Scheidungskinder oder: Warum es manchmal besser ist zu gehen

Immer öfter höre ich diese Frage, besonders bei Frauen: “Soll ich wegen der Kinder bei ihm bleiben?” Finde das immer recht befremdlich, dass man sich nicht im klaren ist, was es braucht um glückliche Kinder gross zu ziehen, nämlich: Liebe und ein stabiles Umfeld. Wie stabil und liebevoll ist eine nicht funktionierende Partnerschaft / Ehe?

Und Liebe kann man nur geben, wenn man sich selber liebt und glücklich ist. Alles andere ist Selbstbetrug. Doch wie glücklich sind Eltern in einer Situation, in der sie nur verharren um der Kinder willen? Ich bin selber ein Scheidungskind, doch meine Eltern warteten mit der Trennung bis ich 14 Jahre alt war. Nicht gerade der beste Zeitpunkt für eine Jugendliche um es mal Milde auszudrücken.Aber sie meinten es ja nur gut. Trotz allem, war für alle eine Erleichterung, denn der Jahrelange Streit und die Unzufriedenheit der Eltern waren eine Zumutung.

Also was tun? Wie Handhaben? Ich denke es ist enorm wichtig, wenn man ehrlich ist: “Mama und Papa verstehen sich nicht mehr. Wir lieben dich und werden weiterhin für dich da sein.” Alles Kindgerecht erklären was in naher Zukunft passieren wird. Dem Kind deutlich machen, dass es keine Schuld an der Trennung hat. Viele Kinder plagt nämlich ab einem gewissen Alter genau das-Schuldgefühle. Und natürlich versuchen, auch wenn es schwer fällt, neutral dem Partner gegenüber zu treten und nicht mit Schuldzuweisungen und was man sonst so macht wenn man verletzt ist. Im besten Falle. Oft habe ich aber beobachtet, dass die Trennung auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird und diese sehr darunter leiden. Was sehr Schade ist, denn die Kinder können nichts dafür und stehen trotzdem in der Schussbahn. Sind Druckmittel oder Puffer, zum Glück nicht bei allen, doch es sind immer noch zuviele denen es so ergeht. Wie oft hört man dass z.B.Mütter den Vätern das Besuchsrecht verweigern um nur eines der “harmlosesten” Sachen aufzuzählen. Was genau bei Scheidung passiert, gingen die Macher der Seite Scheidungskinder.ch u.a auf den Grund:

“Dies ist nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine starke psychische Belastung für die Eltern und vor allem für die Kinder. In dieser Phase brauchen Kinder mehr Zeit als sonst, doch diese haben die Eltern verständlicherweise nicht, da sie während der Scheidungsphase genug eigene Probleme haben. Dies hat zur Folge, dass das Kind vernachlässigt wird und sich somit oft selbst überlassen bleibt.

Viele von uns befragte Scheidungskinder (61 %) haben sich an ihre Verwandten gewandt, um mit ihnen über ihre Probleme zu reden. Die Grosseltern, Tanten und Onkels wurden am häufigsten zu Rate gezogen. Die Geschwister werden oftmals auch miteinbezogen. Sie geben sich gemeinsam Halt und verstehen einander, da sie sich beide in der gleichen Situation befinden.
Scheidungskinder wollen die Eltern nicht noch zusätzlich mit ihren Sorgen belasten, da sie das unsichere Familienklima nicht weiter in die Tiefe ziehen wollen.

Die Scheidung benachteiligt vor allem die Kinder. Ihre bisherige Welt geht in die Brüche. Die Kinder sind auf sich alleine gestellt und bekommen keine Unterstützung von den Eltern. Dazu streiten die Eltern vielmals, was die Kinder noch mehr zur Wut und Trauer verleitet. Also ziehen sie sich vermehrt zurück.
Die Kinder vermissen es, etwas mit der Familie zu unternehmen. Und dies dauert oft eine lange Zeit an, da die Scheidung eine langwierige Angelegenheit ist. Wenn die Scheidungsphase dann schlussendlich abgeschlossen ist, reduzieren sich die Probleme der Kinder jedoch nicht allzu sehr. Nach der Scheidung hat nun ein Elternteil wieder die Möglichkeit, Zeit für sein Kind zu investieren, aber das Kind sehnt sich natürlicherweise auch nach dem anderen Elternteil. Und auch wenn sie ihn in regelmässigen Abständen besuchen dürfen, reicht das nicht aus, um die Gefühle, die für ihn bestehen, zu befriedigen.

Die Scheidung ermöglicht jedoch auch vielen Scheidungskindern erhebliche Vorteile. So haben beispielsweise 4 % der von uns befragten Scheidungskinder die Erlaubnis erhalten, ein Haustier zu halten. Als sie hingegen noch mit beiden Elternteilen zusammenlebten, war meist der Vater der Haustieranfechter.
Das Haustier kann über die Trauer hinwegführen, wobei es zugleich auch Verantwortungsbewusstsein des Besitzers fördert.

Auch wurde durch unsere Umfragen in Erfahrung gebracht, dass 12 % der Scheidungskinder nun doppelt so oft in die Ferien reisen können, da die Mutter sowie auch der Vater in die Ferien gehen, jedoch nicht zusammen.
Der grösste Vorteil von Scheidungskindern ist allerdings nicht nur die vermehrte Reisemöglichkeit, sondern auch der Frieden in der Familie. Die Eltern von
40 % der befragten Scheidungskinder verstehen sich nach der Scheidung besser als zuvor. Dies stärkt auch das Empfinden einiger Scheidungskinder, welche nach der Scheidung einen besseren Familienzusammenhalt festgestellt haben.

Viele Scheidungskinder wünschen sich nach der Scheidung keine Veränderungen mehr, denn dies, was sie erlebt haben, empfanden sie als unangenehmer Lebensabschnitt. Jedoch ist dies eine sehr gute Erfahrung und hilft dem Scheidungskind bei der weiteren Entwicklung.”

Quelle: https://www.scheidungskind.ch/?s=folgen

Auch ich vertrete die Meinung, dass ein Kind viel mehr profitiert, von ausgeglichenen Eltern, die glücklich sind, und in verschiedenen Haushalten leben. Die Liebe die man dem Kind zu geben hat, schmälert eine Trennung ja bekanntlich nicht. Im Idealfall teilen sich auch beide das Sorgerecht und stehen im Dialog. Denn das Leben geht weiter, trotz Trennung will man ja weiterhin das Beste für das Kind und sollte gemeinsam für ihn da sein.

Die Wünsche der Kinder habe ich auch auf dieser Seite entdeckt. Finde es recht auf den Punkt gebracht, aber lest selbst:

https://www.scheidungskind.ch/?s=wuensche

Hört auf eure Kinder, auf ihre Bedürfnisse, denn auch für sie ist es schlimm, nicht nur für euch Erwachsene. Aber manchmal reicht Liebe einfach nicht aus und es ist erwachsener zu gehen, anstatt unglücklich auszuharren und auf ein Wunder zu hoffen, dass nie eintreten wird. Denn das unvermeidbare, die Trennung, wird früher oder später kommen, wenn man innerlich schon so weit gekündigt hat, dass man nur noch wegen der Kinder zusammen bleiben möchte.

Kritik, Anregung, Lob, Kommentare und all das, nehme ich hier entgegen oder unter: wasmansonichtsagendarf@gmx.ch

Schönes Wochenende,

Paula

Best of – Eltern(an)sprüche in Einrichtungen

Für diesen Blog liess ich mich in einer Facebook Gruppe für Erzieherinnen inspirieren, da ich mich oft wieder erkannte in den Erlebnissen der verschiedenen Frauen. Also entschloss ich mich heute ein Best of – Eltern(an)sprüche zu bringen und diese mal zu kommentieren, was im realen Leben fast unmöglich ist. Na dann, los geht’s:

„Ich möchte nicht, dass mein Sohn mit Puppen spielt, wir haben Angst dass er Schwul wird. Tun Sie was dagegen!“

Liebe Eltern, ich weiss nicht wie viele Schwule ihr kennt die vom spielen mit Puppen, Glitzer, der Farbe Rosa , verkleiden, Nagellack oder Prinzessin Lillifeesticker schwul geworden sind, aber ich habe noch von keinem Schwulen gehört, dass das einer der Auslöser war. Soweit ich weiss, entscheidet sich das bereits im Mutterleib, bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege. Ganz im Ernst? Selbst wenn euer Sohn Schwul wäre,oder eure Tochter lesbisch oder Bi- oder Asexuell würde es das Kind weniger liebenswert machen? Wäre er dann nicht mehr euer Sohn, eure Tochter?  Kein ganzer Mann? Keine richtige Frau? Ihr solltet euch schämen, ja ganz recht, schämen in Grund und Boden für so eine Aussage.

„Ich möchte, dass ich meine Tochter genauso abhole, wie ich sie abgegeben habe – Sauber! Sorgen Sie dafür, ich verlasse mich auf Sie!“

Liebe Eltern, die ihr eure Kinder in Gucci Blüschen, Armani Jeans und Versace Kleidchen in die Einrichtung bringt. Wie soll ein Kind spielen ohne sich schmutzig zu machen? Dem Kind bzw. den Kindern ist auch herzlich egal ob die Hose 500 Euro oder 5 gekostet hat wenn es hinfällt. Wie soll ein Kind seine Motorik und sein Sozialverhalten u.a. schulen, wenn es draussen im Garten oder am Spielplatz neben der Erzieherin sitzt? Oder immer an der Hand läuft um ja nicht umzufallen? In Folge dessen wird es evtl. sogar noch gehänselt von den anderen Kindern und ausgegrenzt aus der Gruppe, habt ihr euch darüber auch mal Gedanken gemacht ihr lieben Erwachsenen? Kinder sollten sich schmutzig machen dürfen. Ich weiss nicht wie Ihr so lebt, aber bei mir zu Hause gibt es eine Erfindung namens: Waschmaschine! Wenn ihr euer Kind trotzdem in Designerkleidung präsentieren müsst, die nicht schmutzig werden darf, bringt doch bitte Wechselkleidung mit, damit auch euer Kind, sich wie ein Kind benehmen darf. Besten Dank!

„Heute ist es kalt und nass draussen, wenn Sie raus gehen, bleibt mein Kind aber drin, ich will nicht dass es krank wird!“

Liebe Eltern, erinnert ihr euch an den Spruch: “Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung?” Gut, denn dass, würde ich und andere euch gern mal um die Ohren hauen. Krank werden die Kinder auch selten von der Kälte, sondern von Viren und Bakterien. Und meistens ist ihnen kalt, warm, nass usw. weil ihr Eltern nicht daran denkt dem Kind alles mitzugeben für Regentage, Sonnentage, Wintertage. Viele von euch sind wirklich überfordert dem Kind am Morgen je nach Wetterlage ordentlich zu kleiden. Da kamen schon Kinder in Flip Flops in die Einrichtung bei 10 Grad draussen. Allgemein eignen sich ja Flip Flops schon super zum Klettern, rennen, und toben draussen. Von dem guten halt im Flip Flop schwärmt doch jede Erzieherin. Auch im Sommer ist es recht schwer das Kind morgens einzucremen und einen Sonnenhut/Cappi oder Tuch auf dem Kopf zu montieren. Da dürfen einige Kinder ja auch nicht raus, da zu warm. Und sicher haben wir immer so viel Personal, dass wir jedem Wunsch der einzelnen Eltern für ihr Kind gerecht werden können. Eine 1-1 Betreuung ist doch gang und gebe in jeder Einrichtung, also kein Problem.

In einer Schweizer Bilingualen (de/eng) Einrichtung: „Mir ist aufgefallen, dass mein Sohn neuerdings Schweizerdeutsche Wörter benutzt. Meine Frau und ich wollen das nicht, tun Sie was dagegen!“

Liebe Eltern, was genau soll ich denn tun? Dem Kind eins hinter die Löffel hauen wenn es ein Schweizerdeutsches Wort benutzt? Ihn auf Schritt und Tritt verfolgen? Ihm drohen? Ihm den Mund verbieten? Was genau habt ihr euch da vorgestellt? Wenn man in ein anderes Land zieht, muss man darauf gefasst sein, dass die Kinder irgendwann die Landessprache sprechen werden. Ich kenn da einige von euch, die motzten in Deutschland über Ausländer die sich nicht anpassen wollen…Und ihr? Inwiefern unterscheidet ihr euch denn nun jetzt von denen, auf die ihr wütend in der Heimat, mit dem Finger gezeigt habt? Es passt euch nicht, dass euer Kind sich anpasst? Ihr solltet eure Einstellung evtl. gründlich überlegen. (Ich würde gern zu dem Thema mehr schreiben, aber das würde hier den Rahmen sprengen.)

„Mein Kind darf nicht mit zu dem Ausflug, sehen Sie zu dass jemand mit ihm in der Einrichtung bleibt!“

Das ist irgendwie einer meiner Favoriten. Liebe Eltern, wie in Gottes Namen stellt ihr euch das immer vor? Ausflüge mit den Kindern sind immer mit einem riesen Aufwand verbunden. Und da wir wirklich, wirklich immer gerade so viel Personal haben dass es gerade so reicht, können wir nicht, ich wiederhole NICHT, mit einem einzelnen Kind in der Einrichtung bleiben. Nein, die Praktikanten dürfen auch nicht mit den Kindern alleine in der Einrichtung bleiben. Wie trist auch für das Kind- alle gehen, nur er bleibt da? Im Ernst? Wie erklären wir ihm denn das? Wie wäre es denn, wenn ihr euer Kind zu Hause behalten würdet an dem Tag? Wobei ich es immer sehr schade finde, wenn Eltern aus welchen Gründen auch immer, Kindern verbieten bei sowas tollem, wie einem Ausflug dabei zu sein.

Das sind nur ein paar von den „(An)Forderungen“ die an uns gestellt werden. Ja, einiges ist überspitzt geantwortet, doch soll das alles zum Nachdenken anregen. Ja, ihr dürft euch Gedanken machen meine lieben. Denn würde man das euch so ins Gesicht sagen, die Empörung wäre immens, doch nur, wie so oft, die Wahrheit.

Schönes Wochenende

Paula

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Kinder kennen keine Vorurteile

Als ich im TV die letzten Wochen öfter Mütter mit Kindern, teilweise noch im Kinderwagen sah, auf Pegida Demos musste ich an eine Aussage denken, dass mal ein Kind geäussert hatte.

„Stimmt`s, Mathilda, alle Moslems sind böse!“ Dabei hätte ich mich fast an meinem Kaffee verschluckt. „Wie kommst du denn darauf?“ „Na ja, in den Nachrichten sah ich dass sie Anschläge verübt haben.“

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Die Mütterpolizei

 

Auch ich wurde schon zur Zielscheibe der Mütterpolizei als ich mit Kindern unterwegs war. Meistens fängt es ganz harmlos an, auf dem Spielplatz, am Sandkasten zum Beispiel. Mit einem netten Gespräch, wie alt die Kinder seien bla bla. Und dann nach einer gefühlten Ewigkeit des Smalltalks, kommen die guten Ratschläge. Ich sehe halt auch einfach jung aus und wenn ich dann mit einem Kind gesehen wurde, ca. 4-6 Jahre, meinten die Damen sie müssten mir jungen Mutter gut gemeinte Ratschläge erteilen. Nach dem ich den meisten zu verstehen gegeben habe, dass ich schon seit über einem Jahrzehnt mit Kindern arbeite und es Gründe hat, warum das jetzt so ist und nicht anders, gingen sie kleinlaut davon.

Auch im Netz sehe ich immer wieder scharfe Kommentare, Verurteilungen, Anschuldigungen und schlimmeres unter Müttern. Woher kommt all der Hass? Woher nehmen sich diese Frauen das Recht heraus anderen Müttern zu sagen wie sie ihre Kinder zu erziehen hätten, was richtig und was falsch ist? Ok, bei Gewalt gegen Kinder springe auch ich dazwischen. Auf der einen Seite, möchte jede Mutter, dass jeder sich um seinen eigenen Kram schert, da die meisten mit sich und den Kindern genug zu tun haben. Auf der anderen Seite zerreissen sie sich das Maul über andere, als würde ihr Leben davon abhängen. Und ja, das Wort Maul gehört hier wirklich hin, falls sich manche von euch fragen.

In den guten alten USA geht es schliesslich soweit, dass Mütter die auf dem natürlichen Weg gebären, Mütter mit Kaiserschnitt beschimpfen, dass die Fetzen fliegen. Man sei nur eine echte Mutter, wenn man auf dem natürlichen Wege gebäre. Hmm, da bleibt selbst mir die Spucke weg. Woher kommt das? Und wer setzt den solchen Frauen diesen Floh ins Ohr? Mir wird das jedenfalls unbegreiflich bleiben, egal wie lange ich darüber sinniere.

Hier in Europa gehen Stillende Muttis auf die Fläschen Mamas los, die Hausfrauen greifen die arbeitenden Mütter an, Buggy Moms gegen Tragetuch Liebhaberinen. Im Ernst jetzt ? Wieso muss man seinen doofen Senf dazu geben, wenn man gar nicht darum gebeten wurde? Nur weil es für die eine Familie funktioniert, bedeutet es noch lange nicht, dass es für die andere genau so gehen würde.Wenn sich dann mal eine Pädagogin einmischt, heisst es dann gleich: “Sie haben keine Kinder, Sie haben keine Ahnung, warten Sie mal bis Sie Kinder haben!” Werde ich dann eine verurteilende gelangweilte Kuh die nichts besseres zu tun hat als auf andern rumzuhacken um von meinen unzulänglichkeiten abzulenken? Nein, nein und nochmals NEIN! Ihr sprecht doch einem Arzt auch nicht seine Fähigkeit ab eine Situation zu beurteilen, nur weil er selber nie in einer solcher war, oder?

Liebe Mütter, die ihr meint ach so perfekt zu sein und andere gern belehrt, böse guckt, ich weiss wir ihr seid. Als Nanny konnte ich oft hinter die Kulissen blicken und gerade die, die am meisten motzten über andere, gerade die, taten es um von sich selber abzulenken. Also mal lieber 2.mal vor der eigenen Türe kehren, bevor man auf andere mit dem Finger zeigt. Wäre es nicht eine bessere Welt, wenn jeder auf sich und seine Angelegenheiten schauen würde? Man sich gegenseitig unter die Arme greift, statt von hinten erdolcht? Niemand hat das Recht jemand anderen zu verurteilen nur weil es nicht den eigenen Vorstellungen entspricht! Behandelt doch jeden Menschen so, wie ihr selber behandelt werden möchtet, das kann doch nicht so schwierig sein!?

Wobei, eine Mütterpolizei hab ich entdeckt, die sorgt für andere heisse Ohren, aber seht selbst

Sehr gefallen hat mir auch TOLLABEAS Beitrag

Bis zum nächsten mal

Paula

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Kinder nicht erwünscht im Wellnesshotel – Diskriminierung?

“Es geht hier gar nicht um Erziehung sondern um die Anmaßung des Hoteliers, nämlich eine Menschengruppe zu diskriminieren. Mit Kindern ist ein ungestörter und niveauvoller Aufenthalt also nicht möglich, das wird pauschal so in den Raum gestellt. Aber wo kommen wir hin, wenn wir alle so pauschal denken und handeln würden? Bleiben wir beim Hotel: dann lasse ich auch keine Frauen ab Größe 42 mehr rein, weil die für mein empfinden zu dick sind und meine ästhetische Wahrnehmung stören. Genauso geistig Behinderte. Ich lasse auch keine tätowierten und gepiercten Menschen rein, weil ich das anstößig finde weil ich derartige Verzierungen selber nicht habe. Alte kommen auch nicht rein, die könnten sabbern und stinken und inkontinent sein. Intellektuelle lasse ich auch nicht rein, die diskutieren und argumentieren und das stört. Menschen mit anderem Glauben oder sexueller Orientierung…um Gottes Willen, bloß nicht…Da werden meine ethischen Grundsätze womöglich in Frage gestellt.”

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Knigge Kurse für Kinder?

Vor ein paar Monaten las ich einen Bericht in der Zeitung, der mich echt sauer machteDa forderten also Leser und Eltern wirklich das Fach “Benehmen” in der Schule. Das Fach  also, dass ausbügeln sollte in ein paar Schulstunden was Eltern systematisch verpasst haben. Im Ernst jetzt ? Ich meine nicht, dass es nicht nötig wäre wenn ich mich so umsehe. Aber die Schule? Wieder eine Institution und nicht die Eltern? Ich bin immer noch entsetzt.

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Kranke Kinder? Gehören nicht in Einrichtungen!

Jeder der Kinder hat oder Kinder betreut, weiss: Kranke Kinder sind mühsam. Aber es gehört nun mal dazu, gerade am Anfang, dass Kinder krank werden müssen. Ansonsten kann das Immunsystem nicht gestärkt werden. Und meistens ist das für uns Erwachsene schlimmer, als für das betroffene Kind. Nun gut sagen einige von euch nun. Aber ich muss doch arbeiten! Klar, das ist auch verständlich. Aber wenn man das kranke Kind in die Kita oder Schule schickt, verlängert es meistens den Krankheitsverlauf, bis sogar ein Antibiotikum von nöten wird.

“Kranke Kinder? Gehören nicht in Einrichtungen!” weiterlesen

Der Aufklärungskoffer

Bevor ich heute beginne, möchte ich dass ihr euch einen Zeitungsartikel durchlest, da ich denke, dass nur wenige wissen was es mit dem Aufklärungskoffer auf sich hat. Hier der Artikel

Ich glaube das war der letze Stand um den Koffer, wenn jemand was aktuelleres weiss, bitte melden, damit ich es aktualisieren kann. So, nun haben sich also zwei Fronten gebildet. Wobei ich beim besten Willen nicht verstehen kann warum. Wir haben nicht nur in der Schweiz so viele verschiedene Kulturen, dass es nicht einzig und allein Eltern Sache sei das Kind aufzuklären, Altersgerecht versteht sich. Wobei das mit diesem Koffer NICHT passiert, so wie wir uns das vorstellen bzw einige von uns. Es zeigt dem Kind lediglich seine Geschlechtsteile, benennt sie richtig und gibt dem Kind zu verstehen, dass es einzig ihm alleine gehört und er in jedem Fall Nein! sagen darf, wenn er dort nicht berührt werden möchte, egal von wem. Statistiken zeigen, dass es meist Menschen aus dem nähren Umfeld sind, wenn sexuelle Übergriffe passieren. Warum also dem Kind nicht schon im Vorfeld die Möglichkeit geben zu lernen wie man Nein! sagt und Situationen erkennt die nicht in der Norm liegen?

Sind wir es nicht, die Erwachsenen die diese Plüschgenitalien zu dem machen, was sie in unserem Kopf sind? Für Kinder sind diese Plüschgenitalien, genau. Plüschgenitalien. Der Erwachsene verwandelt es zu etwas Obszönen. Warum darf man das Kind nicht aufklären, bevor übergriffe passieren? Wegen ein paar Besorgter Eltern? Wann würden diese Eltern denn die Kinder aufklären wollen? Wann das Märchen vom Storch auflösen? Mit 12 Jahren, wenn es in der Schule zum Pflichtfach wird? Wenn man sich so die pubertäre Entwicklung der heutigen Jugend ansieht, kann es dann meist schon zu spät sein.

Liebe Eltern die ihr so dagegen seid, die Kinder aufzuklären, wäre es euch lieber, das Kind wird für sein Leben traumatisiert, weil es nicht weiss, dass es Nein sagen darf? Natürlich wird das im Rollenspeil geübt, wie soll das Kind es sonst verinnerlichen? Aber sicher fässt ihn niemand an, deswegen lernt er ja Nein! zu sagen, zusammen in einem sicheren Umfeld, unter Gleichaltrigen. Ich bitte euch, ist euch das Leben eurer Kinder wirklich so egal, dass ihr wirklich pedantisch recht behalten müsst? Diese Initiative ist der reinste Witz! Geht und unterhaltet euch in den Pyschatrien mit Opfern Sexueller Gewalt…was man denen so erzählt hat. Der Onkel, Opa oder wer auch immer dem Kind zu nahe kam. Diese Kinder hielten es für die Normalität. Weil man ihnen das so verkauft hat! Think about it!

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Eure Paula

 

Liebe Helikopter-Eltern!

Nur schnell im Vorfeld, eine Begriffserklärung:

Unter Helikopter-Eltern, auch Hubschrauber-Eltern oder als Fremdwort Helicopter Parents (engl. helicopter parents oder paranoid parents), versteht man populärsprachlich überfürsorgliche Eltern, die sich (wie ein Beobachtungs-Hubschrauber) ständig in der Nähe ihrer Kinder aufhalten, um diese zu überwachen und zu behüten. Ihr Erziehungsstil ist geprägt von (zum Teil zwanghafter oder paranoider) Überbehütung und exzessiver Einmischung in die Angelegenheiten des Kindes oder des Heranwachsenden.

(Quelle; Wikipedia)

Maxi ist drei Jahre alt, ein schüchterner, zurückhaltender und eher ein ruhiger Junge. Im Sandkasten blüht er etwas auf, auch wenn er meist für sich spielt. Das es da ab und an zu kleineren Konflikten kommt, wenn er mit seiner Mama auf dem Spielplatz ist, bleibt unter Kindern nicht aus. Meistens regelt seine Mutter das für ihn, wenn ihm mal wieder die Schaufel weggenommen wird oder ähnliches. Sie möchte ja nur das Beste für ihren Jungen und ihm weiteren Kummer ersparen. Und er ist ja allgemein sehr ängstlich und kann sich so schlecht durchsetzen. Sie meint es ja nur gut.

Wird Maxi so lernen sich durchzusetzen, oder Konflikte zu lösen? Nein. Seine Mutter erledigt das ja bereits für ihn. Auch später im Leben wird Maxi es nicht einfach haben. Da seine Eltern alles immer für ihn regeln, wird er später Probleme haben eigene Entscheidungen zu treffen, Konflikte zu lösen oder gar Verantwortung zu übernehmen. Von seinem Selbstbewusstsein ganz zu schweigen. Was ist schief gelaufen? Bei dem Versuch Maxis Leben so angenehm wie möglich zu gestalten und alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, haben die Eltern den Bogen etwas zu sehr überspannt. Dabei meinten sie es doch nur gut, was ich ihnen durchaus glaube. Den meisten ist es nämlich nicht so ganz bewusst, wie es scheint, was sie ihrem Nachwuchs da antun.

Wie soll man laufen lernen wenn man die ganze Zeit getragen wird bzw. im Buggy sitzt? Ihr werdet euch wundern wie viele Kinder mit 3 Jahren nicht mal richtig springen können geschweige Grobmotorisch in der Lage sind alleine zu laufen ohne bei jedem 5. Schritt zu stolpern oder gar umzufallen. Wie soll ein Kind lernen mit Besteck oder nur gar selbstständig zu essen, wenn es bis ins Kindergartenalter hinein gefüttert wird? In meiner Zeit in der Krippe gab es echt ein Kind, dass konnte mit 3 (!) Jahren nicht mal von einer Banane abbeissen, da die Eltern alles in Mundgerechte Häppchen schnitten und sie abbeissen schlicht und einfach nicht kannte. Eine Banane! Kinder, die mit 2,5. Jahren nicht mal richtig sprechen konnten, da die Kiefermuskulatur nicht trainiert war durch kauen, weil sie zuhause immer noch Brei bekamen. Eltern die ihren fast schon Jugendlichen Nachwuchs immer noch mit dem Auto in die Schule fuhren, obwohl diese nur 15. min Fussweg entfernt war. Dass sie so unter anderem eine Gefahrenquelle darstellten,vor der sie selber immer Angst haben, da sie die Strasse verstopften, für Kinder die tatsächlich noch zu Fuss / mit dem Fahrrad in die Schule kamen sahen sie natürlich nicht. Wie sollen Kinder Phantasie und Kreativität entwickeln, wenn ihnen die Möglichkeit der Langweile verweht wird durch organisieren diverser Bespassungs- und Förderungsaktivitäten rund um die Uhr? Wie soll das Kind, Selbstständigkeit erlernen oder Verantwortung übernehmen, wenn die Eltern alles für das Kind tun, alles regulieren, alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumen? Die Liste liesse sich hier unendlich lang fortsetzen.

In Amerika spricht man ja bereits von „Free Range Kids“ (Fürchterliche Bezeichnung wenn man mich fragt, es hört sich für mich ein wenig an wie „Freilaufende Biohühnchen“) wenn Kinder unbeaufsichtigt draussen spielen oder gar alleine in die Schule laufen um es in einigen kurzen Worten zu beschreiben. Oder wie ich es nenne: Sie wachsen normal auf! Es gab sogar einen Fall, da wurden Kinder von Aufsichtsbehörden in Gewahrsam genommen, weil die Nachbarn beobachteten wie die besagten Kinder ohne Eltern in die Schule liefen, in einer für Amerika sicheren Gegend wohlgemerkt.

Diese Gegenbewegung zu den Helikopter-Eltern die sich gerade formiert in den USA nennt sich „Slow Parenting“. Im Gegensatz zu den Helikopter-Eltern geben sie den Kindern den nötigen Freiraum sich zu entwickeln unter anderem ohne ständig beaufsichtigt oder 24/7 bespasst zu werden. Je nach Alter, versteht sich hier von selbst, hoffe ich. So wie früher, erinnert ihr euch an eure Kindheit? Damals in den Sommerferien zum Beispiel, ihr wart vielleicht 7, 8 oder evtl.  10 Jahre alt. Als ihr nach dem Mittagessen aus dem Haus seid und erst am Abend, als es dunkel wurde wieder zuhause wart. Damals musstet ihr euch ja auch selbst beschäftigen und ihr habt aus den einfachsten Sachen, grosses geschaffen. Als die Eltern noch Eltern waren und nicht die Partner der Kinder. Wann genau fing denn diese Überbehütung an? Die Zeiten erscheinen nur gefährlicher durch die Informationsflut die jeden Tag, auf allen Kanälen auf uns hinunter prasselt. Für eine bessere Zukunft? Wohin will man diese Kinder denn mit dem Benehmen treiben? Klar will man den Kindern schlechte Erfahrungen ersparen, aber wie noch mal haben wir gelernt? Durch ausprobieren! Durch Erfahrungen und nicht aus Erzählungen. Oder war das bei irgendwem anders? Let me know!

Wir haben gelernt Konflikte zu lösen, indem WIR sie gelöst haben, nicht unsere Eltern. Wir haben gelernt Verantwortung zu übernehmen, in dem wir Mist gebaut haben und dafür gerade stehen mussten. Wir haben gelernt Entscheidungen zu treffen, in dem WIR sie treffen durften. Wenn es die Falsche war, ja Bingo! Haben wir wieder was gelernt und sind daran gewachsen. Warum verhindern Helikopter-Eltern das Wachstum, die Selbstständigkeit der Kinder? Weil sie das Beste wollen, weil sie nicht los lassen können? Ein Kind als Lebensprojekt? Warum verstehen sie nicht, dass sie, so gut sie es auch meinen, den Kindern eher hinderlich als förderlich sind?

Anbei eine ganz tolle Doku: Generation Weichei

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Bis nächste Woche,

 

Paula

 

Ps. Dieser Beitrag erscheint auch bei Edition F / Berlin

Was man so nicht sagen darf, aber sagen muss!

Hallo ihr lieben, schön habt ihr den Weg zu meinem Blog gefunden. Ich bin 33 Jahre alt und Pädagogin. Mich erfüllt meine Arbeit, es ist wirklich meine Berufung auch nach 14 Jahren! Wären da nicht ein paar “Störenfriede” die meinen himmelblauen Himmel mit kleinen Wölckchen trüben. Bzw mehr als das, denn oft habe ich zu hören bekommen: ” Also, das, DAS darf man so nicht sagen!”

Warum eigentlich? Warum darf ich nicht sagen, wenn Eltern ihre Kinder überfordern? Warum darf ich nichts sagen, wenn das Kind wirklich nicht das Mathegenie ist, für den ihn seine Eltern halten? Warum darf ich nicht sagen, dass es nicht ok ist sein Kind zum 3.(!) mal zum Psychologen zu bringen, weil es nicht zufriedenstellend den Intelligenztest bestanden hat, ganze 3. mal in Folge! Warum darf ich Eltern nicht sagen, dass es nicht ok ist, wenn ihre Nanny 6 Tage die Woche 12 Stunden lang arbeitet für einen Hungerlohn? Warum ist es nicht ok zu sagen, dass Kinder nicht in ein 5 Sterne Wellness Hotel gehören? Warum ist es nicht ok, öffentlich mehr Lohn zu fordern? Ja, warum nur?

Ich sag euch warum: Die Wahrheit. Sie ist meist unschön. Sie tut weh. Und das eigene Kind ist es das tollste, klügste, schönste von allen. Wenn ich jedem Elternteil, jedem Arbeitgeber ect. die Wahrheit ins Gesicht sagen würde, hätte ich bald keinen Job mehr. Und ich bin bei weitem nicht die Einzige die so denkt.

Als ich mal erwähnte, in der Öffentlichkeit, z.B. dass ich am Wochenende, in dem besagten 5  Sterne, Wellness Hotel, gern die Ruhe geniesse ohne Kinder, Kindergeschrei, Kindergeplärre usw. sprach man mir meine Eignung für den Beruf ab! Das muss man sich doch mal vorstellen. Anstatt dass Eltern froh sind, haben sie am Montagmorgen eine Top motivierte, geduldige, ausgeruhte Pädagogin auf der Matte, schimpften sie wie die Rohrspatzen, ich solle mir einen anderen Beruf suchen und läuteten die nächste Hexenverbrennung ein. Geht`s noch? Erde an Eltern! Schimpft ihr auch auf den Bauarbeiter der seinen Urlaub nicht neben der nächsten Baustelle bucht? Ihr habt alle eure Kinder gern, egal was sie tun, doch es gibt echt Menschen die haben keine Kinder. DIe haben andere Bedürfnisse als ihr und eure Familien. Nur weil jemand mit Kinder arbeitet, bedeutet das nicht, dass er Tag und Nacht 24/7 von Kindern umgeben sein muss.Auch wenn er oder sie Kinder liebt, sonst würde man den Beruf wohl kaum so lange ausüben 😉 Ihr seht schon da gibt es einiges was nur so durchzogen ist von Ahnungslosigkeit und Ignoranz.

Natürlich sind nicht alle so, da sind wir uns alle einig. Doch in diesem Blog, wird es primär darum gehen, was man nicht sagen darf, aber sagen muss.

Vielleicht eröffnen sich dem ein oder anderen dadurch neue Sichtweisen auf gewisse Situationen. Andere finden bestimmt etwas zum schmunzeln und vorallem zum Kopfschütteln.Dieser Blog soll auch Hilfestellung sein, für alle in schwierigen Situationen mit Eltern, Arbeitgebern, Arbeitskollegen. Gerade die Nanny`s, oftmals junge Frauen wissen wenig über ihre Rechte, erzählt man den meisten ja nur von ihren Pflichten. Hier werdet ihr Antworten finden, die man so nicht sagen darf. Doch ich möchte dass wir uns organisieren, ein Ventil haben, wo man einfach mal seinen Frust los lässt, wo man verstanden wird. Weil auch Eltern mal frustriert sind über ihre kleinen süssen Engelchen. Wenn ihr Anregungen habt, Fragen ect…zögert nicht mir zu schreiben: wasmansonichtsagendarf@gmx.ch

Liebe Grüsse

Paula