Der fremde Vater

Du mochtest Bruce Lee Filme, Western, Filme mit Bud Spencer und Terrence Hill, oder mit Louis de Funes. Du hattest oft Bonnie Tyler und David Bowie, gehört, hast viel getrunken und viel geraucht.  Du hattest gern Schnitzel mit Pommes, Bohnen und Pilze.

Im Wald warst du gern, auch oft mit mir, Pilze sammeln. Im Freibad warst du auch oft, bist gern Fahrrad gefahren und hast viel geschlafen. Du hast sogar mal im Hochbett meines Bruders geschlafen, als es damals ganz neu war. Wie ein grosses Kind hast du ausgesehen und in diesem Augenblick begriff ich, dass du  innerlich ein kleiner Junge warst. Gefangen in dem Körper eines erwachsenen Mannes. Ich war ungefähr 12 Jahre alt.

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Zu Gast beim Nachtcafé

Meine lieben!

Ich weiss, was ihr nun denkt: “Wo ist nun endlich der zweite Beitrag über den Digitalen Nachlass” und “Warum ist es hier so ruhig in letzter Zeit?”

Ich war nun ein paar Wochen mit Bronchitis angeschlagen, und ehrlich gesagt habe ich noch nicht alle Infos zusammen, den ich für den Beitrag bräuchte. So kurz vor Weihnachten wird es auch schwierig. Auch gibt es das Jahr hier auf dem Blog keinen Adventskalender oder Ähnliches.  Dafür hat der Blog nun aber ein neues Gesicht!

Ich habe es einfach besinnlich genommen und Ruhiger. Das was ich das Jahr so oder so machen wollte. Mehr auf mich achten. Meine Grenzen erkennen und einlenken. In der Zwischenzeit war ich auch zu Gast beim Nachtcafé. Jetzt ist die Katze aus dem Sack! Es war eine wunderbare Erfahrung und ich habe wundervolle Menschen getroffen. Und da wären wir schon beim nächsten Punkt:

Kommt jemand von meinen Lesern  aus Pforzheim?

Ich bin noch am überlegen, ob und wie man etwas organisieren könnte für Weihnachten. Wir hatten einen Gast im Studio, Herr Dera, der ganz einsam und verlassen Weihnachten in einem Altersheim verbringen wird. Er hat dort leider keine Verwandten oder Bekannte. Gibt es eine Familie, jemanden vor Ort der ihn besuchen könnte?  Ich bin schon am überlegen, zur Not fahre ich auch persönlich vorbei.

Anbei nun der Link zur Sendung

 

Ein kleines Geschenk habe ich trotzdem für euch. Aber alles zu seiner Zeit. Bis dahin, einen besinnlichen dritten Advent morgen und bis bald!

 

 

Paula

 

 

 

Ps: Danke, der Nachtcafé Redaktion für das tolle Bild  und der Erlaubnis es hier benutzen zu dürfen!

Das Ende der Toleranz ist erreicht…

Der Sommer war toll und neigt sich dem Ende zu, ich möchte heute mit einem ernsteren Thema wieder einsteigen. Es soll heute um Toleranz gehen und ihr Ende. Ich bin ja grosser Fan von “Leben und leben lassen!” Doch so wie jeder seine Grenzen hat, habe ich diese auch und da beginnt da das Ende meiner Toleranz. Ich glaube am besten, ich mache mal eine kurze Liste, von Dingen, die ich nie nie nie im Leben tolerieren werde:

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Zu Gast bei FrauTV, WDR

Gestern war der grosse Tag, gestern wurde die Folge ausgestrahlt, die wir in Köln gedreht haben vor ein paar Wochen. Leider kam ich nicht früher dazu einen Beitrag zu schreiben, um euch Bescheid zu geben,  da es die Woche vor dem grossen Urlaub ist und dem entsprechend viel an steht und stand. Aber: Die komplette Folge gibt es in der Mediathek zu sehen. Auch wird die Folge ein paar mal im TV wiederholt, wenn mich nicht alles täuscht.

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Kindheitsträume – Mein Leben ohne Kindheit

Die Termine mit dem WDR  und dem SRF rücken immer näher und ich habe mir die letzten Tage viele Gedanken gemacht über meine Kindheit. Viele Bilder und Emotionen wurden wieder sehr lebendig. Gute und weniger gute Erinnerungen kamen wieder ans Licht, Sachen die lange vergessen schienen. Darauf hin entdeckte ich einen ganz tollen Blog, der sich mit Kindheitsträumen beschäftigt. Und so fing ich an, über meine Träume als Kind zu sinnieren. Heute, möchte ich sie mit euch teilen, denn jeder Kindheitstraum ist anders. Ähneln sich Kindheitsträume? Was hattet ihr für Träume? Und sind sie in Erfüllung gegangen? Was für Träume haben Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen?

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“Darüber muss man halt hinwegsehen können….”

“Wenn ich immer jeden angezeigt hätte der mich N…schlampe genannt hat…” “Denunzianten mag niemand!” “Musstest Du Dich wirklich denn an die Arbeitgeber wenden?” “Das kostet doch alles zu viel Zeit!” “Kannst du das nicht ignorieren?” “DU zerstörst evtl. seine Lebensgrundlage!” “Musstest du erwähnen, dass er Kinder hat?”  “Kannst du dir das denn leisten?” 

Das sind so ein paar der negativ Kommentare zu meinem letzten Beitrag.

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Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern – Let`s break the silence!

Ich habe letztes Jahr einen Beitrag geschrieben über den Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern. Dieser fand so viele Rückmeldungen, auch heute noch, dass ich mich entschloss erneut darüber zu schreiben. Es ist wieder Weihnachten und ich bin alleine in Polen. Es ist bezaubernd hier, zusätzlich konnte ich noch einen Abstecher nach Riga machen an Heiligabend. Einfach traumhaft und unverhofft (kommt gerade oft!) Nun ja, viele haben mich dann gefragt, ob es nicht doof sei so ohne Familie. Nein, ganz und gar nicht, ich bin sehr glücklich, ausgeglichen…nun ja, all das wozu manche eben andere Leute brauchen.

Sie kennen meine Familie nicht, sonst hätten sie sich die Frage erspart. Mein Vater ist (?) schwerer Alkoholiker, meine Mutter eine “Ewigunzufriedene” der nichts nur annähernd gut genug ist. Doch ich habe eine Entscheidung getroffen mit dem Kontaktabbruch zu beiden. Eine Entscheidung für mein Leben, für ein glückliches Leben. Ohne das Drama der Vergangenheit. Ohne mich in der Opferhaltung zu suhlen. Ich habe das überstanden was mir zugefügt wurde, ich habe verziehen. Heute bin ich glücklicher als ich es jemals war. Und habe nie Schuldgefühle, warum auch? Weil ich mich selber achte und respektiere. Und ich niemanden dulde in meiner Nähe der das nicht tut. Dieser zweite Artikel soll anderen helfen für sich einen Weg zu finden, soll Mut machen und mit dem Vorurteil aufräumen, dass es da draussen Kinder gibt die eines morgens aufwachen und aus dem nichts beschliessen den Kontakt zu ihren Eltern abzubrechen.

Ich bin nicht alleine

Ich habe seit letztem Jahr viele Zusendungen erhalten, was den letzten Artikel betrifft. “Wir” sind leider viele. Die meisten fragten ob ich einen Rat habe, ihnen irgendwie den Schritt erleichtern könnte und wie meine Erfahrungen waren. Viele, auch heute wieder, waren erleichtert zu lesen, dass sie nicht alleine sind mit diesem “Problem” über was man so selten spricht. Ich werde heute versuchen zu erklären was es mir so “einfach” gemacht hat diesen endgültigen Schritt zu gehen.

Auch angeregt wurde dieser Artikel von einem anderen Artikel über eine Mutter, die sich einfach nicht erklären kann wie ihr Kind einfach so mal den Kontakt abgebrochen hatte. Einfach so von heute auf morgen…schon alleine, wenn ich das lese könnte ich vor Wut durch die Decke gehen. Die Dame hat nun sogar einen Verein gegründet und ein Buch darüber geschrieben. (Es grüsst herzlich: Die Opferhaltung!) Denn “einfach so” passiert das nie. Man probiert Jahrelang gesehen zu werden, ernstgenommen zu werden, verstanden zu werden, faule Kompromisse werden geschlossen, nur um es den Eltern “recht zu machen:” Einigen ist aber nichts rechtens genug. Statt sich mit anderen Eltern zusammen zu tun denen es genau so ging, sollten sie lieber alle gemeinsam in eine Gruppentherapie – “Richtig reflektieren und Wahrnehmungstraining” oder “Meine Fehler in der Erziehung und ihre Konsequenzen.”

Keine Geduld, keine Kraft und keine Nerven mehr!

Für mich war es ausschlaggebend, dass ich einfach keine Geduld und keine Kraft mehr hatte mich mit meiner Mutter im Kreise zu drehen. Zu meinem Vater kappte der Kontakt schon als ich 17 / 18 Jahre alt war, da er sich für den Alkohol entschied und ich das respektierte. Aber ich konnte mir das nicht mehr länger mit ansehen und mich runter ziehen lassen. Aber zurück zu meiner Mutter. Wir gingen 2. Schritte vor…20. zurück, so ging das nach meinem Auszug ungefähr 13. Jahre. Bis ich vor 3. Jahren mich endgültig verabschiedete. Selbst meine Therapeutin riet mir dazu. Denn es zog mich jedes mal mehr und mehr runter. Und ich war es leid mich nach jedem Besuch bei ihr Tagelang zu Hause einzusperren oder angeschlagen durchs Leben zu laufen. Wozu?

Irgendwann sah ich keinen Grund mehr den Kontakt aufrecht zu erhalten

Warum auch? Es gab keinen logischen Grund. Nur weil sie meine Mutter war? Nun ja, jemand der sein Kind körperlich und seelisch misshandelt…für mich war das keine “Mutter” im klassischen Sinn. Für mich war sie eine Art Monster, deren Stimmungsschwankungen so unberechenbar waren wie das Wetter im April. Ich hatte jahrelang noch Alpträume von den “Szenen” die sie mir machte, wie sie mir ein Radio hinterher warf im Affekt, weil ich 2.Minuten zu spät war, oder mich anschrie vor all meinen Freunden, mitten in der Stadt. Glaub die Krönung war, als sie dachte ich würde ihr denn Mann ausspannen wollen, weil wir uns gut verstanden. Weil wir eine Gemeinsamkeit hatten – das Schreiben. Hätte sie ihre Tochter gekannt, würde sie wissen, dass ihre Tochter  nicht so auf ältere Männer abfährt, so ganz und gar nicht. Ausserdem war dieser Mann mir mehr Vater, als mein leiblicher Vater.  Die Geschichten liessen sich hier zu einem Buch, dicker als die “Herr der Ringe” Trilogie fortführen. Ich zog dann endlich aus mit 17 Jahren. (Nach 2. Jahren erfolglosen Vermittlungsversuchen vom Jugendamt mit einer Sozialpädagogin die jede Woche zu uns nach Hause kam, nach unzähligen Besuchen der Polizei bei uns zu Hause, denn die musste nach den Ausbrüchen meiner Mutter öfter antanzen als ihr lieb war. Ich lief auch ein paar mal von zu Hause weg, wenn es wieder ganz schlimm wurde.)

Und ich probierte es weiter mit ihr. Trotz allem. Immer und immer und immer und immer wieder. Nur gebracht hat es nichts. Es war Zeitverschwendung. Ich hätte mir den Kopf lieber gegen die Wand schlagen sollen…hätte genau so viel Sinn gemacht. Nämlich keinen. Null. Nada.

Knapp zwei Wochen wie gelähmt im Bett

Glaub seinen Höhepunkt erreicht das ganze Leiden der ganzen Jahre in den Sommerferien, als ich sie an ihrem Geburtstag besuchte, und nur 2. Tage später zurück kam um dann 1.5. Wochen in meinem abgedunkelten Zimmer im Bett zu liegen. Sie machte mich fertig wegen 2. Eiern die in einen Teig rein sollten. Sie las vor, ich führte aus, wir wollten mal backen. Wie normale Leute. Ich fragte noch: “Sollen die Eier getrennt werden oder kommen die ganz rein?” “Ganz rein!” Gesagt getan…nur um mir dann ein paar Sekunden später anzuhören: “Die sollten doch getrennt werden, nie kannst du was richtig machen!” Ich versuchte die Situation zu entschärfen, es sei doch nur ein Teig, wir machen einen neuen, alles easy. Aber es ging nicht, sie kam voll in Fahrt, Vorwürfe und Mist der letzten Jahrzehnte flogen mir nur so förmlich um die Ohren. Geschichten die ich längst vergessen hatte wurden ausgepackt, ich sei ja immer schon zu nichts zu gebrauchen gewesen und überhaupt. Wie ein kochender Dampfkochtopf der kurz vor dem explodieren steht, stand sie vor mir und schrie mich an. Ich schrie irgendwann zurück, packte meine Sachen ungläubig, dass sie wegen 2. Eiern so eskaliert, und ging. Das war so typisch. Sie flippte aus…ich versuchte sie zu beruhigen, was nie gelang, dann flippte ich irgendwann aus und fuhr wieder heim. So ging das Jahr ein, Jahr aus. Knapp 13 Jahre lang. Bis vor 3. Jahren.

Ich war halt einfach ein schlimmes Kind – so entschuldigt man den Missbrauch

Danach besuchte ich sie nur noch einmal, schlief aber in einem Hotel, was sie sehr erschütterte. Ich meine wirklich? Nach all den letzten Jahren wunderte man sich wirklich? Hallo “Opferhaltung!” Klar war mir der Titel “Schlechteste Tochter des Jahres” wieder sicher. Dass es Gründe wie diesen und andere gab dafür, wollte man nicht sehen: Sie kam das letze mal auch einfach so ins Bad geplatzt als ich dort länger verweilte, beim abschminken. “Was machst du da so lange?” fauchte sie mich an. Ich stand vor dem Spiegel und schminkte mich ab, dabei hörte ich Musik aus meinem iPhone, wie so oft…Wie dumm ich drein geschaut habe, konnte ich im Spiegel sehen…”Ich feiere hier eine wilde Drogenorgie Mutter, mit vielen Männern. Willst du nicht mitmachen? fragte ich sie schnippisch und verliess das Badezimmer. Ich sprach kein Wort mit ihr an dem Abend. Was sollte das denn bitte? Dafür schwieg sie mich am nächsten Tag an, ich fuhr wieder ab.

Ab und an versuchte ich mit ihr die Vergangenheit zu bewältigen. Das war das was ich immer hörte: “Du warst ein schlimmes Kind, warte ab bis du Mal Kinder hast, ich wünsche dir, dass deine Kinder werden so wie du!” Klar, wie immer sind die anderen Schuld, vor allem ich. War ich doch auch das einzige Kind weltweit, dass sich selber auf die Welt gebracht hat. Meine Eltern wurden nämlich nie müde mir zu sagen, dass es ihnen ohne mich besser ergangen wäre im Leben. Ich hatte eh immer Schuld an allem. Und ich war ein schlimmes Kind. Noch Fragen?

 

“Sie müssen sich selber die Mutter sein, die sie nie hatten. Sie müssen sich selber trösten, sich lieben, auf sich achten und respektieren!”

Das sagte meine Therapeutin damals zu mir. Und es half. Denn ich musste einfach einsehen: Wenn ich meinen Seelenfrieden wollte, musste ich den Kontakt kappen. Und ihr verzeihen. Nicht um ihretwillen. Sondern für meinen Seelenfrieden. Ich wollte ihr absolut keine Macht mehr über mich geben. Ich wollte  nur noch abschliessen und ein glückliches Leben haben.

Und überhaupt: Nichts wird gut genug sein, nichts wird so sein wie ich es als Tochter gerne hätte, ich jagte einer Illusion hinterher. Auch, weil es die Gesellschaft von mir forderte. Und auch, weil ich meinen Freunden und Bekannten nie, wirklich nie erzählte was man zu Hause mit mir machte oder gemacht hat. “Es geht niemanden was an, was in unserer Familie passiert!” brannte sich tief ein in meine Seele. Ich brauchte ganz lange um mich davon zu lösen. Doch teilweise schäme ich mich heute immer noch für das was ich durchleben musste. Völlig zu unrecht.

Und ich stellte fest mit dem ersten Beitrag

Ich bin nicht alleine. Da draussen gibt es ganz viele erwachsene Männer und Frauen denen es genauso geht. Die auch die Hölle auf Erden durch lebt haben, an einem Ort der einem Sicherheit, Liebe und Geborgenheit geben sollte. Erwachsene die nicht den Mut finden ihren Eltern ihre Grenzen aufzuzeigen. Die sich nicht trauen der Gesellschaft und ihren Ansprüchen einen dicken Mittelfinger zu zeigen. Die Schuldgefühle haben, die sich verantwortlich fühlen für das Glück ihrer Eltern.

Ich habe eine klare Botschaft für euch: Fangt an, euch als vollwertige Menschen zu sehen! Ihr seid liebenswert, besonders und vor allem: Ihr seid stark!

Ihr seid nicht verantwortlich für das Glück eurer Eltern. Ihr schuldet euch selber aber Respekt, Liebe und euren Seelenfrieden.

Ihr schuldet niemanden eine Erklärung für eure Entscheidung. Lasst euch professionell begleiten, wenn ihr es nicht alleine schafft, es ist keine Schande sich Hilfe zu holen.

Es ist euer Leben. Ihr seid dafür verantwortlich! Und manchmal muss man sich schützen um nicht daran zu Grunde zu gehen. Fangt an euch selber zu lieben und setzt euch niemanden aus, der euch fertig macht, euch nicht respektiert oder euch gequält hat.

Man rät ja auch niemanden sich seinem Peiniger zu stellen, und ihn gern zu haben, nach dem man ihm entkommen ist, oder?

 

An die Gesellschaft

Hört auf die armen, so armen Eltern solcher Kinder zu bemitleiden und die Kinder zu verurteilen. Die Eltern wollen es nicht zugeben was sie falsch gemacht haben. Oder sehen nicht wo das Problem lag. Und da lag sicher ein Problem vor, niemand der eine liebevolle, “normale”  Kindheit hatte verhält sich so. Nach knapp über 15. Jahren mit Kindern und Erwachsenen im Beruf und auch privat habe ich noch kein Elternteil erlebt, dass zugegeben hat das Kind misshandelt zu haben. Sei es emotional oder körperlich. Aber sich dann als das Opfer hinstellen, wo das Kind “einfach so von heute auf morgen,” den Kontakt verweigert. Ehrlich? Jeder der sich ein wenig mit Kindern und Bezugspersonen auseinander setzt weiss: Kinder würden alles tun um von ihren Eltern geliebt zu werden. Kinder akzeptieren auch vieles von ihren Eltern um geliebt zu werden…Für die Kinder sind die Eltern das ein und alles, egal was die Eltern anstellen. Sich dann von diesen zu trennen, aus welchen Gründen auch immer erfordert extrem viel Mut, Zeit und Kraft. Niemand “kündigt” einfach mal so über Nacht seinen Eltern aus einer Laune heraus. Die Eltern die das behaupten würde ich dringend zu einer Therapie raten, damit sie lernen sich und ihr Verhalten zu reflektieren.

 

Zum Titelbild: Das ist das letzte Bild, dass meine Mutter von mir schoss. Ich hatte ihr einen Schneemann im Garten gebaut um sie aufzumuntern. Das Bild trügt, auch wenn ich lache,  denn sie machte zwar das Bild auf meinen Wunsch hin, schnauzte mich aber im selben Augenblick an wegen des Topfes, den ich ohne ihre Erlaubnis für den Schneemann aus dem Schrank nahm.

Danach, packte ich meine Sachen erneut und fuhr zurück in die Schweiz. Zur Info…meine Mama wohnt 4. Stunden Zugfahrt von mir weiter weg…

Für eure Komplexe kann ich nichts!

Ich hatte am Wochenende eine ziemlich interessante Unterhaltung die mich bis heute nicht los lässt. Wir waren in einem Club und redeten bisschen über die Leute, über den Blog und auch über meinen Internetauftritt. Dass den nicht jeder dufte findet, ist ok, ich mag auch nicht jeden. Doch es liess mich nicht los, was er es gesagte und wie. “Wenn du nur anders sein würdest, könntest du die Leute auch von deiner Meinung überzeugen!” Ich? Andere von meiner Meinung überzeugen? Sehe ich aus wie jemand von den Zeugen Jehovas der andere vom Glauben überzeugen muss? NOPE! Ich möchte nicht, dass die Leute denken was ich denke. Ich möchte, dass sie für sich denken. Sich und ihre Meinung zu den diversen Themen reflektieren. Denn wer bin ich schon, dass ich meine die Wahrheit mit Löffeln gefressen zu haben? Es ist meine subjektive Meinung, meine Erfahrung und all das.

Intelligent? Oder vielleicht einfach nur sehr sehr Neugierig…

Auch, wie ich meine “Intelligenz” präsentiere stiess etwas auf. Nun ja, man darf also als Frau einen tiefen Ausschnitt tragen, man darf sich hübsch machen, und all das äusserlich zur Schau tragen, aber wenn man dann was im Kopf hat. Jesus, Maria und Christus! Zeig das ja nicht, andere könnten sich dumm vorkommen? Sorry. Nope. Ich halte mich nicht für was besseres oder für besonders intelligent. Ich bin einfach nur neugierig und habe viele Fragen die ich mir beantworte. Um genau zu sein, hatte ich mein halbes Leben lang extrem Minderwertigkeitskomplexe, ausgelöst durch meine Eltern und deren (nicht) Erziehung. Ich weiss vielleicht nur bisschen mehr als mein Umfeld bzw. in einem anderen Themenbereich, weil ich mich auch für extrem viel interessiere.

Das Wissen ist heutzutage 24/7 erreichbar – Im Internet

Denn während ihr Freunde hattet in eurer Kindheit und in eurer Jugend, musste ich oft zu Hause sitzen, durch die vielen Umzüge ohne Anschluss, und vergrub mich in meine Bücher. Hatte alles vor – und Nachteile. Und ja, ich habe ein grosses Selbstbewusstsein, wenn du dich nicht magst oder mit dir nicht zu Recht kommst, solltest du an dir arbeiten, statt anderen vorzuhalten sie wären eingebildet, arrogant oder überheblich. Ich kann nichts für deine Komplexe. Auch werde ich mich nicht zurückhalten mit meinen Lobpreisungen, dem erreichten, oder was ich weiss. Im heutigen Zeitalter des Internets braucht es keine teuren Kurse und Schulen um an Wissen zu gelangen. Die Infos sind jedem zugänglich 24/7 im Internet. Ja, es ist auch noch für andere Sachen gut, ausser Social Media. Wer sie nicht nutzt, darf sich nicht beschweren oder andere für arrogant halten, wenn sie nun mal mehr Antworten auf gewisse Fragen haben als man selbst. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Jeder sein Fachgebiet. Ist auch nicht schwer das zu akzeptieren oder? Ich mag die Person sehr, die mir das sagte. Und ich bin dankbar, dass wir uns darüber unterhalten haben. Denn auch wenn man befreundet ist, bedeutet das nicht, dass man immer gleicher Meinung sein muss. Jeder lebt, aufgrund seiner Erfahrungen in seiner eigenen Realität, hat seine eigene Wahrnehmung. Und das ist ok.

Von wegen aus “gutem Hause”

Würden die Leute wissen, was ich für einen  direkten Familiären Rückhalt  geniesse, nämlich keinen (bis auf meine Tante, ihre Tochter und einen Onkel), oder dass mein halbes Leben geprägt war von Gewalt und anderen Katastrophen. Ich weiss nicht wie sie sich dann noch äussern würden. Die wenigsten wissen etwas von meiner Vergangenheit, weil ich auf das Mitleid verzichten kann. Ich habe mir das alles was ich weiss, was ich kann, wer ich bin alleine erarbeitet. Unterstützung? Nope. Ich war immer auf mich alleine gestellt. Manche, die so wirken wie ich, wurden zu Hause verwöhnt, ihnen wurde gesagt wie toll sie sind, ihr Selbstbewusstsein wurde von klein auf gefördert. Sie als Menschen wurden unterstützt in ihrem Wachstum. Ich wurde von A nach B geschubst, geschlagen, von meinen Eltern missachtet für mein Dasein, für meine Geburt. Im Streit fiel mindestens einmal der Satz: “Wärst du nicht, würde es uns viel besser gehen. Dann würden wir uns hier nicht streiten!” Jaja…ich bin das einzige Kind weltweit, dass sich selber produziert hat, nur um meine armen Erzeuger zu schaden und um sie zu ärgern. Ich bin immer noch schwer enttäuscht, dass sie mich in kein Versuchslabor abgegeben haben, ehrlich .

Bei meinen Geschwistern war das anders, man hat mir auch früh genug gezeigt, dass ein Junge mehr wert ist als ein Mädchen. Schliesslich war man schwer enttäuscht, dass das Erstgeborene eine Vagina hatte. Dumm gelaufen. Nun ja, zurück zum Thema Erziehung. Während andere aufgebaut wurden, wurde ich niedergemacht. Egal was ich machte, es war nie gut genug, nie perfekt genug. Wäre ich Königin der Welt, würde meine Mutter fragen, warum ich nicht das Universum beherrsche. Nicht gemotzt ist halb gelobt war das Credo bei uns zu  Hause. Dass aus mir überhaupt jemand geworden ist, unter diesen Umständen. Ich weiss nicht. Ich bin extrem stolz auf mich. Ich habe 17 Jahre in einer Hölle gelebt, die Menschen die sich um mich kümmern sollten, waren eine extreme Gefahr für Leib und Leben. Wenn man so aufwächst, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man wird das Opfer seine Erziehung und glaubt was man zu hören bekommt. Oder man löst sich von alle dem…und macht sein Ding. Und ich bin sehr gut drauf, wenn man so andere anschaut, mit Verlaub. Und man muss sich selber extrem lieb haben um aus dieser Hölle unbeschadet davon zu kommen. Denn auch das Weekend durfte ich mir wieder anhören: “Ach, du wirst bestimmt bereuen, wenn du deine Eltern an Weihnachten nicht besuchst!” Nö, echt nicht. Würde man seine Peiniger besuchen die einem nur Schaden zugefügt haben? Glaube weniger, hmm?

Warum sollte ich also nicht von mir überzeugt sein? Ich habe etwas geschafft, was den wenigsten gelingt. Ich habe mein Lachen wiedergefunden, meine Lebensfreude. Ich bin nicht in der Gosse oder an der Nadel oder an der Flasche  gelandet oder in Jahrelanger wiederkehrender Therapie, weil ich meine Vergangenheit nicht verarbeiten konnte. Ich habe meine Neugierde erhalten können, obwohl ich grün und blau geschlagen wurde, wenn ich nicht die richtige Note nach Hause brachte. Oder etwas falsches sagte, oder einfach so , weil man schlechte Laune hatte und ein Ventil brauchte. Viele von euch hassen die Schule, das Lernen immer noch, obwohl euch zu Hause niemand verprügelte 😉 Einige können sich all das, was ich hier geschrieben habe, nicht im entferntesten vorstellen. Ist auch ok. Ich bin halte mich auch nicht für was besseres, oder schaue auf andere hinab. Ich bin anders. Eventuell habe ich keine Toleranz für Menschen die sich für nichts interessieren, aber meinen überall ihren Senf dazugeben zu müssen, ja. Aber hey, so hat jeder irgendwas was ihm sauer aufstösst, oder?

Ich habe Jahrelang geschwiegen zu all dem. Aber ich bin es langsam leid mich zu verstecken. Schliesslich kann ich nichts dafür, was mir Wiederfahren ist oder was dir widerfahren ist, dass du so von dir selber denkst. So zum Abschluss möchte ich nur nochmal erwähnen: Wenn du Komplexe hast, wenn jemand bisschen mehr weiss als Du auf einem Fachgebiet, frag dich lieber warum dir das so sauer aufstösst, oder warum du denkst, dass diese Person überheblich, arrogant oder sonst was ist. Du wirst feststellen, es hat mehr mit dir zu tun als mit dieser Person.

Später gehts weiter mit dem 14.ten Adventstürchen!

 

 

Der Aufklärungskoffer

Bevor ich heute beginne, möchte ich dass ihr euch einen Zeitungsartikel durchlest, da ich denke, dass nur wenige wissen was es mit dem Aufklärungskoffer auf sich hat. Hier der Artikel

Ich glaube das war der letze Stand um den Koffer, wenn jemand was aktuelleres weiss, bitte melden, damit ich es aktualisieren kann. So, nun haben sich also zwei Fronten gebildet. Wobei ich beim besten Willen nicht verstehen kann warum. Wir haben nicht nur in der Schweiz so viele verschiedene Kulturen, dass es nicht einzig und allein Eltern Sache sei das Kind aufzuklären, Altersgerecht versteht sich. Wobei das mit diesem Koffer NICHT passiert, so wie wir uns das vorstellen bzw einige von uns. Es zeigt dem Kind lediglich seine Geschlechtsteile, benennt sie richtig und gibt dem Kind zu verstehen, dass es einzig ihm alleine gehört und er in jedem Fall Nein! sagen darf, wenn er dort nicht berührt werden möchte, egal von wem. Statistiken zeigen, dass es meist Menschen aus dem nähren Umfeld sind, wenn sexuelle Übergriffe passieren. Warum also dem Kind nicht schon im Vorfeld die Möglichkeit geben zu lernen wie man Nein! sagt und Situationen erkennt die nicht in der Norm liegen?

Sind wir es nicht, die Erwachsenen die diese Plüschgenitalien zu dem machen, was sie in unserem Kopf sind? Für Kinder sind diese Plüschgenitalien, genau. Plüschgenitalien. Der Erwachsene verwandelt es zu etwas Obszönen. Warum darf man das Kind nicht aufklären, bevor übergriffe passieren? Wegen ein paar Besorgter Eltern? Wann würden diese Eltern denn die Kinder aufklären wollen? Wann das Märchen vom Storch auflösen? Mit 12 Jahren, wenn es in der Schule zum Pflichtfach wird? Wenn man sich so die pubertäre Entwicklung der heutigen Jugend ansieht, kann es dann meist schon zu spät sein.

Liebe Eltern die ihr so dagegen seid, die Kinder aufzuklären, wäre es euch lieber, das Kind wird für sein Leben traumatisiert, weil es nicht weiss, dass es Nein sagen darf? Natürlich wird das im Rollenspeil geübt, wie soll das Kind es sonst verinnerlichen? Aber sicher fässt ihn niemand an, deswegen lernt er ja Nein! zu sagen, zusammen in einem sicheren Umfeld, unter Gleichaltrigen. Ich bitte euch, ist euch das Leben eurer Kinder wirklich so egal, dass ihr wirklich pedantisch recht behalten müsst? Diese Initiative ist der reinste Witz! Geht und unterhaltet euch in den Pyschatrien mit Opfern Sexueller Gewalt…was man denen so erzählt hat. Der Onkel, Opa oder wer auch immer dem Kind zu nahe kam. Diese Kinder hielten es für die Normalität. Weil man ihnen das so verkauft hat! Think about it!

Anregungen, Lob, Kritik, Themen? Schreib mir: wasmansonichtsagendarf@gmx.ch

Teilen, weiter sagen ect erlaubt und erwünscht

Eure Paula