Zauberwald 2016

Da ich bereits 2015 mit einer Kollegin im Zauberwald, in Arosa war, beschloss ich dieses Jahr nochmal hinzufahren. Allerdings wollte ich dieses Mal über Nacht bleiben, da es sich kaum lohnt für nur einen einzigen Tag hinzufahren. Letztes Jahr konnten wir nicht mal das Konzert um 20 Uhr besuchen, da wir sonst nicht mehr ins Tal gekommen wären.

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Mein Ausblick vom Balkon

Der Eichhörnchenwald, auf der Lenzerheide, wo der Zauberwald stattfindet liegt nämlich 1450–1600 m ü.M. Gesagt – getan! Ich habe mir ein schönes Einzelzimmer im Kurhaus gemietet von Samstag auf Sonntag. Dafür gab es ein tolles Package, mit Willkommens Drink und Eintrittskarte inklusive. Samstagabend sollte der Zauberwald auf dem Programm stehen und sonntags dann Wellnessen im Sportzentrum. Die haben dort einen tollen Ausblick auf die Berge, das wollte ich nicht verpassen.

Ich kam um 16 Uhr an im Hotel, wurde mit einem Glas Champagner begrüsst und ging auf mein Zimmer. Herrlich, es hatte einen riesigen Balkon mit Aussicht auf die Berge. Die Sonne schien und ich war guter Laune, wie schon lange nicht mehr. Denn bereits auf der Hinfahrt, mit jedem überwundenen Höhenmeter liess der Stress nach und dieses wohlige Gefühl von Entspannung setzte ein. Die letzten Wochen waren auch verdammt lange und anstrengend, trotz des ganzen Spasses, den ich mit den diversen Projekten hatte. Ich arbeitete noch etwas an einen Beitrag für den Blog, las noch etwas in meinem Buch und packte mich warm ein, denn es sollte kalt werden. Und was ist mühsamer als frieren wenn man draussen sein möchte?!

Man konnte vom Kurhaus direkt in den Wald laufen, es ging ca. 10 Minuten. Dort angekommen holte ich mir einen Glühwein und lief in einer Gemütlichkeit von einer Attraktion zur nächsten. In meinem eigenen Tempo. Vor einigen Installationen blieb ich länger stehen als vor anderen, oder ich streamte live auf Facebook ein paar Momente.img_0311

 

Es tat gut, mal mit niemanden reden zu müssen, sondern einfach die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Die Gedanken die dabei kamen und gingen auszukosten. Da ich ein sehr visueller Mensch bin und Lichtinstallationen liebe, lief ich dementsprechend mit dem passenden Gesichtsausdruck rum. Im Kreis grinsend, mit grossen strahlenden Augen.

Nach ein paar weiteren Glühwein, denn es war echt kalt, fing das Konzert an im Weihnachtsdorf. Dort befanden sich ein paar Buden mit Essen, Geschenken, Mitbringsel und ja, Zaubertränken. Es war nicht der Act den wir alle erwartet hatten, nein. Der war krank. Aber Nickless, war auch ok. Irgendwie süss. Er macht Musik, die sich anhört, wie aus einem Teeniefilm, leicht und unbeschwert. Selbst die älteren Semester sprangen wie junge Rehe als er sich dazu aufforderte. Denn nicht nur wir feierten! Ausserdem, war es mein erstes Openairkonzert im Winter, wie ich ernüchternd feststellen musste.fullsizeoutput_65e

Nach dem Konzert, genoss ich noch ein paar Capuns, eine leckeres Gericht aus Graubünden, bevor es zurück ins Zimmer ging. Das Hotel hatte zwar noch eine Bar die offen hatte und einen Club, aber mir war nicht nach Menschen. Ich wollte mein Buch weiter lesen und mich hinlegen, das Bett war nämlich super bequem.

Am morgen packte ich alles zusammen und ging runter frühstücken. Klar wird man beim Betreten des Speisesaals erst mal von allen von oben nach unten gemustert. Man schaut dann genau so penetrant zurück, den Leuten direkt in die Augen…und schon ist das „begaffe“ zu Ende. Das Buffett war toll und es gab nichts was es nicht gab. Ich konnte mich in den Nachrichten der letzten Stunden vergraben und musste mit niemanden „Geplänkel“  und Smalltalk austauschen. Herrlich! Auch der Blick auf die Berge, es war ein strahlend schöner, wolkenloser Tag, lud mich zu Tagträumen ein. Nach einer guten Stunde, checkte ich aus und machte mich auf den Weg zum planschen. Ich hatte sogar einen Gutschein als Postkarte erhalten für das Badevergnügen und habe mich natürlich sehr gefreut.

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Einfach mal die Seele baumeln lassen

Wie erwartet hatte ich einen schönen Ausblick, konnte ein Nickerchen machen nach der Sauna und ein paar Bahnen schwimmen. Im Restaurant genoss ich noch im Bikini und Handtuch eine leckere Tomatensuppe bevor ich mich wieder Richtung Heimat machte. Was speziell war, das Restaurant war für den normalen Tagesbetrieb geöffnet und die Gäste vom Schwimmbad konnten dort nur im Handtuch und Badekleidung speisen. War auf jeden Fall mal eine lustige Erfahrung. Alleine in einem Restaurant und dann die einzige „Naggidei“ denn ausser mir war am späten Nachmittag niemand der Badegäste drin, sondern nur angezogenen Menschen. Geschmeckt hat es trotzdem und niemand guckte einen schief an.

Langweilig war mir auch nie, es gab immer was zu tun, was zu sehen oder etwas zum entdecken. Was ich auch dringend gebraucht hatte war einfach Zeit für mich, ohne den Input von anderen. Ich würde jedem einen Ausflug und die Berge empfehlen, um mal abzuschalten, für sich zu sein. Im Februar möchte ich wieder kommen, dann evtl. für ein paar Tage mehr, wenn es die Zeit erlaubt. Denn die Berge haben für mich etwas beruhigendes, majestätisches.