Wintertraurigkeit

Eigentlich wollte ich heute gar keinen Beitrag schreiben. Eigentlich. Denn im Moment geht alles drunter und drüber und ganz ehrlich? Ich bin gerade so ein bisschen am Anschlag. Emotional, körperlich. Der Winter nagt an mir, wie an vielen. Jeder Sonnenstrahl ist Nahrung für meine Seele. Die sich gerade nur verkriechen möchte, bis alles vorbei ist. Demnächst steht der Umzug an, mir graust schon vor dem Stress, der streng genommen keiner ist. Das Umzugsunternehmen ist bestellt, die Leute die mir den Umzug wieder machen sind super und ich vertraue ihnen.

Vorfreude, eigentlich

Ich freue mich auch auf den Umzug, den Sommer und was danach kommt. Alles, wirklich alles ist gerade im Umbruch. Ich fühle mich gerade schwach und abgeschlagen und ich will das mit euch teilen können. Denn auch ich bin nur ein Mensch und auch starke Menschen haben schwache Momente. Mitleid will ich nicht, ich möchte auch nicht, dass sich jemand Sorgen macht, deswegen ist es für mich umso schwieriger diese Sätze so zu formulieren. Weil ich Angst habe, dass man mich dann Mitleidsvoll ansieht und sich dann aufdrängt, dabei will ich einfach nur in Ruhe gelassen werden. Kein Regenbogen ohne Regen.

Ich vermisse ausserdem einige Menschen in meinem Leben, wohl wissend, dass sie darin keinen Platz mehr haben. Es ist eigenartig, zu beschreiben, wie ich mich fühle. Vielleicht muss ich auch einfach nur wieder unter Leute, ich habe mich in letzter Zeit zu viel um meine Projekte gekümmert und zu wenig um mein soziales Leben. Irgendwie so, aber das stimmt so auch wieder nicht. Ich war viel unterwegs, die letzten drei Wochen. Habe viele Gespräche geführt, viele neue Menschen kennengelernt. Ich hab gut auf mich geschaut, trotzdem bin ich gerade eher so „Bääääh“

Platz machen für die Traurigkeit

Darf man das heutzutage überhaupt noch so sagen, bzw äussern, dass es einem nicht so gut geht, wie sonst? Es fühlt sich gerade an, wie ein Schleier der sich über mich gelegt hat, ein Schleier voller Traurigkeit. Und nicht nur, weil vorgestern Prof. Hawking gestorben ist. Es gehört wohl einfach dazu, traurig zu sein, wenn ein grosses Kapitel im Leben endet, gerade verändert sich auch einfach alles. Was gut ist, sehr gut sogar. Nur eben.

Es ist ok schwach zu sein. Das alles macht uns stärker. Denn wenn es niemanden gibt, an dem man sich festhalten kann, dann muss man lernen sich zu halten. Sich zu lieben, an sich zu glauben, sich zu vertrauen. Die Verbindung mit uns, mit uns selber, ist die einzige, die ein Leben lang hält, garantiert. Aber wir kümmern uns meist sehr stiefmütterlich um uns selber. Immer bedacht es anderen recht zu machen. Immer bedacht, wie unser Verhalten bei anderen ankommt. Immer darauf bedacht geliebt zu werden. Dabei vergessen wir uns selbst zu lieben.

Wie geht ihr mit solchen Situationen um? Wenn das Leben an sei einem grossen Wendepunkt steht? Ich möchte mich ehrlich gesagt auch nicht ablenken, sondern diesen Gefühlen Platz geben, Platz machen. Es darf sein, nur eben. Traurigkeit entschleunigt also mein Leben, denn ich habe mich sogar gegen die Leipziger Buchmesse entschieden dieses Wochenende.

Ich möchte darüber schreiben dürfen, dass ich gerade ein kleines Tief habe, so wie ich darüber schreibe, wo ich gerade am reisen bin, was mir tolles widerfahren ist und eben all das. Weil das zum Leben dazugehört. Ihr merkt schon, dieser Beitrag ist leiser als die meisten hier. Traurigkeit macht mich anscheinend handzahm.

 

 

Schönes Wochenende ihr lieben,

 

 

 

Paula

6 Antworten auf „Wintertraurigkeit“

  1. Hallo Paula,

    “handzahm” verstehe ich deine Texte oft besser 😉
    Halte durch, tanke Kraft indem du dich dich selbst spürst lässt und dann kommt bestimmt auch wieder bald mal Sonne – wie eigentlich immer!
    Das sind auch die Worte, die ich mir selbst sage, denn auch bei mir stehen grundlegende Veränderungen an, die ich alleine bewältigen muss. Mit Umzugsunternehmen, Raumausstatter und Therapeutin 🙂
    Erholsames Wochenende und alles Gute für alles Neue
    Christine

    1. Hallo Christine!

      Danke, dir auch! Ich sehe schon, ich muss mich auch in diese Richtung mal reflektieren, was meinen Schreibstil anbetrifft. 😉

      Wünsche ich dir auch, halte durch!

      Graue Grüsse aus Zürich,

      Paula

  2. Du schreibst so treffend über diese Themen, da fühle ich mich direkt weniger allein… habe erst heute mit einer Freundin über diese Traurigkeit gesprochen und wir haben gemeinsam beschlossen zu weinen! Das hat so gut getan! Danke Paula

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