GASTBEITRAG: Mein geheimes Leben als Frau in den sozialen Netzwerken

Seit ich mich auf die alten Tage ins interaktive Internet gewagt habe, – web 2.0 sagte man dazu mal bin ich als Alice Wunder unterwegs. Für meine Generation natürlich selbstverständlich anonym beziehungsweise pseudonym. 

Dabei hatte ich mir nichts weiter gedacht. Zumindest keine Gender-Verwirrung. Alice im Wunderland steht für psychedelische Drogen, in der Szene ein Synonym für LSD, ich verbinde eher Pilze damit, Lewis Caroll hatte noch kein LSD. Für meinen Blog habe ich einen bärtigen Silent Bob als Konterfei, soweit so eindeutig. In anderen sozialen Medien aber verwendete ich ein Avatarbild mit Jean Moreau und der göttlichen Brigitte Bardot, aus welchen eigentlich klar und eindeutig das männliche Begehren spricht. 

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In unserer (Leistungs) Gesellschaft ist kein Platz für menschliches 

Wenn ein Kind geboren wird, bekommt ein Vater in der Schweiz einen Tag frei, maximal zwei. Die vorher erwerbstätige Mutter muss nach 3 Monaten wieder auf ihren alten Posten, Teilzeit ist ausserdem in Kaderpositionen eher die Seltenheit. Wenn jemand Nahes aus der Familie stirbt, bekommt man, im besten Falle, drei Tage frei. Um alles in die Wege zu leiten, Beerdigung zu organisieren, ect. Ist ein Kind öfter krank, so bekommt man früher oder später rein Problem mit dem Vorgesetzten.

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Der fremde Vater

Du mochtest Bruce Lee Filme, Western, Filme mit Bud Spencer und Terrence Hill, oder mit Louis de Funes. Du hattest oft Bonnie Tyler und David Bowie, gehört, hast viel getrunken und viel geraucht.  Du hattest gern Schnitzel mit Pommes, Bohnen und Pilze.

Im Wald warst du gern, auch oft mit mir, Pilze sammeln. Im Freibad warst du auch oft, bist gern Fahrrad gefahren und hast viel geschlafen. Du hast sogar mal im Hochbett meines Bruders geschlafen, als es damals ganz neu war. Wie ein grosses Kind hast du ausgesehen und in diesem Augenblick begriff ich, dass du  innerlich ein kleiner Junge warst. Gefangen in dem Körper eines erwachsenen Mannes. Ich war ungefähr 12 Jahre alt.

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20:50 Uhr

Vorgestern Abend, um 20:50 Uhr, verstarb Alexander Marius Deme, geboren am 10.09.1958, in Alba Julia – mein Vater. Er verlor den Kampf gegen Krebs. Er ist nun erlöst, von der Bürde seiner schweren, lieblosen Kindheit, die ihn zu einem Tyrannen werden liess. Erlöst vom Schmerz & dem Leid, dass er sich und anderen zufügte.

Ich erfuhr von seinem Krebsleiden vor knapp einem Monat. Lange habe ich überlegt ihn zu besuchen, mich informiert, auch über seine andere Krankheit. Bei ihm wurde Schizophrenie vor Jahren  diagnostiziert. Doch ich verwarf den Gedanken ganz schnell, als ich von meinem Bruder erfuhr, was für sein egoistischer, selbstbezogener Mensch er war. Oder war das die Krankheit? Wer war dieser Menschen, mein Erzeuger eigentlich?  Ich werde es wohl nie erfahren. Und das ist auch gut so.

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“Normal is an illusion. What is normal for the spider is chaos for the fly.” ― Charles Addams

Wann habt ihr etwas zum ersten Mal getan? Ich erst vor zwei Tagen. Da habe ich das erste Mal in meinem ersten, eigenen Ohrensessel platz genommen und ein Buch gelesen.

Ein eBook über Sex. Vorher sass ich das erste Mal in der Universität Zürich  und hab mir einen Vortrag über den Mythos der Monogamie angehört. Auch zum ersten Mal. Sonst gehe ich nur auf öffentliche Vorträge und Symposien zu Astrophysik in die Uni, aber das mal war es anders. Das Publikum war sehr viel jünger und das Thema war prickelnder.

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Was du nicht über mich weisst

GASTBEITRAG

 

„Und das Thema Kinder ist bei euch jetzt komplett von Tisch, oder?!“ Du musterst mich und mein Gesicht, als du mit einer Mischung aus Neugier und Resignation diese Frage formulierst. Sofort ist es still am Tisch, denn immerhin hast du ausgesprochen, was alle brennend interessiert- wann pflanzt sich dieser Teil der Familie endlich fort. Du selbst bist das Paradebeispiel, immerhin hast du das Verhältnis Kinder-Erwachsene in diesem Raum deutlich zu Gunsten der Kinder beeinflusst.

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Wenn das Liebe ist…

Er hat mich belogen, ich glaubte ihm dennoch weiterhin alles. Er stand nie zu mir, ich war immer an seiner Seite, wenn er mich brauchte. Er redete schlecht über mich bei seinen Freunden, ich schwärmte von ihm in den höchsten Tönen. Er war mal lieb zu mir, um mich dann wieder zu verletzen. Er war grausam ich dafür umso mehr bemüht, mir seine Liebe zu verdienen.

Hab mich verbogen, verleumdet, es ertragen. Ich sei zu dick,  ich sei nicht hübsch genug. Ich sei nicht gut genug. Er brach unsere Abmachungen, ich verzieh ihm und: Ich blieb, trotz allem, bis zum bitteren Ende. Weil ich mich nicht schützen konnte. Weil ich das für Liebe hielt.

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Das MUST HAVE des Jahres, für die trendbewusste Frau-Der Schwangerschaftsabbruch!

Ist Ihr Leben langweilig? Sehnen sie sich nach etwas Abenteuer?  Haben Sie den Alltag satt? Sie haben mal wieder Lust was richtig Verwegenes zu tun? Etwas, das Sie vorher noch nie getan haben? Ihnen sind Drogen aber zu riskant? Ich hätte dann genau das passende für Sie, verehrte Damen.

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Wintertraurigkeit

Eigentlich wollte ich heute gar keinen Beitrag schreiben. Eigentlich. Denn im Moment geht alles drunter und drüber und ganz ehrlich? Ich bin gerade so ein bisschen am Anschlag. Emotional, körperlich. Der Winter nagt an mir, wie an vielen. Jeder Sonnenstrahl ist Nahrung für meine Seele. Die sich gerade nur verkriechen möchte, bis alles vorbei ist. Demnächst steht der Umzug an, mir graust schon vor dem Stress, der streng genommen keiner ist. Das Umzugsunternehmen ist bestellt, die Leute die mir den Umzug wieder machen sind super und ich vertraue ihnen.

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Für mehr Rechte und Anerkennung kämpfen, nicht nur am Frauentag!

Gestern war also Frauentag, was haben sich die Medien mal wieder drauf gestürzt, um heute wieder alles zu vergessen.  Frauen, die sich gestern noch für Gleichberechtigung und Frauenrechte eingesetzt  haben, hinter den heimischen Computern,  schauen in den kommenden Tagen wieder sowas wie den „Bachelor“ und „Germanys next Topmodell“, nach dem sie über die Nachbarin lästern und ihr Liebesleben. Oder ihren kurzen Rock. Oder der Tatsache, dass sie ihre  Kinder in eine Kinderkrippe gibt, um arbeiten zu gehen. Oder, warum sie denn überhaupt keine Kinder hat. Die Liste liesse sich hier beliebig weiterführen. Also ist heute wieder alles beim alten, sozusagen.

 

Nackte Statuen in Zürich

Als ich mich kürzlich gegen die nackten Frauen Statuen aussprach, unterstellte man mir, nichts von Kunst zu verstehen. 3 Tage lang, über 2 verschiedene Accounts. Immer derselbe Mann, ein älterer Herr  über 50 Jahren, der mir auch persönlich bekannt ist. Nun ja, Kunst ist für mich, auch Platz zu machen für die schlauen Frauen der letzten Jahrhunderte. Schliesslich können Frauen viel mehr als acht gut auszusehen. Sie zu huldigen, mit Statuen, die angezogen sind, wie ihre männlichen Kollegen, die man nie so nackt in der Öffentlichkeit, in der dichte vorfinden würde. Und gerade Zürich hat so einige starke Frauen, die eine Statue verdient hätten. Denn was sagt das öffentliche Bild gerade aus?

Frauen sind als Objekte, schön zu betrachten, Männer als Menschen, die „jemand“ waren. Nope. „Harmlose Kunst“ nannte es der ältere Mann. Ja, harmlos schon, aber mit einer Message, die sich gewaschen hat. Tut mir leid. Mir fehlt die Wertschätzung von Frauen. Auch im öffentlichen Raum.

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