Ich, bin vieles – vor allem verbittert. Nicht.

“So erfahr ich Sachen über mich, die ich selbst nicht gewusst habe”

Samy Deluxe

 

Ich habe Borderline und andere psychische Leiden, bin verbittert, suhle mich in der Opferrolle, bin unglücklich, neidisch auf die Beziehungen und Ehen von anderen und überhaupt sehr aggressiv. Gehe Leute auf den Sack. Komisch, dabei dachte ich gestern, ich wäre in Zürich und nicht auf dem Sack von irgendwem. Auch empfinde ich in meinem Leben einen Makel, weil ich noch niemanden gefunden habe der aus meinem verbitterten “Ich” ein “Wir” machen möchte. Ich arme, ich heule mich deswegen immer vor lauter Selbstmitleid in den Schlaf. Schon seltsam, dass einige mir als Makel auslegen, dass ich mich bereits vollständig fühle, mit mir selber, und von niemanden ergänzt werden muss. *Kopfschütteln

Habt ihr das noch nicht gewusst?

Ich wusste all das über mich auch noch nicht, aber zum Glück gibt es das Internet. Und das Internet weiss alles. Mit Frauen darin, mit sehr mitteilungsbedürftigen Frauen, die persönliche und degradierende Beleidigungen als Kritik bezeichnen um mir dann bitterböse Ferndiagnosen um die Ohren zu hauen, weil ich Konter gebe, statt einfach mal die Klappe zu halten und es so stehen zu lassen. “Denn es reicht jetzt zu dem Thema, wirklich”. So war der Wortlaut einer Dame gestern im Netz. Ja, was fällt mir nur ein ihnen zu antworten, Widerworte zu geben? Das muss ja krank sein. Die Prinzessinnen von gestern, mit ihren 08/15 Modeblogs verstehen bestimmt deswegen die Welt nicht mehr.

Würden sie sich nicht so künstlich aufregen, und sich so persönlich angesprochen fühlen, hätte es aber auch nicht die letzen drei Beiträge gegeben. Also kann ich mich nur herzlich bedanken für so viel Engagement. Und für den tollen Traffic, den ich mit diesen Beiträgen generiert habe <3 <3 <3 Und für jede, die es noch nicht wusste: Wann es reicht, bestimme ich.

Und zwar nur ich. Weil, mein Blog und meine Regeln. Don`t like it? Wer zwingt dich hier zu sein? Wie Facebook funktioniert, muss ich auch niemanden erklären. Blocken und gut ist. No need mich zuzulabbern wie scheisse du das alles findest. Mich interessiert das Null. Probiert es mal bei Wayne. Und wenn ich ihnen dann auf der gleichen Stufe begegne…ewig MIMIMI…”Du bist aggressiv!” MIMIMI. Ne, ich bin nicht aggressiv, aber ich schulde Menschen die mich beleidigen und es Kritik nennen keinen Respekt oder einen angenehmen Umgangston. Mein Puls bleibt dabei auch echt ruhig und relaxt, von Adrenalin und Aggressivität keine Spur, sorry.

Ja, wenn das eigene Weltbild wackelt, wird es schwierig zu differenzieren oder zu lesen. Was ist mein Weltbild und meine Ansicht und was gehört zum anderen, das verstehe ich doch nur all zu gut, dass man das schon mal durcheinander bringen kann, wenn man so voller Zorn ist. Weil man auch einfach nicht lesen kann. Aber Menschen als krank zu betiteln, nur weil sie andere Werte haben, also ich weiss nicht meine Damen und Herren, was das über euch aussagt. Fragt doch mal einen Psychologen. Denn im Gegenzug zu euch, fühle ich mich nicht befähigt Ferndiagnosen auszustellen aufgrund meines subjektiven Momenteindrucks von euch – nach ein paar Minuten im Internet. Entschuldigt.

Irgendwie waren sie nicht fähig richtig zu lesen

Ich habe mich in erster Linie über MANCHE MONOGAME BEZIEHUNGEN aufgeregt die auf Lügen basieren, die nicht ehrlich und mit offener Kommunikation der eigenen Bedürfnisse ablaufen. Was verstand das Internet: ALLE MONOGAMEN BEZIEHUNGEN SIND SCHEISSE! Und so reagierten viele auch. Aber ja, ich verstehe das. Wenn, das eigene Weltbild wackelt, wird es schwierig mit dem klarem Kopf. Und ja, auch habe ich NIE behauptet JEDER WÜRDE FREMDGEHEN. Was verstand das Internet: ALLE GEHEN FREMD! Weil, manche die Aufmerksamkeitsspanne einer Fliege haben.

Nun ja, mir hat es auf jeden Fall sehr viel Spass gemacht zu sehen, wie viele so viel über sich Preis gegeben habe und über ihr Weltbild ohne es zu merken. Selbst meine berufliche Qualifikation hat man mir abgesprochen. Weil mein Privatleben ja auch so viel mit meinem beruflichen Umfeld zu tun hat. Und ich wäre bestimmt eine noch bessere Nanny und Pädagogin, wenn ich einen festen Freund hätte oder einen Ring am Finger. Vielleicht könnte ich dann auch fliegen, wie Mary Poppins, wir werden es wohl nur leider nie erfahren. Weil ich so eine schreckliche, abscheuliche Frau bin, die niemand will.  *Hexenlacher hier reindenken bitte

Es ist ok, weil eigentlich nicht mein Problem

Eine Leserin brachte mich drauf, auf den Reifeprozess. Einige Dinge brauchen noch ihre Zeit, und so wohl auch manche Damen, um sich aus ihrer verträumten Disney Welt zu lösen. Und um ihren Selbstwert, alleine zu erkennen. Um sich selber lieben zu können. Und wohl auch zu dieser Erkenntnis: Eine (offene) Beziehung und Ehe ist Arbeit. Offene Kommunikation, immer im Austausch über Befindlichkeiten, Wünsche, Sorgen und Ängste. Anscheinend schaffen das aber viele nicht. Die Praxen der Paartherapeuten sind voll, die Scheidungszahlen sehr hoch, das Fremdgehen wird leider auch nicht weniger. Das bedeutet aber nicht, dass es die erfüllenden, glücklichen monogamen Beziehungen und Ehen nicht gibt, was ich so auch schon schrieb im ersten Beitrag.

Ich plädierte für mehr Offenheit, für mehr Ehrlichkeit, statt für den leichten Weg des Lügens und Fremdgehen, was manche an den Tag legen. Und das ist Fakt, ob man sich nun auf den Kopf stellt, mich beschimpft bis zur Unkenntlichkeit oder sich die Welt malt wie sie einem gefällt. Man legte mir den Werteverfall durch meine Aussage zu Last, dass ich offene Beziehungen für ehrlicher halte. Weil viele auch keine Ahnung haben was eine offene Beziehung bedeutet. Aber Hauptsache erst mal Gift und Galle spucken. Spricht halt auch für diese Menschen und ihre Einstellung zum Leben und der Toleranz gegenüber anderen Lebensmodellen. Ja, ich klage an, weil ich die Leute zum Gespräch anregen möchte, was ja auch gut gelungen ist. Nur die Art und Weise..daran sollte man noch arbeiten.

Weil ich möchte, dass sie sich Gedanken machen. Und, ja, warum nicht? Man regt die Leute zum Nachdenken an, in dem man sie manchmal vor den Kopf stösst. Ich bin nämlich keine Diplomatin, ich bin ich. Der Name des Blogs ist auch: “Was man so nicht sagen darf!” Und nicht: “Ich fasse die Leser mit Samthandschuhen an.” Ja, ich bin eine Dampfwalze, mein Schreibstil hat wenig Fingerspitzengefühl. Das ist ok. Das bin ich, das ist der Blog. Muss ich unzufrieden sein um auf Missstände aufmerksam zu machen? Denn genau das wollte man mir auf Teufel komm raus unterjubeln. Unzufrieden! ich frage mich nur….weswegen sollte ich unzufrieden sein?

Dürftige Argumentationskette

“Kein Wunder bei deinem Umfeld” <–Weil ich ihnen einen kleinen Einblick in mein Leben gegeben hatte, ging man davon aus, dass ich nur im Nachtleben verkehre und im Rotlichmillieu. Tut mir leid, dass ich nicht jede Anmache mit Uhrzeit, Name und Adresse aufgeschrieben habe, die ausserhalb dieser Szene passierte. Und ja. Klar. Ich verkehre und verkehrte nur dort. Kenne sonst niemanden, nie kennengelernt. Gehe auch nur Nachts vor die Türe. Bürokratie Gänge macht mein Einhorn für mich, so wie den Rest meines Alltags. Es hat ja schliesslich Superkräfte.

“Das habe ich so noch nie erlebt!” <—Ich habe keinen Krebs, also gibt es Krebs auch gar nicht! Nur, weil wir etwas noch nie erlebt haben oder in unserem Umfeld gesehen, bedeutet es nicht, dass es nicht existiert. Ich hatte auch noch nie einen Knochenbruch, trotzdem weiss ich, dass Knochenbrüche existent und real sind.

“Wenn Du glücklich wärst, würdest Du nicht solche Beiträge schreiben!” <—Und weil ich immer was zu essen habe, setze ich mich auch nicht für Arme ein. Und weil es mir gut geht, schaue ich bei Ungerechtigkeit einfach weg. Und weil ich so happy bin, darf ich auch nie auf andere zeigen, sie zum Gespräch anregen und zum Nachdenken über Dinge die mich beschäftigen. Wozu? Geht mir ja prima, was interessieren mich die Probleme der anderen? Und Leute fragen sich echt, was falsch läuft in der Welt!

“Du klingst mega frustriert!” <—-Ja, das bin ich auch, weil ich mir jeden Tag so ein Theater anschauen muss, denn manche in ihren “monogamen Beziehungen” veranstalten. Hinten rum benehmen sie sich aber, als wären sie Single. Ja, es frustriert, wenn ich sehe, wie viele ihre Neigungen und Wünsche vor dem Partner verbergen und im stillen Leiden. Weil der Schlüssel zu alle dem vor ihnen liegt, nur wollen sie nicht gewisse Türen damit öffnen oder sich selbst aus Angst verlassen zu werden. Doch, wenn es der / die Richtige ist, warum kann man dann nicht über alles reden?

Woher kenne ich so ein Verhalten nochmal?

Alles in allem erinnerte mich die Art und Weise wie ich angegangen wurde, an religiöse Fanatiker. Man darf nichts kritisieren, nichts in Frage stellen, sonst “nimmt man den Menschen den Glauben weg” Ich sollte mich anders ausdrücken, mich einfühlen in die Menschen und mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legen und  am Besten gleich aufhören darüber zu schreiben. Wurde beschimpft, degradiert und mir wurden Unwahrheiten angedichtet.

Woher kenne ich das nochmal? Richtig. Von religiösen Fanatikern.  Aber wir leben nicht irgendwie sondern die meisten kamen aus Deutschland und Österreich. Und so weit ich mich erinnere, muss man dort andere Meinungen aushalten. Ganz ohne Beleidigungen und alle dem 😉 Vielleicht gilt ja für die Damen und Herren nur die Meinungsfreiheit, die sie selber vertreten. Sorry, for not sorry.

6 Antworten auf „Ich, bin vieles – vor allem verbittert. Nicht.“

  1. Sehr cool. Völlig wurscht ob ich Deine Meinung teile (über mein Sexualleben, will ich jetzt aus Rücksicht auf meine Familie nicht so unbedingt öffentlich schreiben) – ich find Dich so mutig und stark. Von dem “ich bin keine Diplomatin, mein Blog, meine Regeln” muss ich mir dringend noch eine Scheibe abschneiden! Sehr sehr cool!

    1. Liebe Katharina!

      Man muss ja auch nicht meine Meinung teilen, um Gottes Willen.

      <3 Danke für die lieben Worte.

      Sonnige Grüsse,

      Paula

  2. Früher habe ich immer mal wieder versucht den Leuten die uns, meine Partnerin und mich, wegen unserer Art von Beziehung angegriffen haben die Vorteile aufzuzeigen und sie auch zu mehr Offenheit oder zumindest Ehrlichkeit zu überreden. Mittlerweile sage ich, sch…s drauf. Ich meins, du deins. In Beziehungen steckt halt immer Arbeit, wenn man sie aufrecht erhalten will. Aber viele haben sich einfach bequem eingerichtet und kommen, wie du schreibst, nicht mehr aus der Komfortzone. Ich bin da auch keine Ausnahme. Ich muss mich auch immer wieder mal am Riemen reissen um die tolle Beziehung die wir haben, aufrecht zu halten. Deine Einträge sind für mich auch immer wieder eine Anregung mich zu hinterfragen und kritisch zu bleiben. Macht Spass sie zu lesen. Und schönes Wochenende im Rotlichtmilieu.

    1. Hallo Urs!

      Danke für die aufmunternden und offenen Worte. Ja, irgendwie wollen die Leute das auch nicht hören und schotten sich total ab. Immer hin, werden sie aber mit ihren Freundinnen und Freunden diskutieren, was das für eine total verrückte war mit ihren Thesen. Und dann habe ich mein Ziel erreicht 😀

      Schönes Weekend!

  3. Hi Paula,
    sehr guter, sehr ehrlicher Bericht von dir. Habe ich gerne gelesen und mir auch meine persönlichen Gedanken dazu gemacht. Immer schön, wenn man im Netz Beiträge findet die auch eine Botschaft beinhalten und zum Nachdenken anregen.
    Alles Gute für dich,

    1. Hallo Sabine!

      Danke Dir für die lieben Worte.

      Dir auch alles Gute und es freut mich sehr, konnte Dich der Beitrag zum Nachdenken anregen.

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