Eigenverantwortung Eltern Familie Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern Missbrauch Social Media

„Sie haben kein Recht auf bessere Eltern!“

Ivy Kundt, feige hinter einem Fakeprofil, war so frei mir einen ganz tollen Kommentar zu hinterlassen nach dem sie einen kleinen Ausschnitt des Beitrags auf FrauTV beim WDR gesehen hat:

Sie sind offfenbar die, die ihre Eltern verlassen hat. Was mich an Ihren Aussagen stoert: diese Weinerlichkeit, dieses Suhlen im Vergangenen. Perfekte Eltern gibt es nicht, das wissen alle, die Eltern haben und selbst sind. Und natuerlich machen alle Kinder ihren Eltern Vorwuerfe. Aber gluecklicherweise finden die allermeisten Familien irgendeinen Weg, miteinander in Kontakt zu bleiben auf eine Art, die allen entspricht. Wer den Kontakt aber ganz abbricht – und das nur wegen eines Eis – verbaut den Weg in eine bessere Zukunft. Wie dumm! Und wie arrogant! Merke: Sie haben kein Recht auf bessere Eltern. Mir scheint, dass Sie recht eitel und selbstbezogen sind und an sich selbst viel weniger Forderungen stellen als an Ihre Eltern.“

Es waren ZWEI Eier!

Ja, wegen einem Ei, na sowas aber auch. HĂ€tte die Dame besser hingehört, wĂŒsste sie, es waren sogar zwei. Und hĂ€tte sie nicht die Aufmerksamkeitsspanne einer Fliege, hĂ€tte sie weiterhin aufmerksam zugehört und nicht mit Schaum vor dem Mund mir diesen gehĂ€ssigen Kommentar geschrieben, wĂŒsste sie, dass diese Eiergeschichte nun mal das berĂŒhmte Fass zum explodieren brachte. Aber nun gut. Man kann auch Wörter wie „Gewalt“ und „Erniedrigung“ ĂŒberhören so wĂŒtend wie man ist. Sie war nicht alleine mit solchen Aussagen, die zum GlĂŒck in der Minderheit blieben.

„Im Fernsehen kam es schon leider ein bisschen so rĂŒber als hĂ€tte es an dem Ei gelegen. Aber kurzes Nachdenken hilft. Sicherlich macht niemand „Schuss“ wegen nur so einer Geschichte.“

Klar, wenn man die Wörter jahrelange Gewalt und Erniedrigung ausblendet, und den versuch jahrelang die Vergangenheit anzusprechen, lag es nur an diesem Ei! Niemand versaut mir den verdammten Kuchen Herr Gott nochmal! Entschuldigung, ich kann eben ĂŒber solche Dinge lachen. Was mir auch jemand ĂŒbel genommen hat, meinen Humor darĂŒber.

„Du hast anscheinend nicht genug PrĂŒgel bekommen, wenn Du das lustig findest! Du bist doch krank!“

Schon lustig, darĂŒber lachen geht als Opfer nicht, aber Opfer von Gewalt fertig machen scheint ok.

Ich weiss, was manche stört!

Wenn man Opfer von psychischen und physischen Misshandlung hört, hat man doch, wenn man ehrlich ist, ein Bild vor Augen wie diese Menschen aussehen. Oder wie sie auszusehen haben. Nun sitzt da aber eine selbstbewusste, gepflegte junge Frau, die klar, direkt und mit fester Stimme erzĂ€hlt was sich zugetragen hat. Das passt natĂŒrlich nicht ins Bild. Eine glĂŒckliche junge Frau? Die misshandelt worden sein soll, jahrelang? Nein! Das kann es nicht sein. So schlimm kann es nicht gewesen sein, wenn sie nun da so sitzt und frei erzĂ€hlt und mein Gott, sie lacht auch noch dabei. Mancher Leute Sensationsgeilheit ist echt unertrĂ€glich.

Auch, dass der Fokus auf der Geschichte mit der Geschichte mit dem Ei lag wurde bemÀngelt

Manchen wĂ€re eine fertige junge Frau lieber gewesen ĂŒbersĂ€t von blauen Flecken live aus dem Frauenhaus. Aufgeschnittene Arme, verkorkstes Leben, Sozialamt. Denn sie ist ja ein Opfer, also hat sie sich verdammt nochmal auch wie ein scheiss Opfer zu benehmen. Und Opfer lachen nicht, die haben kein Leben, keine Freude und keine Erfolge. Sie hĂ€ngen an der Flasche, sind verwahrlost und depressiv.

Ja, dann hĂ€tte man mir und anderen Mitleid ausgesprochen. Und das Recht zugestanden mich zu schĂŒtzen. Danke aber auch! Dumm nur, dass weder ich noch andere um Erlaubnis fragen, oder wann die persönliche Schmerzgrenze erreicht ist, an dem man das Recht hat sich umzudrehen und zu gehen um sich so vor weiteren Missbrauch zu schĂŒtzen.

 

Was du nicht willst das man dir tut

Einigen Damen habe ich dann auch vorgeschlagen, dass ich bei ihnen vorbei komme. Sie anschreie wegen jeder Sache, sie niedermache, immerwĂ€hrende kritisiere und schlage, ins Gesicht, mit dem Kopf gegen die Wand, mit GegenstĂ€nden nach ihnen werfe. Wenn sie denken, meine und andere Eltern hatten ein Anrecht dazu das mit ihren Kindern zu tun, dass es nicht weiter schlimm wĂ€re und wir uns nicht so anstellen sollen, dann sehe ich kein Problem, dass mal ein paar Tage mit ihnen durchzuziehen. Vor ihren Freunden, Verwandten, Arbeitskollegen und in der Öffentlichkeit. Oder die besagte obige Dame, die meinte ich hĂ€tte kein Recht auf bessere Eltern. Und, dass meine Forderungen an meine Eltern höher sind an diejenigen an mich selbst.

Klar, meine AnsprĂŒche und Anforderungen sind zu hoch gewesen an meinen Eltern

Klar, es war mein Fehler zu erwarten, dass ich mal gelobt werde oder in den Arm genommen, dass ich mich sicher und geborgen fĂŒhle. Es war mein Fehler zu erwarten nicht geschlagen zu werden, oder wegen allem niedergeschrien zu werden. Es ist auch mein Fehler gewesen zu erwarten, dass mich die Mutter nicht als Emotionalen Kotzeimer missbraucht, wĂ€hrend ihrer Scheidung und danach. Oder als Schutzschild, dass zwischen sie gestellt wurde, wenn sie sich wieder mit meinem Vater geschlagen hat. Oder, dass ich in der PubertĂ€t als Partnerersatz fungieren musste.

Weil „Kinder haben keine eigenen Probleme in der PubertĂ€t.“ Auch ist es meine Schuld zu erwarten, dass meine Mutter mir glaubt, dass ich ihr sicher nicht den ĂŒber 30 Jahre Ă€lteren neuen Partner ausspannen möchte. BĂ€h! Auch bin ich natĂŒrlich schuld, an dem Leben, dass meine Eltern fĂŒhrten, dass sie so nicht wollten, aber mussten, weil ich geboren wurde. Auch, dass ich erwartet hatte, dass mein Vater sich um uns Kinder kĂŒmmert statt nur zu saufen, zu schlafen oder uns alle zu schlagen war zu viel verlangt, ich weiss. Ich schĂ€me mich ja schon in Grund und Boden das alles erwartet zu haben.

Diese hohen AnsprĂŒche und Anforderungen sind auch nur sehr schwer zu erfĂŒllen und vor allem nachzuvollziehen. Ich weiss. Was fĂ€llt mir nur auch ein, ein normales Leben mit respektvollen, liebenden Eltern zu erwarten, ich arrogante, dumme, eitle und selbstverliebte Kuh? Warum kann ich nicht einfach darĂŒber hinweg sehen, und mich nicht weinerlich in der Vergangenheit suhlen, dass alle Eltern „Fehler“ machen und einfach so tun als wĂ€re das alles nicht passiert?

Es gibt Fehler, ja. Und es gibt Missbrauch. Jahrelangen Missbrauch.

Wir ernten was wir sÀen

All diese Menschen, die mir versuchten einzureden ich wĂ€re schlecht, ich wĂ€re undankbar und arrogant und herzlos, es sind Eltern die verlassen worden sind. Und weil, sie ihren Frust nicht ihren Kindern um die Ohren hauen konnten tun sie es eben bei mir. Aber wie man sein Kind erzieht, so hat man es eben spĂ€ter auch. Wer seinem Kind eine solide Grundlage gibt, Urvertrauen, Liebe, liebevoll Grenzen setzt, Freiheit, wenn es so weit ist,  der muss sich auch keine Sorgen machen.

Kein Kind mit glĂŒcklicher Kindheit und genĂŒgend Freiraum um sich zu entfalten verlĂ€sst seine Eltern. Doch wer sich nicht bemĂŒht um ein respektvolles miteinander ohne Gewalt und Erniedrigung, MachtkĂ€mpfen und stĂ€ndigem Geschrei der kann sich sicher sein, dass er spĂ€ter mal von seinem Kind verlassen wird. Sorry for not sorry! Respekt und all das ist keine Einbahnstrasse.

Ich mag mich noch gut erinnern wie meine Mutter immer schrie, ich solle sie respektieren, wĂ€hrend sie auf mich einschlug. Ich habe sie damals ausgelacht. Und tue es heute noch fĂŒr diese Aktionen. „Herzlos“ nennen es die einen, damit kann ich leben. Sie als TĂ€ter scheint man ja teilweise in Schutz zu nehmen. Wie herrlich zu beobachten, wie sich die Eltern auch hier wieder mit dem TĂ€ter mehr Empathie zeigen, sich sogar verbĂŒnden und Gewalt plötzlich voll ok finden. Nur halt nicht an ihnen selber. Aber an anderen scheint sie voll in Ordnung zu gehen.

Ich weiss, was diese Eltern stört. Da sitzt eine glĂŒckliche erwachsene, die ihre Eltern nicht vermisst. Die es geschafft hat sich loszulösen, sich ein Leben aufgebaut hat, ganz ohne die elterliche Hilfe. Das ist das was diese wirklich sehr Menschen stört. Dass ich anderen zeige, wie schön es sein kann, wenn man sich vom Terror des Elternhauses löst und seine eigenen Wege geht with no fucking regrets!

Es könnten ja noch mehr auf die Idee kommen, dass es ihnen tatsÀchlich besser gehen wird, wenn sie sich lossagen von all dem was ihnen nicht gut tut. Und seien es die eigenen Eltern.

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17 Kommentare

  1. says:

    Danke fĂŒr den tollen Beitrag! (Und auch alle andere vorhergehenden ;-))
    Ich selbst hatte keine „solide“ Kindheit (wenn man es so nennen will) und kann sehr vieles sehr gut nachvollziehen! Bei mir hat vor allem auch Zynismus und Humor ĂŒber viele Jahre hinweg geholfen – und den habe ich mir auch behalten. Was viele wirklich nicht verstehen, wenn ich relativ locker ĂŒber meine Vergangenheit plaudere oder erzĂ€hle, dass meine Mutter auch vor einigen Jahren an einer AbhĂ€ngigkeit gestorben ist. Dann wird automatisch ein trauriges Gesicht erwartet und eine ganz andere Haltung. Dabei bin ich (meistens zumindest) ziemlich stolz auf das was ich rĂŒckblickend alles erreicht habe und wie ich jetzt lebe bzw. leben kann! Es gibt einige, die zerbrechen an sowas – und ich bin ehrlich froh, ĂŒber alles was ich mir „trotz allem“ aufbauen konnte.
    Puh, aber zu dem Thema könnte ich so viel schreiben…deswegen an dieser Stelle auch nochmal ein Lob fĂŒr deine tollen BeitrĂ€ge! 🙂
    Liebe GrĂŒĂŸe,
    Daniela

    1. Paula Deme says:

      Gern geschehen und Danke fĂŒr die lieben Worte.

      Ja, ich weiss auch nicht was die Leute erwarten. Einerseits, dass man sich löst aus der Opferrolle und sein Leben lebt, andererseits aber auch, dass man traumatisiert und verstört ist und, wie du sagst, ein trauriges Gesicht macht, wenn man davon erzĂ€hlt. Mein Gott, wir haben die Hölle ĂŒberlebt. Warum sollte man also traurig sein? Es ist vorbei und man ist *gross“ und „stark“ geworden und bestimmt nun selber was lĂ€uft. Wenn das kein Grund zur Freude ist?

      FĂŒhl Dich gedrĂŒckt liebe Daniela!

    2. Maria says:

      DANKE fĂŒr diesen Beitrag… ich befinde mich nun selber in der Situation auch noch mit dem Vater den Kontakt einzustellen, ich zerbreche. Mit der Mutter musste ich mit 24 schon den Kontakt abbrechen…ebenfalls Gewalt und Missbrauch, eine extreme Narzisstische sadistische manipulative Person…. hat mich fast umgebracht. Nun hab ich das Problem mit meiner Tochter… ihr den Opa nach 6 Jahren vorenthalten oder sie hingegeben… ich hĂ€tte am liebsten Ruhe fĂŒr uns endlich aber habe ein schlechtes Gewissen wegen meiner Tochter… und weiss noch nicht was tun.

  2. D. says:

    Liebe Paula,
    auch schreibe anonym. Aber was diese Frau Dir vorwirft, ist wirklich ein Schlag in die Magengrube. Ich kann Dir nur beipflichten, niemand geht von selbst.
    In meinem Fall musste mein Vater mich im wahrsten Sinne des Wortes bei Nacht und Nebel aus der Wohnung holen, in der ich zuletzt gemeinsam mit meiner Mutter wohnte.
    Er sah, die Verletzungen und glaubte mir.
    Damals konnte ich nicht zur Polizei, weil sie mir das Telefon aus der Hand riss und minutenlang auf mich einschlug.
    Habe auch eine lÀngere Email an den WDR geschickt.
    In der Zeit habe ich sehr viel dazu gelernt.
    So auch, dass ich jahrelang von ihr parentifiziert (https://de.wikipedia.org/wiki/Parentifizierung) und physisch missbraucht wurde.
    Ich will auch kein Mitleid, nur stark werden und nichts mehr von dieser Frau hören, sehen und lesen.

    1. Paula Deme says:

      Liebe D.

      Habe ich wieder was gelernt. Danke. FĂŒrchterlich, einfach nur fĂŒrchterlich zu was MĂŒtter in der Lage sind.

      Das gleiche passierte auch mit mir. Ich nannte es nur „als Partnerersatz“ fungieren. Ich sollte mal entscheiden ob wir in eine neue Wohnung ziehen, die wir gemeinsam angesehen hatten, meine Mutter und ich. Klar, war ich begeistert, wir wohnten vorher zu 5.(als mein Vater noch da war) in einer 2 Zimmer Wohnung.

      Am Ende hiess es dann ich hĂ€tte sie fast ĂŒberredet in die neue, total ĂŒberteuerte Wohnung zu ziehen. Hallo? Klar, als Kind hat man ja auch voll den Plan von Budgets und Einkommen. Klar, sage ich als 13 jĂ€hriges Kind „unbedingt einziehen“ wenn die Aussicht besteht mal endlich mein erstes eigens Zimmer zu haben.

      Du bist bereits stark 😉 <3

      Weiterhin alles Gute!

  3. wortmagie says:

    Also, das ist ja schon mehr als unrealistisch! LĂŒgenpresse! Du hĂ€ttest dich noch wĂ€hrend die Sendung im Schnittraum bearbeitet wird, zu Tode trinken mĂŒssen. Erst dann hĂ€ttest du das Recht gehabt, dich ĂŒber deine Eltern zu beschweren. Wie kannst du es nur wagen? Lesen und schreiben kannst du doch auch! Also kann ja nicht alles schlecht gewesen sein! Und jetzt setzt du dich dahin und hast einfach die Dreistigkeit besessen, dein Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten! Ungeheuerlich! Und fĂŒr sowas zahle ich RundfunkgebĂŒhren!

    Mal im Ernst, was geht in solchen Leuten vor? Ich hab den Beitrag nicht gesehen und auch lÀngst nicht alles von dir hier gelesen, aber nur der kleine Teil, den du jetzt hier nochmal aus deiner Kindheit geschildert hast, reicht aus, um mir klar zu machen, dass es richtig war, dich von deinen Eltern zu lösen.

    HÀttest du es nicht getan, hÀtten wahrscheinlich wieder alle nach dem Jugendamt und der Politik geschrien! Aber selbst aktiv zu werden, nein, das geht nicht!

    1. Paula Deme says:

      LĂŒgenkresse! NatĂŒrlich! Was denn auch sonst? Alles inszeniert, damit ich andere Eltern Ă€rgern und quĂ€len kann! Weil ich sonst an Langeweile sterbe…*
      Ja, ich weiss, aber so als Sozialfall hat man nicht so viel Geld fĂŒr Alk, weisste? Spass bei Seite. Ja, was fĂ€llt mir nur ein, nicht weiter im Stillen zu schweigen? lol!

      Der Hass geht in den Leuten vor. Wie immer wenn sie sich so Ă€ussern. Da sitz eine Mutter oder zwei oder drei, die dann sehen: „Oh, da hat eine den KOntakt abgebrochen! Schau mal wie gut es der geht. So wird mein Kind auch sein, hab auch schon ewig nichts mehr von ihm / ihr gehört.“

      Aber statt sich und das Verhalten zu hinterfragen, zeigt man mit dem Finger auf andere und lĂ€sst den Frust, den Selbsthass, auf andere los. Bringt ihnen halt das Kind auch nicht zurĂŒck oder macht das alles ungeschehen. Und ich? Ich mache BeitrĂ€ge aus den Hasskommentaren und lasse mir ihren Bullshit gepflegt am Hintern vorbei gehen. Denn, wenn man ihnen anbietet, mal mit ihnen das gleiche zu machen, wie im Text beschrieben, antworten alle ich sei ja krank und kriminell. Aber meine und andere Eltern dĂŒrfen das, logisch, oder? Man soll dafĂŒr dann auch noch Dankbar sein, L.O.L.

      Nein, selber das Leben in die Hand nehmen, Verantwortung ĂŒbernehmen, sich nicht in der Opferrolle suhlen, ist fĂŒr einige so utopisch wie eine fliegende Kuh.

      Liebe GrĂŒsse,

      Paula

      (*Mein Gott, ich hoffe das wird als Ironie erkannt)

  4. Brigitte says:

    … und Sie haben kein Recht auf „bessere“ Kinder…

    Liebe Paula, ich habe diesen uund deine anderen Artikel ĂŒber das Eltern-Verlassen-Thema gelesen, bin ĂŒber frau-tv auf deinen Blog aufmerksam geworden.
    Ich schreibe wirklich nie irgendwelche Kommenater auf Blogs, aber jetzt ist es nötig: DANKE FÜR DEINE BEITRÄGE!!!
    Du sprichst / schreibst mir aus der Seele.Habe Àhnliche Geschichte, Konaktabruch mit Eltern seit ein paar Jahren und das war einfach der richtige und nötige Schritt.

    Auch ich habe den Beitrag / vom Buch des Vereins der verlassenen Eltern gesehen und mich UNHEIMLICH aufgeregt und dann auch wirklich lange drĂŒber nachgedacht, mich mit meinen Therapeuten und sonstigen Fachmenschen dazu auch ausgetauscht. Mein Fazit ist auch ganz klar: Ja, die primĂ€re Ursache liegt nun mal leider bei den Eltern. Denn: Die Beziehung ist bzw. war ein Leben lang eine einseitig abhĂ€ngig Beziehung – d.h. die Eltern prĂ€gen vielm mehr (bzw. ausschließlich) das Kind, haben Einfluss auf das Kind – und eben nicht umgekehrt. D.h. ein Kind, das sich vom Elternhaus abwendet hat einfach ganz offenbar etwas ganz essentiell wichtiges nicht von ihren Eltern vermittelt bekommen: Geborgenheit, Liebe, (Ur-)vertrauen.

    Mir hilft einfach nur die Erkenntnis, dass meine Eltern einfach nicht selbstreflektierend ĂŒber unseren Konflikt nachdenken KÖNNEN, ja sie können nicht einmal versehen, dass dies notwendig zur Lösung des Konfliktes wĂ€re. Sie können es einfach nicht anders, weil sie eben auch so aufgewachsen sind, wie sie aufgewachsen sind…. es liegt an UNS, LIEBE PAULA, diese Muster zu durchbrechen!! Das ist schwierig, anstrengend, zum kotzen etc.. wird aber mit einem GefĂŒhl belohnt, das Du so schön mit „sich selbst spĂŒren“ beschreibst.

    ALLES GUTE!!

    1. Paula Deme says:

      Guten morgen Brigitte

      Danke erstmal fĂŒr die Ehre deines ersten Kommentares 😀 Ich freue mich sehr. Und danke auch fĂŒr deine lieben Worte. Ja, nur diese PrĂ€gung die von den Eltern ausgeht..das verstehen viele, viele Menschen nicht. Dass die Eltern verantwortlich sind dem Kind das alles mitzugeben. Und man hat sein Kind meist so, wie man es erzieht, gerade in der Eltern Kind Bindung.

      Ja, das ist hier genauso, sie können nicht darĂŒber nachdenken, weil sie selber Opfer waren die zu TĂ€tern wurden. Das hilft wirklich, ungemein.

      Es freut mich zu hören, dass es Dir anscheinend auch viel besser mit der Entscheidung geht.

      Schöne Ostern und sonnige GrĂŒsse aus ZĂŒrich,

      Paula

  5. Birgit says:

    Liebe Paula,
    ich habe selbst erst vor vier Jahren den „Schlußstrich“ gezogen. Ich musste erst 45 Jahre alt werden und 10 Tage auf der Intensivstation verbringen um einen klaren Spiegel vorgehalten zu bekommen. Bei mir waren es nicht nur die Eltern, sondern in Kombination mit meiner Schwester. Als mein Man verstorben war, haben sie sich wie die Assgeier auf mich gestĂŒrzt. Sie haben es zu seinen Lebzeiten nicht gewagt, er und ich waren eine Einheit und sie hatten nicht die Chance, weil wir eine Einheit waren. Sicherlich gab auch da Situationen die sehr verletzend waren und auch da schon zu Kontaktabbruch gefĂŒhrt haben. Aber „um des lieben Friedens willen“ sich einigermaßen wieder eingerengt hatte. Aber man ist, je öfter diese Verletzungen zustande kommen, auf der Hut. Und nach seinen Tod kam auch noch meine Schwiegermutter mit in ihr Boot. Über Beschuldigen als Möderin, Erbschleichering, dummes MiststĂŒck hin bis zum Morddrohungen, war alles dabei. Wir hatten auch noch einen kleinen Sohn, vor dem alle ihre „Konflikte und Verfehlungen“ meiner negativen Person zum lautstark zum Ausdruck gebracht und auch anfingen, gegen ihn ihre Boshaftigkeiten loszulassen, so dass auch er in seelische Not geriet und aus der Spur lief. Es war dann eine „Kleinigkeit“ die auch bei mir das Faß zum ĂŒberlaufen gebracht hat und mich dann diesen Schritt machen ließ. Es war in der Zeit in vielen Bereichen nicht einfach, weil darĂŒber hinaus in meinen Umfeld falsche Aussagen ĂŒber meine Person getĂ€tigt wurden und mich ĂŒbelst aussehen ließen. Gerade wenn man gerade eine schwere Erkrankung hinter sich hat und eigentlich Erholung bedarf, einen eher andere blöde Gedanken aufkommen ließen. Ich habe dann Hilfe von ganz anderer Seite erhalten und habe diese „Trennung“ vollzogen. Es geht uns heute besser. Aber wirklich lassen ihre GehĂ€ssigkeiten nach all der Zeit nicht nach. Traurig! Eigentlich sollten alle einmal einen Terapeuten aufsuchen und nicht immer anderen diesen „gut gemeinten Ratschlag“ erteilen. So what!

    1. Paula Deme says:

      Liebe Birgit

      Ich musste ein paar mal schlucken als ich deinen Kommentar gelesen habe. Tut mir wirklich leid, dass Du so etwas unglaubliches erleben musstest. Ich hoffe es geht dir seit dem besser 😀 Ach, das mit dem hinter dem RĂŒcken reden und lĂ€stern kenne ich auch. Aber wie hat mal jemand so schön gesagt: „Grosse Köpfe diskutieren Ideen, und kleine Geister diskutieren Leute!“ Alles in allem zeigt es sich ja schon, dass sie nicht ganz dicht sind, entschuldige. Sicher, nicht nur eine Therapie 😉

      FĂŒr Dich und deinen Sohn und deine lieben, nur das Beste fĂŒr die Zukunft.

      Sonnige GrĂŒsse,

      Paula

  6. D. says:

    Hallo liebe Paula,

    hier noch ein wenig „food for thought“ von einem ehemaligen scapegoat.

    Tom hat einen sehr guten YT-channel, den ich regelmĂ€ĂŸig verfolge.

    https://www.youtube.com/user/NarcissimSurvivor/videos

    Sonnige GrĂŒsse aus dem Ruhrgebiet in die Schweiz und geniesse Deinen Urlaub.

    Deine D.

    1. Paula Deme says:

      Danke <3

  7. Susanne says:

    „Das Dumme an der Demokratie ist, dass die Intelligenz ungleich verteilt ist“ (Zitat eines Hochbegabten).

    Das ist das einzige, was mir zu Frau Kundts Beitrag noch einfÀllt.

    Danke fĂŒr Deinen Mut, die Dinge beim Namen zu nennen. Du hast alles richtig gemacht. Es gibt ja leider keinen FĂŒhrerschein fĂŒrs Elternsein, und ganz bestimmt wĂŒrden ihn viele nicht bekommen.

    Du hast alles GlĂŒck der Welt verdient.

  8. Denn sie ist ja ein Opfer, also hat sie sich verdammt nochmal auch wie ein scheiss Opfer zu benehmen.

    Ja, das ist wie mit Diskussionen um Armut hierzulande. Unweigerlich kommt eine(r) aus den Löchern und schreit laut „Hier ist doch keiner arm! Die haben doch alles!“

    Das „die“ natĂŒrlich „alles haben“ auf Kosten des Schreiers, ist implizit natĂŒrlich klar.

    Merke: FĂŒr manche Menschen ist nichts Armut, was nicht ihren persönlichen Vorstellungen davon entspricht. Ohne totes Kind im Staub und anderes daneben mit Fliegen in den Augen kann es nicht Armut sein.

    Üblicherweise haben diese Menschen weder ethisch noch moralisch besonders hohe Werte oder Verhaltensweisen vorzuzeigen.

    Gilt analog dann auch fĂŒr „Opfer von…“

    Derartige Gehirnzwerge schlicht ignorieren, die sind den Sauerstoff nicht wert, den man beim Aufregen verbraucht 😉

    1. Paula Deme says:

      Danke fĂŒr die lieben Worte.

  9. Nicole says:

    Hallo Paula,
    ich kann mich nur Deiner Meinung anschließen. Nur weil ich Opfer bin, muss dieses „Opfertum“ ja nicht aus jeder meiner Körperporen ausdĂŒnsten. Wichtig ist, was man zwangslĂ€ufig (als Erwachsene) daraus macht. Entscheide ich mich dafĂŒr in meiner Opferrolle „auszuruhen“ (ich setze das jetzt mal bewusst in AnfĂŒhrungszeichen) oder nehme ich die Herausforderung an, an den Geschehnissen in meiner Vergangenheit (Vater schwerer Alkoholiker, psychischer Missbrauch von meinem Vater an meiner Mutter und spĂ€ter dann auch an mir und meiner kleinen Schwester) zu wachsen? Ich persönlich habe mich (wie Du?) fĂŒr Letzteres entschieden und ich denke, so was nennt man auch Resilienz. Und ja, dabei kommen dann auch starke, selbstbewusste Personen heraus, die mit geraden Schultern, klarem Blick und einem LĂ€cheln doch sehr locker ĂŒber den Scheiß aus der Vergangenheit reden können und sich weigern, sich unter einer Decke zu verkriechen, um die ganze Zeit ĂŒber ihr verhunztes Leben zu heulen. Aber das versuche ‚mal dem Gros an Leuten zu erzĂ€hlen, die ĂŒber ihren beschrĂ€nkten Horizont nicht hinausgucken können oder wollen.

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