Was Männer wollen…

Ja, was zum Teufel wollen Männer von uns Frauen? Wie sollte sie sein, die „Eine“ für gewisse Stunden oder mehr? Sexbombe? Gute Hausfrau und Köchin? Folgsam und zurückhaltend? Vor ein paar Wochen las ich in einem Forum: „Ich muss noch 10 kg mindestens abnehmen, wenn ich einen Mann abbekommen will. Schliesslich möchte ich mal Kinder!“

*Räusper…Ja, dann such dir doch einen oberflächlichen Mann, der dich wegen deines Gewichtes mag. Und wenn du schwanger bist und vielleicht aufgehst wie ein Hefeteig, ist es bestimmt nicht weiter tragisch, wenn er mit einer schlankeren liebäugelt!

Also beim besten Willen, was will man solchen Frauen sagen, die ihr Glück vom Gewicht und Aussehen abhängig machen? Und wie gross ist dann die Enttäuschung, wenn das Leben mit weniger auf den Rippen, dann doch nicht so happy wird wie man sich das ausgemalt hat! Oder der besagte Prinz, der einen glücklich machen soll, nicht antrabt.

Ich wollte es genauer wissen und habe in meinem Freundeskreis und auf Facebook eine Umfrage gestartet: Was wollen Männer eigentlich? Was ist ihnen wichtig in einer Beziehung und was ist der absolute Abturner? Fünfzig Männer wurden befragt. Dreissig Männer zwischen 21 und 52 Jahren standen Rede und Antwort, die anderen zwanzig befragten gaben keine Antwort. Einige von den letzteren gaben als Auskunft, sie wüssten es nicht so recht, andere schweigen sich aus bis heute. Also fangen wir an:

Der jüngste verwies mich auf den Platz in der Gesellschaft als Frau,der sei durch die Medien schon ganz in vergessenheit geraten, berief sich auf einen Pickup Artist, der so Frauenfeindlich ist, dass ich mich gefragt habe, was er von uns Frauen denn eigentlich noch will.
Eine Lady sollte wissen wo ihr Platz ist (am besten unter dem Mann und hinter dem Herd), zurückhaltend sein. Aber spontan wenn es nötig ist und lieber süss als Sexy. Sexy sei nur gut für einen ONS.

Aha. Nun ja, jedem das seine würde ich mal sagen, Geschmäcker sind verschieden. Und wir waren alle mal jung, unbeholfen und unsicher beim anderen Geschlecht.

Liebe Männer

Es gibt kein Rezept wie es mit uns Frauen klappt, bleibt einfach ihr selbst, seid nett und zuvorkommend, dann klappt das auch, es ist wirklich nicht so schwer. Bücher braucht es nicht, vor allem nicht solche. Denn nichts schreit mehr: „Ich habe Komplexe und einen kleinen Schniedel!“ als sich so ein Buch ins Regal zu stellen. Sorry!

Alle Männer waren sich einig: Offen, humorvoll und ehrlich sollte sie sein, entspannt, sich nicht verstellen (ganz, ganz wichtig!) Selbstbewusst und kein Kontrollfreak.

Aber das gilt für beide Seiten

„Kontrollettis“ wie ich sie gerne nenne, waren und werden nie beliebt oder begehrt sein. Denn wenn ich vertraue, brauche ich keine Kontrolle und wenn ich mir meiner Attribute bewusst bin, fürchte ich auch nicht den Vergleich. Denn das ist Eifersucht ja irgendwo. Die Angst vor dem Vergleich mit dem anderen, oder? Das Aussehen ist sicher auch wichtig, doch da die Geschmäcker so verschieden und so vielfältig sind, werde ich hier nicht weiter darauf eingehen, denn man kann auch in Grösse S nichts ausstrahlen und von Selbsthass zerfressen sein. Wohlfühlen muss man sich…und da fängt das Ding mit der Selbstliebe an. Denn wer sich nicht wirklich kennt und sich nicht annehmen kann wie er ist, kann auch nicht von anderen verlangen das sie es tun. Leuchtet ein, oder?

Gemeinsame Interessen standen auch ganz oben auf der Liste. Und auch die Wissenschaft ist sich dort einig: Gleich und gleich gesellt sich gern.

Natürlich ziehen sich Gegensätze auch an, doch auf Dauer, wenn die Rosarote Brille weg ist (passiert im Schnitt nach 4 Jahren) nerven uns die kleinen Unterschiede.

Alle Männer waren sich auch in diesen Punkten einig

Loyal und zuverlässig sollte sie sein, und nicht beim kleinsten Problem das Handtuch werfen. Ihm gewisse Freiheiten lassen, Unabhängigkeit wurde auch gross geschrieben, sowie eigene Ziele. Intelligent sollte die Frau auch sein, man sollte sich mit ihr unterhalten können, nicht nur über die neusten Beauty und Fashion Trends in der Cosmopolitan. Worum wir wieder bei den gemeinsamen Interessen wären…

Sex, ja, da waren sich auch alle einig. Gut muss er sein. Doch was macht guten Sex aus? Ist wohl für jeden was anders. Wenn sich die Frau gehen lassen kann z.B. Aber das ist ein zu grosses Thema um es heute und hier zu erläutern. Um weibliche Sexualität wird es im nächsten Beitrag gehen 😉

Ein paar Antworten der Männer werde ich euch nicht vorenthalten:

„Ich wünsche mir eine Frau die das neugierige und furchtlose Mädchen in sich akzeptiert und zulässt. Eine Frau die ihre Stärke nicht durch eine harte Schale und taffes auftreten demonstriert, sondern durch ihren Charme und Witz. Eine Frau die zu ihrer Weiblichkeit steht und sie auf natürliche Weise auslebt. Eine abenteuerliche Träumerin die sich von der Magie einer schwebenden Seifenblase begeistern lässt.“

„Ich geh jetzt also mal von mir aus: Ich hab weder Präferenzen der Haarfarbe, noch der Hautfarbe. Und klaro: Körperlich muss sie mir gefallen. Aber ob grosse Brüste oder kleinere, ist nebensächlich. Figur und die körperliche Ausstrahlung (the way she walks…und so) müssen stimmen. Aber eben: kommt vieles in Frage. Wichtig: Augen und Gesicht müssen anziehend, faszinierend sein. Rein äusserlich also entscheidet sich zuerst einmal, ob sie Zielperson ist, oder nicht.  Für mich ganz klar wichtig: Humor. Witz. Schalk. Schlagfertigkeit. Sprachwitz. Grösstmögliche (aber nicht absolute!) Überschneidung mit den eigenen elementaren Interessen: Musik, Kultur allg. (Filme, Ausstellungen, Literatur), Essen, Feriengestaltung, Wohnvorstellungen, und ja, wo möglich, gleiche sexuelle Bedürfnisse.

Für mich aber auch ganz enorm wichtig: Unabhängigkeit in jeder Faser: Im Emotionellen, Sexuellen und auch eigener Erfüllung (Beruflichem, Projekte). Je abhängiger desto schwieriger. Will heissen ans Gegenüber Anlehnen ja, zwischendurch, aber nicht nur und immer. Und: Je mehr auf mich fokussiert, je abturnender und blockierender Anforderungen und zur Frage; wie muss die perfekte Kandidatin sein, Hat also alles immer auch mit der eigenen Geschichte zu tun, logisch. Mit den Prägungen und Kerbungen des bisherigen Lebens. Und kann ändern, mit dem eigenen Wachsen, Entfaltung der Persönlichkeit – und somit Eigenwahrnehmung, die ja auch ein Prozess ist. Aber eben, generell finde ich schon: Männer machen sich grundsätzlich weniger (Beziehungs-)Gedanken als Frauen. Weil sie sich auch weniger selbstreflektieren.“

„Sie sollte für das häusliche bereit sein, ihm seine Freiheiten lassen im Bezug Sport, Game, Freunde aber wiederum an ihm hängen, ihm zuhören/ dann sollte sie offen sein für alles im Bett.“

„Gute Frage. Sie sollte sich wohl in ihrem Körper fühlen, intelligent und gesund sein, sozial integriert, sie sollte Ziele haben und eigene Hobbies haben. Dinge wie Offenheit und Ehrlichkeit gehören natürlich auch dazu. Und sagen wir’s so: Bestimmt emotionale Treue (über die körperliche Treue kann man sich streiten.)“

„Das wichtigste ist, das sie so tut als ob es sie interessiert auch wenn es nicht so ist.“

Von keinem einzigen Mann kam irgendwo das Thema Gewicht zu Sprechen. Sicher, 30 Männer sind nicht die Welt und es gibt wohl einige denen das extrem Wichtig ist. Doch gibt es eben auch Männer da draussen, die gerne Kurven haben…und Frauen nicht auf das Aussehen reduzieren.

Klar, entscheidet das Äussere ob wir jemanden kennenlernen möchten, vor allem die Chemie und die Ausstrahlung der Person. Das Gesamtpaket, nicht alleine die Zahl auf der Waage.

Fazit: Es würde einigen Frauen gut zu Gesicht stehen an ihrer inneren Einstellung und ihrem Charakter zu arbeiten statt nur an der äusseren Erscheinung.

Danke allen Beteiligten für ihre Zeit und das Mitmachen <3

Ab wann genau ist man erwachsen?

„Also deine neuen goldenen Sneakers sind ja toll, aber für mich wäre das nichts, dafür bin ich schon zu alt!“ Ich staunte nicht schlecht, als ich auf Facebook diesen Kommentar zu meinen neuen Schuhen bekam. Zu alt? Für Schuhe? Ich weiss nicht. Gibt es ein Alter für goldene Schuhe? Oder für Birkenstockschuhe? Für High Heels, evtl. ein bestimmtes Mindestalter der Fuss Gesundheit zuliebe, das lasse ich mir ja noch eingehen.

Kann man für etwas zu alt sein?

„Werde doch endlich mal erwachsen!“ diesen Satz kenne nicht nur ich, sondern auch einige von euch. Doch was genau bedeutet erwachsen sein? Ist man mit Erfüllung der Volljährigkeit erwachsen? Oder hängt das von anderen Faktoren ab? Und warum ist erwachsen sein immer noch so negativ behaftet? Gibt es denn was schöneres, endlich das tun zu können was man will? Freiheit bringt immer Verantwortung mit sich, doch ist das nicht ein kleiner Preis den man dafür zahlt? Man wollte doch immer seine eigenen Entscheidungen treffen, ohne Bevormundung, oder etwa nicht?

Ich weiss ja nicht wie es euch geht, aber ich habe mich mit achtzehn super erwachsen gefühlt. Erste eigene Wohnung, erste eigen getroffene Entscheidungen. Irgendwie erwachsener als jetzt mit Anfang dreissig. Denn immer öfter muss ich mir anhören, dass ich mich altersentsprechend benehmen sollte. Ja, aber wie denn? Was heisst hier altersentsprechend?

Erwachsen bedeutet für mich: Auf eigenen Beinen stehen, beruflich und privat, Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen und in einem gewissen Mass zur Selbstreflexion fähig zu sein. Mich selber kennen, mich annehmen und akzeptieren mit allem Drum und Dran. Dinge beim Namen nennen die mich stören. Konflikt- und Kritikfähig sein. Das bin ich, mal mehr Mal weniger. Nobody is perfect, right?

Also, nach meiner Auslegung zu dem Thema, sind so ca. 80% der Menschen über dreissig Jahren noch nicht erwachsen. Viele sind abhängig vom Partner, Eltern oder übernehmen keine Verantwortung für ihre Taten (die anderen tragen immer die Schuld) oder ihnen fehlt gänzlich die Gabe der Reflektion. Manche stehen auch noch mit ihren Beinen bei Mutti in der Wohnung statt in ihren eigenen vier Wänden. Ja WG zählt auch als Selbstständigkeit meine lieben. Kritikfähig sind manche mit fünfzig noch nicht und Konfliktbewältigungskompetenzen vermisse ich bei den meisten bis ins hohe Alter. Denn meist wird nach schuldigen gesucht, statt nach Lösungen.

Als ich mal Besuch hatte vor ein paar Tagen musste ich mir anhören: „Dein Zimmer sieht aus, wie das Zimmer von einem pubertierendem Mädchen.“ Man muss dazu sagen, in meinem Zimmer hängen viele bunte Bilderrahmen mit unterschiedlichen Bildern. Ein paar selbst gemalte, ein paar Collagen, ich habe ausserdem ein Einhorn- und ein glitzerndes Zitronen Kostüm an meiner Kleiderstange hängen. Die Möbel, die Bettwäsche und die Wände sind weiss, doch der Rest ist einfach bunt mit System. Der grosse Spiegel mit Sternen Leds dekoriert. Macht mich also all die Farbe zu einem Pubertierenden Mädchen? Habe ich als über dreißigjährige mein Recht auf Farbe und Kreativität in meinem Leben verspielt? Fängt ab dreissig Jahren die Zeit der gedeckten Farben an? Und wieso zum Teufel hat mir das noch keiner gesagt?

Was bedeutet also erwachsen sein?

Eigenheim, Hund, Mann? Eine steile Karriere? Ein Bausparvertrag? Braucht man gar ein Kind um zu zeigen, dass man erwachsen ist und Verantwortung übernehmen kann? Oder ein Auto? Einen dicken Gehaltscheck? Den grünen Daumen? 80% Fremdwörter im Vokabular?

Warum interessiert es uns auch, was andere von uns denken?

„Also Blumen im Haar finde ich Klasse, an Dir oder meiner Tochter, ich würde mich das nicht trauen!“ Ähhmmm, warum? Weil irgendwer Dich für komisch halten könnte? Weil Du Dich von der Masse abheben könntest? Weil Du herausstechen könntest aus dem ganzen Grau? Weil es Dich wirklich juckt was andere von Dir denken? Wer sind die anderen, dass sie sich ein Urteil über Dich bilden können?

Vor ein paar Jahren an der Street Parade, Sonntagmorgens: „Sag mal Paula, findest Du nicht langsam Du bist zu alt für all das? Möchtest Du nicht langsam an eine Beziehung denken? Du wirst ja auch nicht jünger!“ So so, die Partyzeit scheint auch vorbei zu sein, wenn man also auf die dreissig zugeht, wenn es nach einigen von euch geht. Würdet ihr euch das auch trauen, Komet Bernhard oder Günther Krabbenhöft an den Kopf zu werfen? Und ist man ab dreissig Jahren schwerer vermittelbar nur weil der Busen und der Po nicht mehr so straff ist wie einst? Will jede Frau unbedingt auf Teufel komm raus einen Partner? Und muss ich als Frau diesen Ansprüchen der Gesellschaft entsprechen um als Erwachsene zu gelten?

Ihr liebt Blumen? Tragt sie im Haar, als Print, wo auch immer. Ihr liebt Party und seid über dreissig? Ihr liebt Farben? Geniesst es, das Leben ist kurz. Geniesst euch und eure Vorlieben, egal wie alt ihr seid. Nirgendswo steht geschrieben, was zu welchem Alter gehört. Oder was sich nicht gehört. Wir leben nicht mehr das Leben wie sie unsere Vorfahren gelebt haben. Müssen wir auch nicht. Niemand hat das Recht über euch zu urteilen, nur weil ihr nicht in ihr Weltbild passt. Es sind wir Menschen die diese Grenzen erschaffen in unserem Köpfen, wie Dinge zu sein haben. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, jeder sollte so leben und sich ausdrücken dürfen wie es ihm beliebt ohne Angst vor Verurteilung.

Dieser Beitrag erscheint auch auf Ron Orp Zürich, Huffington Post Deutschland und City Channel 1.

Ja, darf man das?

Was wäre wenn:

Die besten Freunde lügen würden wie gedruckt?
Man sich nicht auf sie verlassen könnte?
Man immer Schuld ist an jeder Misere trägt, nur nicht sie selber?
Man jeden Tag zu hören bekommen würde, wie unerwünscht man ist?
Man keine Unterstützung von ihnen erfahren würde, sondern nur Kritik?

Und ich meine nicht die Art und Weise von Kritik, die einen vorwärts bringt.

Würde man sich solchen Menschen aussetzen, freiwillig?

Würde man Wert legen auf solch eine „Freundschaft“?  Ich glaube wir alle können diese Frage mit einem klaren: „Nein!“ beantworten.

Wenn Eltern den Kontakt zu ihren Kindern abbrechen

Ist das immer so eine Sache. Meist muss schon etwas „schlimmes“ passiert sein, dass Eltern diesen letzten verzweifelten Schritt gehen. Aber dieser Schritt, wird meist Gesellschaftlich akzeptiert und verstanden. Die verstossenen Kinder werden dann gern  „Schwarze Schafe“ genannt und damit ist das Thema meist vom Tisch.

Gerade zu dieser Zeit, so kurz vor Weihnachten, werde ich oft mit der Frage konfrontiert: „Und, geht’s zur Familie über Weihnachten?“ „Ja, zu meiner Wahlfamilie!“ antworte ich dann oft. Dies löst natürlich eine Flut an Fragen und besonderem Unverständnis aus. Denn ich gehöre zu den Menschen, die ihren Eltern „gekündigt“ haben. „Ja, darf man das denn?“ höre ich einige von euch schon fragen.

Wenn Kinder den Kontakt abbrechen

Werden sie als Undankbar bezeichnet und vieles mehr. Man zeigt kein Verständnis, bezichtigt uns des Egoismus und auch sehr oft als Herzlos. Und wehe sie sind Tochter, dann erst recht! Gerade ich, in meinem Beruf (ich arbeite mit Kindern und Erwachsenen für alle, die es noch nicht wissen sollten) ernte ich meist kräftiges, abschätziges Kopfschütteln. Wie oft musste ich mir anhören: „Komm, ruf sie an, es sind deine Eltern, sei nicht so stur…Eines Tages werden sie nicht mehr da sein und dann wirst du es bereuen…bla bla bla“ und all der gleichen.  Nein, werde ich sicher nicht, ganz ehrlich!

Menschen sind gegen Gewalt an Kindern

Jeglicher Missbrauch ist ihnen zuwider und jeden der ein Kind quält,auf welche Art und Weise auch immer, würden sie am liebsten auf Lebenszeit einsperren oder gar schlimmeres, da sind wir uns auch alle einig, hmm? Einem wehrlosen, schutzbedürftigen Kind, dass auf seine Eltern angewiesen ist, keine Liebe oder Geborgenheit und Sicherheit zu geben, es nur bis auf das nötigste zu versorgen und es nur beachten wenn es etwas zum Kritisieren gibt…um es dann körperlich zu züchtigen, es bricht den meisten schon das Herz wenn sie nur davon lesen, stimmt`s?

Menschen sind auch gegen jegliche Bevormundung wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, wie die Volljährigkeit, nicht wahr?

Viele von euch nehmen solche Eltern in Schutz

Denn wenn Kinder, Eltern jeglichen Kontakt verweigern, ist meist wirklich etwas dahinter. In meinem Fall, all das von oben beschriebene. Also warum drückt man mir und vielen anderen, die sich aus Scham nicht trauen darüber zu sprechen den Stempel der Undankbarkeit gegenüber den Eltern auf? Für was sollten wir in unserem Fall Dankbar sein?

Warum schüttelt man den Kopf, und zieht die Augenbrauen hoch, wenn wir uns nur schützen wollen, nun, da wir selber Erwachsene sind und eine Wahl haben? Denn als Kind hat man keine Wahl, man ist angewiesen auf die Eltern.

Und man kommt auch nicht so einfach aus der Familie raus, im schlimmsten Fall, muss erst etwas passieren, dass die Behörden hellhörig werden. Oder es braucht einen Mutigen der das meldet. Doch die meisten sind nicht mutig und sehen weg, auch wenn das Unglück vor ihren Augen passiert. Wie viele Kinder sind schon in Wohnungen verendet und angeblich hat niemand etwas mitbekommen? Wie viele Kinder werden in der Öffentlichkeit geohrfeigt und niemand schreitet ein?

Man sieht weg, es ist ja nicht das eigene Kind, nicht das eigene Problem, warum sich also mit sowas unnötig belasten?

Aber wenn man dann als erwachsene Frau / Mann sagt: „Ich habe den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen!“ Da fühlen sich plötzlich alle eingeladen ihren abschätzigen Senf dazu zugeben, vor allem zu verurteilen, sich einzumischen, obwohl sie niemand darum gebeten hat. Denn nicht jeder mag dann ausführlich erzählen warum wieso und weshalb es so weit kam.

Viele sagen auch aus den besagten Gründen einfach, dass ihre Eltern verstorben sind. Denn glaubt mir, diese Entscheidung trifft man nicht von heute auf morgen. Es ist ein langjähriger Prozess in der Hoffnung, dass eines Tages, die Eltern ihre Fehler erkennen, das Kind als solches erkennen, mit seinen Bedürfnissen, Wünschen, Ängsten.

Mit dem vergangenen abschliessen

Dass sie eines Tages anfangen Liebe zu zeigen, anstatt ihren Frust an ihren Kindern auszulassen. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr stirbt die Hoffnung und man stellt fest, dass man sich das nicht antun braucht. Warum auch? Warum sollte sich jemand freiwillig niedermachen lassen wollen? Also trennt man sich und hat seine Ruhe. Die meisten brauchen eine Therapie um sich von der Traumata der Kindheit zu erholen, an ihrem Selbstbewusstsein zu arbeiten und um mit der Vergangenheit abzuschliessen.

Es war ein langer Weg auch für mich, all das was passiert ist hinter mir zu lassen. Doch ich wollte es immer anders machen, als meine Eltern. Und Menschen, die mich verurteilen, mich als schlechte Tochter hinstellen, die kann ich mittlerweile nur noch belächeln. Denn wenn sie meine Eltern so bemitleiden, kann ich ihnen gern die Adresse geben, damit sie ihnen einen Besuch abstatten können.

Wenn man sie dann konfrontiert mit der bitteren Wahrheit und dem Grund des Kontaktabbruchs, werden sie meist still und schauen bedrückt zu Boden. Es ist halt immer einfacher zu urteilen, statt zu hinterfragen.

Warum ich euch das heute erzähle?

Weil ich den vielen Menschen denen es genauso geht Mut machen möchte. Ihr seid keine schlechten Menschen, nur weil ihr euch schützt! Denn jeder hat das Recht glücklich zu sein. Ich möchte auch kein Mitleid, ich möchte einfach nur, weniger verurteilende Worte, weniger Vorurteile, mehr Hinterfragen. Denn glaubt mir, viele von uns hätten gern ein liebevolles Elternhaus und eine tolle Kindheit gehabt und vor allem: Einen guten Draht, auch als Erwachsene zu den eigenen Eltern!

 

Schönes Wochenende und einen besinnlichen 3.ten Advent!

Paula

 

 

 

 

Missionierende Mamis – so lästig wie die Zeugen Jehovas

Liebe Mamis

Wir müssen reden. Und ich hoffe ihr seid nicht sauer über die klaren Worte die ich für einige von euch heute hier finde. Doch es gibt Frauen unter euch, die haben nicht nur die neue Rolle als Mutter eingenommen, sondern gleichzeitig die Rolle der Missionarin. Tagtäglich liest man es in der Zeitung, im Internet, hört es an Spielplätzen, Krippen, Bushaltestellen, im Zug, in der Tram, einfach überall. Ihr wollt mal wissen wie sowas aussieht? Seid ihr denn bereit für die missionierenden Muttis? There we go:

https://editionf.com/Bekommt-endlich-Kinder

Hört.Auf.Damit.Bitte!

Niemand würde schliesslich auf die Idee kommen, Männer so unter Druck zu setzen nur weil sie keine Kinder wollen! Woher nehmen sich solche Frauen das Recht zu beurteilen, ob es für Hilde, Petra, Sandra und Nancy oder mich persönlich das grosse Glück sein wird, so wie sie es für sich empfinden? Ich zum Beispiel bin auch immer öfter mit der Frage konfrontiert: „Und, wann ist es bei dir soweit?“ Hmm, lass mal überlegen…Seit dem ich Single bin, bestünde die Möglichkeit, ein Kind vom heiligen Geist zu bekommen. Schliesslich hätte es so einen anständigen Vater. Aber Spass bei Seite. Ich arbeite seit 1999 mit Kinder, sie sind mein Leben, meine Aufgabe, meine Berufung. Doch in meiner Freizeit, mag ich es gern Kinderfrei.

Ich mag mich an ein kurzes Chatgespräch zu dem Thema „Warum wir keine Kinder wollen“  mit einer Bekannten entsinnen; Ich erzählte ihr, wie gern ich Kinder habe, bis 18 Uhr, danach hab ich gern wieder meine Ruhe um Kraft zu tanken, und mich mir selber zuzuwenden und meinen Projekten. Sie erwiederte:“ Ich mag die erst ab 18 Jahren!“ Ich fand das ziemlich lustig, denn es soll tatsächlich Frauen geben, bei denen schlicht und ergreifend nicht der Mutterinstinkt geweckt wird, wenn sie kleine süsse, rosige Babys sehen.

Viele mögen das nicht verstehen, einige sprachen mir meine Eignung für den Beruf ab, wiederrum andere sagten mir: „Warte nur bis der Richtige kommt!“ Dabei wollte ich nie Kinder. Schon mit 13 Jahren stand das für mich fest. Damals hiess es lapidar: „Ach, du bist noch jung, was weisst du schon!“ Ja, anscheinend wusste ich schon in jungen Jahren was ich definitiv nicht wollte. Wenn ich an meine Zukunft dachte, sah ich mich eher in Highheels, Cocktailkleid in einem chicen Restaurant oder im Urlaub, sah ich mich schreiben, reisen, mich verwirklichen, einen grossen Kleiderschrank mit vielen tollen Kleidern drin, glücklich umgeben von vielen Büchern und ein paar Freunden, doch  nirgendswo waren – ihr habt es erraten- Kinder. Liebe Mamis, die ihr von klein auf Mama werden wolltet ab einem bestimmten Zeitpunkt eures Lebens, bitte schäumt jetzt nicht vor Wut und nennt mich Egoistisch. Ich werfe euch dann auch nicht vor, dass einige von euch keine grösseren Träume hatten, als Mutter zu werden und eine Familie zu gründen.

Auch nun mit 31 Jahren, höre ich diese Uhr von der alle reden nicht mal im Ansatz ticken. Ja, auch wenn ich mit Kindern arbeite und diese absolut süssen Geschöpfe vergöttere, wirklich nicht. Und nein, ich bin weder verbittert wegen der Männerwelt, obwohl ich das eine Zeitlang durch aus war. Wer kann es mir auch verübeln, bei den Katastrophen die ich mir anlachte. Doch, man lebt und man lernt schliesslich immer dazu. Ich habe das andere Geschlecht nicht aufgegeben. Nur brauche ich keine „bessere“ Hälfte, weil ich schon ganz bin. Mir fehlt auch nichts zu meinem Glück, denn ich bin gesund, habe eine tolle WG, tolle Freunde und lebe das Leben, dass ich mir als 13 jährige vorgestellt habe. Wer kann das schon von sich behaupten? Nur meine Dates, da lege ich nun einen anderen Fokus, als noch vor einem Jahr, man wird eben doch etwas Erwachsener mit der drei (und einer eins nach der drei) vorne dran und der Typ „Peter Pan“ &  „Bad Boy“ oder „Hip Hopper“  auf den man einst so stand erscheint einem heute nur noch lächerlich und voller Komplexe. Wenn ich nun jemanden treffe, der mir zusagt und ich mein Herz erneut verliere- gut, wenn nicht – auch gut.

Ich gönne es euch, euer kleines Glück, euer kleines Baby, eure Familie. Aber das ist euer Traum vom Glück, nicht unserer, die wir gewollt Kinderlos bleiben. Warum dieses Missionieren? Wir sind weder egositisch, noch neurotisch oder Narzistisch veranlagt (ok ok, evtl. einige). Wir haben nur andere Bedürfnisse als ihr. Wir akzeptieren euch ja auch, wenn ihr ständig nur über eure Kinder redet, euch über sie definiert und sie zu eurem gesamten Lebensinhalt macht. Whatever! Solange ihr uns nicht belästigt mit eurem für euch perfekten Leben, dass man „nur mit Kindern haben kann“ geplapper, wie die Zeugen Jehovas, Samstag morgen um 7 Uhr, Sturm klingelnd an der Tür, als würde Jesus, der heilige Geist und Gott persönlich nun genau JETZT empor steigen. Danke! Wir brauchen auch euer Mitleid nicht, ehrlich nicht. Wir wollen das bewusst so. Wirklich, wirklich! Grosses Indianerehrenwort! Die Zeit setzte sich mit dem Thema auch auseinander letztes Jahr:

„Wer äußert, sich einfach kein Kind zu wünschen, wird gerne für neurotisch erklärt – meistens als vergnügungssüchtige Narzisstin. Während Eltern durchaus damit durchkommen, wenn sie ihre Kinder als verlängertes Ego betrachten, indem sie ständig danach fahnden, welche Talente und Fähigkeiten vom Nachwuchs noch gefördert werden sollen. Oder Kinderlose werden umgehend mit Mitleid überschüttet, als hätte es nicht auch mal Zeiten gegeben, in denen sich Menschen noch andere Lebens- und Gemeinschaftsformen als die berühmte Kleinfamilie mit möglichst hohem Zaun drum herum vorstellen konnten.“

Quelle und ganzer Bericht: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-12/kinderlose-toleranz

Mein Persönliches Glück besteht aus der Unabhängigkeit das tun und lassen zu können was ich möchte. Ich will Kinder um mich herum? Dann arbeit ich mit ihnen. Ich möchte ausschlafen am Wochenende? Dann tue ich das. Ich möchte noch etwas nebenberuflich studieren, ja dann los, niemand der mich aufhält! Ich kann in den Urlaub gehen wohin ich will, kann dort tun was ich möchte. Muss mich nach niemanden richten, kann in etlichen Theater-, Opervorführungen ins Kino ins Museum, auf Partys und vor allem in Ruhe einkaufen im Supermarkt. Kann Symposien besuchen, wann und so viele ich möchte, mich unter meinen Büchern vergraben den ganzen Sonntag und so weiter und so fort. Und wenn ich so richtig, richtig glücklich sein möchte? Dann bin ich das. Glücklich sein ist eine Entscheidung die man innerlich trifft. Niemand von aussen sollte dafür verantwortlich gemacht werden.“Und wer kümmert sich um dich wenn du alt bist?“ Ist auch immer eine sehr beliebte Frage der missionierenden Muttis. Liebe Mamis, wer kümmert sich denn um all die älteren Mitmenschen die ins Altersheim geschoben werden von ihren eigenen Kindern? Fein, so hätten wir die Frage, die ihnen so fest unter den Nägeln brannte, nun beantwortet. Kinder sind keine Garantie, dass am Lebensabend jemand da ist, der einem die Hand hält meine lieben.

Wie wäre es nun, wenn jeder akzeptiert, dass wir alle verschieden sind?! Und, dass es auch gut so ist. Jeder definiert Glück anderes und wir hören auf, andere zu verurteilen und den mahnenden Zeigefinger zu heben, nur weil sie nicht so leben, wie wir es gerne hätten. Oder weil sie so leben, dass es nicht mit unserem Bild von „Realität“ übereinstimmt. Klingt gut? Ist es auch!

Schönes Wochenende ihr lieben,

Paula

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Foto: mauritius images

Ps. Bitte packt die Fackeln wieder weg. Hexenverbrennungen sind so 14.tes Jahrhundert!