“Sie haben kein Recht auf bessere Eltern!”

Ivy Kundt, feige hinter einem Fakeprofil, war so frei mir einen ganz tollen Kommentar zu hinterlassen nach dem sie einen kleinen Ausschnitt des Beitrags auf FrauTV beim WDR gesehen hat:

Sie sind offfenbar die, die ihre Eltern verlassen hat. Was mich an Ihren Aussagen stoert: diese Weinerlichkeit, dieses Suhlen im Vergangenen. Perfekte Eltern gibt es nicht, das wissen alle, die Eltern haben und selbst sind. Und natuerlich machen alle Kinder ihren Eltern Vorwuerfe. Aber gluecklicherweise finden die allermeisten Familien irgendeinen Weg, miteinander in Kontakt zu bleiben auf eine Art, die allen entspricht. Wer den Kontakt aber ganz abbricht – und das nur wegen eines Eis – verbaut den Weg in eine bessere Zukunft. Wie dumm! Und wie arrogant! Merke: Sie haben kein Recht auf bessere Eltern. Mir scheint, dass Sie recht eitel und selbstbezogen sind und an sich selbst viel weniger Forderungen stellen als an Ihre Eltern.”

Es waren ZWEI Eier!

Ja, wegen einem Ei, na sowas aber auch. Hätte die Dame besser hingehört, wüsste sie, es waren sogar zwei. Und hätte sie nicht die Aufmerksamkeitsspanne einer Fliege, hätte sie weiterhin aufmerksam zugehört und nicht mit Schaum vor dem Mund mir diesen gehässigen Kommentar geschrieben, wüsste sie, dass diese Eiergeschichte nun mal das berühmte Fass zum explodieren brachte. Aber nun gut. Man kann auch Wörter wie “Gewalt” und “Erniedrigung” überhören so wütend wie man ist. Sie war nicht alleine mit solchen Aussagen, die zum Glück in der Minderheit blieben.

“Im Fernsehen kam es schon leider ein bisschen so rüber als hätte es an dem Ei gelegen. Aber kurzes Nachdenken hilft. Sicherlich macht niemand “Schuss” wegen nur so einer Geschichte.”

Klar, wenn man die Wörter jahrelange Gewalt und Erniedrigung ausblendet, und den versuch jahrelang die Vergangenheit anzusprechen, lag es nur an diesem Ei! Niemand versaut mir den verdammten Kuchen Herr Gott nochmal! Entschuldigung, ich kann eben über solche Dinge lachen. Was mir auch jemand übel genommen hat, meinen Humor darüber.

“Du hast anscheinend nicht genug Prügel bekommen, wenn Du das lustig findest! Du bist doch krank!”

Schon lustig, darüber lachen geht als Opfer nicht, aber Opfer von Gewalt fertig machen scheint ok.

Ich weiss, was manche stört!

Wenn man Opfer von psychischen und physischen Misshandlung hört, hat man doch, wenn man ehrlich ist, ein Bild vor Augen wie diese Menschen aussehen. Oder wie sie auszusehen haben. Nun sitzt da aber eine selbstbewusste, gepflegte junge Frau, die klar, direkt und mit fester Stimme erzählt was sich zugetragen hat. Das passt natürlich nicht ins Bild. Eine glückliche junge Frau? Die misshandelt worden sein soll, jahrelang? Nein! Das kann es nicht sein. So schlimm kann es nicht gewesen sein, wenn sie nun da so sitzt und frei erzählt und mein Gott, sie lacht auch noch dabei. Mancher Leute Sensationsgeilheit ist echt unerträglich.

Auch, dass der Fokus auf der Geschichte mit der Geschichte mit dem Ei lag wurde bemängelt

Manchen wäre eine fertige junge Frau lieber gewesen übersät von blauen Flecken live aus dem Frauenhaus. Aufgeschnittene Arme, verkorkstes Leben, Sozialamt. Denn sie ist ja ein Opfer, also hat sie sich verdammt nochmal auch wie ein scheiss Opfer zu benehmen. Und Opfer lachen nicht, die haben kein Leben, keine Freude und keine Erfolge. Sie hängen an der Flasche, sind verwahrlost und depressiv.

Ja, dann hätte man mir und anderen Mitleid ausgesprochen. Und das Recht zugestanden mich zu schützen. Danke aber auch! Dumm nur, dass weder ich noch andere um Erlaubnis fragen, oder wann die persönliche Schmerzgrenze erreicht ist, an dem man das Recht hat sich umzudrehen und zu gehen um sich so vor weiteren Missbrauch zu schützen.

 

Was du nicht willst das man dir tut

Einigen Damen habe ich dann auch vorgeschlagen, dass ich bei ihnen vorbei komme. Sie anschreie wegen jeder Sache, sie niedermache, immerwährende kritisiere und schlage, ins Gesicht, mit dem Kopf gegen die Wand, mit Gegenständen nach ihnen werfe. Wenn sie denken, meine und andere Eltern hatten ein Anrecht dazu das mit ihren Kindern zu tun, dass es nicht weiter schlimm wäre und wir uns nicht so anstellen sollen, dann sehe ich kein Problem, dass mal ein paar Tage mit ihnen durchzuziehen. Vor ihren Freunden, Verwandten, Arbeitskollegen und in der Öffentlichkeit. Oder die besagte obige Dame, die meinte ich hätte kein Recht auf bessere Eltern. Und, dass meine Forderungen an meine Eltern höher sind an diejenigen an mich selbst.

Klar, meine Ansprüche und Anforderungen sind zu hoch gewesen an meinen Eltern

Klar, es war mein Fehler zu erwarten, dass ich mal gelobt werde oder in den Arm genommen, dass ich mich sicher und geborgen fühle. Es war mein Fehler zu erwarten nicht geschlagen zu werden, oder wegen allem niedergeschrien zu werden. Es ist auch mein Fehler gewesen zu erwarten, dass mich die Mutter nicht als Emotionalen Kotzeimer missbraucht, während ihrer Scheidung und danach. Oder als Schutzschild, dass zwischen sie gestellt wurde, wenn sie sich wieder mit meinem Vater geschlagen hat. Oder, dass ich in der Pubertät als Partnerersatz fungieren musste.

Weil “Kinder haben keine eigenen Probleme in der Pubertät.” Auch ist es meine Schuld zu erwarten, dass meine Mutter mir glaubt, dass ich ihr sicher nicht den über 30 Jahre älteren neuen Partner ausspannen möchte. Bäh! Auch bin ich natürlich schuld, an dem Leben, dass meine Eltern führten, dass sie so nicht wollten, aber mussten, weil ich geboren wurde. Auch, dass ich erwartet hatte, dass mein Vater sich um uns Kinder kümmert statt nur zu saufen, zu schlafen oder uns alle zu schlagen war zu viel verlangt, ich weiss. Ich schäme mich ja schon in Grund und Boden das alles erwartet zu haben.

Diese hohen Ansprüche und Anforderungen sind auch nur sehr schwer zu erfüllen und vor allem nachzuvollziehen. Ich weiss. Was fällt mir nur auch ein, ein normales Leben mit respektvollen, liebenden Eltern zu erwarten, ich arrogante, dumme, eitle und selbstverliebte Kuh? Warum kann ich nicht einfach darüber hinweg sehen, und mich nicht weinerlich in der Vergangenheit suhlen, dass alle Eltern “Fehler” machen und einfach so tun als wäre das alles nicht passiert?

Es gibt Fehler, ja. Und es gibt Missbrauch. Jahrelangen Missbrauch.

Wir ernten was wir säen

All diese Menschen, die mir versuchten einzureden ich wäre schlecht, ich wäre undankbar und arrogant und herzlos, es sind Eltern die verlassen worden sind. Und weil, sie ihren Frust nicht ihren Kindern um die Ohren hauen konnten tun sie es eben bei mir. Aber wie man sein Kind erzieht, so hat man es eben später auch. Wer seinem Kind eine solide Grundlage gibt, Urvertrauen, Liebe, liebevoll Grenzen setzt, Freiheit, wenn es so weit ist,  der muss sich auch keine Sorgen machen.

Kein Kind mit glücklicher Kindheit und genügend Freiraum um sich zu entfalten verlässt seine Eltern. Doch wer sich nicht bemüht um ein respektvolles miteinander ohne Gewalt und Erniedrigung, Machtkämpfen und ständigem Geschrei der kann sich sicher sein, dass er später mal von seinem Kind verlassen wird. Sorry for not sorry! Respekt und all das ist keine Einbahnstrasse.

Ich mag mich noch gut erinnern wie meine Mutter immer schrie, ich solle sie respektieren, während sie auf mich einschlug. Ich habe sie damals ausgelacht. Und tue es heute noch für diese Aktionen. “Herzlos” nennen es die einen, damit kann ich leben. Sie als Täter scheint man ja teilweise in Schutz zu nehmen. Wie herrlich zu beobachten, wie sich die Eltern auch hier wieder mit dem Täter mehr Empathie zeigen, sich sogar verbünden und Gewalt plötzlich voll ok finden. Nur halt nicht an ihnen selber. Aber an anderen scheint sie voll in Ordnung zu gehen.

Ich weiss, was diese Eltern stört. Da sitzt eine glückliche erwachsene, die ihre Eltern nicht vermisst. Die es geschafft hat sich loszulösen, sich ein Leben aufgebaut hat, ganz ohne die elterliche Hilfe. Das ist das was diese wirklich sehr Menschen stört. Dass ich anderen zeige, wie schön es sein kann, wenn man sich vom Terror des Elternhauses löst und seine eigenen Wege geht with no fucking regrets!

Es könnten ja noch mehr auf die Idee kommen, dass es ihnen tatsächlich besser gehen wird, wenn sie sich lossagen von all dem was ihnen nicht gut tut. Und seien es die eigenen Eltern.

16 Antworten auf „“Sie haben kein Recht auf bessere Eltern!”“

  1. Danke für den tollen Beitrag! (Und auch alle andere vorhergehenden ;-))
    Ich selbst hatte keine “solide” Kindheit (wenn man es so nennen will) und kann sehr vieles sehr gut nachvollziehen! Bei mir hat vor allem auch Zynismus und Humor über viele Jahre hinweg geholfen – und den habe ich mir auch behalten. Was viele wirklich nicht verstehen, wenn ich relativ locker über meine Vergangenheit plaudere oder erzähle, dass meine Mutter auch vor einigen Jahren an einer Abhängigkeit gestorben ist. Dann wird automatisch ein trauriges Gesicht erwartet und eine ganz andere Haltung. Dabei bin ich (meistens zumindest) ziemlich stolz auf das was ich rückblickend alles erreicht habe und wie ich jetzt lebe bzw. leben kann! Es gibt einige, die zerbrechen an sowas – und ich bin ehrlich froh, über alles was ich mir “trotz allem” aufbauen konnte.
    Puh, aber zu dem Thema könnte ich so viel schreiben…deswegen an dieser Stelle auch nochmal ein Lob für deine tollen Beiträge! 🙂
    Liebe Grüße,
    Daniela

    1. Gern geschehen und Danke für die lieben Worte.

      Ja, ich weiss auch nicht was die Leute erwarten. Einerseits, dass man sich löst aus der Opferrolle und sein Leben lebt, andererseits aber auch, dass man traumatisiert und verstört ist und, wie du sagst, ein trauriges Gesicht macht, wenn man davon erzählt. Mein Gott, wir haben die Hölle überlebt. Warum sollte man also traurig sein? Es ist vorbei und man ist *gross” und “stark” geworden und bestimmt nun selber was läuft. Wenn das kein Grund zur Freude ist?

      Fühl Dich gedrückt liebe Daniela!

  2. Liebe Paula,
    auch schreibe anonym. Aber was diese Frau Dir vorwirft, ist wirklich ein Schlag in die Magengrube. Ich kann Dir nur beipflichten, niemand geht von selbst.
    In meinem Fall musste mein Vater mich im wahrsten Sinne des Wortes bei Nacht und Nebel aus der Wohnung holen, in der ich zuletzt gemeinsam mit meiner Mutter wohnte.
    Er sah, die Verletzungen und glaubte mir.
    Damals konnte ich nicht zur Polizei, weil sie mir das Telefon aus der Hand riss und minutenlang auf mich einschlug.
    Habe auch eine längere Email an den WDR geschickt.
    In der Zeit habe ich sehr viel dazu gelernt.
    So auch, dass ich jahrelang von ihr parentifiziert (https://de.wikipedia.org/wiki/Parentifizierung) und physisch missbraucht wurde.
    Ich will auch kein Mitleid, nur stark werden und nichts mehr von dieser Frau hören, sehen und lesen.

    1. Liebe D.

      Habe ich wieder was gelernt. Danke. Fürchterlich, einfach nur fürchterlich zu was Mütter in der Lage sind.

      Das gleiche passierte auch mit mir. Ich nannte es nur “als Partnerersatz” fungieren. Ich sollte mal entscheiden ob wir in eine neue Wohnung ziehen, die wir gemeinsam angesehen hatten, meine Mutter und ich. Klar, war ich begeistert, wir wohnten vorher zu 5.(als mein Vater noch da war) in einer 2 Zimmer Wohnung.

      Am Ende hiess es dann ich hätte sie fast überredet in die neue, total überteuerte Wohnung zu ziehen. Hallo? Klar, als Kind hat man ja auch voll den Plan von Budgets und Einkommen. Klar, sage ich als 13 jähriges Kind “unbedingt einziehen” wenn die Aussicht besteht mal endlich mein erstes eigens Zimmer zu haben.

      Du bist bereits stark 😉 <3

      Weiterhin alles Gute!

  3. Also, das ist ja schon mehr als unrealistisch! Lügenpresse! Du hättest dich noch während die Sendung im Schnittraum bearbeitet wird, zu Tode trinken müssen. Erst dann hättest du das Recht gehabt, dich über deine Eltern zu beschweren. Wie kannst du es nur wagen? Lesen und schreiben kannst du doch auch! Also kann ja nicht alles schlecht gewesen sein! Und jetzt setzt du dich dahin und hast einfach die Dreistigkeit besessen, dein Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten! Ungeheuerlich! Und für sowas zahle ich Rundfunkgebühren!

    Mal im Ernst, was geht in solchen Leuten vor? Ich hab den Beitrag nicht gesehen und auch längst nicht alles von dir hier gelesen, aber nur der kleine Teil, den du jetzt hier nochmal aus deiner Kindheit geschildert hast, reicht aus, um mir klar zu machen, dass es richtig war, dich von deinen Eltern zu lösen.

    Hättest du es nicht getan, hätten wahrscheinlich wieder alle nach dem Jugendamt und der Politik geschrien! Aber selbst aktiv zu werden, nein, das geht nicht!

    1. Lügenkresse! Natürlich! Was denn auch sonst? Alles inszeniert, damit ich andere Eltern ärgern und quälen kann! Weil ich sonst an Langeweile sterbe…*
      Ja, ich weiss, aber so als Sozialfall hat man nicht so viel Geld für Alk, weisste? Spass bei Seite. Ja, was fällt mir nur ein, nicht weiter im Stillen zu schweigen? lol!

      Der Hass geht in den Leuten vor. Wie immer wenn sie sich so äussern. Da sitz eine Mutter oder zwei oder drei, die dann sehen: “Oh, da hat eine den KOntakt abgebrochen! Schau mal wie gut es der geht. So wird mein Kind auch sein, hab auch schon ewig nichts mehr von ihm / ihr gehört.”

      Aber statt sich und das Verhalten zu hinterfragen, zeigt man mit dem Finger auf andere und lässt den Frust, den Selbsthass, auf andere los. Bringt ihnen halt das Kind auch nicht zurück oder macht das alles ungeschehen. Und ich? Ich mache Beiträge aus den Hasskommentaren und lasse mir ihren Bullshit gepflegt am Hintern vorbei gehen. Denn, wenn man ihnen anbietet, mal mit ihnen das gleiche zu machen, wie im Text beschrieben, antworten alle ich sei ja krank und kriminell. Aber meine und andere Eltern dürfen das, logisch, oder? Man soll dafür dann auch noch Dankbar sein, L.O.L.

      Nein, selber das Leben in die Hand nehmen, Verantwortung übernehmen, sich nicht in der Opferrolle suhlen, ist für einige so utopisch wie eine fliegende Kuh.

      Liebe Grüsse,

      Paula

      (*Mein Gott, ich hoffe das wird als Ironie erkannt)

  4. … und Sie haben kein Recht auf “bessere” Kinder…

    Liebe Paula, ich habe diesen uund deine anderen Artikel über das Eltern-Verlassen-Thema gelesen, bin über frau-tv auf deinen Blog aufmerksam geworden.
    Ich schreibe wirklich nie irgendwelche Kommenater auf Blogs, aber jetzt ist es nötig: DANKE FÜR DEINE BEITRÄGE!!!
    Du sprichst / schreibst mir aus der Seele.Habe ähnliche Geschichte, Konaktabruch mit Eltern seit ein paar Jahren und das war einfach der richtige und nötige Schritt.

    Auch ich habe den Beitrag / vom Buch des Vereins der verlassenen Eltern gesehen und mich UNHEIMLICH aufgeregt und dann auch wirklich lange drüber nachgedacht, mich mit meinen Therapeuten und sonstigen Fachmenschen dazu auch ausgetauscht. Mein Fazit ist auch ganz klar: Ja, die primäre Ursache liegt nun mal leider bei den Eltern. Denn: Die Beziehung ist bzw. war ein Leben lang eine einseitig abhängig Beziehung – d.h. die Eltern prägen vielm mehr (bzw. ausschließlich) das Kind, haben Einfluss auf das Kind – und eben nicht umgekehrt. D.h. ein Kind, das sich vom Elternhaus abwendet hat einfach ganz offenbar etwas ganz essentiell wichtiges nicht von ihren Eltern vermittelt bekommen: Geborgenheit, Liebe, (Ur-)vertrauen.

    Mir hilft einfach nur die Erkenntnis, dass meine Eltern einfach nicht selbstreflektierend über unseren Konflikt nachdenken KÖNNEN, ja sie können nicht einmal versehen, dass dies notwendig zur Lösung des Konfliktes wäre. Sie können es einfach nicht anders, weil sie eben auch so aufgewachsen sind, wie sie aufgewachsen sind…. es liegt an UNS, LIEBE PAULA, diese Muster zu durchbrechen!! Das ist schwierig, anstrengend, zum kotzen etc.. wird aber mit einem Gefühl belohnt, das Du so schön mit “sich selbst spüren” beschreibst.

    ALLES GUTE!!

    1. Guten morgen Brigitte

      Danke erstmal für die Ehre deines ersten Kommentares 😀 Ich freue mich sehr. Und danke auch für deine lieben Worte. Ja, nur diese Prägung die von den Eltern ausgeht..das verstehen viele, viele Menschen nicht. Dass die Eltern verantwortlich sind dem Kind das alles mitzugeben. Und man hat sein Kind meist so, wie man es erzieht, gerade in der Eltern Kind Bindung.

      Ja, das ist hier genauso, sie können nicht darüber nachdenken, weil sie selber Opfer waren die zu Tätern wurden. Das hilft wirklich, ungemein.

      Es freut mich zu hören, dass es Dir anscheinend auch viel besser mit der Entscheidung geht.

      Schöne Ostern und sonnige Grüsse aus Zürich,

      Paula

  5. Liebe Paula,
    ich habe selbst erst vor vier Jahren den “Schlußstrich” gezogen. Ich musste erst 45 Jahre alt werden und 10 Tage auf der Intensivstation verbringen um einen klaren Spiegel vorgehalten zu bekommen. Bei mir waren es nicht nur die Eltern, sondern in Kombination mit meiner Schwester. Als mein Man verstorben war, haben sie sich wie die Assgeier auf mich gestürzt. Sie haben es zu seinen Lebzeiten nicht gewagt, er und ich waren eine Einheit und sie hatten nicht die Chance, weil wir eine Einheit waren. Sicherlich gab auch da Situationen die sehr verletzend waren und auch da schon zu Kontaktabbruch geführt haben. Aber “um des lieben Friedens willen” sich einigermaßen wieder eingerengt hatte. Aber man ist, je öfter diese Verletzungen zustande kommen, auf der Hut. Und nach seinen Tod kam auch noch meine Schwiegermutter mit in ihr Boot. Über Beschuldigen als Möderin, Erbschleichering, dummes Miststück hin bis zum Morddrohungen, war alles dabei. Wir hatten auch noch einen kleinen Sohn, vor dem alle ihre “Konflikte und Verfehlungen” meiner negativen Person zum lautstark zum Ausdruck gebracht und auch anfingen, gegen ihn ihre Boshaftigkeiten loszulassen, so dass auch er in seelische Not geriet und aus der Spur lief. Es war dann eine “Kleinigkeit” die auch bei mir das Faß zum überlaufen gebracht hat und mich dann diesen Schritt machen ließ. Es war in der Zeit in vielen Bereichen nicht einfach, weil darüber hinaus in meinen Umfeld falsche Aussagen über meine Person getätigt wurden und mich übelst aussehen ließen. Gerade wenn man gerade eine schwere Erkrankung hinter sich hat und eigentlich Erholung bedarf, einen eher andere blöde Gedanken aufkommen ließen. Ich habe dann Hilfe von ganz anderer Seite erhalten und habe diese “Trennung” vollzogen. Es geht uns heute besser. Aber wirklich lassen ihre Gehässigkeiten nach all der Zeit nicht nach. Traurig! Eigentlich sollten alle einmal einen Terapeuten aufsuchen und nicht immer anderen diesen “gut gemeinten Ratschlag” erteilen. So what!

    1. Liebe Birgit

      Ich musste ein paar mal schlucken als ich deinen Kommentar gelesen habe. Tut mir wirklich leid, dass Du so etwas unglaubliches erleben musstest. Ich hoffe es geht dir seit dem besser 😀 Ach, das mit dem hinter dem Rücken reden und lästern kenne ich auch. Aber wie hat mal jemand so schön gesagt: “Grosse Köpfe diskutieren Ideen, und kleine Geister diskutieren Leute!” Alles in allem zeigt es sich ja schon, dass sie nicht ganz dicht sind, entschuldige. Sicher, nicht nur eine Therapie 😉

      Für Dich und deinen Sohn und deine lieben, nur das Beste für die Zukunft.

      Sonnige Grüsse,

      Paula

  6. “Das Dumme an der Demokratie ist, dass die Intelligenz ungleich verteilt ist” (Zitat eines Hochbegabten).

    Das ist das einzige, was mir zu Frau Kundts Beitrag noch einfällt.

    Danke für Deinen Mut, die Dinge beim Namen zu nennen. Du hast alles richtig gemacht. Es gibt ja leider keinen Führerschein fürs Elternsein, und ganz bestimmt würden ihn viele nicht bekommen.

    Du hast alles Glück der Welt verdient.

  7. Denn sie ist ja ein Opfer, also hat sie sich verdammt nochmal auch wie ein scheiss Opfer zu benehmen.

    Ja, das ist wie mit Diskussionen um Armut hierzulande. Unweigerlich kommt eine(r) aus den Löchern und schreit laut “Hier ist doch keiner arm! Die haben doch alles!”

    Das “die” natürlich “alles haben” auf Kosten des Schreiers, ist implizit natürlich klar.

    Merke: Für manche Menschen ist nichts Armut, was nicht ihren persönlichen Vorstellungen davon entspricht. Ohne totes Kind im Staub und anderes daneben mit Fliegen in den Augen kann es nicht Armut sein.

    Üblicherweise haben diese Menschen weder ethisch noch moralisch besonders hohe Werte oder Verhaltensweisen vorzuzeigen.

    Gilt analog dann auch für “Opfer von…”

    Derartige Gehirnzwerge schlicht ignorieren, die sind den Sauerstoff nicht wert, den man beim Aufregen verbraucht 😉

  8. Hallo Paula,
    ich kann mich nur Deiner Meinung anschließen. Nur weil ich Opfer bin, muss dieses “Opfertum” ja nicht aus jeder meiner Körperporen ausdünsten. Wichtig ist, was man zwangsläufig (als Erwachsene) daraus macht. Entscheide ich mich dafür in meiner Opferrolle “auszuruhen” (ich setze das jetzt mal bewusst in Anführungszeichen) oder nehme ich die Herausforderung an, an den Geschehnissen in meiner Vergangenheit (Vater schwerer Alkoholiker, psychischer Missbrauch von meinem Vater an meiner Mutter und später dann auch an mir und meiner kleinen Schwester) zu wachsen? Ich persönlich habe mich (wie Du?) für Letzteres entschieden und ich denke, so was nennt man auch Resilienz. Und ja, dabei kommen dann auch starke, selbstbewusste Personen heraus, die mit geraden Schultern, klarem Blick und einem Lächeln doch sehr locker über den Scheiß aus der Vergangenheit reden können und sich weigern, sich unter einer Decke zu verkriechen, um die ganze Zeit über ihr verhunztes Leben zu heulen. Aber das versuche ‘mal dem Gros an Leuten zu erzählen, die über ihren beschränkten Horizont nicht hinausgucken können oder wollen.

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