Leistungsdruck tötet die Neugierde

Ich mag mich noch erinnern, als ich in die zweite Klasse ging, mit welcher Neugierde ich auf alles losstürmte was sich lesen und rechnen liess. Wenn ich mir aber so meine Noten später in der Berufsfachschule ansehe, blieb gerade in Mathematik, nicht viel von der Neugierde übrig. Meine Noten bewegten sich dort eher im durchschnittlich bis schlechten Bereich. Wann genau verlor ich mein Interesse, meine Neugierde an Zahlen? Denn letztens, trotz fehlender Kentnisse der höheren Mathematik, zerbrach ich mir den Kopf über eines der bedeutendsten ungelösten Probleme der Mathematik . Die Riemannsche Hypothese (nach Bernhard Riemann) ist eine Annahme über die Nullstellen der Riemannschen Zetafunktion. Sie besagt, dass alle nichttrivialen Nullstellen dieser komplexwertigen Funktion den Realteil ½ besitzen.

Quelle: Wikipedia

Wie ihr euch vorstellen könnt hat das eher Kopfzerbrechen bereitet bis völliges Chaos und unverständliches Zahlengulasch in meinem Kopf, was mich wieder rum nur anspornte mich tiefer in die Materie zu wagen, nur schon allein um des “verstehen wollen” Willens. Aber schlussendlich musste ich kapitulieren, meine Stärken liegen halt mittlerweile woanders. Nach jahrelangem üben und perfektionieren, versteht sich, wobei mir auch heute noch Flüchtligkeitsfehler unterlaufen. Die 150 Jahre alte Mathematische Problem scheint auch gelöst worden zu sein, von jemanden der sich mit Zahlen wirklich gut auskennt:

https://www.physics-astronomy.com/2015/11/a-nigerian-mathematican-claims-to-have.html?m=0

Leider gibt es den Bericht bis jetzt nicht auf deutsch, tut mir leid.

Kinder sind von Natur auch, recht neugierige Wesen. Sie forschen unvoreingenommen, erkunden, fragen, lassen sich schnell begeistern. Auf dem Weg zum Erwachsen werden, geht das irgendwo verloren. Heute möchte ich, dass wir uns mal damit ausernandersetzen.

Wo genau haben wir die Neugierde verloren auf dem Weg zum heutigen Ich?

Wenn ich mich mit Menschen von 24-30 Jahren unterhalte, gibt es wenige die sich wirklich für etwas interessieren ausser: Party, Shopping, Ausgang allgemein, den neusten Klatsch und Tratsch, Musik (Ja, fast jeder mit nem Mac ist in Zürich ein Dj) Manche noch für Ausstellungen, moderne Kunst (weil Hip und so) und Fotografieren. Die Ausnahmen bilden da schon die Kreativen, die wirklich Kreativ sind aus ihrem eigenen Antrieb aus, weil es raus muss, man sich so ausdrückt und nicht weil es gerade in Mode und T.O.T.A.L. In ist. Wenn ich dann sage ich interessieren mich u.a. für Astrophysik, Atome, das Universum, Nebulawolken, weisse Zwerge und Löcher und die Frage nach Schrödigers Katze, ja dann werde ich angesehen, wie man ein Einhorn anschauen würde wenn es gerade den Regenbogen runter rutscht und auf der Erde landet. Voller Misstrauen, Fragezeichen im Gesicht, Verwunderung und der Frage: “Warum?”

Ja Warum denn nicht Herr Gott nochmal?  Durch meine Arbeit mit Kindern wurde mir meine Neugierde wieder geschenkt, die mir, so lautet meine Persönliche Vermutung durch die Schule, den Notendruck und den Eltern genommen wurde. Kinder stellen nämlich viele, viele Fragen. Leider würgt man das meist ab oder hat keine Zeit odre Geduld. Manchen fehlt auch das Wissen zu gewissen Themen, doch anstatt es zuzugeben, wird das überspielt und vom Thema abgelenkt. Ich für meinen Teil hatte nie ein Problem damit zuzugeben, wenn ich mal eine Antwort nicht wusste. Erwachsene können einfach nicht alles wissen. Dann ging man eben in Büchern nachschlagen oder befragte Dr. Allwissend: Google.

Auch wenn ich mir die Kinder so ansehe mit denen ich im letzten Jahrzehnt so gearbeitet hatte. Der Druck dem sie ausgesetzt werden ich unglaublich, manch eine 6. jährige erreicht locker in der Woche ihre 50 Std (Schule und Aktivitäten) In allem müssen die Kinder kleine Genies sein, der Durchschnitt findet bei den wenigsten Eltern anklang und akzeptanz.

Der “Spiegel” brachte vor einiger Zeit einen Interessanten und durchaus Lesenswerten Artikel raus in der Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen sich äussern zum Thema: Überforderung

Mitarbeiterin im Leitungsteam einer Kindertagestätte, Hamburg

“Wir müssen uns immer wieder gegenüber überambitionierten Eltern rechtfertigen. Die beschweren sich nach Hospitationen, weil das, was sie gesehen haben, nicht genug nach Lernen aussieht. Manche sagen: “In der Vorschule gibt es zu wenig Hausaufgaben.” Ein Vater hat gemeckert, weil Ausflüge auf Spielplätze und nicht in Parks oder ins Planetarium gingen. Dabei ist es viel wichtiger, dass Kinder erst mal ihren Stadtteil kennenlernen.”

Den ganzen Bericht gibt es hier:

https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/kinder-unter-leistungsdruck-das-schlimmste-sind-die-eltern-a-792682-2.html

Ich finde es sehr schade, dass man so einen, meiner Meinung  nach,  sicheren Weg gefunden hat die Neugierde zu töten. Denn wenn nur Leistung zählt, nur Noten zählen, wozu soll ich mir dann was aneignen? Wozu forschen, entdecken, wenn es nichts nutzt für den Lebenslauf? Oder ich niemanden habe des es lobpreist, wie Eltern, gute Noten. Für viele Eltern scheint es eh wichtiger zu sein, dass die Kinder Matura haben, ob sie dabei glücklich sind ist sekundär. Dabei sollten Kinder glücklich sein, mit dem was sie machen. Matura und Studium geben evtl finanzielle Sicherheit, doch zu welchem Preis?

Ich würde mir mehr Neugierde wünschen, die vorgelebt wird. Deswegen liebe ich meinen Beruf, ich kann den Kindern die Welt erklären, das Universum oder die Bäume, wie man Kuchen backt, kocht, bastelt, malt. Ich kann ihnen aus der Geschichte erzählen, von Albert Einstein, Kleopatra und Cäsar oder ob es Zombies wirklich gibt (das fragte mal eine 7 jährige). Die Kinder halten meine Neugierde und meinen Wissensdurst am Leben.

Absolut sehenswert zum Thema : https://www.youtube.com/watch?v=shh31MTUL3M

Und noch eine kleine Freude zum Schluss: Der Blog wird in Zukunft auch bei Ron Orp zu lesen sein. www.ronorp.net

 

Lob, Kritik, Anregung? Hier oder unter: Wasmansonichtsagendarf@gmx.net

Ein schönes Wochenende

Paula