um aus dieser Hölle unbeschadet davon zu kommen. Denn auch das Weekend durfte ich mir wieder anhören: „Ach, du wirst bestimmt bereuen, wenn du deine Eltern an Weihnachten nicht besuchst!“ Nö, echt nicht. Würde man seine Peiniger besuchen die einem nur Schaden zugefügt haben? Glaube weniger, hmm?

Warum sollte ich also nicht von mir überzeugt sein? Ich habe etwas geschafft, was den wenigsten gelingt. Ich habe mein Lachen wiedergefunden, meine Lebensfreude. Ich bin nicht in der Gosse oder an der Nadel oder an der Flasche  gelandet oder in Jahrelanger wiederkehrender Therapie, weil ich meine Vergangenheit nicht verarbeiten konnte. Ich habe meine Neugierde erhalten können, obwohl ich grün und blau geschlagen wurde, wenn ich nicht die richtige Note nach Hause brachte. Oder etwas falsches sagte, oder einfach so , weil man schlechte Laune hatte und ein Ventil brauchte. Viele von euch hassen die Schule, das Lernen immer noch, obwohl euch zu Hause niemand verprügelte 😉 Einige können sich all das, was ich hier geschrieben habe, nicht im entferntesten vorstellen. Ist auch ok. Ich bin halte mich auch nicht für was besseres, oder schaue auf andere hinab. Ich bin anders. Eventuell habe ich keine Toleranz für Menschen die sich für nichts interessieren, aber meinen überall ihren Senf dazugeben zu müssen, ja. Aber hey, so hat jeder irgendwas was ihm sauer aufstösst, oder?

Ich habe Jahrelang geschwiegen zu all dem. Aber ich bin es langsam leid mich zu verstecken. Schliesslich kann ich nichts dafür, was mir Wiederfahren ist oder was dir widerfahren ist, dass du so von dir selber denkst. So zum Abschluss möchte ich nur nochmal erwähnen: Wenn du Komplexe hast, wenn jemand bisschen mehr weiss als Du auf einem Fachgebiet, frag dich lieber warum dir das so sauer aufstösst, oder warum du denkst, dass diese Person überheblich, arrogant oder sonst was ist. Du wirst feststellen, es hat mehr mit dir zu tun als mit dieser Person.

Später gehts weiter mit dem 14.ten Adventstürchen!

 

 

7. Dezember – Ein Pendler Tutorial

Selber war ich seit meinem 16. Lebensjahr davon betroffen – dem Pendeln! Zum Glück hat sich das dieses Jahr gelegt und ich benutze nur noch in Ausnahmefällen die öffentlichen Verkehrsmittel. Denn ich habe mich gut eingerichtet, zehn Minuten in die Arbeit, zehn Minuten in die Stadt, zwei Minuten an den Fluss zum baden im Sommer, eine Minute zum nächsten Park und zu vielen Konzerten und fünfzehn Minuten zu den nächsten Clubs und Bars. Damit kann man leben, oder?

Nichtsdestotrotz erinnere ich mich wie es war, vor nicht all zu langer Zeit. Ergänzend zum Beitrag muss ich noch schreiben, dass mich Leute auch extrem aufregen die zwar einsteigen aber erst mal in der Türe stehen bleiben um sich umzusehen, oder die, die Aussteigen, am besten noch im Grüppchen, und gleich vor der fucking Türe stehen bleiben um die Lage zu besprechen oder die, die einsteigen und nicht durch zu rücken möchten, sondern wie versteinert ein paar Meter neben der Türe stehen bleiben, anstatt in die Gänge durch zu rücken. Erde an Pendler? Der Zug, die Tram und der Bus…haben nicht nur eine Türe zum aussteigen, GOPF!

 

Geniesst meinen gepflegten „Wutanfall“, denn das ist heute das Thema, dass von Sascha kam!

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Von Illusionen, Erziehung & der Realität

„Alles ist möglich!“ „Du kannst alles schaffen!“ „Die Welt steht dir offen!“ „Und prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was besseres findet!“ „Du bist was besonderes und Verdienst nur das beste!“

Wer kennt sie nicht, diese Aussagen, die uns einreden sollen:

Die Welt hat nur auf uns gewartet, denn wir sind besonders „besonders“  und es gibt nichts, das nicht geht!

Für jeden Pups gibt es Lobgesang und Lorbeeren und mindestens eine heilige Messe in den Elterlichen Hallen. Sie reden ihren Kinder Hochbegabung ein, die einige auch mitbringen, aber die in der Schule mit allen Mitteln unterbunden wird, und fördern den Abbau der kindlichen Neugierde mit einem Überangebot an Frühförderung, die Gesellschaft tut den Rest. Aber ja, man will ja nur das beste für den kleinen Königsspross. Und er soll es ja mal besser haben. Das man genau das Gegenteil damit erreicht, scheint der Mehrheit immer noch nicht bewusst zu sein. Viel hilft viel!

Heutzutage ist alles möglich!

Doch du musst nichts tun, was du nicht wirklich möchtest. So zumindest die Illusion und mancher Erziehungsleisatz. Viele Kinder werden spätestens in der Pubertät bitter enttäuscht. (Man wundert sich dann über ihr aggressives Verhalten) Die Welt hat nicht auf sie gewartet. Die Prinzessin wird nicht gerettet von einem Prinzen, sie muss selber ihren Hintern hoch bekommen. Und der Prinz, ja der Prinz entpuppt sich als Narr. Man muss sich anstrengen, pünktlich sein, Leistung liefern. Aber wie? Niemand kommt, ausser man gehört zur königlichen Familie und ist Thronfolger, und setzt einem eine goldene Krone auf! Die Planlosigkeit und Orientierungsloigkeit die man dann so an den Tag legt wird natürlich von der älteren Generation mit Adleraugen haarscharf beobachtet und verurteilt. Und es liegt nicht fern, dass alle in den gleichen Topf geschmissen werden. Doch ich frage mich: Wer erzieht denn die nächste Generation? Ist es nicht ein versagen der Generation vor uns, wenn manche von uns weder Disziplin noch Anstrengung kennengelernt haben oder die Gabe der Reflexion? Sind wir nicht etwa das Produkt unserer Erziehung? Prägen uns nicht die Eltern und das Umfeld?

Ist das schon alles?

Und dann nach ewigem Abwägen entscheiden wir uns für, sagen wir mal eine Berufliche Laufbahn, ein Studium. Und obwohl es das ist, was wir wollten, nagt er Selbstzweifel an uns . Ist das schon alles? Geht da nicht noch mehr? Höher, schneller, weiter! Doch wie weit kommt man, wenn einem immer der Zweifel plagt, ob das genau nun DAS Richtige für einen ist? Ob man nicht bessere, tollere Möglichkeiten verpasst? Wird man jemals zufrieden sein mit seiner Wahl?

Nicht nur im Job / Studium zieht sich das durch mancher Leben, auch in Partnerschaften. „Generation Beziehungsunfähig“ werden wir auch betitelt. Was ich davon halte, konntet ihr ja bereits letzte Woche hier erfahren. Teilweise mag es ja stimmen und wer kann es uns verübeln? Wir müssen immer flexibel sein, x Praktika machen, manchmal auch in verschiedenen Ländern über mehrere Jahre. Partnerschaft? Wie? Als Fernbeziehung? Meist zu kompliziert und zum scheitern verurteilt. Ausserdem: Die meisten unserer Eltern sind geschieden, neu verheiratet, verbittert oder erneut geschieden worden. Uns wurde kaum beigebracht, dass es auch mal schlechte Zeiten geben kann, die man miteinander durchsteht. Nein. Eher das Gegenteil. Die Wegwerfgesellschaft zieht sich durch alle Bereiche des Lebens. Und klar, sicher blieben viele früher auch aus Abhängigkeitsgründen zusammen. Aber ich glaube sehr, dass viele Partnerschaften daran zerbrechen, weil man nicht Konfliktfähig ist und sich wenig reflektiert, frei nach dem Motto: „Ach nö, viel zu anstrengend und Anstrengung ist scheisse! Und der andere hat eh immer Schuld. Ich hab doch nichts gemacht!“

Überhaupt: Auch wenn man einen Partner hat, mahnt die leise Stimme im Hinterkopf; „Naaaa, wer weiss, ob die / der XY vielleicht doch nicht die bessere Wahl wäre?“ „Als Single wäre ich viel glücklicher!“ „Der / die kann mich einfach nicht glücklich machen..weil…“

Ja, manche von uns  haben Angst, Angst vor Nähe, vor Bindung, vor zuviel Exklusivität. Es könnte ja das nächste, aufregendere Abenteuer ums Eck warten. Schliesslich hat man uns in der Kindheit eingetrichtert etwas ganz besonderes zu sein und zwar so besonders, dass wir unrealistische Erwartungen an unser gegenüber stellen. Es steht uns zu, verdammt nochmal…oder?  Andere wiederum haben genau das was sie wollen und nennen es „Idealpartnerschaft“ und glauben immer noch das wäre zu toppen. Schliesslich ist das Motto: Höher, schneller, weiter!

Um zum Schluss verbittert festzustellen: Man hat die Nachtigall aus der Hand gegeben für die Taube auf dem Dach!

Wer wir sind und wohin wir wollen

Um in der Hülle und Fülle des Überangebots nicht zu ertrinken, müsste man sich erforschen. Herausfinden wer man ist, was man will. Und zwar kritisch. Das Motto: „Du kannst alles schaffen!“gilt eben nicht für alle Bereiche des Lebens. Und ja, jeder Mensch ist was besonderes, das steht nicht zur Debatte. Jeder ist einzigartig und das ist auch gut so, nur sollte man nicht narzisstisch ans Werk gehen mit dem Glauben, die Welt hätte nur auf einen gewartet. Die Welt wartet auf niemanden…

 

 

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Erlaubt euch mal nicht erreichbar zu sein!

Kennt ihr das? Ihr geht mit euren Freunden weg, lernt jemanden kennen, man tauscht Nummern aus und dann geht man seiner Wege bis zum nächsten Wiedersehen. Wie lange man wartet bevor man sich meldet, ist bei jedem individuell wie ich aus meinem Freundeskreis und aus gewissen Foren im Nachhinein erfahren sollte. Und die Meinungen gehen weit auseinander. Von sofort (eher bei Menschen um die 20 Jahren beliebt), über 2. Tage später usw. Ich melde mich für gewöhnlich am nächsten Tag gegen Abend mit einer WhatsApp Nachricht oder einer SMS. Werde ich hingegen von der ersten Sekunde an mit Nachrichten überhäuft, erweckt das bei mir den Eindruck der Bedürftigkeit und schlägt mich in die Flucht. Denn man stelle sich nur vor, man lässt so eine Person in sein Leben, was passiert dann wohl, wenn man nicht sofort ans Handy geht wenn sie anrufen? Kommen dann solche Leute zu einem Nachhause um zu checken was man macht? Beängstigende Vorstellung!

Immer Erreichbar? Nein danke!

Man ist im Club, tauscht Nummern aus und geht wieder zurück auf die Tanzfläche zu seinen Freunden. Man geht noch später weiter zum einem Schlummi mit und schläft bei der Freundin auf der Couch weil man zu müde ist um sich noch mal ins Freie, nach Hause, zu wagen. Blick aufs Handy? Warum? War doch eine gute Zeit, mit meinen Freunden, einige habe ich länger nicht mehr gesehen, es gab viel zu erzählen. Und jeder der mal ein Smartphone in der Hand hatte, weiss dass die Akkuleistung nicht gerade durch Langlebigkeit hervorsticht. Schlussendlich fand ich auf dem Nachhauseweg meinem Telefon 3. Nachrichten, selber Absender…die letzte mit dem Wortlaut: „Warum meldest du dich nicht, was hab ich dir getan?“ Ähhmm, ja, eine Nachricht nach dem wir uns verabschiedet hatten, die nächste ein paar Stunden später und dann am Nachmittag schon verzweifelt? Sorry, aber da musst du dir wohl jemanden suchen, jemanden der raus geht um 24/7 am Handy zu hängen. Denn wenn ich draussen bin, lege ich für gewöhnlich weder Wert darauf mein Handy alle 2.Minuten zu checken. Noch weniger auf jemanden der schon die Krise bekommt weil ich mal nicht so schnell antworte wie er es sich vorstellt. Und wer möchte schon jemanden weiter kennenlernen, bei dem man sich schon vor dem ersten Date erklären muss?

Internet – & Mobiltelefonfreie Zeitfenster

Ausserdem, man mag es kaum glauben, habe ich mich an diese Mobiltelefon freie Zeit gewöhnt. Ich war früher 24 Stunden erreichbar, es könnte ja was passieren. Ich habe früher alles stehen und liegen gelassen um SMS, Emails usw. zu checken und zu beantworten, alles erschien mir sehr wichtig. Und war durchaus enttäuscht, wenn es andere nicht so handhabten. Dabei vergass ich mich und setzte mich unnötig dem Stress aus und die Bedürfnisse von anderen vor die meinigen. Ja, auch Heutzutage sieht man mich noch oft mit Handy, Laptop, durch die Blogs und die nötige Recherche dazu. Ich poste auch viel und gern in den sozialen Netzwerken. Aber es gibt wirklich Situationen an denen ich die Finger von allem lasse. An meinen freien Tagen und in der Nacht ist das Handy aus, auch während der Arbeit teilweise, oder ich melde mich erst danach, wenn es wirklich nur um Smalltalk geht. Oder wenn ich mit Freunden unterwegs bin, im Kino sitze, essen gehe, beim Wellnessen, beim Bücher lesen. (Doch schon sehr oft wie ich gerade feststelle!) Es bringt auch nichts mir dann über Facebook mitzuteilen (wo ich meistens nur online bin, weil ich diverse Berichte lese), dass man mir eine WhatsApp geschrieben hat, Geduld ist eine Tugend meine lieben.

Nichts nervt mehr als ständige Erreichbarkeit

Ich weiss noch als ich im Urlaub war über Weihnachten, da las ich doch erstaunt eine E-Mail, nach dem ich wieder da war: „Hallo Paula…hast du meine zwei SMS bekommen, manchmal geht das ja unter…“ Nö, bin verschollen in Bayern, die SMS hat ausserdem mein Hund gefressen.“ Nein, Spass bei Seite. Warum muss man im Urlaub erreichbar sein? Warum schreiben einem andere Menschen Emails, ob man die SMS erhalten hat, in denen es schlussendlich um banale Sachen ging wie: „Wie ist das Fest in Bayern?“ und „Guten Rutsch!“ Ja, manche empfinden es evtl. als unfreundlich nicht sofort zu antworten, andere haben mich gefragt, wenn ich nicht zurückschreibe, warum ich meine Nummer dann rausgebe. Na ja, wie war das denn früher? Wenn man nicht zuhause war und das Telefon klingelte, konnte ich nicht ran gehen! Wenn ich also nicht zurück schreiben kann oder gerade will, aus welchen Gründen auch immer, dann tue ich das nicht. Auch nicht wenn bei WhatsApp 5. blaue Häkchen in Regenbogenfarben blinken würden. Hätte ich kein Interesse, würde ich das auch klar kommunizieren, wie sonst auch immer. Und wie so oft habe ich vom Leben gelernt: Mit ein wenig Geduld, erledigt sich das meiste eh von selbst!

 

Wie handhabt ihr das? Sofort immer augenblicklich auf alles antworten? Im Urlaub, in der Freizeit, bei neuen Bekanntschaften? Und ich frage hier nicht nach „Spielchen“ in denen man beweisen muss wie cool man ist. Oder habt ihr gar einen Arbeitgeber der 24/7 Verfügbarkeit verlangt? Seid ihr selber „Stürmer“ der bei nichtbeantwortung noch 10 weitere SMS hinterherschickt? Erzählt mir davon!

 

Schönes Wochenende

 

Paula

 

Ps. Dieser Beitrag erscheint auch bei Ron Orp Zürich.