Paris mon Amour

Obwohl Paris nicht wirklich weit weg von Zürich oder meinem vorherigen Wohnort ist, war ich noch nie hier und das hatte einen ganz bestimmten Grund.

Für jemanden ganz besonderes aufgespart

Einige mag es nun vielleicht überraschen, aber ich habe mir diese Stadt “aufgespart” für jemanden, na ja, das klingt nun echt kitschig. Für jemanden den ich wirklich liebe, der etwas besonders ist. Ich wollte meine erste Erfahrung in Paris mit jemanden teilen, mit dem ich auch mehr Zeit verbringen möchte, als es bisher der Fall war. Ich dachte mit meinem letzten Typen, mit dem ich intensiver Zeit verbrachte, diesen Menschen gefunden zu haben und ich rede nicht von Heirat und all dem. Einfach jemanden der ich so nimmt wie ich bin, und den ich nehmen kann wie er ist. Der ehrlich ist mit sich, mit mir. Nun ja, es zeigte sich aber: Einmal Lügner, immer Lügner. Menschen ändern sich nicht wirklich und Ar… verdienen keine zweite Chance um es besser machen zu können. Auch für die Zukunft gelernt…zweite Chancen sind für den Popos und ich wurde um die Erfahrung reicher mich emotional nicht mehr für andere auf zu brauchen sondern mich um zudrehen und zu gehen, wenn ich merke, derjenige respektiert weder sich noch mich. Durch meine Kindheit ist Abgrenzung nicht immer so einfach gewesen. Denn meine Eltern brachten mir bei: Egal wie schlecht der andere dich behandelt, wenn er sagt er liebt dich, dann meint er es nicht so, wenn er dir unrecht tut. Was für ein Trugschluss, welch eine Farce. Und so endete meine Illusion mit einem grossen, grandiosen Knall. Aber ich schweife ab.

Dieser “jemand” bin ich

Ok, also, was hatte mich den nun bewegt, gerade jetzt als Single, ohne Anhang, alleine, hier nach Paris zu kommen? Inmitten der ganzen verliebten Pärchen die sich wie besessen in die Augen schauen und sich gegenseitig die Hand halten, als hätten sie Angst, dass der andere weglaufen würde, wenn sie los lassen. Ich habe nun endlich die eine, meine Liebe gefunden mit der ich Paris sehen möchte. Das Einhorn, jaja. Und mich! Welche Beziehung hält den auch ein Leben lang? Eben, die Beziehung zu einem selbst. Und ich kann nur sagen, es ist zwar erst der dritte Tag hier, aber es ist fantastisch! Ich bereue es nicht, so gar nichts alleine hier zu sein. Denn ich habe hier auch so Einges vor. Auch, werde ich immer an diesen Ort zurück kehren können, denn nur ich war hier mit mir, kein aussenstehender kann mir diese Erfahrung vermiesen. Denn wie schlimm muss es sein, sich hier die ewige Liebe zu schwören, die dann zwei, drei weiter Jahre anhält, bis sie verblasst?! Wie gern kehrt man dann an so einen Ort zurück?

Erster Tag

Ich reiste von Zürich HB mit dem TGV nach Paris Gare du Nord, es war gemütlich und ich stellte fest, wie wenig mich französische Kinder störten. Obwohl wir 4. Stunden auf engstem Raum verbringen mussten und ich einen flauen Magen hatte. Sie reden so süss und was ich bis jetzt so gesehen habe, sind sie auch gut erzogen. Keines schrie im Zug rum, auch nicht später in der U Bahn oder im Bus. Wahnsinn, wirklich Wahnsinn. Ich habe mir über Airbnb ein kleines Apartment im Hipster Viertel Batignolles angemietet, das ich auch Problemlos erreichte. Die Ticketautomaten waren zwar bisschen herausfordernd aber kein Ding der Unmöglichkeit. Leider ging es mir bei der Ankunft nicht so gut und ich verbrachte den Abend bibbernd im Bett, nun ja, shit Happens, wozu gibt es Netflix und Lieferservice, schliesslich war Urlaub angesagt und nicht Marathon. Dafür liebe ich das alleine Reisen auch, man kann nach seinem Rhythmus alles machen, ohne auf jemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Ohne schlechtes Gewissen.

Zweiter Tag

Am zweiten Tag, wollte ich mich mit einer bekannten aus einer Mädelsreisegruppe aus Facebook treffen. Sie ist hier in Paris Aupair und kommt eigentlich aus Amerika. Aber vorher war ich noch am Eiffelturm am Morgen mit meinem kleinen Einhorn. Ich muss gestehen, ich hatte ihn mir etwas grösser vorgestellt, war aber trotzdem ein schönes Gefühl, es mal in echt zu sehen, das Wetter machte auch super mit. Rauf wollte ich nicht, die Menschenmassen schreckten mich zu sehr ab. Vielleicht probiere ich es noch einmal zu früher Stunde oder hole mir ein Billet online. Zusammen sind wir Brunchen gegangen in einem kleinen süssen Café, (OMG, diese Croissants, dieses Brioche, diese Baguette, der Käse, YUMMY). Und zu meiner Überraschung konnte man in den Beheizten Vorräumen des Cafés sogar rauchen. Da standen noch diese Pilze die in Deutschland und in der Schweiz verboten sind und es war noch recht gemütlich.

Erster Protest in Frankreich

Im Anschluss sind wir an eine Demo gegen Korruption. Ich war etwas enttäuscht konnte ich nicht an die erste Demo am Samstag gegen Polizeigewalt auf dem gleichen Platz, aber als ich im Anschluss las wie das wieder eskalierte, konnte ich von Glück reden, dass ich krank wurde. Ein Kind wurde aus einem brennenden Auto gerettet und Tränengas wurde eingesetzt. Das wäre kein guter Start für den Parisaufenthalt gewesen. Auch wenn das, was ich Frankreich passiert ist, eine absolute Schande ist. Polizeigewalt geht gar nicht. Nun ja, sollte nicht sein. Aber auch, Korruption, ist momentan Weltweit ein grosse Thema und wenn ich schon nicht in Bukarest dabei sein kann, dann war ich eben aus Solidarität mit den Menschen in Frankreich unterwegs. Izadora machte die Simultanübersetzerin, vieles konnte man aber auch ohne der Sprache mächtig zu sein verstehen. Es war einfach schön zu beobachten, wie unterschiedliche Menschen aller Hautfarben friedlich zusammen standen, sassen um ihrer Stimme Ausdruck zu verliehen. Mein Favorit war ein älter Mann mit Moustache, einer roten Krawatte und schwarzen Lackschuhen. Er kannte dort sehr viele Leute, jeder dritte gab ihm die Hand. Ich muss unbedingt noch herausfinden wer das genau war.  Die Demo ging vier Stunden, endete auch friedlich,  danach spazierte ich eine Stunde nachhause, Paris by night ist toll. Viele bunte Lichter <3 Auch ein warmes Baguette und ein paar kleine Einkäufe konnte ich Sonntagabend um halb neun in Batignolles erledigen. Und es war lecker…sehr lecker. Und ja, ich hatte danach richtig Bauchweh…aber das war es wert, lol!

Die nächsten Tage stehen an:

Theaterbesuch mit Führung hinter der Bühne und Apero mit dem Schauspieler

Bartour und Apero mit einem Winzer

Kochen und Abendessen mit einem Künstler, inklusive exkl. Führung durch sein Atelier

Das LOUVRE 

CITÉ DES SCIENCES ET DE L’INDUSTRIE

To be continued…