Dieses Jahr möchte ich mit etwas beginnen, was mir schon lange unter den NĂ€geln brennt. Wie die Überschrift bereits verrĂ€t, geht es heute um den Preis den man zahlen muss fĂŒr seinen Erfolg. Dabei wird Erfolg fĂŒr jeden anders aussehen, ich kann in diesem Beitrag nur fĂŒr mich selber sprechen. Ich wurde letztes Jahr „Angeberin“ und „Grosskotz“ genannt um nur die harmlosesten Beschimpfungen zu nennen. Warum? Weil ich es mir erlaubt habe mir auf die Schulter zu klopfen…

„Eigenlob stinkt!“

Sagt der Volksmund, doch was wusste der „Volksmund“ schon zu einer Zeit, an dem dieser Ausspruch geboren wurde. Doch gibt es tatsĂ€chlich Menschen die Selbstbewusstsein und Eigenliebe irgendwie in diese veraltete Aussage pressen möchten. Bitte, wenn ihr es braucht. Zumindest brauchen die Menschen die sich selber loben fĂŒr ihr erreichtes nicht den Applaus von aussen, sondern geben ihn sich selbst. „Ego“ total „Selbstbezogen“, ja das mag in einigen Augen eventuell so aussehen, aber schliesslich darf jeder mit seinem Leben machen was er möchte und ist niemanden etwas schuldig, so lange er sich nicht auf Verbindlichkeiten eingelassen hat. Also..kommen wir auf den Punkt; Ich werde euch heute ein wenig hinter die Kulissen schauen lassen, denn niemanden fĂ€llt der Erfolg einfach so in den Schoss, aber das wird gern, wie vieles andere,  ausgeblendet.

Verzicht

Wenn man sich entschliesst ein Ziel zu verfolgen, bedeutet es in erster Linie Verzicht. Und zwar auf eine Menge. Erst heute musste ich den „No pants ride Zurich,“ auf den ich unbedingt gehen wollte, absagen. Ich habe zu lange geschlafen, weil ich mir gestern mal erlaubt habe mit einem Freund Abends ins Kino zu gehen. DafĂŒr sitze ich hier und schreibe an diesem Beitrag, muss noch was fĂŒr die Lesung vorbereiten und hĂ€tte noch gerne Zeit die 20 kg WĂ€sche zu falten und zurĂŒck in den Schrank zu legen. Sorry, PrioritĂ€ten setzen ist das A und O.

Ausserdem  sollte ich meine Sachen packen fĂŒr meinen nĂ€chsten Einsatz heute Abend. Denn spĂ€ter, werde ich auf ein 6 Wochen altes Baby „schauen“ mĂŒssen, dass gerade die Nacht zum Tag macht und die Eltern so in die Erschöpfung treibt. Von 23-06 Uhr…nur um dann ab 8:30 Uhr – 18:30 Uhr meinem geregelten Arbeitsalltag nachzugehen. „Wieso tust Du Dir das dann an?“ Weil mir an den Blogs viel liegt, dass regelmĂ€ssig BeitrĂ€ge erscheinen, und weil ich das Geld brauche um mir meinen nĂ€chsten TrĂ€ume zu erfĂŒllen. Und Fortbildungen und Reisen gibt es nun mal leider nicht umsonst und die Arbeit als Nanny oder Erzieherin wird nicht so wertgeschĂ€tzt wie die Arbeit in der Bank. Auch wenn wir in der Schweiz besser verdienen als in Deutschland, ist es gemessen an der Verantwortung die wir tragen, doch recht niedrig bezahlt.

Auch die Blogs schreiben sich leider nicht von selber, obwohl das manchmal echt praktisch wĂ€re. Man muss also in erster Linie verzichten können, auf Privatleben, regelmĂ€ssige zwischenmenschliche Kontakte und auf Freizeit. Viele Freundschaften gingen deswegen auch kaputt, in einigen WGs gab es deswegen Zoff. ZweckWG deklarieren aber KuschelWG mit Anschluss erwarten…funktioniert eben mit mir nicht.

Selbstbewusstsein und Wille

Anfangen kann jeder, es zu Ende bringen, das können die wenigsten. Ich kenne das nur all zu gut vom Sport, ich fange mal an, aber fĂŒhre es dann nicht weiter. Nobodys perfect, right? Jedes mal möchte ich wieder hin, aber mir fehlt der Wille und ich sitze dann doch lieber im Bett und lese ein Buch. Das ist meine Entscheidung und ich werde mich hĂŒten hier rum zu heulen ich sei zu dick. Auch wenn es nach dem BMI wert nun aber genau das aussagt. Ja nu, vielleicht kommt der Wille ja dieses Jahr und erlöst mich von meinem Fluffy dasein. Oder ich höre auf so viel Schokolade als Nervenfutter in mich hineinzustopfen. Aber bis dahin kann ich ja die anderen Ziele verfolgen. Und dafĂŒr braucht es Selbstbewusstsein, denn deinen eigenen Weg gehst du alleine. Niemand wird dir die Hand halten bis zu deinem Ziel. Du musst lernen, ĂŒben, dich hinsetzen. Niemand kann das fĂŒr dich ĂŒbernehmen. Nicht alle werden dafĂŒr VerstĂ€ndnis haben oder dich unterstĂŒtzen. Aber die, die dich dann supporten sind deine wahren Freunde. Die dir auch deinen Erfolg gönnen und sich mit dir freuen.

Es wird nur der Erfolg gesehen, nicht die Arbeit dahinter

Wie oft schauen wir uns gut trainierte MĂ€nner und Frauen an und wie oft packt uns so ein klitzekleines bisschen der Neid? Wenn wir nur etwas ehrlich zu uns selber sind, doch schon ein paar mal. Ist ja auch nicht weiter schlimm. Doch denken wir daran, auf was diese Menschen alles verzichten mĂŒssen um so auszusehen? Denken wir an ihre ErnĂ€hrung die mehr verbietet als erlaubt? Denken wir an die unzĂ€hligen Stunden die sie mit Sport verbringen wĂ€hrend wir auf einer Party sind mit einem Drink in der Hand, oder den Tag danach faul auf dem Sofa verbringen? Nein. Unter Frauen auch schon oft erlebt, wenn andere Damen lĂ€ngere, dĂŒnnere oder schönere Beine haben oder einen flacheren Bauch: „Schau Dir die Schlampe mit dem kurzen Rock an!“

Da wird gelĂ€stert und geneidet was das Zeug hĂ€lt, aber ĂŒber die Arbeit die eventuell dahinter steckt, darĂŒber wird nicht nachgedacht. Ist ja auch viel einfacher so, den anderen niederzumachen um von sich selber abzulenken. Aber niemand wird grösser, weil er andere niedermacht.

Kein Mimimimi Artikel

Das soll nun auch kein „ach ich bin so arm dran“ mimimi werden, nein. Ich wollte mit diesem Artikel zeigen, dass man viel opfern muss, wenn man sich etwas zum Ziel gesetzt hat. Und man sich auch ruhig dafĂŒr feiern darf. Wenn man sich selber nicht feiert und liebt, wer soll es dann sonst fĂŒr einen tun? Warum darf man nicht stolz sein? Weil man eventuell irgendwen damit verletzt? Wie bereits mal gesagt: “ Wenn du neidisch auf das Leben anderer schaust, wird es Zeit dein Leben zu Ă€ndern, statt ihres schlecht zu reden!“

Auf was musstet ihr schon alles verzichten auf dem Weg zu euren Zielen? Wie ist es euch dabei ergangen? Und wie habt ihr euch gefĂŒhlt, als das Ziel dann endlich erreicht war?