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Lockdown – Über Veränderungen & Stillstand

Bisher war Wandel in meinem Leben immer was Gutes. Das wurde mir heute erneut vor Augen geführt, als ich auf meinen „Bully“ aus der Schulzeit, einer nun fast vierzig jährigen, alleinerziehender Mutter online traf. Was nämlich passiert, wenn man immer dort bleibt wo man ist, umgeben von den Menschen, die man schon immer kannte, nun ja, es ist Stillstand. Und Stillstand frustriert, auch wenn das nicht immer gleich so offensichtlich ist. Und umso frustrierender ist es dann zu sehen, dass andere im Leben vielleicht an einem Punkt stehen, wo man selbst gern stehen würde.

Hätte man nur bessere Entscheidungen getroffen. Wobei Frust und Wut entsteht, auf einen selbst und die Situation in der man sich hineinmanövriert hat, die man aussen ablässt. Denn es ist einfacher, andere als Blitzableiter zu benutzen und Verantwortung abzugeben, als sich selber mal an die Nase zu fassen. Und auch mit fast vierzig funktioniert diese Frau noch so. Ich war erstaunt. 20 Jahre Stillstand. Herzlichen Glückwunsch!

Tradition = Stillstand

Stillstand ist das was die Menschen dort in meinen Augen prägt. Sie nennen es natürlich Tradition, und leben diese zum Teil auch unbewusst, geprägt durch ihre Sozialisation, gehen nicht weg aus der Heimat, auch nicht für eine kurze Zeit. Man ist verwurzelt in und mit allem. Ich bin ich kein Fan von starren Strukturen, vermutlich, weil ich sie auch nie kannte. Alles ist im Wandel und Menschen, die den Wandel lieben haben es schwer in einer Gesellschaft, die sich daran verkrampft festhält, dass alles so bleibt wie es ist.

Aus Angst, Bequemlichkeit, die Gründe sind verschieden. Was dann noch erschwert hinzukommt, wenn man seiner Zeit voraus ist, sind die ganzen Anfeindungen und Unterstellungen der Mitmenschen, diese infantilen Versuche den anderen zu denunzieren, koste es was es wolle. Notfalls zieht man soweit unter die Gürtellinie, dass man glaubt den anderen damit zu treffen. Aber davon wird man eben auch nicht grösser, oder das eigene Leben besser. Und war nicht der Hass auf andere, eine Projektion des eigenen inneren Zustandes? Sie tut mir einfach nur noch leid. Aber natürlich war ich die Böse in dem Ganzen. Weil ich mich damals geweigert habe nach ihren Regeln und Normen zu spielen.

Chancen durch Veränderungen

Ich bin heute dankbar, dass ich vieles von dem was ich eigentlich wollte nicht bekommen habe. Ich bin froh, um jede Entscheidung, die ich traf, denn sie führten mich an den Punkt wo ich heute stehe. Wenn mich Menschen fragen, ob ich etwas bereue, fällt mir beim besten Willen nichts ein. Ich liebe Veränderungen. Denn sie bringen Chancen. Doch zu dieser Einstellung war es ein langer Weg. Ein Weg der geprägt war von Unsicherheit, nicht so kluger Entscheidungen und vielen Tränen. Doch Veränderung tut nicht weh. Erst wenn man anfängt, an dem alten zu klammern und sich gegen die neue Situation streubt, wird es schwierig.

Doch wird diese Veränderung sich auch zum Guten wenden?

Wie wird sich die Welt nach Corona verändern? Bleibt die Hilfsbereitschaft bestehen, der Zusammenhalt? Oder werden wir in ein paar Monaten alles vergessen haben und zu unserem vorherigen Alltag zurückkehren? Wird es noch die totale Ausgangssperre geben? Immer noch viele Fragen die offen bleiben.

Hier eine kurze Zusammenfassung aus dem Tagesanzeiger, was heute vom Bund beschlossen wurde:

  • Der Bundesrat hat ein Hilfspaket von 32 Milliarden Franken geschnürt.
  • Es enthält schnelle Liquiditätshilfen für die Wirtschaft.
  • Zudem gibt es einen Zahlungsaufschub für Sozialversicherungsbeiträge.
  • Die Kontaktregeln werden verschärft. Gruppen über fünf Personen drohen Ordnungsbussen.

 

Quelle: Tagesanzeiger

Der Bund setzt zwar weiter auf die Eigenverantwortung der Menschen, nur eben, klappt das eher suboptimal. Das dürfte sich in den nächsten Tagen wieder regeln, denn dann soll es regnen. Die ganzen polizeilichen Massnahmen heisse ich zwar gut, habe aber auch Bedenken, ob wir nach den ganzen Einschnitten in unser Leben wieder von Jetzt auf Gleich zurück in die Normalität kehren können.

Hier entdeckte ich eine Flumap online, die bestättigten Coronafälle in der Stadt dokumentiert. Man kann also sehen, wie nah das Virus bereits ist. Und ich wünschte mir, ich hätte einfach nicht nachgesehen. Das solltet ihr auch nicht, wenn ihr keine starken Nerven habt.

 

Anzahl Erkrankungsfälle
Positiv getestet: 4840 Personen
Davon bestätigt: 4176 Personen

Verstorben: 43 Personen

 

Quelle:BAG

 

 

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2 Kommentare

  1. Brigitte Ould Yali says:

    Danke liebe Paula Deme für die philosophischen Gedanken um die Kernthemen der menschlichen Existenz! Veränderungen nicht zulassen heisst in meinen Augen erstarren, heisst für mich auch sterben obwohl ein Mensch lebt…

    1. Paula Deme says:

      <3

Mich interessiert deine Sichtweise zum Thema!

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