Was darf Satire? ALLES!

Was man so nicht sagen darf…das Motto dieses Blogs, wie k√∂nnte ich also Ruhe bewahren, wenn ich die Nachrichten √ľber Jan B√∂hmermanns „Schm√§hgedicht“ √ľber Erdogan h√∂re. Ja, man mag von Jan halten was man will, von dem Gedicht √ľbrigens auch. Doch ist es bereits Strafbar, etwas zu sagen, wenn man vorher schon ank√ľndigt, dass man es so eigentlich sicht sagen darf?¬† Wie weit darf Satire gehen?

Ich bin der Meinung: Satire darf alles! Wie könnten wir ohne Satire, die Grausamkeiten dieser Welt ertragen?

Doch schauen wir uns erst mal an, was Satire eigentlich ist:

Satire ist in der √§lteren Bedeutung des Begriffs eine Spottdichtung, die Zust√§nde oder Missst√§nde in sprachlich √ľberspitzter und verspottender Form thematisiert. Im heutigen Sprachgebrauch versteht man darunter aber meist einen k√ľnstlerisch gestalteten Prosatext, in dem Personen, Ereignisse oder Zust√§nde verspottet oder angeprangert werden. Historische Bezeichnungen sind auch Spottschrift, Stachelschrift und Pasquill (gegen Personen gerichtete satirische Schm√§hschrift).

„Das Wort Satire entstammt dem lateinischensatira, das wiederum aus satura lanx hervorgeht und ‚Äömit Fr√ľchten gef√ľllte Schale‚Äė bedeutet. Im √ľbertragenen Sinn l√§sst es sich mit ‚Äöbunt gemischtes Allerlei‚Äė √ľbersetzen. In fr√ľherer Zeit wurde Satire f√§lschlicherweise auf Satyr zur√ľckgef√ľhrt, daher die √§ltere Schreibweise Satyra.[1]“

Quelle: Wikipedia

Darf es also sein, dass ein bekannter Satiriker von einem deutschen Staatsanwalt  angeklagt wird, weil er das macht, was er vorher bereits tat und was alle von ihm erwarten: Satire!

Ist Satire, nicht Ausdruck von etwas, dass wir alle denken, doch keiner sich auszusprechen wagt, nur etwas √ľberspitzt?

Wie fing das ganze √ľberhaupt an, und was bewegete Jan √ľberhaupt dieses „Schm√§hgedicht“ zu verfassen? Ich kann nur f√ľr mich pers√∂nlich sprechen, wenn ich sage bzw.schreibe was ich denke; Es war provokation und ich h√§tte nicht anders reagiert. Ich h√§tte auch gerne herausgefunden was passiert, wenn man etwas sagt, was man so nicht sagen darf.¬† Als das Lied Erdowie, Erdowo, Erdogan von Extra 3 im NDR publik wurde, hatte man den deutschen Botschafter in die T√ľrkei einberufen. Was dem Video nat√ľrlich nur noch mehr Popularit√§t brachte und er sogar vom Extra3 Team zum Mitarbeiter des Monats gek√ľrt hat, besser h√§tte es nicht laufen k√∂nnen.

Aktuell war er nun bereits drei mal dort….das muss man sich vorstellen, wegen einem Liedchen, dass beschreibt, was Mr. Erdogan wirklich getan hatte und immer noch tut. Ein paar Tage sp√§ter greifen seine Bodyguards sogar Journalisten direkt an… Was den ganzen Wahnsinn Erdogans nur noch deutlicher machte.

Auch ich musste die Erfahrung machen, dass es Leuten aufst√∂sst, wenn ich etwas ausspreche, bzw. schreibe, was einigen sauer aufst√∂sst, auch ohne so ein „Schm√§hgedicht“. Doch hey, es zwingt sie keiner meine Beitr√§ge zu lesen. Auch w√ľrde ich meine Energie nicht darauf verschwenden, mich √ľber jeden Beitrag der mir nicht gef√§llt aufzuregen oder ihn gar zu kommentieren. Wozu? So k√∂nnte man ja weiter gehen und jeden dumm anmachen, der sich nicht so verh√§lt wie es mir in mein Weltbild passt.

Wenn ich also eine m√§chtige Frau w√§re, st√ľnde es mir zu, jeden anzuklagen, oder ihn weg zu sperren der sich nicht so √§usserst, wie ich es w√ľnsche oder wie ich¬† f√ľr richtig halte? Erinnert mich irgendwie an Nordkorea und ja, auch an die T√ľrkei. Wir sollten uns den Mund nicht verbieten lassen, schliesslich war es ein langer Weg bis hier hin.

Und ich pers√∂nlich finde es mehr als l√§cherlich, wegen Satire und einem Gedicht, dass im Vorfeld als „Verboten“ ausgewiesen wurde so einen Wind zu machen. Das sollte nun aber nicht allen braunen Kameraden den Freifahrtschein geben Hetze zu betreiben und Menschenverachtende Parolen zu br√ľllen und meinen es sei Satire oder die freie Meinung. Das ist es n√§mlich in dem Fall nicht!

Schönen Sonntag

Paula

Erdogan Bild und Karikatur erscheinen mit freundlicher Genehmigung der extra3 Redaktion. Erdogan Collage wurde von¬† Snickers f√ľr Linksh√§nder zur¬† Verf√ľgung gestellt.

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9 Kommentare

  1. Hallo Anne

    Du darfst sagen was Du m√∂chtest. ūüėČ

    Liebe Gr√ľsse

    Paula

  2. Ich versuche weitestgehend, mich dem ganzen Rummel zu entziehen. Erst einmal, weil ich denke, dass es Herrn Erdogan wirklich noch mehr √§rgern w√ľrde, wenn sein Protest gro√üz√ľgig ignoriert wird und weil bei all den Diskussionen und Witzen eines scheinbar wirklich vergessen wird.

    Hier hast du es gesagt:“…wegen einem Liedchen, dass beschreibt, was Mr. Erdogan wirklich getan hatte und immer noch tut.“

    Mir fehlt bei all der Kritik an dem Gedicht und/oder der Reaktion Erdogans darauf die Kritik an der Ursache f√ľr Jans Text. Sch√∂n, dass du es nicht vergessen hast.

    • Schade, dabei ist das was gerade passiert einzigartig. Ein fremder „Herrscher“ versucht √ľber seine Landesgrenzen hinaus jemanden den Mund zu verbieten..Und somit die Pressefreiheit auch √ľber seine Landesgrenzen einzuschr√§nken ..Das Gedicht war nur ein Lockmittel, damit dieser Mensch seine wahre, h√§ssliche Fratze f√ľr jeden erkenntlich zeigt…Und nicht nur er..

      • Gerne w√ľrde ich √ľber das ganze reden bzw schreiben, aber mir fehlt ehrlich gesagt ein wenig der Durchblick, was die momentena Situation in der T√ľrkei angeht. Und beim √úberfliegen der Diskussionen auf Facebook habe ich schon wieder so viele Beleidigungen und √§hnliches unter den Usern gelesen, dass es mir einfach zu viel wurde.
        Schade, dass es, obwohl viele gleicher Meinung sind, immer so weit kommen muss.

        • Na ja die Lage in der T√ľrkei ist, dass etliche Journalisten im Gef√§ngnis sitzen weil es Erdogan so passt…Und zu den beleidigungen…wer keine Argumente hat, schimpft eben…

  3. Zum Fall Böhmermann РDie Spottlust

    „Der Einwand, der Seitensprung, das fr√∂hliche Mi√ütrauen, die Spottlust sind Anzeichen der Gesundheit: alles Unbedingte geh√∂rt in die Pathologie.“ Friedrich Nietzsche – Sch√∂ne Gr√ľsse aus der http://www.freidenker-galerie.de

  4. Ja, das hab‘ ich mitbekommen.
    Und gerade diese Beleidigungen, diese Schimpferei, mit einer Wortwahl, die sowas von unterirdisch ist, ist einfach nur noch nervend. Man muss so schrecklich lange suchen, um den Diskussionen zu folgen und manchmal ist mir das einfach zu viel.
    Und jetzt, wo bekannt ist, dass ein Verfahren eingeleitet wird, legen die Argumentlosen noch eine Schippe drauf.

    Ich w√ľnsche dir dennoch einen guten Start ins Wochenende.

    • Danke. Es wird heute viel Wind gemacht um nichts. Denn Jan hat eh schon gewonnen, Erdowahn hat noch mehr die Hosen runtergelassen und Merkel konnte gar nicht anders – da Gesetz. Bald k√∂nnen wir aber alle legal Satire und in echt beleidigen, denn der Paragraph kommt weg! Danke Jan, danke Erdowahn!

Mich interessiert deine Sichtweise zum Thema!

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