20. Dezember – Paula über Nanny Anny

Heute zu Gast bei mir in der Sendung- Ich! Ich stelle euch heute meinen zweit Blog Nanny Anny  vor und appelliere an Eltern und Nannys. Was sind Nannys, welche Rechten und Pflichten haben sie? Und welche Rechte und Pflichten haben die Eltern? Wie sieht so ein Vertrag aus? Was tut man, wenn es Probleme mit der Familie gibt? Muss man sich alles gefallen lassen?  Wo holt man sich die nötigen Informationen ein? Und haben die Nannys einen Mindestlohn?

 

Dieses und mehr wird auf dem Blog beantwortet, dazu die neusten Studien geteilt, „gemotzt“ über beratungsresistente Eltern und versucht manche Menschen  eine andere Perspektiven aufzuzeigen.

 

Schaut rein, Nanny Anny ist ausserdem u. a. auf Pinterest, Instagram, Facebook zu finden…

 

 

 

Ja ich bin müde. Ja ich habe Augenringe…Ja, ich habe bald Urlaub 😛

 

[sgmb id=1]

Von Illusionen, Erziehung & der Realität

„Alles ist möglich!“ „Du kannst alles schaffen!“ „Die Welt steht dir offen!“ „Und prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was besseres findet!“ „Du bist was besonderes und Verdienst nur das beste!“

Wer kennt sie nicht, diese Aussagen, die uns einreden sollen:

Die Welt hat nur auf uns gewartet, denn wir sind besonders „besonders“  und es gibt nichts, das nicht geht!

Für jeden Pups gibt es Lobgesang und Lorbeeren und mindestens eine heilige Messe in den Elterlichen Hallen. Sie reden ihren Kinder Hochbegabung ein, die einige auch mitbringen, aber die in der Schule mit allen Mitteln unterbunden wird, und fördern den Abbau der kindlichen Neugierde mit einem Überangebot an Frühförderung, die Gesellschaft tut den Rest. Aber ja, man will ja nur das beste für den kleinen Königsspross. Und er soll es ja mal besser haben. Das man genau das Gegenteil damit erreicht, scheint der Mehrheit immer noch nicht bewusst zu sein. Viel hilft viel!

Heutzutage ist alles möglich!

Doch du musst nichts tun, was du nicht wirklich möchtest. So zumindest die Illusion und mancher Erziehungsleisatz. Viele Kinder werden spätestens in der Pubertät bitter enttäuscht. (Man wundert sich dann über ihr aggressives Verhalten) Die Welt hat nicht auf sie gewartet. Die Prinzessin wird nicht gerettet von einem Prinzen, sie muss selber ihren Hintern hoch bekommen. Und der Prinz, ja der Prinz entpuppt sich als Narr. Man muss sich anstrengen, pünktlich sein, Leistung liefern. Aber wie? Niemand kommt, ausser man gehört zur königlichen Familie und ist Thronfolger, und setzt einem eine goldene Krone auf! Die Planlosigkeit und Orientierungsloigkeit die man dann so an den Tag legt wird natürlich von der älteren Generation mit Adleraugen haarscharf beobachtet und verurteilt. Und es liegt nicht fern, dass alle in den gleichen Topf geschmissen werden. Doch ich frage mich: Wer erzieht denn die nächste Generation? Ist es nicht ein versagen der Generation vor uns, wenn manche von uns weder Disziplin noch Anstrengung kennengelernt haben oder die Gabe der Reflexion? Sind wir nicht etwa das Produkt unserer Erziehung? Prägen uns nicht die Eltern und das Umfeld?

Ist das schon alles?

Und dann nach ewigem Abwägen entscheiden wir uns für, sagen wir mal eine Berufliche Laufbahn, ein Studium. Und obwohl es das ist, was wir wollten, nagt er Selbstzweifel an uns . Ist das schon alles? Geht da nicht noch mehr? Höher, schneller, weiter! Doch wie weit kommt man, wenn einem immer der Zweifel plagt, ob das genau nun DAS Richtige für einen ist? Ob man nicht bessere, tollere Möglichkeiten verpasst? Wird man jemals zufrieden sein mit seiner Wahl?

Nicht nur im Job / Studium zieht sich das durch mancher Leben, auch in Partnerschaften. „Generation Beziehungsunfähig“ werden wir auch betitelt. Was ich davon halte, konntet ihr ja bereits letzte Woche hier erfahren. Teilweise mag es ja stimmen und wer kann es uns verübeln? Wir müssen immer flexibel sein, x Praktika machen, manchmal auch in verschiedenen Ländern über mehrere Jahre. Partnerschaft? Wie? Als Fernbeziehung? Meist zu kompliziert und zum scheitern verurteilt. Ausserdem: Die meisten unserer Eltern sind geschieden, neu verheiratet, verbittert oder erneut geschieden worden. Uns wurde kaum beigebracht, dass es auch mal schlechte Zeiten geben kann, die man miteinander durchsteht. Nein. Eher das Gegenteil. Die Wegwerfgesellschaft zieht sich durch alle Bereiche des Lebens. Und klar, sicher blieben viele früher auch aus Abhängigkeitsgründen zusammen. Aber ich glaube sehr, dass viele Partnerschaften daran zerbrechen, weil man nicht Konfliktfähig ist und sich wenig reflektiert, frei nach dem Motto: „Ach nö, viel zu anstrengend und Anstrengung ist scheisse! Und der andere hat eh immer Schuld. Ich hab doch nichts gemacht!“

Überhaupt: Auch wenn man einen Partner hat, mahnt die leise Stimme im Hinterkopf; „Naaaa, wer weiss, ob die / der XY vielleicht doch nicht die bessere Wahl wäre?“ „Als Single wäre ich viel glücklicher!“ „Der / die kann mich einfach nicht glücklich machen..weil…“

Ja, manche von uns  haben Angst, Angst vor Nähe, vor Bindung, vor zuviel Exklusivität. Es könnte ja das nächste, aufregendere Abenteuer ums Eck warten. Schliesslich hat man uns in der Kindheit eingetrichtert etwas ganz besonderes zu sein und zwar so besonders, dass wir unrealistische Erwartungen an unser gegenüber stellen. Es steht uns zu, verdammt nochmal…oder?  Andere wiederum haben genau das was sie wollen und nennen es „Idealpartnerschaft“ und glauben immer noch das wäre zu toppen. Schliesslich ist das Motto: Höher, schneller, weiter!

Um zum Schluss verbittert festzustellen: Man hat die Nachtigall aus der Hand gegeben für die Taube auf dem Dach!

Wer wir sind und wohin wir wollen

Um in der Hülle und Fülle des Überangebots nicht zu ertrinken, müsste man sich erforschen. Herausfinden wer man ist, was man will. Und zwar kritisch. Das Motto: „Du kannst alles schaffen!“gilt eben nicht für alle Bereiche des Lebens. Und ja, jeder Mensch ist was besonderes, das steht nicht zur Debatte. Jeder ist einzigartig und das ist auch gut so, nur sollte man nicht narzisstisch ans Werk gehen mit dem Glauben, die Welt hätte nur auf einen gewartet. Die Welt wartet auf niemanden…

 

 

[sgmb id=1]

Was man so nicht sagen darf – Das TV Interview

Morgen Abend geht es endlich in den wohlverdienten Urlaub. Hooray! Denn meine Augenringe haben nun bereits einen Namen „Graf Dracula“. Man muss sich ja schliesslich gerade damit abfinden, also warum sie nicht mit Würde und Spass tragen? Meinen ersten Schein auf dem Weg zur dipl. Erwachsenenbildnerin habe ich auch bestanden ..gleich doppelt Grund zur Freude, denn auch der damit verbundene Druck ist nun weg. Doch zurück zu meinen freien Tagen: Da heisst es aber dann wirklich – keine Termine, kein Laptop, keine Verpflichtungen. Genug Schlaf werde ich zwar dann nicht bekommen, aber auf ein wenig Farbe im Gesicht hoffe ich trotzdem und entspannt zurück komme ich garantiert.

Es wird über Berlin , wo ich Freunde besuchen werde, auf ein Festival im Norden Deutschlands gehen für knapp 7 Tage und ich bin schon im Kopf längst bereits dort. Es ist nämlich das erste Mal, dass ich alleine auf eine solch grosse Veranstaltung gehe. Die letzten Jahre, mit Begleitung waren mir einfach zu anstrengend…entweder man muss den Babysitter für die Leute machen oder sie laufen nervös und gestresst mit dem Programm in der Hand von Bühne zu Bühne. Nö Kinder, nicht mehr mit mir! Eure „Muddi“ hat die Schnauze voll!

Auch dieses doofe „Wir machen alles gemeinsam“ ging mir recht auf den Zeiger! Also werde ich mein Lieblingsfestival im Alleingang bestreiten – es wird sicher ein Abenteuer von dem ich euch berichten werde (nach einer unbestimmt langen Erholungsphase 😉 )

Heute gibt’s noch diesen kurzen Eintrag, denn ich hatte für Ehre bei CCONE ein Interview zu meinem Blog geben zu dürfen. Ja, ich war aufgeregt, sehr und auch ein wenig nervös mich über unseren grossen TV Bildschirm zu sehen =) Nur für euch, gibt es heute den Ausschnitt meines kurzen Interviews, enjoy!

Ich bin dann mal mit meinem Einhorn glitzern <3

Das Interview

 

Paula

[sgmb id=1]

Liebe Helikopter-Eltern!

Nur schnell im Vorfeld, eine Begriffserklärung:

Unter Helikopter-Eltern, auch Hubschrauber-Eltern oder als Fremdwort Helicopter Parents (engl. helicopter parents oder paranoid parents), versteht man populärsprachlich überfürsorgliche Eltern, die sich (wie ein Beobachtungs-Hubschrauber) ständig in der Nähe ihrer Kinder aufhalten, um diese zu überwachen und zu behüten. Ihr Erziehungsstil ist geprägt von (zum Teil zwanghafter oder paranoider) Überbehütung und exzessiver Einmischung in die Angelegenheiten des Kindes oder des Heranwachsenden.

(Quelle; Wikipedia)

Maxi ist drei Jahre alt, ein schüchterner, zurückhaltender und eher ein ruhiger Junge. Im Sandkasten blüht er etwas auf, auch wenn er meist für sich spielt. Das es da ab und an zu kleineren Konflikten kommt, wenn er mit seiner Mama auf dem Spielplatz ist, bleibt unter Kindern nicht aus. Meistens regelt seine Mutter das für ihn, wenn ihm mal wieder die Schaufel weggenommen wird oder ähnliches. Sie möchte ja nur das Beste für ihren Jungen und ihm weiteren Kummer ersparen. Und er ist ja allgemein sehr ängstlich und kann sich so schlecht durchsetzen. Sie meint es ja nur gut.

Wird Maxi so lernen sich durchzusetzen, oder Konflikte zu lösen? Nein. Seine Mutter erledigt das ja bereits für ihn. Auch später im Leben wird Maxi es nicht einfach haben. Da seine Eltern alles immer für ihn regeln, wird er später Probleme haben eigene Entscheidungen zu treffen, Konflikte zu lösen oder gar Verantwortung zu übernehmen. Von seinem Selbstbewusstsein ganz zu schweigen. Was ist schief gelaufen? Bei dem Versuch Maxis Leben so angenehm wie möglich zu gestalten und alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, haben die Eltern den Bogen etwas zu sehr überspannt. Dabei meinten sie es doch nur gut, was ich ihnen durchaus glaube. Den meisten ist es nämlich nicht so ganz bewusst, wie es scheint, was sie ihrem Nachwuchs da antun.

Wie soll man laufen lernen wenn man die ganze Zeit getragen wird bzw. im Buggy sitzt? Ihr werdet euch wundern wie viele Kinder mit 3 Jahren nicht mal richtig springen können geschweige Grobmotorisch in der Lage sind alleine zu laufen ohne bei jedem 5. Schritt zu stolpern oder gar umzufallen. Wie soll ein Kind lernen mit Besteck oder nur gar selbstständig zu essen, wenn es bis ins Kindergartenalter hinein gefüttert wird? In meiner Zeit in der Krippe gab es echt ein Kind, dass konnte mit 3 (!) Jahren nicht mal von einer Banane abbeissen, da die Eltern alles in Mundgerechte Häppchen schnitten und sie abbeissen schlicht und einfach nicht kannte. Eine Banane! Kinder, die mit 2,5. Jahren nicht mal richtig sprechen konnten, da die Kiefermuskulatur nicht trainiert war durch kauen, weil sie zuhause immer noch Brei bekamen. Eltern die ihren fast schon Jugendlichen Nachwuchs immer noch mit dem Auto in die Schule fuhren, obwohl diese nur 15. min Fussweg entfernt war. Dass sie so unter anderem eine Gefahrenquelle darstellten,vor der sie selber immer Angst haben, da sie die Strasse verstopften, für Kinder die tatsächlich noch zu Fuss / mit dem Fahrrad in die Schule kamen sahen sie natürlich nicht. Wie sollen Kinder Phantasie und Kreativität entwickeln, wenn ihnen die Möglichkeit der Langweile verweht wird durch organisieren diverser Bespassungs- und Förderungsaktivitäten rund um die Uhr? Wie soll das Kind, Selbstständigkeit erlernen oder Verantwortung übernehmen, wenn die Eltern alles für das Kind tun, alles regulieren, alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumen? Die Liste liesse sich hier unendlich lang fortsetzen.

In Amerika spricht man ja bereits von „Free Range Kids“ (Fürchterliche Bezeichnung wenn man mich fragt, es hört sich für mich ein wenig an wie „Freilaufende Biohühnchen“) wenn Kinder unbeaufsichtigt draussen spielen oder gar alleine in die Schule laufen um es in einigen kurzen Worten zu beschreiben. Oder wie ich es nenne: Sie wachsen normal auf! Es gab sogar einen Fall, da wurden Kinder von Aufsichtsbehörden in Gewahrsam genommen, weil die Nachbarn beobachteten wie die besagten Kinder ohne Eltern in die Schule liefen, in einer für Amerika sicheren Gegend wohlgemerkt.

Diese Gegenbewegung zu den Helikopter-Eltern die sich gerade formiert in den USA nennt sich „Slow Parenting“. Im Gegensatz zu den Helikopter-Eltern geben sie den Kindern den nötigen Freiraum sich zu entwickeln unter anderem ohne ständig beaufsichtigt oder 24/7 bespasst zu werden. Je nach Alter, versteht sich hier von selbst, hoffe ich. So wie früher, erinnert ihr euch an eure Kindheit? Damals in den Sommerferien zum Beispiel, ihr wart vielleicht 7, 8 oder evtl.  10 Jahre alt. Als ihr nach dem Mittagessen aus dem Haus seid und erst am Abend, als es dunkel wurde wieder zuhause wart. Damals musstet ihr euch ja auch selbst beschäftigen und ihr habt aus den einfachsten Sachen, grosses geschaffen. Als die Eltern noch Eltern waren und nicht die Partner der Kinder. Wann genau fing denn diese Überbehütung an? Die Zeiten erscheinen nur gefährlicher durch die Informationsflut die jeden Tag, auf allen Kanälen auf uns hinunter prasselt. Für eine bessere Zukunft? Wohin will man diese Kinder denn mit dem Benehmen treiben? Klar will man den Kindern schlechte Erfahrungen ersparen, aber wie noch mal haben wir gelernt? Durch ausprobieren! Durch Erfahrungen und nicht aus Erzählungen. Oder war das bei irgendwem anders? Let me know!

Wir haben gelernt Konflikte zu lösen, indem WIR sie gelöst haben, nicht unsere Eltern. Wir haben gelernt Verantwortung zu übernehmen, in dem wir Mist gebaut haben und dafür gerade stehen mussten. Wir haben gelernt Entscheidungen zu treffen, in dem WIR sie treffen durften. Wenn es die Falsche war, ja Bingo! Haben wir wieder was gelernt und sind daran gewachsen. Warum verhindern Helikopter-Eltern das Wachstum, die Selbstständigkeit der Kinder? Weil sie das Beste wollen, weil sie nicht los lassen können? Ein Kind als Lebensprojekt? Warum verstehen sie nicht, dass sie, so gut sie es auch meinen, den Kindern eher hinderlich als förderlich sind?

Anbei eine ganz tolle Doku: Generation Weichei

Falls ihr Anregungen habt, ein Thema oder Kritik, zögert nicht mir zu schreiben: wasmansonichtsagendarf@gmx.ch

Gern dürft ihr mir hier auch folgen, damit ihr keinen Blog verpasst.Einfach rechts unten Registrieren und via Email erhaltet ihr eine Benachrichtigung wenn der neuste Wurf draussen ist.

Bis nächste Woche,

 

Paula

 

Ps. Dieser Beitrag erscheint auch bei Edition F / Berlin