Zu Gast beim Nachtcafé

Meine lieben!

Ich weiss, was ihr nun denkt: “Wo ist nun endlich der zweite Beitrag über den Digitalen Nachlass” und “Warum ist es hier so ruhig in letzter Zeit?”

Ich war nun ein paar Wochen mit Bronchitis angeschlagen, und ehrlich gesagt habe ich noch nicht alle Infos zusammen, den ich für den Beitrag bräuchte. So kurz vor Weihnachten wird es auch schwierig. Auch gibt es das Jahr hier auf dem Blog keinen Adventskalender oder Ähnliches.  Dafür hat der Blog nun aber ein neues Gesicht!

Ich habe es einfach besinnlich genommen und Ruhiger. Das was ich das Jahr so oder so machen wollte. Mehr auf mich achten. Meine Grenzen erkennen und einlenken. In der Zwischenzeit war ich auch zu Gast beim Nachtcafé. Jetzt ist die Katze aus dem Sack! Es war eine wunderbare Erfahrung und ich habe wundervolle Menschen getroffen. Und da wären wir schon beim nächsten Punkt:

Kommt jemand von meinen Lesern  aus Pforzheim?

Ich bin noch am überlegen, ob und wie man etwas organisieren könnte für Weihnachten. Wir hatten einen Gast im Studio, Herr Dera, der ganz einsam und verlassen Weihnachten in einem Altersheim verbringen wird. Er hat dort leider keine Verwandten oder Bekannte. Gibt es eine Familie, jemanden vor Ort der ihn besuchen könnte?  Ich bin schon am überlegen, zur Not fahre ich auch persönlich vorbei.

Anbei nun der Link zur Sendung

 

Ein kleines Geschenk habe ich trotzdem für euch. Aber alles zu seiner Zeit. Bis dahin, einen besinnlichen dritten Advent morgen und bis bald!

 

 

Paula

 

 

 

Ps: Danke, der Nachtcafé Redaktion für das tolle Bild  und der Erlaubnis es hier benutzen zu dürfen!

Über Schwangerschaftsabbruch in der Öffentlichkeit reden

Die Ärztin Kristina Hänel wurde gestern wegen „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche verurteilt zu einer Strafe von 6000 Euro. Denn Paragraf 219a von 1933 besagt unter anderem:

(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise

1. eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder

2. Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind, unter Hinweis auf diese Eignung

anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekanntgibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Quelle

Die Begründung des Gerichtes ist, nun ja, sagen wir mal etwas..ich weiss nicht. Ich finde einfach gerade nicht die passenden Worte dafür. Rückständig, ja, wobei das Wort noch zu positiv ist für die Argumentation der Richterin:

„Der Gesetzgeber wolle nicht, dass über den Schwangerschaftsabbruch in der Öffentlichkeit diskutiert wird, als sei es eine normale Sache.“

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Das gehört sich nicht für eine Frau!

James Bond liebt Wodka Martini. Nie und nimmer wäre man bei seinem hohen Alkoholkonsum auf die Idee gekommen ihn einen Alkoholiker zu nennen. Jessica Jones ist ein Marvel Charakter auf Netflix. Privat Detektivin mit Superkräften und einem „Alkoholproblem“. Zumindest wird’s so auf diversen Webseiten kommuniziert, wenn man ihren Charakter beschreibt. Beide haben so ungefähr gleich oft das Glas in der Hand, der eine gilt aber als fancy Herr von Welt. Sie hingegen ist eine Alkoholikerin.

Ich bin viele

Meine verschiedensten Persönlichkeitsanteile haben Namen. Nicht, weil ich schizophren bin, sondern weil ich Dingen gern Namen gebe. Zum Spass, einfach so. Vielleicht arbeite ich auch schon zu lange mit Kindern, wer weiss das schon so genau. Selbst meine Pickel, die ich selten habe, bekommen lustige Namen, der letzte, der sich hartnäckig über drei Tage hielt, hiess Herbert. Eine grosse Narbe vom rasieren am Knie hatte den wohlklingenden Namen Sarah. Bisschen Diva, weil echt gross und an einer unmöglichen Stelle.

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Über Abtreibungen & der Frage, ob Frauen der Gesellschaft Kinder schulden

Es gibt einfach gewisse Themen, bei denen ich finde, dass Männer einfach mal die Klappe halten sollten. Z.B wenn sie mir und anderen Frauen die Welt mit Brüsten erklären wollen, was ja noch harmlos war. Ich hatte mal darüber geschrieben, oder wie kürzlich, als es darum ging, ob es Frauen zu stehe abzutreiben. Ja, ihr habt richtig gelesen. Man diskutiert im Jahr 2017 immer noch, ob Frauen in Deutschland das Recht haben abzutreiben!

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Verliebt, verlobt, verheiratet?

Verliebt sein, wir kennen alle das Gefühl! Ich persönlich habe ein zwiespältiges Verhältnis zu dem heftigen Hormoncocktail. Denn einerseits geniesse ich die Schmetterlinge im Bauch sehr (Adrenalin) andererseits ist es auch mein Kryptonit.

Ich werde unzurechnungsfähig, kann mich schlecht konzentrieren (wurde mal fast von einer Tram angefahren deswegen)  und meine Gedanken kreisen manisch um die betroffene Person. Verliebt sein ist wie ein heftiger Sturm im Gehirn und es werden die gleichen Gehirnareale aktiviert, die auch bei einem richtig heftigen Drogenrausch aktiv sind. Nur, dass der Drogenrausch nicht über Wochen, Monate oder gar Jahre anhält. Der Mensch ist also wortwörtlich nicht er selbst. Man schmachtet, wie ein Zombie, nach frischem Gehirn. Aber…ich schreibe auch herrliche, kitschige Gedichte, wenn ich verliebt bin und höre schnulzige Lieder. Nun ja, ihr kennt das sicher.

Liebe macht eben nicht blind!

Man sagt Liebe machen blind. Nääääää! Liebe lässt uns Dinge sehen, die nicht da sind oder nicht in dem Mass, wie wir uns das zusammen phantasieren. Wir idealisieren den von uns geliebten Menschen, bis zur Unkenntlichkeit und dann, wenn der ganze Sturm des Verliebtseins nachlässt sind wir enttäuscht, dass der Mensch den wir so heiss und innig “vergöttert” haben, nicht der zu sein scheint, für den wir ihn hielten.

Verliebt, verlobt, verheiratet?

Gerade wir Frauen neigen dazu, wenn es mal zu ein paar Dates kommt und wir dem anderen schon näher gekommen sind, im Kopf schon die nächsten Szenarien auszumalen. Wenn er es denn überhaupt in die Dating Area geschafft hat. Denn für viele ist der Beruf, das gesellschaftliche Ansehen inklusive dem Vermögen noch ein wichtiger Faktor. Hast du als Mann nichts davon zu bieten, bist du schon draussen und landest, wenn du Glück hast in der “Friendszone”, für immer.

Also, wenn es dann zum Dating kommt, man sich näher gekommen ist, flüchten manche Frauen schon mit ihren Gedanken und Hoffnungen in die Zukunft, statt die Gegenwart zu geniessen. Nicht selten, haut das die Männer in die Flucht. Weil sie die Bedürftigkeit spüren und wohl auch, weil die Erwartungshaltung manche Zeitgenossinnen sehr hoch ist, von Anfang an, statt den Zauber des Anfangs zu geniessen und entspannt zu sehen wohin das führt. Und muss verliebt sein immer wohin führen? Ist dieses unglaubliche Gefühl, voller Rauheit, Unbändigkeit mit ihrer unvorhersehbarkeit nicht schon Geschenk genug?

Männer sind kein bisschen besser

Aber auch Männer neigen zu so einem Verhalten. Ich hatte auch mal eine Bekanntschaft, die nach 3. Dates bereits Kind, Heirat und weiteres diskutieren wollte. Obwohl er meine Einstellung kannte zu alle dem. Ich muss nicht erwähnen, dass wir uns danach nicht mehr sahen. 9 oder 10 Monate später wurde er aber Vater. Es war also ziemlich egal, welche Frau sich auf ihn einliess, er wollte einfach Vater werden, um jeden Preis.

Klar, sag niemals nie, aber du musst schon ein sehr eigenständiger, selbstbewusster, freiheitsliebender und starker Mensch mit Charakter sein, damit ich mir mal eine “Zukunft” mit dir vorstellen kann. Und diese Art von Mensch scheint irgendwie Mangelware zu sein. Alle wollen den andern besitzen, ihn einengen, Versprechen und Treueschwüre, auf “immer und ewig” hören, Versprechen und Schwüre, die niemand wirklich einlösen kann.

Kein “Glück” mit Männern

An meinem Geburtstag, zu späterer Stunde sagte ein guter Bekannter zu mir: “Ja, Annie, du hast halt nie Glück gehabt bei Männern!”  (Info: Meine Freunde nennen mich Annie, von Andrea.) So, also, ich hatte nie Glück gehabt bei Männern. Sehe ich anders. Denn ich definiere Glück nicht so wie die Gesellschaft es anscheinend erwartet. Glück beim anderen Geschlecht, würde, laut gesellschaftlicher Definition, bedeuten: Eine lange Beziehung die in der Ehe mündet, mit Haus, Kind, Hund und Kegel.

Das alles war aber nie mein Ziel. Auch hat man mir mal gesagt: “So wie du bist, wird dich keiner heiraten und du wirst nie Kinder haben!” Als wäre ein selbst bestimmtes, unabhängiges Leben eine Strafe. Lach! Ich war verlobt. Auch hielt man bereits zwei weitere mal um meine Hand an. Wie wir nun wissen, bin ich heute immer noch nicht verheiratet oder habe Kinder.

WEIL ICH DAS SO WILL!

Ja ja, ausserdem bin ich ja so gestraft mit meinem freien Leben ohne Kind und Ehe, ehrlich, das ganze Reisen und ausschlafen und tun was auch immer ich will, jederzeit, Sorgenfrei…Ich weiss gar nicht wohin mit mir so “unglücklich” wie ich bin. Menschen assoziieren das Singledasein mit Langweile und Leere und Einsamkeit. Dabei sind so viele Menschen gerade in Ehen und Beziehungen einsam und gelangweilt. Nur, wer würde das schon offen zugeben?

 

Ich war glücklich – zu der Zeit

Ich habe im Augenblick gelebt. Ich habe Männer geliebt, die jünger waren, älter, anders. Männer die im ersten Augenblick nichts mit mir gemeinsam hatten, die mich aber zu dem Augenblick sehr glücklich gemacht haben. Da waren, wenn ich sie gebraucht hatte, in einem gewissen Rahmen. Mit mir Schritt hielten eine Zeit lang. Männer die mir ähnlich waren, oder es vorgaben zu sein.

Ich hatte, bis auf einmal (die Zeit in der ich verlobt war)  auch nie wirklich Zukunftspläne wie zusammenziehen und all der gleichen. Das habe ich auch immer klar und deutlich kommuniziert. Ja, Frauen wissen sehr wohl was sie wollen. Ich weiss vor allem, was ich nicht will. Man hatte mir nicht immer geglaubt. Wie gross war dann die Enttäuschung, als es nicht “weiter” ging.

Frauen wollen doch immer Beständigkeit, eine sichere Beziehung, etwas aufbauen, oder? Ich persönlich finde, es gibt keine Sicherheit, keine Garantie, auch wenn man zusammen eine Zukunft plant oder sich gemeinsam etwas aufbauen will. Man kann auch glücklich sein, ohne zusammen zu leben oder ein Kind in die Welt zu setzen. Doch muss ja jeder für sich entscheiden was ihn glücklich macht. Mich macht es glücklich, jedes Gefühl auszuleben, ob es dann eine Zukunft hat, oder was daraus wird, spielt eine untergeordnete Rolle. Das Gefühl, diese Emotionen die es freisetzt, die Verbundenheit die man spürt, das ist mir Geschenk genug. Das ich gedenke, auch in Zukunft das Gefühl voll auskosten, ohne mich bereits mit dem Geliebten in die Zukunft zu phantasieren um so die Gegenwart zu verpassen. Viele rieten mir auch, die Hoffnung nicht verlieren. Moment mal, die Hoffnung?

 

Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.

Vaclav Havel

 

Und ist nicht der Sinn des Lebens glücklich zu sein?

 

“Sie haben kein Recht auf bessere Eltern!”

Ivy Kundt, feige hinter einem Fakeprofil, war so frei mir einen ganz tollen Kommentar zu hinterlassen nach dem sie einen kleinen Ausschnitt des Beitrags auf FrauTV beim WDR gesehen hat:

Sie sind offfenbar die, die ihre Eltern verlassen hat. Was mich an Ihren Aussagen stoert: diese Weinerlichkeit, dieses Suhlen im Vergangenen. Perfekte Eltern gibt es nicht, das wissen alle, die Eltern haben und selbst sind. Und natuerlich machen alle Kinder ihren Eltern Vorwuerfe. Aber gluecklicherweise finden die allermeisten Familien irgendeinen Weg, miteinander in Kontakt zu bleiben auf eine Art, die allen entspricht. Wer den Kontakt aber ganz abbricht – und das nur wegen eines Eis – verbaut den Weg in eine bessere Zukunft. Wie dumm! Und wie arrogant! Merke: Sie haben kein Recht auf bessere Eltern. Mir scheint, dass Sie recht eitel und selbstbezogen sind und an sich selbst viel weniger Forderungen stellen als an Ihre Eltern.”

Es waren ZWEI Eier!

Ja, wegen einem Ei, na sowas aber auch. Hätte die Dame besser hingehört, wüsste sie, es waren sogar zwei. Und hätte sie nicht die Aufmerksamkeitsspanne einer Fliege, hätte sie weiterhin aufmerksam zugehört und nicht mit Schaum vor dem Mund mir diesen gehässigen Kommentar geschrieben, wüsste sie, dass diese Eiergeschichte nun mal das berühmte Fass zum explodieren brachte. Aber nun gut. Man kann auch Wörter wie “Gewalt” und “Erniedrigung” überhören so wütend wie man ist. Sie war nicht alleine mit solchen Aussagen, die zum Glück in der Minderheit blieben.

“Im Fernsehen kam es schon leider ein bisschen so rüber als hätte es an dem Ei gelegen. Aber kurzes Nachdenken hilft. Sicherlich macht niemand “Schuss” wegen nur so einer Geschichte.”

Klar, wenn man die Wörter jahrelange Gewalt und Erniedrigung ausblendet, und den versuch jahrelang die Vergangenheit anzusprechen, lag es nur an diesem Ei! Niemand versaut mir den verdammten Kuchen Herr Gott nochmal! Entschuldigung, ich kann eben über solche Dinge lachen. Was mir auch jemand übel genommen hat, meinen Humor darüber.

“Du hast anscheinend nicht genug Prügel bekommen, wenn Du das lustig findest! Du bist doch krank!”

Schon lustig, darüber lachen geht als Opfer nicht, aber Opfer von Gewalt fertig machen scheint ok.

Ich weiss, was manche stört!

Wenn man Opfer von psychischen und physischen Misshandlung hört, hat man doch, wenn man ehrlich ist, ein Bild vor Augen wie diese Menschen aussehen. Oder wie sie auszusehen haben. Nun sitzt da aber eine selbstbewusste, gepflegte junge Frau, die klar, direkt und mit fester Stimme erzählt was sich zugetragen hat. Das passt natürlich nicht ins Bild. Eine glückliche junge Frau? Die misshandelt worden sein soll, jahrelang? Nein! Das kann es nicht sein. So schlimm kann es nicht gewesen sein, wenn sie nun da so sitzt und frei erzählt und mein Gott, sie lacht auch noch dabei. Mancher Leute Sensationsgeilheit ist echt unerträglich.

Auch, dass der Fokus auf der Geschichte mit der Geschichte mit dem Ei lag wurde bemängelt

Manchen wäre eine fertige junge Frau lieber gewesen übersät von blauen Flecken live aus dem Frauenhaus. Aufgeschnittene Arme, verkorkstes Leben, Sozialamt. Denn sie ist ja ein Opfer, also hat sie sich verdammt nochmal auch wie ein scheiss Opfer zu benehmen. Und Opfer lachen nicht, die haben kein Leben, keine Freude und keine Erfolge. Sie hängen an der Flasche, sind verwahrlost und depressiv.

Ja, dann hätte man mir und anderen Mitleid ausgesprochen. Und das Recht zugestanden mich zu schützen. Danke aber auch! Dumm nur, dass weder ich noch andere um Erlaubnis fragen, oder wann die persönliche Schmerzgrenze erreicht ist, an dem man das Recht hat sich umzudrehen und zu gehen um sich so vor weiteren Missbrauch zu schützen.

 

Was du nicht willst das man dir tut

Einigen Damen habe ich dann auch vorgeschlagen, dass ich bei ihnen vorbei komme. Sie anschreie wegen jeder Sache, sie niedermache, immerwährende kritisiere und schlage, ins Gesicht, mit dem Kopf gegen die Wand, mit Gegenständen nach ihnen werfe. Wenn sie denken, meine und andere Eltern hatten ein Anrecht dazu das mit ihren Kindern zu tun, dass es nicht weiter schlimm wäre und wir uns nicht so anstellen sollen, dann sehe ich kein Problem, dass mal ein paar Tage mit ihnen durchzuziehen. Vor ihren Freunden, Verwandten, Arbeitskollegen und in der Öffentlichkeit. Oder die besagte obige Dame, die meinte ich hätte kein Recht auf bessere Eltern. Und, dass meine Forderungen an meine Eltern höher sind an diejenigen an mich selbst.

Klar, meine Ansprüche und Anforderungen sind zu hoch gewesen an meinen Eltern

Klar, es war mein Fehler zu erwarten, dass ich mal gelobt werde oder in den Arm genommen, dass ich mich sicher und geborgen fühle. Es war mein Fehler zu erwarten nicht geschlagen zu werden, oder wegen allem niedergeschrien zu werden. Es ist auch mein Fehler gewesen zu erwarten, dass mich die Mutter nicht als Emotionalen Kotzeimer missbraucht, während ihrer Scheidung und danach. Oder als Schutzschild, dass zwischen sie gestellt wurde, wenn sie sich wieder mit meinem Vater geschlagen hat. Oder, dass ich in der Pubertät als Partnerersatz fungieren musste.

Weil “Kinder haben keine eigenen Probleme in der Pubertät.” Auch ist es meine Schuld zu erwarten, dass meine Mutter mir glaubt, dass ich ihr sicher nicht den über 30 Jahre älteren neuen Partner ausspannen möchte. Bäh! Auch bin ich natürlich schuld, an dem Leben, dass meine Eltern führten, dass sie so nicht wollten, aber mussten, weil ich geboren wurde. Auch, dass ich erwartet hatte, dass mein Vater sich um uns Kinder kümmert statt nur zu saufen, zu schlafen oder uns alle zu schlagen war zu viel verlangt, ich weiss. Ich schäme mich ja schon in Grund und Boden das alles erwartet zu haben.

Diese hohen Ansprüche und Anforderungen sind auch nur sehr schwer zu erfüllen und vor allem nachzuvollziehen. Ich weiss. Was fällt mir nur auch ein, ein normales Leben mit respektvollen, liebenden Eltern zu erwarten, ich arrogante, dumme, eitle und selbstverliebte Kuh? Warum kann ich nicht einfach darüber hinweg sehen, und mich nicht weinerlich in der Vergangenheit suhlen, dass alle Eltern “Fehler” machen und einfach so tun als wäre das alles nicht passiert?

Es gibt Fehler, ja. Und es gibt Missbrauch. Jahrelangen Missbrauch.

Wir ernten was wir säen

All diese Menschen, die mir versuchten einzureden ich wäre schlecht, ich wäre undankbar und arrogant und herzlos, es sind Eltern die verlassen worden sind. Und weil, sie ihren Frust nicht ihren Kindern um die Ohren hauen konnten tun sie es eben bei mir. Aber wie man sein Kind erzieht, so hat man es eben später auch. Wer seinem Kind eine solide Grundlage gibt, Urvertrauen, Liebe, liebevoll Grenzen setzt, Freiheit, wenn es so weit ist,  der muss sich auch keine Sorgen machen.

Kein Kind mit glücklicher Kindheit und genügend Freiraum um sich zu entfalten verlässt seine Eltern. Doch wer sich nicht bemüht um ein respektvolles miteinander ohne Gewalt und Erniedrigung, Machtkämpfen und ständigem Geschrei der kann sich sicher sein, dass er später mal von seinem Kind verlassen wird. Sorry for not sorry! Respekt und all das ist keine Einbahnstrasse.

Ich mag mich noch gut erinnern wie meine Mutter immer schrie, ich solle sie respektieren, während sie auf mich einschlug. Ich habe sie damals ausgelacht. Und tue es heute noch für diese Aktionen. “Herzlos” nennen es die einen, damit kann ich leben. Sie als Täter scheint man ja teilweise in Schutz zu nehmen. Wie herrlich zu beobachten, wie sich die Eltern auch hier wieder mit dem Täter mehr Empathie zeigen, sich sogar verbünden und Gewalt plötzlich voll ok finden. Nur halt nicht an ihnen selber. Aber an anderen scheint sie voll in Ordnung zu gehen.

Ich weiss, was diese Eltern stört. Da sitzt eine glückliche erwachsene, die ihre Eltern nicht vermisst. Die es geschafft hat sich loszulösen, sich ein Leben aufgebaut hat, ganz ohne die elterliche Hilfe. Das ist das was diese wirklich sehr Menschen stört. Dass ich anderen zeige, wie schön es sein kann, wenn man sich vom Terror des Elternhauses löst und seine eigenen Wege geht with no fucking regrets!

Es könnten ja noch mehr auf die Idee kommen, dass es ihnen tatsächlich besser gehen wird, wenn sie sich lossagen von all dem was ihnen nicht gut tut. Und seien es die eigenen Eltern.

Zu Gast bei FrauTV, WDR

Gestern war der grosse Tag, gestern wurde die Folge ausgestrahlt, die wir in Köln gedreht haben vor ein paar Wochen. Leider kam ich nicht früher dazu einen Beitrag zu schreiben, um euch Bescheid zu geben,  da es die Woche vor dem grossen Urlaub ist und dem entsprechend viel an steht und stand. Aber: Die komplette Folge gibt es in der Mediathek zu sehen. Auch wird die Folge ein paar mal im TV wiederholt, wenn mich nicht alles täuscht.

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Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern – Warum rede ich darüber?

Einige von euch werden sich sicher mal gewundert haben, warum ich die letzten zwei Wochen beim WDR und beim SRF mit dem Thema zu Gast war. Vielleicht fragt man sich, warum ich mit dem Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern, so in die Öffentlichkeit stürme und was ich damit bezwecken möchte. Als erstes: Nein, ich bekam dafür kein Geld. Zweitens: Ich möchte auch kein Mitleid, oder als Opfer gesehen werden. Oder sonst irgendeine spezielle Behandlung. Ich bin immer noch der Mensch der ich war, bevor ich mein Schweigen brach und möchte auch so behandelt werden.

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Kindheitsträume – Mein Leben ohne Kindheit

Die Termine mit dem WDR  und dem SRF rücken immer näher und ich habe mir die letzten Tage viele Gedanken gemacht über meine Kindheit. Viele Bilder und Emotionen wurden wieder sehr lebendig. Gute und weniger gute Erinnerungen kamen wieder ans Licht, Sachen die lange vergessen schienen. Darauf hin entdeckte ich einen ganz tollen Blog, der sich mit Kindheitsträumen beschäftigt. Und so fing ich an, über meine Träume als Kind zu sinnieren. Heute, möchte ich sie mit euch teilen, denn jeder Kindheitstraum ist anders. Ähneln sich Kindheitsträume? Was hattet ihr für Träume? Und sind sie in Erfüllung gegangen? Was für Träume haben Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen?

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Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern – Ein paar Kommentare

Ich hatte ja vor einiger Zeit zwei Beiträge über den Kontaktabbruch der Kinder zu den eigenen Eltern geschrieben. Für viele ein grosses Tabu und einige bekamen gerade zu Schaum vor dem Mund vor Wut. Nun ja, die Überschrift lesen reicht eben nicht. Ich bin es auch leid, als schlechter Mensch hingestellt zu werden der seine Eltern nicht ehrt. Aber Erwachsenen, die Kinder misshandeln, möchte man am liebsten die Todesstrafe auferlegen und die armen kleinen Kinder retten und beschützen. Verkehrte Welt.

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