Vom Sommer auf der Achterbahn

Der Sommer neigt sich dem Ende und für den Blog endet die lange Sommerpause. Es ist viel passiert seit dem Letzten mal und ich würde gern “sanft” einsteigen, denn die aktuellen Themen in der Welt sind brisant genug und werden in nächster Zeit hier noch genug zur Sprache kommen. Also habe ich mir überlegt euch auf einen kleinen Rückblick mitzunehmen, mit Musik, die mich diesen Sommer begleitet hat, Poesie die ich geschrieben habe und den Gedanken, zu dem kompletten Umbruch in meinem Leben, den das Jahr allgemein mit sich brachte und diesen Sommer vollzog. Es fühlte sich an, wie eine wilde Achterbahnfahrt, dieser Sommer. Um Trauer und Abschied, Neubeginn, Hoffnung und Aufbruch  soll es in diesem Artikel gehen.

Ein Sommer im Freibad

Ich war diesen Sommer durch meine unfreiwillige Freistellung oft im Freibad. Sehr oft. Eigentlich jeden Tag, an dem die Sonne schien, also immer, ausser ich war in Deutschland unterwegs oder auf den Festivals. Ab und an war ich auch am Fluss, aber da ist es zu voll und zu unruhig. Dieses Jahr holte ich mir ein Abo und genoss es, wirklich jeden Tag meinen Gedanken alleine nachzuhängen, zu lesen, Musik zu hören.

Das Freibad hat in meinem Leben schon immer eine grosse Rolle gespielt. Die ersten paar mal war ich mit meinem Vater dort, dann später mit meinen Brüdern und meiner Mutter, als ich dann 10 oder 11 Jahre alt war, durfte ich auch alleine gehen, bzw mit meinen Freunden. Gerade dieser Sommer bot sich ja förmlich an, meine Trauerarbeit unter anderem in der Badi, wie sie in der Schweiz heisst, zu bewältigen.

Erinnerungen kamen zurück, gute, schlechte, es hatte alles Platz. Ein paar mal habe ich auch richtig heftig geweint, was auch ok war. Irgendwann adoptierten mich dann auch die älteren Leutchen, die wie ich jeden Tag am gleichen Platz anzutreffen waren, ich fühlte mich also echt geborgen. In der Badi fand ich auch die Ruhe, die ich nach manchen Telefonaten mit den Behörden brauchte. Schliesslich dauerte es zwei Monate, bis mein Vater eingeäschert werden konnte.  Ein Bürokratiekrieg in 5 Akten lagen da bereits hinter uns, bis ich ihn mit Heim nehmen konnte, verging nochmal ein Monat. Ich war teilweise so verzweifelt über die Aussagen, die gemacht wurden, dass ich Leute echt am Telefon angeschrien habe.

Für alle die es interessiert, wie es nun ist, bei mir zuhause mit seiner Asche: Ganz normal. Es ist schön, dass man so langsam Abschied nehmen kann, vieles sagen kann, im Nachhinein was einem noch auf der Seele liegt. Klingt seltsam, aber ich empfinde das als einen natürlichen Prozess und finde es sehr schade, dass nicht alle Menschen die Möglichkeit haben die Asche der verstorbenen mit nachhause zu nehmen.

 

Club Bad in Nürnberg
Mit den Händen durch das Gras, himmlisches Gefühl

So mag ich das Bad am liebsten, leer!
Lesen, das schönste an der Sonne

Der Festivalsommer

Die Tage und Nächte auf den Festivals haben mich wieder Mut und Kraft schöpfen lassen. Mal loslassen zu können von den ganzen Sorgen, Ängsten und Erinnerungen, die mich plagten. Ich habe Bekannte getroffen, die ich gern habe, neue Leute kennenlernen, mich einfach der Musik und dem Moment hingeben. Das alles tat extrem gut und mit neuer Musik im Gepäck und magischen Erinnerungen kam ich zurück in die Realität. Gewappnet für einen langen, strengen Winter. Ein paar Menschen, die ich dort getroffen hatte, haben mich sehr inspiriert, beflügelt, ja teilweise auch schweben lassen auf rosa Wölkchen. So entstanden auch ein paar Gedichte, die ihr hier nachlesen könnt. Anbei auch mein absolutes Lieblingsset, die Stimmung, die Menschen, ich. Im Wald unter dem Sternenzelt.  Es war perfekt.

Letzter Tag der Fusion

Bachstelzen
Sonnenuntergang an der Garbicz
Ein Teil der Crew <3
Fusion während dem Acid Pauli Set, bei Sonnenaufgang

3 Jahre “Was man so nicht sagen darf”

Ausserdem hatte der Blog Geburtstag! Drei unglaubliche Jahre liegen hinter mir und ohne euch wäre das nur halb so interessant gewesen! DANKE! Für den Input, die aufmunternden, aufbauenden Kommentare, die Kritik, die tollen Begegnungen. Danke, auch den Menschen, die es nicht so gut mit mir gemeint haben, ich habe viel durch und von euch gelernt.  Ihr habt mich angespornt weiterzumachen. Danke. Es geht hier wie gewohnt weiter, wenn ich nun den Faden wieder finde. Denn dieser Beitrag ist mein X-ter Versuch den Blog wieder Leben einzuhauchen.  Ähnlich mit dem Podcast, der auch bald wieder auf Sendung muss.

Was ich diesen Sommer gelernt habe

Man steht immer richtig, da wo man gerade steht, denn im Nachhinein macht alles Sinn.

Wie geht es weiter?

Die Lektorin kommt für den Blog, das ist sicher.  Ausserdem werde ich versuchen nun wirklich einmal die Woche einen Beitrag zu schreiben.  Der Podcast geht auch bald wieder on Air und ein paar Interviews für die Sparte “Paula fragt nach” folgen auch. Ich bin immer auf der Suche nach Gastbeiträgen. Jobmässig bin ich nun 50% Nanny und 40% hinter der Bar, bis das Studium nächstes Jahr im Herbst los geht.  Die neuen Kinder sind toll und es tut gut mal wieder im Team zu arbeiten. Ich werde mich politisch engagieren, gerade im Angesicht der Ereignisse in Deutschland aber auch in der Schweiz, bin ich einer Partei beigetreten. Privat habe ich mal wieder Schmetterling im Bauch die ich sehr geniesse. Alles in allem, habe ich die Zeit genutzt um wieder Kraft zu schöpfen und kann nun putzmunter durchstarten! Vorgestern dachte ich noch so für mich, wie ausgeglichen ich mich nun fühle. Das Gefühl ging mir nämlich verloren in den letzten Monaten, beim Kauf auf allen Ebenen.

#Wirsindmehr
Solidaritätskonzert in Zürich

 

Kommt gut durch die Woche,

 

Paula

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